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Glossar

A

ABAG

mithilfe der Allgemeinen Bodenabtragsgleichung (ABAG) lässt sich der zu erwartende langjährliche mittlere Bodenabtrag einer Fläche durch Wassererosion als Schätzung ermitteln. Die ABAG ist die Übertragung der amerikanischen Gleichungen USLE (Universal soil loss equation) auf europäische Verhältnisse (Schwertmann, Vogl und Kainz, 1987)

Abfluss

Wasser, das sich unter dem Einfluss der Schwerkraft auf und unter der Erdoberfläche bewegt (DIN 4049-3). Quantitativ wird der Abfluss als das Wasservolumen definiert, das pro Zeiteinheit einen definierten oberirdischen Fließquerschnitt, z.B. Abflussquerschnitt, durchfließt und einem Einzugsgebiet zugeordnet ist

Abflussregime

charakteristischer Gang des Abflusses eines Fließgewässers, bedingt durch klimatische Gegebenheiten und charakteristische Merkmale des zugeordneten Einzugsgebietes (u.a. Klima, Geologie, Morphologie, Landnutzung)

abgerutscht

durch Rutschen verlagert und deformiert (Massen aus Locker- und/oder Festgestein)

abgeschlämmt

durch abfließendes Niederschlagswasser von Hängen abgespült und am Hangfuß oder in Senken sedimentiert (z.B. Kolluvium)

abgeschlämmt, abgeschwemmt

durch abfließendes Niederschlagswasser von Hängen abgespült und am Hangfuß oder in Senken sedimentiert (z.B. Kolluvium)

abgeschwemmt

durch abfließendes Niederschlagswasser von Hängen abgespült und am Hangfuß oder in Senken sedimentiert

Ablagerungsbereich (Rutschung)

auch Akkumulationszone; Bereich der Rutschung, in dem das verlagerte Material über der ursprünglichen Geländeoberfläche liegt

Abraum

das beim Abbau nutzbarer Gesteine oder Minerale anfallende, nicht brauchbare und daher abzuräumende Material. Zum Abraum werden sowohl die überlagernden Deckschichten als auch nicht verwertbare, beim Abbau aushaltbare Einschaltungen innerhalb eines Rohstoffkörpers gerechnet

Abraumhalde

Aufhäufung des beim Bergbau mitgeförderten nicht verwendbaren Gesteins, nachdem dieses in der Aufbereitung vom haltigen Gestein (verwertbares Gestein oder Roherz) getrennt worden ist

Abrisskante

durch eine Massenbewegung entstandene Geländekante; obere Begrenzung eines Abrisses; unterschieden wird zwischen Haupt- und Nebenabrisskanten

Abschiebung

Tektonische Aufweitungsstruktur. Der zu einer geneigten Verwerfungsfläche hangende Block erscheint gegenüber dem liegenden Block abwärts bewegt

Absenkungstrichter

abgesenkte Druckwasserfläche oder freie Grundwasseroberfläche im Einflussbereich einer Grundwasserentnahme

Absorption

Aufnahme eines Stoffes durch einen anderen (Absorbens) unter Bildung eines homogenen Gemisches, einer Lösung oder einer Verbindung

Abstandsgeschwindigkeit

Geschwindigkeit mit der Grundwasser den Abstand zwischen zwei Punkten durchfließt; die Abstandsgeschwindigkeit ist kleiner als die Bahngeschwindigkeit entlang dem tatsächlichen, meist nicht bekannten Fließweg im Grundwasserleiter. va = Abstandsgeschwindigkeit, vmax = maximale A., vcmax = dominierende A., vt0,5 = mittlere A

Abteilung (Bodenkunde)

Unterscheidung der Böden nach ihrem Wasserregime in Terrestrische Böden (Landböden), Semiterrestrische Böden (Grundwasserböden), Semisubhydrische und Subhydrische (Unterwasserböden) Böden sowie Moore

Abteufen

Durchführung (Niederbringung) einer Bohrung. Im Bergbau Herstellen eines Schachtes oder Gesenks

Abtragsbereich (Rutschung)

auch Sackungszone; oberer Bereich der Rutschung, in dem durch die Rutschung Material abgetragen wurde.

Ackerschätzungsrahmen

Tabelle der Bodenschätzung zur Ermittlung der Bodenzahlen

Ackerzahl

die durch Zu- oder Abschläge korrigierte Bodenzahl; die Zu- und Abschläge ergeben sich durch Berücksichtigung von Klima, Hangneigung, Exposition und anderen wertbestimmenden Faktoren

Acritarchen

Reste mikroskopisch kleiner planktonischer, d. h. im Wasser schwebender einzelliger Algen (ausgestorben)

Adhäsion

Erscheinungsform der Molekularkräfte, durch die verschiedene Stoffe im Bereich ihrer Grenzflächen durch gegenseitige Anziehung aneinander haften [N, m · kg/s²]

Adsorption

Anlagerung von Stoffen (gasförmig, flüssig, fest) an Phasengrenzflächen (Adsorbens), z.B. Anlagerung von Ionen an Bodenkolloiden in austauschbarer Form

Adsorptionswasser

Teil des Haftwassers, der an der Oberfläche der festen Bodenteilchen gegen den Einfluss der Schwerkraft durch Adsorptions- und osmotische Kräfte angelagert ist, ohne Menisken zu bilden

Aerationszone

ungesättigte Zone; unvollständig mit Wasser gefüllter Bodenraum, der den Sickerraum ohne den geschlossenen Kapillarraum umfasst

Aerosol

Gemisch aus festen oder flüssigen, mikroskopisch kleinen Partikeln und einem Gas, hier Luft

Aggregierung

inhaltlich: Zusammenfassung boden- und substratsystematischer Informationen unabhängig vom räumlichen Bezug; räumlich: darstellungsbezogene Zusammenführung von Flächeneinheiten

Aggregierungsstufe

hierarchisch einheitlich gegliederte und definierte Abgrenzungsbereiche von Bodeneinheiten mit vergleichbarer Darstellungs- und Beschreibungsgenauigkeit

Akkomodationsraum

Raum der potenziell mit Sediment aufgefüllt werden kann

Akzessorien

Minerale, die mit weniger als 1 % am Gesteinsaufbau beteiligt sind

Alberweiler Schotter

rißzeitlicher Schotterkörper im Niveau der Hochterrasse Rheingletscher-Hochterrassenschotter

Albtrauf

am Nordwestrand der Schwäbischen Alb gelegene Steilstufe, die in das ca. 300–400 Höhenmeter tiefer liegende Albvorland überleitet

Alkalifeldspat

zusammenfassend für Kalium- und Natrium-Feldspäte der Albit-Orthoklas-Reihe mit den Endgliedern Albit (NaAlSi3O8) und Kalifeldspat (KAlSi3O8) bzw. Orthoklas/Mikroklin; vereinfachend häufig als Kalifeldspat bezeichnet

Alleröd

die letzte Warmphase (Interstadial) kurz vor dem Ende der letzten Kaltzeit; nach einem Dorf bei Kopenhagen (Dänemark)

Allgemeine Bodenabtragsgleichung

empirische Gleichung (Wischmeier-Gleichung) zur Abschätzung eines mittleren jährlichen Bodenabtrags durch Wasser aus Standort-, Klima- und Bewirtschaftungsfaktoren [t/(ha · a)]

Alluvionen

veraltet für: in Bach- und Flusstälern transportiertes Material wie Schotter, Sand und Feinsedimente, die in der nacheiszeitlichen Warmzeit durch fließendes Wasser eingetragen und abgelagert wurden

Alm

s. Wiesenquellenkalk

alpin

in den Alpen oder aus den Alpen stammend

Alter Mann

abgebauter, mit Gesteinsmassen verfüllter oder verbrochener Teil einer Grube

Alteration

Zersetzung und Umwandlung von Mineralen oder Gesteinen

Altmoränenlandschaft

Durch die weitreichenden älteren, präwürmzeitlichen Vorlandvergletscherungen gestaltete Moränenlandschaft mit im Vergleich zu den Jungmoränengebieten relativ ausgeglichenem Relief. Die Reliefunterschiede können nicht primär auf einebnende, starke periglaziäre Abtragung während der Würm-Kaltzeit zurückgeführt werden, da die Böden in der Altmoränenlandschaft häufig noch Reste älterer Bodenbildungen (hauptsächlich Riß-/Würm-Interglazial) enthalten. Zur Verringerung der Reliefunterschiede hat im Altmoränengebiet beigetragen, dass die Hohlformen während der Würm-Kaltzeit vielfach mit äolischem Material (Lösslehm-Fließerden) aufgefüllt wurden. Auch das danubische, mit geringem Gefälle zur Donau hin orientierte präexistente Ausgangsrelief im nördlichen Alpenvorland, dürfte für die Ausbildung einer ausgeglicheneren Glaziallandschaft eine Rolle gespielt haben. Zudem wurden die alpennäher gelegenen und vermutlich durch eine stärkere Gletscherdynamik geformten inneren Bereiche der älteren Vorlandvereisungen nachfolgend von den würmzeiltlichen Eismassen überfahren, weshalb diese Geländeformen nicht erhalten sind

Ammoniten

ausgestorbene Ordnung der Cephalopoden (Kopffüßer), weit verbreitet besonders in den Jura- und Kreidemeeren

Amphibolit

dunkelgrünes metamorphes Gestein, vorwiegend aus Mineralen der Amphibolgruppe (Hornblenden) bestehend

Anatexit

Anatexit (oder Migmatit), ein durch teilweise oder vollständige Aufschmelzung und Mobilisation eines metamorphen Gesteinsverbandes während eines Kollisionsvorgangs in größerer Krustentiefe bei Temperaturen >650° C und Drücken von ca. 0,2–1,0 GPa (bzw. 2–10 kb) entstandenes Gestein

Synonyme: Anatexite Migmatit Migmatite

Anchimetamorphose

Begriff für den Druck-Temperaturbereich zwischen der Diagenese und der eigentlichen Metamorphose. Heute wird unter Anchimetamorphose der Bereich der niedrigstgradigen Metamorphose verstanden

Synonyme: anchimetamorph

Anhydrit

Mineral der chemischen Zusammensetzung CaSO4. Anhydrit wandelt sich durch Wasseraufnahme in Gips um

Anhydritführendes Gebirge

kann in der Grabfeld-Fm., der Heilbronn-Fm. im Beaumont-Horizont, an der Basis der Steigerwald-Fm. sowie in tertiären Formationen des Oberrheingrabens und der östlich angrenzenden Vorbergzone angetroffen werden

Anhydritspiegel

Grenze zum anhydritführenden Gebirge (meist wenige Meter unter dem Gipsspiegel)

Anhydritspiegel

Ober- (oberer Anhydritspiegel) bzw. Untergrenze (unterer Anhydritspiegel.) des Vorkommens von Anhydrit im sulfatgesteinsführenden Gebirge

Anhydritstein

vorwiegend aus Anhydrit bestehendes Gestein

Anionenaustausch

Austausch von Anionen an Grenzflächen kolloider (oder kolloidaler) Bodensubstanzen (Ton, Humus, Metalloxide). Sie erfolgt in Abhängigkeit von Wertigkeit, Hydratation und Art der Komplementär-Ionen sowie vom pH-Wert

anthropogen

durch den Menschen erzeugt oder beeinflusst (Artefakt)

Antiklinale

nach oben gewölbte Faltenstruktur

antithetisch

gegensinnig bzw. einer Haupt-(bewegungs-)richtung entgegengesetzt, z. B. bei an Gleitflächen von Rutschungen oder an tektonischen Störungen verstellten Schichtgliedern

Apatit

Mineral aus der Gruppe der Phosphate (Ca5[(F,Cl,OH)/(PO4)3]

Aquifer

Wassererfüllter (= gesättigter) Teil eines Grundwasserleiters (Grundwasserraum)

Aquifertest

Langzeitpumpversuch zur Ermittlung der räumlichen Ausdehnung der Speichereigenschaften und der Durchlässigkeiten in einem Grundwasserleiter

Archaikum

Ära des Präkambriums (vor ca. 4 – 2,5 Mrd a), nach der griechischen Bezeichnung für „uranfänglich, alt“

Arenit

Bezeichnung für ein klastisches (Karbonat-) Gestein mit Korngrößen zwischen 0,063 und 2,0 mm

arid

Klima, bei dem die Verdunstung größer ist als der Niederschlag. Nur episodisch treten kräftige Regengüsse auf. Etwaige Flüsse versiegen unterwegs und der Pflanzenbewuchs ist äußerst lückenhaft. Bei semiaridem Klima treten diese Niederschläge in jahreszeitlicher Regelmäßigkeit auf

Arkose

Sandstein mit max. 15 % Matrix (

Armorika

Kleinkontinent im Paläozoikum; nach dem lateinischen Namen für den Küstenstreifen zwischen Seine und Loire in Nordwestfrankreich

Artefakt

lat.: Kunstprodukt; in der Archäologie ein Gegenstand, der im Gegensatz zur Naturalie seine Form und Funktion durch den Menschen erhielt

artesisch

Art. Brunnen ist ein im gespannten Grundwasser stehender Brunnen, aus dem das Grundwasser unter natürlichem (art.) Druck über Flur ansteigt und ausläuft

Artesisch gespanntes Grundwasser

Wasser eines Grundwasserkörpers, dessen Grundwasserdruckfläche oberhalb der Erdoberfläche liegt

Astenosphäre

griech.: nicht feste Schale; überwiegend zähplastische Schale des Oberen Erdmantels unter der Lithosphäre bis in ca. 250 km Tiefe

atektonisch

Deformation, die nicht direkt auf endogen bedingte tektonische Prozesse zurückzuführen ist

Auenlehm

holozäne, teils geschichtete Ablagerungen in Fluss- und Bachtälern; mehr oder minder humos, z. T. Pflanzenreste und karbonathaltig

Auenmergel

holozäne feinklastische, sehr karbonatreiche Sedimente in Fluss- und Bachtälern, z. T. humos

Auensand

holozänes klastisches Sediment überwiegend aus Gesteinsdetritus bestehend (z.B. Flusssand)

Aufbereitung

physikalische oder physikalisch-chemische Verarbeitung von Rohstoffen (z.B.) Aufkonzentrierung zu verwertbaren Produkten

aufgelassen

nicht mehr in Abbau befindliche Gewinnungsstelle

aufgelöste Bohrpfahlwand

Bohrpfahlwand, bei der der Achsabstand der ausgeführten Bohrpfähle zueinander größer ist als der Pfahldurchmesser ist; die verbleibenden Räume zwischen den Pfählen werden gesichert (i. d. R. mit Spritzbeton)

Aufschiebung

tektonische Einengungsstruktur. Der zu einer geneigten Verwerfungsfläche hangende Block erscheint gegenüber dem liegenden Block aufwärts bewegt

Aufschluss

Bereich an der Erdoberfläche, in dem der geologische Untergrund infolge natürlicher Vorgänge oder künstlich durch Baumaßnahmen freigelegt und ohne Bedeckung durch Vegetation und Bodenbildungen sichtbar ist.

aufwältigen

Wiedereröffnung eines verbrochenen oder verfüllten Grubenbaus

Augit

gesteinsbildendes Mineral der Pyroxengruppe mit der chem. Formel (Ca,Mg,Fe2+,Ti,Al)2[(Si,Al)8O6], häufig in Magmatiten und Metamorphiten

Auskeilen

allmähliches Abnehmen einer Schicht oder Gesteinsfazies mit schließlich vollständigem Verschwinden

Auslaugung

Lösung und Abtransport von Feststoffen aus Gestein und Böden durch Wasser

Auslaugungsresiduen

meist tonig-schluffiges Lockermaterial als Lösungsrückstand der Auslaugung von Karbonat- und Salinargesteinen

ausrichten

Erstellen von Grubenbauen, die zum Erreichen und Erschließen einer Lagerstätte dienen

Ausschmelzsedimente

glaziales, meist locker gelagertes, aus einem stagnierenden Gletscher ausgeschmolzenes Material. Die Sortierung der A. wird durch die Menge an zur Verfügung stehendem Wasser gesteuert. Ausschmelzsedimente können aus schwach schluffigen, steinigen Kiesablagerungen oder aus matrix- oder komponentengestützten Diamiktiten aufgebaut sein

Aussolung

Gewinnung von Steinsalz durch unterirdisches Auflösen in Wasser zu Sole. A. kann selbsttätig durch Grundwasserstrom erfolgen

Ausstrich

auch als Ausbiss bezeichneter Bereich an der Erdoberfläche, in dem ein geologischer Körper ausstreicht oder ausbeißt, d. h. ansteht

Synonyme: Ausstrichbereich Ausbiss

Ausstrichbereich

s. Ausstrich

Austauschhäufigkeit

Quotient, der beschreibt, wie häufig das Sickerwasser innerhalb eines Jahres den Wasservorrat des durchwurzelten Bodens, ausgedrückt in der Feldkapazität des effektiven Wurzelraumes, austauscht

Austauschkapazität

Menge der im Boden an Tonmineralen und Humus in austauschbarer Form sorbierten Ionen

Austauschrate

(beim Grundwasser): Wassermenge, die pro Zeiteinheit zwischen zwei Betrachtungsbereichen druckgesteuert ausgetauscht wird, Quelle: LfU (2004)

authigen

an Ort und Stelle entstandene Minerale, während oder nach der Entstehung des Wirtsgesteins

autohydrothermal

Umwandlungen, die durch hydrothermale Restlösungen in direkter Fortsetzung nach der Erstarrung einer magmatischen Schmelze am bereits kristallisierten Material selbst stattgefunden haben

Außenwallwürm

hauptwürmzeitlicher Eisvorstoß zur „Äußeren Jungendmoräne“

Avalonia

Kleinkontinent im Unteren Ordovizium; nach der Halbinsel Avalon in Neufundland (Kanada)

Azurit

Mineral der Zusammensetzung Cu3[OH/CO3]2, das in der Oxidationszone von Kupfererzvorkommen auftritt, charakteristisch ist seine intensiv tiefblaue Farbe [früher als Kupferlasur bezeichnet]

B

Balneologie

Lehre von der therapeutischen Anwendung natürlicher Heilquellen, Synonym: Bäderheilkunde

Bankkalkstein

gebankter Kalkstein

Bankung

bankartige, der Schichtung folgende Absonderung eines Gesteins; nach der Dicke der Absonderung werden unterschieden: blättrig 0,2–0,6 cm, dünnplattig 0,6–2 cm, dickplattig 2–6 cm, dünnbankig 6–20 cm, mittelbankig 20–60 cm, dickbankig 60–200 cm

Baryt

Mineral der chemischen Zusammensetzung BaSO4; neben Quarz das wichtigste Gangartmineral der Schwarzwälder Hydrothermalgänge [dt.: Schwerspat]

Basalt

Gruppe von dichten, dunklen, basischen Vulkaniten, vorwiegend aus Feldspäten, Augiten, Olivin und Magnetit

Basensättigungsgrad

prozentualer Anteil der basischen Kationen bzw. des S-Wertes an der effektiven Kationenaustauschkapazität [%]

basisch

geochemische Bezeichnung für Magmatite, die vergleichsweise arm an Quarz sind, d. h. deren SiO2-Gehalt 45–52 % beträgt (z. B. Basalt und basaltähnliche Gesteine). Ultrabasische Gesteine (z. B. Peridotit) haben SiO2-Gehalte von <45 %, intermediäre >52–63 %. Saure Magmatite sind mit >63 % SiO2 vergleichsweise reich an Quarz (z. B. Rhyolith bzw. Quarzporphyr)

Baukalke

genormte Bindemittel, deren analytische Hauptbestandteile die Oxide CaO, MgO, SiO2 und Fe2O3 sind

BBergG

Abkürzung für: Bundesberggesetz

Beaumont-Sulfat

Untereinheit der Steigerwald-Formation [früher: Untere Bunte Mergel] des Mittelkeupers. Überwiegend aus linsig auftretendem Gips und tonigen Mergelsteinen bestehendes Gestein (benannt nach Elie de Beaumont) [früher als Berggips bezeichnet]

Beckenablagerung

tonige bis schluffige, mehr oder weniger geschichtete, humusarme bis humusfreie Sedimente; in Kaltzeiten am Grund stehender Gewässer abgelagert; als feingeschichteter Bänder- oder Warventon oder als Beckensand, Beckenschluff, Beckenton vorkommend

Begleitboden

Boden, der kleinflächig mit einem Leitboden vergesellschaftet ist; oft sind einige Begleitböden vorhanden

Begleitbodenform

charakteristischer Bestandteil einer Bodengesellschaft, der mit untergeordneten Flächenanteilen auftritt

Belemniten

ausgestorbene Ordnung der Cephalopoden (Kopffüßer) mit charakteristischem, fingerförmigem Hartteil (Rostrum) des kalkigen Innengehäuses, weit verbreitet vor allem in den Jura- und Kreidemeeren [volkstümlich: Donnerkeile]

Benetzungswiderstand

Widerstand des ausgetrockneten Bodens (stark hydrophob reagierende Humuspartikel) gegen die Aufnahme (Infiltration) von Wasser mit der Folge einer verzögerten Wasserversickerung und eines erhöhten Oberflächenabflusses

Bentonit

in tonige Substanzen (vor allem Montmorillonit und andere Schichtsilikate) zersetzte vulkanische, glasreiche Aschen und Tuffe mit heller Farbe, Bentonit wird für viele Zwecke in der Industrie benötigt

Bergematerial

nichthaltiges Gestein, das bei der Gewinnung anfällt oder planmäßig zum Versetzen gewonnen wird

Bergrecht

Gesamtheit der Normen, durch welche die Rechtsverhältnisse beim Bergbau geregelt werden

Bergsturz

hochdynamischer Bewegungsprozess mit einem bewegten Volumen von mindestens 1 000 000 m³

Bergwerk

gesamte bergbauliche Anlage, durch welche die zur Nutzung vorgesehenen mineralischen Rohstoffe erschlossen, gewonnen und aufbereitet werden

Berme

eine Berme (frz. berme) ist ein waagerechter oder schwach geneigter Absatz zur Unterbrechung einer höheren Böschung oder eines steilen Hanges. Als Berme wird auch ein horizontaler Absatz in einer Dammböschung, einem Wall oder einer Baugrube bzw. Steinbruch verstanden. Bermen haben den Zweck, den Druck auf den Fuß einer Böschung bzw. eines Hanges zu vermindern

Betriebsplan

Begriff aus dem Bergrecht. Ein Betriebsplan ist ein Verfahren zur Betriebsüberwachung und bedeutet, dass das Vorhaben durch die Landesbergdirektion zulassungspflichtig ist und überwacht wird

Synonyme: betriebsplanpflichtig

Bewetterung

Gesamtheit der Maßnahmen zur Belüftung eines Bergwerks

Biege(zug)festigkeit

s. Spaltzugfestigkeit

Bindigkeit

Zusammenhalt der Bodenteilchen durch Kleben und Haften infolge von Adhäsions- und Kohäsionskräften; im feuchten Bodenzustand zur Abschätzung des Tongehalts bei der Bodenartenansprache verwendet

biogen

durch Lebewesen erzeugt oder beeinflusst

Bioherm

Erhebung auf dem Meeresboden, die durch koloniebildende Organismen wie Schwämme, Mikroben, Korallen erzeugt wird; auch als biogenes Riff bezeichnet

Bioklast

Bruchstück von Organismenhartteilen (z. B. Brachiopoden- und Muschelschalen, Schwamm- und Korallenskelette, Trochiten)

Biostratigraphie

Teildisziplin der Stratigraphie zur zeitlichen Einstufung von Schicht(folg)en anhand ihrer Fossilführung

biostratigraphisch

s. Biostratigraphie

Biostrom

biogener schichtförmiger Karbonatkörper, mit im Vergleich zur lateralen Ausdehnung geringem Höhenwachstum, der überwiegend von sesshaften, koloniebildenden und teilweise auch gerüstbildenden Organismen (z. B. Muscheln, Korallen, Schwämme, Algen) aufgebaut wird (s.a. Bioherm)

Biotit

gesteinsbildendes Schichtsilikat der Glimmergruppe mit der chem. Formel K(Mg,Fe2+)3[(OH)2/Si3AlO10], häufig in Graniten und Gneisen anzutreffen

Bioturbation

Störung des primären Sedimentgefüges durch Tiere und Pflanzen, bei Böden besonders intensiv beim Hortisol und bei Schwarzerden

Bitumen

natürliche, aus Kohlenwasserstoffen bestehende brennbare Stoffe, die aus organischen Substanzen entstanden sind, z. B. Erdwachs, Asphalt, Erdöl, Erdgas

Blastese

Neuwachstum von Mineralen (Blasten) während der Metamorphose

Blattverschiebung

tektonische Störung mit überwiegend horizontaler Verschiebung zweier Gesteinspakete

Bleiglanz

Syn.: Galenit; natürliches Bleisulfid, Erzmineral der chem. Zusammensetzung PbS.

Block

Gesteinskörper mit Kantenlängen über 200 mm

Blockgleiten

flache bis sehr tief reichende Felsbewegung; härtere (kompetentere) Großkluftkörper gleiten auf oder in plastifizierten, weicheren (inkompetenteren) Schichten

Blockrutschung

s. Blockgleiten

BO

Abkürzung für: Archivfach Bohrungen der Aufschlussdatenbank des LGRB und Teil der LGRB-Archivbezeichnung, z. B. BO7018/226 (Bohrung Nr. 226 auf der topographischen Karte im Maßstab 1 : 25 000 (TK 25), Blatt 7018 Pforzheim-Nord)

Boden

obere Schicht der Erdrinde, die aus mineralischen Teilen, organischer Substanz, Wasser, Luft und lebendigen Organismen besteht nach BBodSchG § 2 (1): obere Schicht der Erdkruste einschließlich der flüssigen Bestandteile (Bodenlösung) und der gasförmigen Bestandteile (Bodenluft), ohne Grundwasser und Gewässerbetten

Boden-/Felsnagel

zur Fixierung/Stabilisierung von Boden/Fels in ein Bohrloch eingebrachter und über die gesamte Länge zementierter Stahlstab (z. B. GEWI®) mit Auflagerplatte und Mutter, auch als Selbstbohrvariante mit verlorener Bohrkrone (z. B. IBO®)

Bodenabtrag

Syn.: Bodenverlust; mit dem oberirdisch abfließenden Wasser oder durch Wind verlagertes Bodenmaterial sowie Dünger, Ernterückstände, Streu als Auswirkung der Erosion

Bodenart

Kennzeichnung des mineralischen Bodenmaterials nach seiner Korngrößenzusammensetzung (Textur)

Bodenausgangsgestein

nicht verwittertes, anorganisches Fest- oder Lockergestein, aus dem der Boden entsteht oder entstanden ist

Bodenazidizität

s. Bodenversauerung

Bodenbeschaffenheit

Gesamtheit der gegenwärtigen positiven und negativen Eigenschaften des Bodens im Hinblick auf Nutzung und Bodenfunktion

Bodenbildung

Syn.: Bodengenese, Pedogenese; Entstehung des Bodens aus dem jeweiligen Ausgangsgestein unter Einwirkung der Bodenbildungsfaktoren wie Klima, Relief, Vegetation, Tier, Mensch und Zeit

Bodenchemie

Bodenchemie befasst sich mit Zusammensetzung, Zustandsformen und reaktiven Verhalten von Stoffen in Böden und den in diesen ablaufenden chemischen Reaktionen unter Bildung neuer Stoffe mit neuen Eigenschaften

Bodeneinheit

Syn.: Pedotop; vom Maßstab oder Generalisierungsgrad abhängige Zusammenfassung von Böden, die einen ähnlichen profilmorphologischen Aufbau aufweisen oder in bestimmter Weise miteinander vergesellschaftet sind

Bodenentwicklung

zeitlicher Ablauf der Bodenbildung

Bodenerodierbarkeit

Syn.: Erodibilität; Maß für die Erodierbarkeit des Oberbodens gegenüber dem Niederschlag. Die von Bodenart, Humusgehalt, Aggregatstabilität und Steinbedeckung abhängige Größe geht als K-Faktor in die Allgemeine Bodenabtragsgleichung ein [(t · h)/(ha · N)]

Bodenfeuchte

geschätzter oder gemessener Wassergehalt des Bodens in Abhängigkeit von Bodenart und anderen standortkundlichen Kriterien

Bodenfließen

Syn.: Solifluktion; langsame, hangabwärts gerichtete Fließbewegung ganzer, wassergesättigter Bodenmassen über Dauerfrostboden oder Festgestein, die zur Bildung von Fließerden führt

Bodenform

vom systematischen Niveau unabhängige Verknüpfung einer boden- und substratsystematischen Einheit

Bodenformengesellschaft

Syn.: Pedochor; Zusammenfassung mehrerer Bodenformen nach definierten Kriterien

Bodenformeninventar

Bodenformen eines Gebiets

Bodenfruchtbarkeit

der gegenwärtige Zustand eines Bodens hinsichtlich seiner Fähigkeit Pflanzenwachstum zu ermöglichen

Bodenfunktion

Leistung des Bodens als Teil von Ökosystemen für Mensch und Umwelt aufgrund seiner Eigenschaften, Bodenfunktionen und Teilfunktionen nach § 2 (2) Bundes-Bodenschutzgesetz

Bodengefüge

Syn.: Bodenstruktur; erkennbare räumliche Anordnung der festen Bodenbestandteile einschließlich der zugehörenden Hohlräume

Bodengenese

Gesamtheit von Bodenbildung und Bodenentwicklung, s. Bodenbildung

Bodengesellschaft

in räumlicher Nachbarschaft auftretende unterschiedliche Böden, die z.B. hinsichtlich ihrer Lage im Relief, ihres Ausgangsmaterials oder Wasserhaushalts gemeinsame Eigenschaften aufweisen und maßstabsabhängig zu Einheiten zusammengefasst werden können

Bodengroßlandschaft

Klassifikationseinheit einer hierarchischen Systematik von Bodengesellschaften, gebildet durch räumliche Zusammenfassung und inhaltliche Aggregierung von Bodenlandschaften

Bodenhorizont

Teilbereich eines Bodenprofils, der durch bodenbildende Vorgänge entstanden ist, nahezu gleichartige Eigenschaften und Merkmale aufweist und annähernd parallel zur Geländeoberfläche (Erdoberfläche) verläuft

Bodeninventur

umfassende Erhebung von Bodendaten, die Bodenaufnahme mit Bodenkartierung, Eingabe der Daten in Bodendatenbanken und thematische Auswertung umfasst

Bodenklasse

übergeordnete Kategorie der Bodensystematik. Sie umfasst Böden mit bestimmtem Entwicklungszustand und mit gleicher oder ähnlicher Horizontfolge

Bodenkolloide

Teilchen mit Durchmesser von < 2 μm im kolloiddispersen System Boden; dazu zählen anorganische und organische Verbindungen in fester oder gelöster Form

Bodenkriechen

langsame, hangabwärts gerichtete Bewegung von Bodenmassen

bodenkundliche Kartiereinheit

nach den Kriterien Flächengröße, Anteil und Verteilungsmuster maßstabsabhängige Zusammenfassung von Bodenformen zu einer abgegrenzten Fläche

Bodenlandschaft

Klassifikationseinheit einer hierarchischen Systematik von Bodengesellschaften, gebildet durch räumliche Zusammenfassung und inhaltliche Aggregierung von Leitbodenassoziationen

Bodenluft

in den nicht wassergefüllten Poren und Hohlräumen des Bodens enthaltene Luft

Bodenlösung

Bodenwasser mit den in ihm gelösten Stoffen

Bodenmatrix

feste Bestandteile des Bodens ohne Porenraum

Bodenphysik

Bodenphysik befasst sich mit Bodenzuständen und Bodenzustandsänderungen, welche mit den Begriffen der Physik beschrieben und erklärt werden können (Speicherung und Bewegung von Wasser, Wärme und Gasen; Bodenmechanik)

Bodenpotenzial

Leistungsvermögen des Bodens bezüglich seiner Funktionen

Bodenprofil

senkrechter Aufschluss eines Bodens, aus dem Horizontaufbau und Schichtung erkennbar sind

Bodenraum

s. Bodenvolumen

Bodenregion

Syn.: Pedoregion; gebietsbezogene Einheit, die aufgrund klimatischer und geologischer Verhältnisse gleiche Haupttendenzen der Bodenbildung aufweist

Bodenschätzung

amtliche Schätzung der natürlichen Ertragsfähigkeit des Bodens durch die Finanzverwaltung aufgrund der Bodeneigenschaften und der übrigen ertragsbeeinflussenden Faktoren (Klima, Hangneigung, Beschattung)

Bodenskelett

s. Grobboden

Bodenstruktur

s. Bodengefüge

Bodensubstrat

s. Festsubstanz des Bodens

Bodensystematik

hierarchische Gliederung der Böden aufgrund ihrer durch Bodenentwicklung entstandenen Horizontausbildung und Horizontfolge. Damit verbunden sind spezifische Kombinationen von Eigenschaften, die sich in Verbindung mit der Substratkomponente anwendungsorientiert interpretieren lassen. Die Böden werden in Abteilungen, Klassen, Bodentypen, Subtypen, Varietäten und Subvarietäten aufgegliedert

Bodentyp

Zusammenfassung von Böden gleichen Entwicklungszustandes, bei denen Prozesse der Pedogenese übereinstimmende Merkmale sowie Eigenschaften und damit ähnliche Horizontabfolgen erzeugen

Bodenverlust

s. Bodenabtrag

Bodenvernässung

zeitweiliger oder anhaltender Luftmangel im Boden infolge zu hohen Wassergehaltes durch hoch anstehendes Grundwasser (Grundnässe), Stauwasser (Staunässe), Haftwasser in grobporenarmen Böden (Haftnässe) oder Hangzugwasser (Hangnässe)

Bodenversalzung

Anreicherung von wasserlöslichen Salzen im Boden

Bodenversauerung

Syn.: Bodenazidität; Verlust der Fähigkeit des Bodens Säuren zu neutralisieren, da basische Kationen und Karbonate zunehmend ausgewaschen werden

Bodenversiegelung

Überbauung des Bodens durch schwer wasser- und luftdurchlässiges Material

Bodenvolumen

Syn.: Bodenraum; von den festen, flüssigen und gasförmigen Teilen einer Bodenprobe eingenommener Rauminhalt [cm3]

Bodenwasser

im Boden befindlicher Teil des unterirdischen Wassers

Bodenwassergehalt

Anteil der wässrigen Phase im Poren- und Kapillarraum des Bodenkörpers [Masse-%, Vol.-%, l/m3, mm/dm]

Bodenwasserhaushalt

Veränderungen des Wassergehaltes durch Aufnahme, Speicherung und Abgabe von Wasser und durch Reaktionen im Boden in Abhängigkeit von Bewuchs, Witterungsverlauf und hydrologischer Situation sowie von Ort, Zeit und Bodentiefe

Bodenzahl

die mit Hilfe des Ackerschätzungsrahmens ermittelte relative Wertzahl des Ackerbodens aufgrund von Bodenart, Entstehungsart und Zustandsstufe

Bohnerz

kleine erbsen- oder bohnenförmige Konkretionen aus Brauneisen (Limonit, Goethit) oder Roteisen (Hämatit) mit vielfach konzentrisch-schaligem Aufbau. Bohnerz entsteht vor allem bei der chemischen Verwitterung von Kalkgesteinen im tropischen Klima und reichert sich in rotem und braunem Ton an, der als Rückstand übrig bleibt (Bohnerzton). Infolge ihres hohen Eisenoxidgehalts (ca. 30–70 %) wurden Bohnerzvorkommen früher verbreitet zur Eisengewinnung abgebaut (z. B. Schwäbische Alb, Schweizer Jura)

Bohrpfahl

Pfahl, der im Baugrund mit oder ohne Verrohrung durch Bohren und Verfüllen des geschaffenen Hohlraumes mit Beton oder Stahlbeton hergestellt wird; dient als Bauelement zur Übertragung von Bauwerkslasten in tiefere, tragfähigere Schichten (Tiefgründung); einwirkende Kräfte werden über die Pfahlfußfläche (Spitzendruck) und/oder die Pfahlseitenflächen (Mantelwiderstand bzw. Mantelreibung) abgetragen; Bohrpfähle mit einem Schaftdurchmesser > 60 cm bezeichnet man als Großbohrpfähle

Bohrpfahlwand

aus mehreren aneinandergereihten Bohrpfählen bestehende Wand; dient zur Sicherung von Geländesprüngen (z. B. Baugruben); unterschieden werden überschnittene, tangierende und aufgelöste Bohrpfahlwände

Bohrtiefenbegrenzung

Begrenzung der Bohrtiefe aufgrund hydrogeologischer, geologischer oder bergrechtlicher Belange. Neben der Sulfatspiegelbegrenzung wurde in Baden-Württemberg in den LQS EWS festgelegt, die Basis der Grabfeld-Formation nicht zu durchbohren. In der Grundwasser-Stockwerkskonstellation Grabfeld-/Erfurt-Formation und Oberer Muschelkalk reicht in einigen Fällen die Sulfatspiegelbegrenzung nicht aus, mögliche hydraulische Kurzschlüsse bei stockwerksübergreifenden EWS-Bohrungen zu vermeiden

Bohrung

geologische Bohrungen dienen dazu, Regionen unterhalb der Erdoberfläche zu erreichen, die mit anderen Methoden nicht zugänglich sind. Zum einen bieten sie eine Möglichkeit die geologischen Verhältnisse im Untergrund direkt zu untersuchen, zum anderen können sie zusätzlich als Transportweg benutzt werden, um Stoffe an die Erdoberfläche zu holen (z. B. Grundwasser, Erdöl) oder darin zu versenken (z. B. anderswo gefördertes Erdgas oder Erdöl in Untergrundspeichern nahe der Verbrauchsstelle), https://de.wikipedia.org/wiki/Bohrung_(Geologie) abgerufen am 07.03.2018

Bonebed

engl.: Knochenlager, meist gering mächtige Anhäufung von Wirbeltierknochen und -zähnen

Bottomsets

Ablagerungen in dem am weitesten seewärts befindlichen Teil eines Deltas mit überwiegend horizontal gelagerten, feinkörnigen, meist tonig-siltigen Sedimenten

Boudinage

adj. boudiniert [von franz. boudin = Blutwurst] Struktur, die sich häufig in Sedimenten und Metamorphiten mit Kompetenzkontrast findet. Bei Extension parallel zum Lagenbau werden kompetente Lagen gedehnt, ausgedünnt und brechen in gleichmäßigen Abständen. Die einzelnen Körper bekommen ein "wurstähnliches" Aussehen

Brachiopoden

muschelähnliche Armkiemer (auch Armfüßer) mit zweiklappigem Gehäuse, meist auf dem Meeresuntergrund festsitzend, seit dem Paläozoikum bis heute weit verbreitet

brackisch

s. Brackwasser

Brackwasser

Bezeichnung für den Grenzbereich zwischen Süß- und Salzwasser mit Salzgehalten zwischen 18 ‰ und 0,5 ‰. Gezeitensedimente sind vorwiegend tonig, karbonathaltig bis karbonatfrei, gelegentlich mit Schalen von Brackwassermollusken (z.B. Hydrobia stagnalis). Die Übergänge zum marinen (tidal-marinen) und perimarinen (tidal-fluviatilen) Bereich sind fließend

Branntkalk

aus reinen oder hochreinen Kalksteinen (CaCO3-Gehalte i. d. R. > 97 %) durch Brennen und dadurch bedingten CO2-Verlust hergestelltes Produkt (chemische Formel CaO)

Brauneisen

Eisen- und wasserhaltiges Mineralgemenge, welches hauptsächlich aus verschiedenen hydrierten Eisenoxiden besteht

Braunerde

verbreiteter Bodentyp des gemäßigten Klimas; bildet sich auf unterschiedlichen Ausgangsgesteinen; im A-Horizont durch Humusstoffe dunkelbraun bis schwarz, im B-Horizont durch FeOOH (Goethit) braun gefärbt

Brekzie

Festgestein bezeichnet, das zu mindestens 50 % aus eckigen Komponenten mit mehr als 2 mm Durchmesser besteht

brekziiert

s. Brekzie, brekziös

brekziös

Gefüge eines Gesteins, bei dem mit bloßem Auge eckige Mineral- oder Gesteinsbruchstücke in einer feiner körnigen Grundmasse erkennbar sind, meist entstanden durch tektonische Bruchvorgänge

Brunnen

Technische Anlage zur Erschließung von Grundwasser (Gewinnung, Förderung, Beobachtung, Absenkung, Versenkung/Versickerung oder Wiedereinleitung)

Brunnengalerie

linear angeordnete Brunnengruppe zur Trinkwassergewinnung oder zur gezielten Absenkung des Grundwasserspiegels

C

C/N-Verhältnis

s. Kohlenstoff/Stickstoff-Verhältnis

C/P-Verhältnis

s. Kohlenstoff/Phosphor-Verhältnis

Cadomisch

Gebirgsbildungsphase während des späten Neoproterozoikums vor etwa 650-550 Mio. Jahren; nach dem lateinischen Namen Cadomus für die Stadt Caen (Normandie)

Calcit

Syn.: Kalkspat (Kalzit); Calciumkarbonat, Mineral der chemischen Zusammensetzung CaCO3

Caliche

(aus dem Spanischen), Kalkkrusten. Entstehung unter aridem oder semiaridem Klima wenige Dezimeter unter der Erdoberfläche durch Lösung und Resedimentation

Catena

charakteristische, reliefbezogene Abfolge von Böden

Ceratiten

ausgestorbene Ordnung der Cephalopoden (Kopffüßer), weit verbreitet in den Meeren des Perms und der Trias

Chalkopyrit

s. Kupferkies

Characeen

Eizellen (Oogonien) von Armleuchteralgen (Charophyten = Grünalgen, im Süß- und Brackwasserbereich vorkommend)

Chitinozoen

vermutlich Eihüllen von mikroskopisch kleinen, vielzelligen Tieren, die keine erhaltungsfähigen Skelette bzw. Schalen besaßen (ausgestorben)

Chrysokoll

hellblaues und grünblaues Kupfersilikat, tritt oft zusammen mit Malachit und Azurit auf; bei lokaler Häufung dient Chrysokoll als Kupfererz [früher: Kieselkupfer, Kupfergrün]

Coccolithophoriden

im Meer planktonisch lebende, einzellige Algen, die von

Colluvium

s. Kolluvium

Conodonten

zahnartige, nur

Counterflush-Bohrverfahren

ein drehend-drückendes Saugbohrverfahren mit Umkehrspülung; durch das Bohrgestänge werden im aufsteigenden Spülungsstrom kurze Bohrkernstücke oder Cuttings nach übertage ausgetragen. Dieses Verfahren wurde z. B. bei der Kohlenwasserstoffexploration in Oberschwaben ab Anfang der 1950er Jahre angewendet

Cps

Abkürzung für: Zählimpulse pro Sekunde (counts per second)

Crinoiden

Syn.: Seelilien; Gruppe der Echinodermen; ihr aus zahlreichen Einzelplatten zusammengesetztes Endoskelett besteht i.d.R. aus einem Stiel und einem Kelch mit fünf oder mehr, z.T. federartig verzweigten Armen

cut off grade

der niedrigste Gehalt in einer Lagerstätte, der noch als abbauwürdig angesehen wird

Cyanobakterien

winzige einzellige, in rasenartigen Kolonien wachsende Bakterien (früher als Blau- oder Blaugrünalgen bezeichnet), welche im Archaikum entstanden sind und bis heute vorkommen. Sie entwickelten die an Chlorophyll gebundene Photosynthese, bei der aus Kohlendioxid und Wasser unter dem Einfluss von Licht Glukose und freier Sauerstoff entstehen. Durch Ausfällung und Einbindung von Karbonatschlamm in den Cyanobakterienmatten entstehen sog. Stromatolithe, teils mächtige riffartige Körper mit Schichtungsstrukturen

D

Dauerfrostboden

s. Permafrost

Deckenschotter

grobkörnige fluviale Sedimente (Schotter), die nicht in den heutigen Tälern, sondern deckenförmig auf den Hochflächen (Riedeln) zwischen den Tälern angetroffen werden. Es handelt sich um Zeugen einer alten, präglazialen Landschaft des Alpenvorlandes. Als Deckenschotter bzw. „Deckenschotter-Komplex“ werden die pliozänen und altpleistozänen Schotter der Biber-, Donau-, Günz-, Haslach- und Mindelzeit zusammengefasst

Deckgebirge

ungefaltete und nicht metamorphe Schichtenfolge ab dem Oberkarbon über dem Grundgebirge

Dedolomit

Karbonatgestein, das durch Umwandlung aus Dolomit(stein) hervorgegangen ist; völlig oder teilweise recalcitisierter Dolomit.

DEKORP

Abkürzung für: Deutsches Kontinentales Reflexionsseismisches Programm

Delta

fächerartige Ablagerung der mechanischen Fracht eines Flusses beim Einmünden in einen See oder ein Meer infolge abrupter Strömungsverminderung des Wassers

Dendriten

feine, braune bis schwarze, moos- oder bäumchenförmige, Mineralabsätze (Mn- und Fe-Oxide und -Hydroxide) auf Schicht- und/oder Kluftflächen

Dendrochronologie

Methode zur Altersbestimmung durch die Auszählung und den Vergleich von Baumjahresringen

Denudation

Summe aller flächenhaft wirkenden Abtragungsprozesse. Diese umfassen die fluviatilen, gravitativen, glazigenen, litoralen und äolischen Prozesse

detritisch

s. Detritus

Detritus

lockere mineralische Substanz, die durch Erosion von ihrem Ursprungsort entfernt und an anderer Stelle wieder abgelagert wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/Detritus_(Geologie), abgerufen am 07.03.2018)

Devastierung, Devastation

Der aus dem Lateinischen entlehnte Begriff (vastus = öde, wüst, leer) bezieht sich auf die Einschränkung bzw. die Zerstörung der Funktionalität und Leistungsfähigkeit von Landschaften infolge starker Inanspruchnahme und Übernutzung durch den Menschen und der von ihm ausgelösten Folgewirkungen.

Synonyme: Devastierung Devastation

Devon

Periode (System) des Paläozoikums, 417 – 358 Ma vor heute; benannt nach der südwestenglischen Grafschaft Devonshire (seit 1839)

Diabas

veraltet für Dolerit: fein- bis mittelkörniges, basisches Ergussgestein, vorwiegend aus Plagioklas und Augit; Die typische grünliche Farbe geht auf die Anchimetamorphose des Gesteins zurück. Sie entsteht durch die Bildung von Chlorit und Hornblende aus Augit und die Umwandlung von Anteilen der Feldspäte in Epidot. Die Weiterverwendung des Begriffs wird nicht empfohlen

Diagenese

Prozess der Verfestigung von Sedimenten und der weiteren Veränderung der dadurch entstandenen Sedimentgesteine unter verhältnismäßig niedrigen Drücken und Temperaturen

Diamikt

Syn.: Diamiktit; Lockersediment, das durch ein weites Korngrößenspektrum charakterisiert ist, von Feinkorn (Ton, Schluff) über Sand, Kies und Steine bis hin zu Blöcken. Man unterscheidet matrixgestützte und komponentengestützte Diamikte. Die Bezeichnung „Diamikt“ beinhaltet keine genetische Zuordnung

Diamiktit

verfestigter Diamikt

Diatexit

metamorphes Gestein, das durch die Mobilisation von Mineralkomponenten bei hohen Temperaturen Granit-artiges Aussehen erhalten hat (teilweise Aufschmelzung)

Diffusion

Transportprozess und selbsttätiges Vermischen von Molekülen infolge der Molekularbewegung durch Temperatur- und/oder Konzentrationsgradienten

Diorit

intermediäres Tiefengestein aus Plagioklas und Hornblende sowie wenig Biotit, Augit, Orthoklas und Quarz

diskordant

s. Diskordanz

Diskordanz

Grenzfläche zwischen zwei Gesteinseinheiten mit unterschiedlicher Schichtlagerung oder Struktur, entstanden meist durch Erosion der unteren Einheit, deren anschließende tektonische Schiefstellung und danach „diskordante“ Auflagerung der oberen Schicht. Diskordanzen sind immer auch verbunden mit Schichtlücken

Dispersion

aus Konvektion und Diffusion resultierende Stoffverteilung in Fließgewässern. Man unterscheidet die longitudinale Dispersion (Längsdispersion), welche in Fließrichtung erfolgt (x-Richtung), die transversale Dispersion (Querdispersion), die quer zur Fließrichtung stattfindet (y-Richtung) und die vertikale Dispersion (Tiefendispersion, z-Richtung). Zusammen ergeben longitudinale und transversale Dispersion die laterale Dispersion. Die Quantifizierung der longitudinalen Dispersion und transversalen Dispersion erfolgt über die beiden Dispersionslängen αL und αT (Dispersivität). Die Multiplikation der beiden Parameter mit der Abstandsgeschwindigkeit ergibt den jeweiligen Wert der hydromechanischen Dispersion. Im Grundwasserstrom kann vielfach nicht zwischen der mechanischen Dispersion und der Diffusion unterschieden werden. Beide gemeinsam werden daher unter dem Begriff der hydrodynamischen Dispersion zusammengefasst. Als Folge der hydrodynamischen Dispersion wird sich eine Stoffwolke beim Transport sowohl in der Transportrichtung als auch quer dazu immer stärker ausweiten und dadurch eine Konzentrationsverminderung erfahren (http://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/dispersion/3349 abgerufen am 07.03.2018)

Dispersivität

Dispersionslänge (α), repräsentiert die für die Dispersion maßgeblichen Inhomogenitäten des durchströmten Grundwasserleiters. Sie ist im Wesentlichen eine gesteinskennzeichnende Größe, doch hängt sie auch als Folge der Makro-Dispersion von der Länge der Fließstrecke ab. Die Dispersivitäten von Porengrundwasserleitern (Sande und Kiese) liegen i.a. im Bereich von 0,1 bis 100 m, die der Kluft- und Karstgrundwasserleiter zwischen 10 und 1000 m (http://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/dispersion/3349 abgerufen am 07.03.2018)

distal

Bez. für randferne Sedimente in einem Ablagerungsgebiet; in der Glaziologie als große Entfernung zum Gletscherrand gebraucht (↔ proximal)

Doline

trichter- oder schachtförmiger Einbruch der Erdoberfläche im Dezimeter- bis Meterbereich mit rundem, elliptischem oder unregelmäßigem Umriss durch Einsturz (Hochbruch) über Hohlräumen, welche in verkarstungsfähigem Gestein durch Lösungsvorgänge (Korrosion und Subrosion) bzw. in nicht verkarstungsfähigem (Locker-)Gestein durch Ausspülung von Feinanteilen (Suffosion) entstehen; häufig an tektonisch besonders beanspruchte Zonen und Strukturen gebunden

Dolomit

Calcium-Magnesiumkarbonat; Mineral mit der chemischen Zusammensetzung CaMg[CO3]2

Dolomitstein

vorwiegend aus Dolomit bestehendes Karbonatgestein

Doppel-U-Sonde

Erdwärmesonde, bei der zwei U-förmige Kunststoffrohe in ein Bohrloch eingebracht werden; meist bei kleineren Einzelanlagen verwendet

Doppelwallriß

prä-würmzeitliche Vergletscherung mit zwei Gletschervorstößen, deren Sedimente weit verbreitet sind; benannt nach den morphologisch meist gut erkennbaren Endmoränenwällen bei Biberach a. d. Riß

Drahtschotterkasten

s. Gabione

Drahtschotterstützkörper

s. Gabione

Drainage

Maßnahme zum Abführen von Grund- und Sickerwasser. Zur Drainage werden oft geschlitzte Kunststoffrohre verwendet, welche in der Regel von einer Kies-/Splittfüllung bzw. einem Filterflies umhüllt sind

Dropstone (Dropstein)

von Treibeismassen ins offene Meer transportierte Gletschergerölle

Druckfestigkeit

Widerstandsfähigkeit eines Werkstoffs bei der Einwirkung von Druckkräften. Sie ist definiert als der Quotient aus Bruchlast und Querschnittsfläche eines Probekörpers und wird normalerweise als Kraft pro Fläche (also in N/mm² bzw. MPa) ausgedrückt. Ist die Druckkraft größer als die Druckfestigkeit eines Körpers, so wird er zerstört. Die Druckfestigkeit von Gesteinen ist i. Allg. richtungsabhängig

Druckspülbohrung

Bohrverfahren mit raschem Bohrfortschritt, wobei durch die umlaufende Spülung Feinsedimentanteile ausgetragen werden; die gewonnenen Proben entsprechen dadurch nicht der eigentlichen Sedimentzusammensetzung, was insbesondere im Hinblick auf hydro- und rohstoffgeologische Aussagen zu beachten ist

Drumlin

von Gletschern aus den an der überfahrenen Geländeoberfläche anstehenden Gesteinen stromlinienförmig herausmodellierte längliche Hügel, deren Längsachse in Richtung der Eisbewegung weist. Drumlins bestehen meist aus Moränensedimenten oder Schotter und sind in der Regel einige 100 m lang, bei weniger als halb so großer Breite und Höhen von einigen Zehnermetern

Druse

mit Kristallen ausgekleideter Hohlraum in Gesteinen

Dryas

scharfer Kälterückfall (Stadial) nach dem Alleröd am Ende der letzten Kaltzeit des Pleistozäns (ca. 11 800 bis 9 700 a v. Chr.). Benannt nach der Tundrapflanze Dryas octopetala (Silberwurz), daher auch als Tundrenzeit bezeichnet

durchflusswirksamer Hohlraumanteil

s. Hohlraumanteil

Durchlässigkeit

(auch Durchlässigkeitsbeiwert, hydraulische Leitfähigkeit), Maß für die Wasserdurchlässigkeit von Gesteinen; errechnet sich als Quotient aus der Filtergeschwindigkeit und dem zugehörigen Standrohrspiegelgefälle. Hängt von den physikalischen Eigenschaften des Wassers und den Eigenschaften des Grundwasserleiters (z. B. Korngrößenverteilung) ab. Es wird zwischen Poren- und Trennfugendurchlässigkeit unterschieden (nach DIN 4049-3, 1994)

Durchlässigkeitsbeiwert

Quotient aus Filtergeschwindigkeit und zugehörigem Standrohrspiegelgefälle. Maß für die Durchlässigkeit, welches von den Eigenschaften des Grundwasserleiters und untergeordnet von den physikalischen Eigenschaften des Wassers abhängt, Quelle LfU (2004)

Durchlässigkeitskoeffizient

s. Durchlässigkeitsbeiwert

Durchlüftung

Gasaustausch zwischen der Bodenluft und der Atmosphäre durch Diffusion und Konvektion (unterschiedliche Partialdrücke von Gasen und Luftdruckschwankungen)

Durchmischung

mechanische Homogenisierungsprozesse im Boden durch Tiere (Bioturbation), Wechsel von Quellung und Schrumpfung (Peloturbation), Wechsel von Frost und Auftauen (Kryoturbation) und landwirtschaftlicher Bodenbearbeitung

Durchsickerung

s. Perkolation

Durchwurzelbarkeit

(physiologische Gründigkeit); Tiefe, bis zu der Pflanzenwurzeln ohne besondere Anpassung unter gegebenen Bodenverhältnissen tatsächlich in den Boden einzudringen vermögen (potenzielle Durchwurzelbarkeit) zur Beschreibung des Wurzelraumes [dm]

Durchwurzelungsintensität

Anzahl der Feinwurzeln je Quadratdezimeter und Wurzelverteilung im zu beschreibenden Bodenhorizont

Durchörtern

bergmännischer und bohrtechnischer Begriff für Durchstoßen bzw. Durchbohren eines Gesteinskörpers.

Dünnschliff

Dünnschichtpräparat (Dicke 0,01–0,03 mm) einer Gesteinsprobe zur Untersuchung am Durchlichtmikroskop

E

Echinodermen

Syn.: Stachelhäuter; marine wirbellose Tiere (z. B. Seeigel, Seesterne, Seelilien)

Edaphon

Gesamtheit aller lebenden Bodenorganismen (Bodenflora und Bodenfauna)

Edukt

Ausgangsgestein, welches z. B. bei metamorphen Prozessen umgewandelt wird

effektive Durchwurzelungstiefe

rechnerisch bestimmte Mächtigkeit einer von Bodenart und Trockenrohdichte abhängigen Bodenzone (effektiver Wurzelraum), in der die nutzbare Feldkapazität von den Pflanzenwurzeln einjähriger landwirtschaftlicher Nutzpflanzen ausgeschöpft werden kann [dm]

effektive Lagerungsdichte

aus der Trockenrohdichte und dem Tonanteil empirisch ermittelter Wert für die Bewertung des Bodengefüges

effektive Normalspannung (σ‘)

um den Kluft- bzw. Porenwasserdruck (u) verminderte Normalspannung (σ) in Fest- bzw. Lockergestein; σ‘=σ-u; Einheit: kN/m²

effluente Verhältnisse

Übertritt von Grundwasser ein Oberflächengewässer (Vorfluter)

eggisch

NNW–SSE-verlaufende Richtung in der Geologie und Tektonik, z. B. der Verlauf einer Störung oder eines Gangs (nach dem Verlauf des Eggegebirges in Nordrhein-Westfalen)

Eindringwiderstand

Widerstand, den der Boden einem gleichmäßig einzudrückenden Konus definierter Fläche entgegensetzt. Er ist im Wesentlichen von den physikalischen Größen Dichte, Wassergehalt und Scherparameter (Kohäsion und Winkel der inneren Reibung) abhängig. [1 Pa = 1 N/m2]

Einfallen

Neigung eines geologischen Körpers (z. B. Schichtung, Flöz, Gang), gemessen senkrecht zum Streichen

Einsatzstellen-Sicherungs-System

Messtechnisches Überwachungssystem des THW, um Rettungskräfte frühzeitig vor weiteren Gefahren warnen zu können, z. B. Messung von Bewegungen an Gebäuden oder im Gelände mittels Tachymeter; Abkürzung: ESS

Einzugsgebiet

Gebiet, aus dem Wasser einem bestimmten Ort zufließt. Es werden unterschieden: oberirdisches E., unterirdisches E.. Die jeweils zugeordnete Fläche wird in der Horizontalprojektion angegeben (DIN 4049, Teil 1). Das Einzugsgebiet wird durch Wasserscheiden begrenzt

Eisenoolith

eisenreiches Sedimentgestein mit mindestens 25 % eisenhaltigen Ooiden

Eisenspat

s. Siderit

Eiserner Hut

oberflächennahe Verwitterungszone über Erzlagerstätten mit hohem Anteil an Eisensulfiden oder -karbonaten, in der sich Eisen- und Manganoxide und -hydroxide angereichert haben

Eiszeit

hochglaziale Phase mit arktischem Klima, die zur Bildung mächtiger und großer Inlandeisdecken, d. h. von Vorlandgletschern außerhalb der Hochgebirge führt (Alpenvorland, Nordeuropa u. a.)

Eiszeitliche (Großschollen-)Rutschung

s. fossile Rutschung

Eiszerfallslandschaft

unregelmäßige reliefierte Landschaft mit fluvioglazialen Ablagerungen und einer Vielzahl unterschiedlich großer Voll- und Hohlformen in einem ehemals vergletscherten Gebiet

Elastizitätsmodul

Maß für die elastische Verformbarkeit eines Gesteins; in der Werkstoffkunde auch als Steifigkeit bezeichnet. Beschreibt den Zusammenhang zwischen Spannung und Dehnung bei der mechanischen Beanspruchung eines festen Körpers bei einer reversiblen Verformung. Der Betrag des E-Moduls ist umso größer, je mehr Widerstand ein Körper seiner Verformung entgegensetzt. Angaben in MPa bzw. N/mm²

elektrische Leitfähigkeit

Maß für den Salzgehalt, Kehrwert des in Ohm gemessenen spezifischen Widerstandes [mS/cm]

elektrische Leitfähigkeit

gibt den Lösungsinhalt (Gehalt an dissoziierten Ionen) einer Wasserprobe orientierend an. Die elektrische Leitfähigkeit (angegeben in mS/m bzw. µS/cm) ist temperaturabhängig. Sie wird deshalb immer auf 25 °C bezogen (früher 20 °C)

EMS-Skala

Europäische Makroseismische Skala; eine 12-gradige Skala zur Angabe der makroseismischen Intensität (bei Grünthal et al. 1998 beschrieben)

Endmoräne

an einem stationären Eisrand verlaufender Moränenwall (quer zur Gletscherfließrichtung orientiert); bestehend aus aufgeschuppten (älteren) Sedimenten, Fließtill sowie Ausschmelztill. Markanteste Endmoräne ist der Wall der „Äußeren Jungendmoräne“, der dem Würm-Maximum entspricht, ferner die Endmoränenzüge des „Doppelwallriß“

Entbasung

Verlust basisch wirkender Kationen durch Sickerwasser sowie durch Aufnahme von Pflanzen, wobei eine Versauerung des Bodens eintritt

Entfestigung

Reduzierung der Festigkeit, Aufweichen, Lockerung des Mineralgefüges durch Verwitterungsvorgänge, meist in Verbindung mit Mineralumbildung

Entlastungsgebiet

Gebiet, in dem das Grundwasser aufsteigt und die vertikale Wasserbewegung nach oben überwiegt, in der Regel Flussauen (s. auch Transitgebiet, Neubildungsgebiet)

Entlastungskluft

atektonische Extensionsklüfte, die sich über längere Zeiträume hinweg annähernd parallel zur freien Geländeoberfläche entwickeln

Entstehungsart

Begriff der Bodenschätzung: geologische Einstufung der wichtigsten Ausgangsmaterialien (Alluvium, Diluvium usw.) der Bodenbildung; sie dient der Ermittlung der Bodenzahl

Entwässerbares Porenvolumen

s. Speicherkapazität

Entzugsleistung

siehe Spezifische Entzugsleistung

Eozän

Epoche (Serie) des Tertiärs; nach den griechischen Bezeichnungen für „Morgenröte“ und „neu, ungewöhnlich“ (seit 1833)

episodisch

Ereignisse, die sich in längeren, aber zufälligen Zeitabschnitten wiederholen (z. B. Niederschläge in Extremwüsten)

Epizentrum

Punkt an der Erdoberfläche, der senkrecht über dem Hypozentrum des Erdbebens liegt

Erdfall

trichter- oder schachtförmiger Einbruch der Erdoberfläche im Dezimeter- bis Meterbereich mit rundem, elliptischem oder unregelmäßigem Umriss durch Einsturz (Hochbruch) über Hohlräumen, welche in verkarstungsfähigem Gestein durch Lösungsvorgänge (Korrosion und Subrosion) bzw. in nicht verkarstungsfähigem (Locker-)Gestein durch Ausspülung von Feinanteilen (Suffosion) entstehen; häufig an tektonisch besonders beanspruchte Zonen und Strukturen gebunden

Erdsonden-Wärmespeicher

meist kreisförmig, in großer Anzahl und Dichte angeordnete Erdwärmesonden zur Wärmespeicherung im Untergrund

Erdwärme

die in Form von Wärme gespeicherte Energie unterhalb der Erdoberfläche, Synonym: Geothermie, geothermische Energie

Erdwärmekollektor

Wärmekollektor, der horizontal oder schräg in den oberen fünf Metern des Untergrundes eingebaut wird

Erdwärmesonde

Wärmeüberträger, der vertikal oder (selten) schräg in den Untergrund eingebracht wird

Erdwärmesondenfeld

Anlage mit mehr als vier Erdwärmesondenbohrungen

Erlenmooser Deckenschotter

ein hochgelegener, stark verwitterter Deckenschotter aus der Biber- und Donauzeit (am Ostrand des Rheingletschergebietes). [Lokalbezeichnung für Donau-Deckenschotter]

Erneuerbare Energiequellen

Basis für erneuerbare Energien bilden die drei Energiequellen Kernfusion der Sonne (Sonnenenergie), Gezeitenkraft aufgrund der Planetenbewegung und Geothermie des Erdinnern. Grundsätzlich kann die Sonnenenergie neben der direkten Nutzung auch in Form von Bioenergie, Windenergie und Wasserkraft verwendet werden

Erodibilität

s. Bodenerodierbarkeit

Erolzheimer Deckenschotter

ein hochgelegener, stark verwitterter Deckenschotter aus der Biber- und Donauzeit (am Ostrand des Rheingletschergebietes). [Lokalbezeichnung für Donau-Deckenschotter]

Erolzheimer Schotter

Niederterrassenschotter im Illertal in der Umgebung von Erolzheim, durch Schmelzwässer des östlichen Rheingletschers und des westlichen Illergletschers abgelagert. [Lokalbezeichnung für Rheingletscher-Niederterrassenschotter]

Erosion

Abtrag und Abtransport von Boden- und Gesteinsmaterial durch Kräfte des Wassers und des Winds

Erosionsbasis

Vorflut

Erosionsgrad

graduelle Abstufung der Profilverkürzung im Vergleich zu einem nicht erodierten Normalprofil des gleichen Bodens der Umgebung

Erosionsschaden

direkte Schädigung durch Verringerung der Bodenfruchtbarkeit, z.B. durch Boden- und Humusverlust (On-site-Schäden); indirekte Schäden, zum Beispiel durch Überschüttung von Kulturpflanzen, Verlandung und Eutrophierung von Gewässern (Off-site-Schäden)

Erosionsschädigung

s. Erosionsschaden

Ertragspotenzial

theoretische Fähigkeit eines Standortes zur Produktion nutzbarer Pflanzenmasse

Erz

im weiteren Sinne jedes natürliche Mineral bzw. Mineralgemenge (außer den in Salzlagerstätten auftretenden), das technisch verwertbare chemische Verbindungen in wirtschaftlich interessanter Konzentration enthält; im engeren Sinne werden darunter solche Minerale verstanden, aus denen verwertbare Metalle gewonnen werden können (Eisen-, Silber-, Blei-, Zink-, Kupfererze usw.)

Erz- und Mineralgang

allgemeine Bezeichnung für einen Hydrothermalgang mit stark wechselndem Gehalt an Metallerzen und Gangartmineralen; über weite Strecken kann ein solcher Gang auch völlig erzfrei sein, ist er sehr erzreich, spricht man von Erzgang

Erzgang

metallhaltiger Mineralgang, ein flächenhaft ausgedehnter, diskordanter geologischer Körper mit hohem Erzgehalt, der jünger ist als sein Nebengestein; es handelt sich in der Regel um hydrothermale Mineralausscheidungen in geöffneten Segmenten (Spalten) von tektonischen Störungen

erzgebirgisch

NE–SW-verlaufende Richtung in der Geologie und Tektonik, z. B. der Verlauf einer Störung oder eines Ganges; benannt nach dem Verlauf des Erzgebirges

ET

Abkürzung für: Endteufe (einer Bohrung)

Evaporitgestein

Gestein, das bei der Eindampfung von Lösungen durch chemische Ausscheidung entsteht

Exfiltration

Grundwasseraustritt in ein oberirdisches Gewässer (Vorfluter)

exfiltrierend

aussickernd (aus dem Grundwasser in ein Oberflächengewässer), (s. auch infiltrierend)

Exploration

geowissenschaftliche Untersuchungen zur Abgrenzung eines Lagerstättenkörpers, wobei im Gegensatz zur Prospektion Bohrungen im engen Raster abgeteuft und u. U. auch bergmännische Aufschlüsse angelegt werden; die Ergebnisse der Exploration sind Grundlage für Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Abbauplanung

Extension

Längenausdehnung

F

Fahlerz

komplexe Gruppe von Erzmineralen, deren wichtigste Glieder Tetraedrit (Cu3SbS3, 25 - Antimon-Fahlerz) und Tennantit (Cu3AsS3, 25 - Arsen-Fahlerz) sind, sehr silberreiches Fahlerz mit über 5 % Ag wird als Freibergit bezeichnet. Zumeist handelt es sich um Mischungen aus silberführenden Kupfer-Antimon-Arsen-Sulfiden. Fahlerze sind auf den Hydrothermalgängen des Schwarzwalds weit verbreitet und stellen hier – meist in enger Verwachsung mit Bleiglanz - die bedeutendsten Silbererze dar

Fahrböschung

s. Geometrisches Gefälle

Fallen (Prozess)

s. Stürzen

Fallen, Einfallen

Richtung und Winkel der Neigung einer geologischen Fläche (z. B. Schicht- oder Verwerfungsfläche) oder eines geologischen Körpers, gemessen senkrecht zu deren Streichen

Fallvektor

Angabe der Fallrichtung und des Einfallswinkels einer Fläche oder eines Linears als Vektor (übliche Messmethode mit dem Freiberger Gefügekompass)

Faltenachse

die geometrische Achse im Scheitel einer tektonischen Falte

Fazies

Gesamtheit aller Merkmale eines Gesteins, aus denen sich dessen Bildungsbedingungen rekonstruieren lassen. Von lat.: „Gesicht“

Feinboden

der durch Siebung des Gesamtbodens abgetrennte Massenanteil mit einem Korndurchmesser

Feinklastischer Horizont

kiesfreie Ton- und Schluffhorizonte sowie Feinsande und Sande, die sich hinsichtlich ihrer Zusammensetzung deutlich von den darüber und darunter liegenden Schichten unterscheiden und i. A. eine größere räumliche Ausdehnung besitzen. Abk.: FH

Feinporen

Poren mit Äquivalent-Durchmesser

Feldkapazität

Wassergehalt als Volumenanteil [%], den ein ungesättigter Boden in ungestörter Lagerung maximal gegen die Schwerkraft speichern kann (konventionell angegeben als Wassergehalt 2 bis 3 Tage nach voller Wassersättigung), Menge des Bodenwassers, die in Poren mit Äquivalent-Durchmesser ≤ 50 µm oder bei einer definierten Saugspannung von größer pF 1,8 gebunden ist [Masse-%, Vol.-%, l/m3, mm/dm]

Feldspäte

wichtigste Silikatminerale der Erdkruste; man unterscheidet die Gruppen der Alkalifeldspäte und Plagioklase

Feldstrecke

Untersuchungsstrecke in Richtung der noch nicht erschlossenen Lagerstätte innerhalb des Bergwerksfeldes

Feuchtrohdichte

Quotient aus der Masse einer ungetrockneten Bodenprobe in natürlicher Lagerung und ihrem Volumen [g/cm3, kg/dm3 ]

FFH-Gebiet

Fläche, die im Rahmen der Ausweisung des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 zum Schutz von Flora, Fauna und Lebensraum (Habitat) abgegrenzt wurde

Fieder

s. Fiedergang

Fiedergang

vom Hauptgang abzweigendes, rasch ausdünnendes Mineralgängchen

Filtereigenschaft

Fähigkeit eines Bodens, feste, gelöste oder gasförmige Stoffe zurück- oder festzuhalten

Filtergeschwindigkeit

Quotient aus Grundwasserdurchfluss und der zugehörigen Querschnittsfläche, Quelle LfU (2004)

Filterkapazität

Fähigkeit eines Bodens, definierte Mengen fester, gelöster oder gasförmiger Stoffe aus einem Transportmedium zurück- oder festzuhalten [mg/g, g/kg, kg/t]

Firste

obere Begrenzung eines Grubenbaus (Strecke, Abbau)

Firstenstoßbau

Abbauverfahren, bei dem von unten nach oben fortschreitend die über der Firste anstehenden Gesteinspartien gewonnen werden

Fixierung

Festlegung von Kationen (zum Beispiel K+, NH4+) in Zwischenschichtpositionen von Tonmineralen

Flaser

muskelfaserähnliches Gesteinsgefüge bei Metamorphiten (z. B. Flasergneise) und Sedimentgesteinen (z. B. Sandflaserschichten)

Flasergneis

regionalmetamorphes Gestein im Schwarzwald mit flaserigen Biotitschuppen, die keine durchgängigen Lagen bilden. Ausgangsgesteine (Protolithe) können saure bis intermediäre Magmatite oder Sedimentgesteine sein

Synonyme: Flasergneise

Flaserkalkstein

Kalkstein, der durch unregelmäßig wellige Ton- bzw. Mergellagen („Flasern“) ein linsiges Gefüge aufweist

Flaserschichtung

rippelartige Schichtung in Sand- und Schluff(stein)en, wobei die Rippeltäler mit Tonflasern ausgefüllt sind

Fleins

(regionaler) Ausdruck für karbonatisch gebundene, besonders harte Lagen/Bänke innerhalb eines Gesteinspakets (z.B. Löwenstein-Fm., Posidonienschiefer-Formation)

Flexur

Schichtverbiegung ohne wesentliche Beteiligung von Brüchen, die aber seitlich oder zur Tiefe hin in Verwerfungen übergehen kann

Fließen

Bewegungsart von Massenbewegungen. Zu Fließprozessen zählen Erd-, Schutt- und Blockströme, Murgänge sowie Kriechbewegungen aller Art ohne definierte Gleitflächen, die nach ihrer Bewegungsgeschwindigkeit klassifiziert werden. Im Gegensatz zum Rutschprozess ist der Wassergehalt beim Fließprozess meistens deutlich erhöht

Fließerde

umgelagertes feinkörniges Gemenge aus Böden und Gesteinsfragmenten, das, nach oberflächlichem Auftauen von Permafrostboden oder jahreszeitlich gefrorenem Untergrund, infolge starker Durchfeuchtung bereits bei geringem Gefälle breiartig talwärts kriecht

Fließgeschwindigkeit

Geschwindigkeit des Wassers in Fließrichtung [m/s]

Fließrutschung

komplexe Massenbewegung mit Übergang von Rutschbewegung in Fließbewegung aufgrund einer hohen Wassersättigung der Rutschmasse

Flint

wenig gebräuchlicher Ausdruck für Hornstein, siehe auch Kieselknolle

Floatstone

matrixführender Partikelkalkstein ohne Zement (> 10 % Partikel, diese überwiegend > 2 mm)

Flotation

physikalisch-chemisches Trennverfahren für feinkörnige Feststoffe aufgrund der unterschiedlichen Oberflächenbenetzbarkeit der Partikel. Dabei macht man sich zunutze, dass Gasblasen sich leicht an hydrophobe, d. h. durch Wasser schwer benetzbare Oberflächen anlagern und den Partikeln Auftrieb verleihen, so dass diese schwimmen. (nach https://de.wikipedia.org/wiki/Flotation abgerufen am 07.03.2018)

Flottlehm

s. Sandlöss

Flottsand

s. Sandlöss

Flugsand

durch Windtransport entstandenes Sediment aus Fein- bis Mittelsand, oft geschichtet und in Form von Flugsanddecken oder Dünen verbreitet; karbonatfrei, selten karbonathaltig, Sandgehalt > 75 Masse-%

Fluorit

Syn.: Flussspat; natürliches Mineral der chemischen Zusammensetzung CaF2; das Mineral wurde früher vor allem als Flussmittel für den Eisenhüttenprozess eingesetzt

Flurabstand

s. Grundwasserflurabstand

Flurbereinigung

Maßnahme zur Verbesserung der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen (z. B. Zusammenlegung unwirtschaftlich ausgebildeter Flächen, Errichtung und Ausbau von Wegen und Gräben, Angleichen der Hangmorphologie durch Auftrags- und Abtragsmaßnahmen zur Verbesserung der maschinellen Bewirtschaftung)

Flurneuordnung

s. Flurbereinigung

Flussmergel

früh- bis mittelholozäne, feinklastische, karbonatreiche Sedimente in Fluss- und Bachtälern außerhalb der heutigen Talauen, z. T. humos

Flussspat

s. Fluorit

fluvial

sämtliche in Fließgewässern oder unter deren Mitwirkung ablaufenden Vorgänge, Ablagerungen und sonstige Bildungen

fluviatil

s. fluvial

fluvilimnogen

Oberbegriff für sedimentäre Entstehung in Fließgewässern und Binnenseen

fluvioglazial

Syn.: glazifluviatil; durch Gletscherschmelzwässer gebildet, abgetragen oder abgelagert. Geschichtete Sedimente des Eisschmelzwassers mit unterschiedlicher Korngrößenzusammensetzung; karbonatreich bis karbonatfrei

Flysch

mächtige Abfolgen klastischer Sedimente, die in einem bestimmten Stadium der Gebirgsbildung vor den voranrückenden Decken als Turbidite in der Tiefsee abgelagert werden und aus Abtragungsschutt eines werdenden Faltengebirges bestehen. Name nach einer Schweizer Bezeichnung für Gelände mit schiefrig-tonigem, zum Rutschen und Fließen neigendem Gestein

Fm.

Abkürzung für: Formation

Foliation

jede durchgängige und wiederholt auftretende flächenhafte Textur in einem Gestein. Der Begriff umfasst Texturen, die auf der Orientierung von Mineralen beruhen, als auch stoffliche Änderungen mit wechselnden Mineralbeständen und Korngrößen

Foraminiferen

lat.: Lochträger; Einzellige Organismen, deren meist nur mm-große Gehäuse aus Calcit oder anderen Materialien bestehen, und die mit großer Formenfülle vor allem im Meer vorkommen; planktonisch oder am Boden lebend (Kambrium bis heute)

Foresets

deutlich beckenwärts einfallende Lagen einer Schrägschichtung vor einem vorschüttenden Abhang; z. B bei Deltas deutlich seewärts, mit der Strömungsrichtung einfallenden Vorschüttungsflächen, die am äußeren Abhang eines Deltas entstehen

Formation

Formationen sind geologische Körper und bilden die Grundeinheiten bei der Gliederung der Schichtenfolge. Die Definition einer Formation erfolgt lithostratigraphisch, d. h. aufgrund annähernd einheitlicher Gesteins- bzw. Schichtmerkmale. Die Namensgebung erfolgt in der Regel nach dem Ort des typischen Vorkommens oder einem charakterisierenden Gestein. Für Teileinheiten von Formationen oder Zusammenfassungen mehrerer Formationen gibt es weitere besondere Begriffe (z. B. Sommerberg-Subformation, Baden-Baden-Schiefer-Gruppe)

Formationswasser

in den Poren und feinen Rissen eines Gesteins enthaltenes Wasser bzw. Fluid

Fossil

nach dem lat. Begriff „fossilis“ für „ausgegraben“ = Versteinerung

fossile Rutschung

alte, abgeschlossene Rutschung, die sich meist unter deutlich unterschiedlichen klimatischen und geomorphologischen Rahmenbedingungen, als sie gegenwärtig vorherrschen, entwickelt hat; kann durch Eingriff in das Hanggleichgewicht reaktiviert werden

fossiler Boden

Verwitterungs- und Bodenbildungshorizont einer früheren Landoberfläche, von jüngeren Sedimenten überdeckt; entspricht im Quartär meist Ablagerungen einer Warmzeit zwischen kaltzeitlichen Sedimenten, im Tertiär einer Sedimentationsunterbrechung. In älteren Schichten sind fossile Bodenhorizonte oft an Braun-, Violett- oder Rotverfärbungen, Krustenbildungen usw. erkennbar

freies Grundwasser

verläuft die Grundwasseroberfläche innerhalb eines Grundwasserleiters, spricht man von freiem Grundwasser

Frostbeständigkeit

besitzt ein Gestein, wenn nach mindestens 10maligem Frost/Tau-Wechsel von -20 °C zu +20°C weniger als 4 Gew.-% abgeplatzt bzw. abgesandet sind und keine großen Gefügeveränderungen aufgetreten sind

Förderung

Transport von Lasten aller Art im Bergwerk bzw. allgemein in allen Gewinnungsstellen von Rohstoffen

G

Gabbro

körniges Tiefengestein aus basischem Plagioklas und Augit

Gabione

auch Steinkorb, Schüttkorb, Mauersteinkorb oder Drahtschotterkasten genannt, ist ein mit Steinen gefüllter Drahtkorb, der im Straßen- und Wegebau zum Aufbau von Wällen, zur Errichtung von Sicht- oder Lärmschutzanlagen, für Stützwände und zum Abstützen von Hängen eingesetzt wird. Gabionen werden überwiegend als Abfangelemente an Hängen (z. B. an Straßenrändern) zur Aufnahme des horizontalen Erddruckes eingesetzt

Galenit

s. Bleiglanz

Gamma-Ray-Log

bohrlochgeophysikalisches Verfahren zur Messung der natürlichen Gammastrahlung entlang der durchbohrten Gesteinssäule mit kontinuierlicher Aufzeichnung der Strahlungsintensität (meist zu Zwecken der lithologischen Untergliederung)

Gang

ein plattenförmiger Körper, der diskordant ältere Gesteine durchschlägt. Man unterscheidet zwischen Gesteins-, Erz- und Mineralgängen; die Gesteinsgänge stellen (sub)vulkanische oder plutonische Bildungen dar (Granit-, Porphyr-, Lamprophyr-, Basaltgang usw.), die Erz- und Mineralgänge hingegen meist hydrothermale Bildungen, also solche, die aus heißen Lösungen durch Auskristallisation entstanden sind

Gangart

jedes Mineral auf einem Gang, das keine Wertmetalle enthält (Begriff aus dem Metallerzbergbau), z. B. Calcit, Flussspat, Schwerspat, Quarz; Erze werden von Gangart umgeben

Gangbrekzie

kantige Bruchstücke von Nebengestein oder älterer Gangfüllung, die durch tektonische Vorgänge zerbrochen wurde; Gangbrekzien sind auf den Schwarzwälder Hydrothermalgängen aufgrund des mehrfachen Wiederauflebens der Störungstektonik häufig

Ganggranit

Granite, welche in einer Spalte (Gang) erkaltet sind

Gangletten

feinkörniges, toniges Gesteinszerreibsel, das einen Hydrothermalgang häufig begleitet; geht auf tektonische Bewegungen auf den Gangstörungen zurück

Ganglinie

graphische Darstellung von Messwerten in einer zeitlichen Reihenfolge

Gangspalte

geöffnetes Segment der Gangstörung, in dem es zur Abscheidung der Erz- und Gangartminerale gekommen ist

Gangstörung

tektonische Störung, die sich abschnittsweise ausreichend geöffnet hat, um mineralisierenden Lösungen die Migration zu ermöglichen und auf der es auch zur Abscheidung von Erz- und Gangartmineralen gekommen ist

Gangzug

tektonische Störungszone mit mehreren, dicht beieinander liegenden Erz- und Mineralgängen; üblicherweise wird dieser Begriff nur dort verwendet, wo durch Bergbau zumindest abschnittsweise wirtschaftliche Mächtigkeiten und Gehalte erkannt wurden

GAR

Abkürzung für: Gipsauslaugungsresiduen. Häufig in Verbindung mit der Beschreibung von ehemals sulfatführenden Gesteinen verwendet

Gasaustritt

das Ausströmen von Gasen (Kohlendioxid/Methan) aus dem Bohrloch nach Anbohren eines Vorkommens

GB

Abkürzung für: Glaukonitbank

Gebirgsdurchlässigkeit

entspricht bei Lockergesteinen der Matrixdurchlässigkeit und wird durch den Durchlässigkeitsbeiwert beschrieben. Bei Festgesteinen wird die Gebirgsdurchlässigkeit in den meisten Fällen von der Durchlässigkeit des Trennflächengefüges dominiert. Sie wird durch den Quotienten aus Transmissivität T und erschlossener Mächtigkeit  H beschrieben (T/H)

Gefahrenhinweiskarte

Gefahrenhinweiskarten sind nach objektiven wissenschaftlichen Kriterien erstellte Übersichtskarten im Maßstab 1:10.000 bis 1:50.000 mit Hinweisen auf geogene Naturgefahren, die erkannt und lokalisiert, jedoch nicht im Detail analysiert und bewertet sind. Die Gefahrenhinweiskarten sollen nach Möglichkeit das konkrete Ereignis und den jeweiligen Prozessraum abbilden. Gefahrenhinweisbereiche werden nicht parzellenscharf abgegrenzt und enthalten keine Angaben zu Eintrittswahrscheinlichkeit und Intensität einer Naturgefahr. Sie dienen vorrangig zur Identifikation potentieller Konflikte zwischen Nutzungsansprüchen und Gefahrenverdachtsflächen und bilden damit bei Bedarf die Grundlage für Detailuntersuchungen

Gefüge

Verband der Mineralbestandteile eines Gesteins, charakterisiert durch Art, Größe und räumliche Anordnung der Komponenten

Gegentrum

auch Gegendrum; aus dem altdeutschen Wort „Drum = Stück, Endstück, Ende" abgeleitet. Trum ist ein Teil eines Erzgangs, das Gegentrum der sich auf der anderen Talseite fortsetzende Gangbereich

Gel

Teilchen kolloidaler Größe im zusammengeballten, geflockten Zustand (durch Koagulation); mehrere gleichartige Kolloidteilchen bilden Aggregate

gelöster organischer Kohlenstoffgehalt

Konzentration von organisch gebundenem Kohlenstoff in der Bodenlösung [mg/l]

Generalisierung

inhaltlich: Vereinfachung von Inhalten und Eigenschaften mit dem Ziel einer Verallgemeinerung; räumlich: zielmaßstababhängige Vereinfachung und kartographische Anpassung der Konturen von Flächeneinheiten für die Darstellung

Generallegende

Beschreibung aller Legendeneinheiten eines flächendeckenden Kartenwerks

geodätische Überwachung

Vermessungstechnische Überwachung von Verformungen/Bewegungen, für die spezielle Festpunktfelder (Überwachungsnetze) angelegt werden. Die Überwachungsmessungen erfolgen in Zeitintervallen, die anhand der zu erwartenden Bewegunggeschwindigkeit festgelegt werden. Somit kann das Bewegungsverhalten zuverlässig rekonstruiert und bei Überschreitung von definierten Grenzwerten vorbeugend reagiert werden

geogene Naturgefahren

Nach Personenkreis „Geogefahren“ der staatlichen geologischen Dienste (SGD) werden in Deutschland folgende geologisch bedingte Naturgefahren aufgeführt: Massenbewegungen, Subrosion/Verkarstung, Hochwässer der frühgeschichtlichen Vergangenheit, Setzungen/Hebungen, oberflächennahes Grundwasser, Grundwasserversalzung, Gasaustritte (Kohlendioxid, Methan, Radon), Erdbeben

geometrisches Gefälle

zum Vergleich von Sturzereignissen bzw. zur Abschätzung der Reichweite potenzieller Sturzereignisse verwendeter Kennwert; beschreibt die Neigung zwischen dem oberen Rand des Abbruchgebietes eines Sturzereignisses und dem äußersten Punkt des Ablagerungsgebietes

Geophysikalische Messverfahren

indirekte Verfahren zur Erfassung physikalischer Materialparameter und zur zerstörungsfreien Erkundung der geologischen Situation. Es gibt eine Vielzahl von geophysikalischen Messverfahren für die unterschiedlichsten Fragestellungen

Geophysikalische Untersuchungen

Messverfahren zur Erkundung des tieferen Untergrunds im Hinblick auf Schichtenfolge und Gesteine sowie tektonischen Bau (meist von der Erdoberfläche aus). Bei der Seismik werden durch kleine künstliche Sprengungen in Bohrlöchern oder mit Rüttelapparaturen (Vibratoren) an der Oberfläche Bodenschwingungen erzeugt, deren wellenförmige Ausbreitung im Untergrund aufgezeichnet und ausgewertet werden kann. Bei der Geoelektrik werden Stromimpulse in den Untergrund eingebracht und Schlüsse aus den Messungen des dadurch erzeugten elektrischen Feldes gezogen

Georadar

geophysikalisches Messverfahren, bei dem elektromagnetische Wellen/Impulse in den Untergrund ausgesandt werden. Die Wellen/Impulse werden an unterirdischen Inhomogenitäten reflektiert und an der Erdoberfläche aufgezeichnet und ausgewertet

Geothermischer Gradient

siehe Temperaturgradient

Gesamtkohlenstoff

organisch gebundener Kohlenstoff in Humus und Feinwurzeln [mg/kg]

Gesamtporenvolumen

s. Porenanteil

Geschiebelehm

karbonatfreies Moränenmaterial (aus Geschiebemergel), in dem durch Verwitterung der Kalk ausgelaugt wurde

Geschiebemergel

glaziales, überwiegend feinkörniges, sandig bis schluffiges, ungeschichtetes, von wenigen groben Blöcken durchsetztes, karbonathaltiges bis karbonatreiches Sediment, das als Moräne abgelagert wurde

geschlossener Kapillarraum

Teil des Kapillarraumes, in dem alle kapillaren Poren mit Wasser gefüllt sind; ausgedrückt durch dessen Höhe [cm, dm]

gespanntes Grundwasser

liegt die Grundwasserdruckfläche höher als die Oberfläche eines Grundwasserleiters, d. h. innerhalb einer nur gering durchlässigen Überdeckung, so spricht man von gespanntem Grundwasser. Wenn die Grundwasserdruckfläche über der Geländeoberfläche verläuft, ist das Grundwasser artesisch gespannt ( s. artesischer Brunnen)

Gesteinskunde

s. Petrographie

Gestängepumpe

Pumpe, bei der sich der Motor über Tage und die Pumpe im Grund- bzw. Thermalwasser befindet. Heutzutage werden G. hauptsächlich bei der Thermalwasserförderung eingesetzt. Die Fördergrenze liegt bei ca. 300 m. Siehe auch Tauchwasserpumpe

gesättigte Wasserdurchlässigkeit

s. Durchlässigkeitsbeiwert

gesättigte Wasserleitfähigkeit

Quotient aus Filtergeschwindigkeit und Druckgefälle als Maß für die Durchlässigkeit eines wassergesättigten Bodens [m/s, cm/d]; s. Durchlässigkeitsbeiwert

gesättigte Zone

vollständig mit Wasser gefüllter Bodenraum, der den Grundwasserraum und den geschlossenen Kapillarraum umfasst

Gewerkschaft

(bergbauliche) Gesamtheit der Gewerken eines Bergwerks oder mehrerer Bergwerke, die sich zum Zwecke des Betriebes für gemeinsame Rechnung vereinigt haben (Kapitalgesellschaft)

gewinnbares Grundwasserdargebot

derjenige Teil des Grundwasserdargebotes, der mit wirtschaftlichen Mitteln gewonnen werden kann bzw. der technisch erschließbar ist. Er ist u.a. abhängig von der Größe des Einzugsgebietes, den hydraulischen Parametern der Grundwasserleiter, deren vertikaler und horizontaler Verbreitung im Einzugsgebiet sowie von den Speichereigenschaften

Gewinnungsstelle

Überbegriff für die verschiedenen Formen des Abbaus von Rohstoffen über oder unter Tage. Im Einzelnen werden Tagebau und Tiefbau, bzw. Grube (s. dort), Steinbruch und Bergwerk je nach Lage des Abbau- bzw. Gewinnungsortes und der Art des Rohstoffs unterschieden. Auch ein Bohrloch kann zur Gewinnung genutzt werden (Erdöl, Erdgas, Sole usw.)

GFK-Rohr

glasfaserverstärktes Kunststoffrohr. Dadurch steigt die mechanische Belastbarkeit gegenüber reinen Kunststoffrohren

Gips

Mineral der chemischen Zusammensetzung CaSO4 x 2 H2O

Gipsauslaugung

durch Wasser hervorgerufene chemische Lösung von Gips

Gipskeuperquellen

Vorgang, der nach Wasserzutritt aus der Umwandlung von Anhydrit in Gips (Schwellen als Lösungs-/Fällungsprozess) sowie aus dem Quellen von quellfähigen Tonmineralen (im Wesentlichen Corrensit, einem so genannten mixed-layer-Tonmineral der Chlorit-/Smektitgruppe) unter gleichzeitiger Volumenzunahme resultiert und zu Baugrundhebungen führt

Gipsmarke

über Rissen oder Fugen (meist an Gebäuden) angebrachter Streifen aus Gips (Breite 10–100 mm; Dicke 1–10 mm), um durch eintretende Rissneubildungen anhaltende Verformungen feststellen zu können

Gipsspiegel

Ober- (oberer Gipsspiegel) bzw. Untergrenze (unterer Gipsspiegel.) des Vorkommens von Gips im sulfatgesteinsführenden Gebirge

GK 25

Abkürzung für: Geologische Karte im Maßstab 1 : 25 000

GK 25v

Abkürzung für: Geologische Karte im Maßstab 1 : 25 000, vorläufige Ausgabe

GLA

Abkürzung für: Geologisches Landesamt Baden-Württemberg; seit 30.06.1998 Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB)

Glasfaserkabel

Mit Hilfe eines Glasfaserkabels kann die Temperatur punktförmig entlang einer Linie erfasst werden. Das Messprinzip der faseroptischen Temperaturmessung basiert auf der Rückstreuung eines in die Glasfaser eingekoppelten, kurzen Laserpulses (< 10 ns). Die Temperaturbestimmung erfolgt mittels Ramanspektroskopie am zurückgestreuten Licht

Glaskopf

radialstrahlige Mineralbildung mit nieriger, glasig glänzender Oberfläche; brauner Glaskopf = Goethit (FeOOH), schwarzer G. = Hartmanganerz (Psilomelan, Verwachsung verschiedener Manganoxide), roter G. = Hämatit (Fe2O3), grüner G. = Dufrenit (wasserhalt. Fe-Al-Phosphat)

Glaukonit

ein marin gebildetes, wasserhaltiges Kalium-Eisen-Aluminium-Silikat

Glaukonitbank

häufig grünlichgraue Kalkmergelstein-(Doppel)bank, die aufgrund ihrer weiten Verbreitung und meist charakteristischen Erscheinung einen Leithorizont der Untere-Felsenkalke-Formation im Oberjura bildet

glazial

s. eiszeitlich, glazigen

glazifluviatil

s. fluvioglazial

glazigen

sämtliche unter Mitwirkung von Gletschereis ablaufenden Vorgänge, dabei entstehende Ablagerungen und sonstige Bildungen

glazilakustrisch

Ablagerungsbedingungen stehender kaltklimatischer Gewässer, z.B. im Bereich von Eisrandstauseen

glaziofluviatil

s. fluvioglazial geschichtete Sedimentation des Eisschmelzwassers mit unterschiedlicher Korngrößenzusammensetzung; karbonatreich bis karbonatfrei

Gleiten

s. Rutschen

Gleitfläche (Rutschung)

Diskrete Fläche im Untergrund, auf der eine Gleit-/Rutschbewegung stattfindet. Sie trennt die bewegten Rutschmassen vom unbewegten Untergrund bzw. unterschiedlich bewegter Teile einer Rutschmasse

Gleitfuge (Rutschung)

s. Gleitfläche

Gletscheroszillation

zeitlich schnell aufeinander folgende Vorstoß- und Rückschmelzereignisse an der Gletscherstirn; führt häufig zu einem kleinräumigen Wechsel von schluffigen Moränensedimenten und fluviatilen Kiesablagerungen sowie zur Deformation der abgelagerten Sedimentabfolgen

Glimmer

Gruppe von Schichtsilikaten; in Graniten und Gneisen treten vor allem die Glimmer Biotit und Muskovit (neben Quarz und Feldspäten) gesteinsbildend auf

Glimmerschiefer

Gruppe von Metamorphiten), von Gneis durch hohen Glimmeranteil, feinere Körnung und in der Regel feinere Schieferung unterschieden

Gneis

körniger, saurer Metamorphit, vorwiegend aus Quarz, Feldspat und Glimmer, das meist einen charakteristischen Lagenbau, oft mit Verfältelung aufweist (entstanden aus Sedimenten, Vulkaniten oder Plutoniten)

Gneis-Anatexit

Begriff aus den Formationsnamen der Südschwarzwaldgneisgruppe für regionalmetamorphes Gestein mit teilweiser Aufschmelzung und Mobilisation von Gesteinsanteilen

Synonyme: Gneis-Anatexite

GOK

Abkürzung für: Geländeoberkante

Gondwana

Südteil des Superkontinents Pangaea, vom späten Karbon bis in den Jura; nach dem Land der Gonden in Zentralindien

Goniatiten

ausgestorbene Ordnung der Cephalopoden (Kopffüßer) mit eingerolltem, gekammertem Gehäuse; weit verbreitet besonders in den Meeren des Jungpaläozoikums

Graben

(tektonischer G.): langgestreckte Einsenkung der Erdkruste, entstanden in Bereichen mit vorherrschender Krustendehnung, häufig begleitet von Vulkanismus. Der bekannteste tektonische Graben Mitteleuropas ist der Oberrheingraben, der von den Randgebirgen Schwarzwald, Vogesen, Pfälzerwald und Odenwald gesäumt wird

gradierte Schichtung

Sedimentschichtung, bei der die Größe der abgelagerten Körner von der Basis nach oben abnimmt

Grainstone

Partikelkalkstein ohne Matrix, mit Zement

Granat

gesteinsbildende Mineralgruppe, die zumeist in metamorphen Gesteinen auftritt (z. B. Almandin, Pyrop, Grossular usw.). Nur der Melanit ist auf alkalibetonte magmatische Gesteine beschränkt (z. B. Phonolithe im Kaiserstuhl)

Granit

körniges saures Tiefengestein aus Quarz, Feldspat und Glimmer mit richtungslos körnigem, kristallinem Gefüge

Granitporphyr

vulkanisches Gestein oder Ganggestein mit feinkörniger bis dichter Grundmasse und Einsprenglingen von Quarz, Feldspat und Glimmer

granoblastisch

Gefügebegriff zur Beschreibung von metamorph gewachsenen, gleichkörnigen, ungeregelten, körnigen Mineralen

Granodiorit

plutonisches, granitoides Festgestein mit definierter mineralogischer Zusammensetzung (65–90 Volumen-% Plagioklasanteil an Feldspäten und 20–60 Volumen-% Quarz im QAPF-Diagramm)

Granophyr

Granitporphyr mit nur wenigen und kleinen Einsprenglingen

Grauwacke

anchimetamorphes klastisches Sedimentgestein mit hohen Gesteinspartikel- und Feldspatgehalten

Grenville

Gebiet (County) im Südosten der kanadischen Provinz Ontario am St.-Lorenz-Strom

Grenzflurabstand

maximaler Abstand [m] zwischen Untergrenze des effektiven Wurzelraumes und Grundwasseroberfläche, bei dem noch eine für das Pflanzenwachstum wirksame Wassermenge aus dem Grundwasser kapillar in den effektiven Wurzelraum aufsteigt; er ist vor allem von Bodenart und Lagerungsdichte abhängig

Grobboden

der durch Siebung des Gesamtbodens abgetrennte Massenanteil mit einem Korndurchmesser ≥ 2 mm

Grobporen

Poren mit Äquivalent-Durchmesser > 10 µm; Poren mit Äquivalent-Durchmesser > 10 µm bis 50 µm sind langsam dränend (enge Grobporen), solche mit Äquivalent-Durchmesser > 50 µm (weite Grobporen) schnell dränend

Großschollenrutschung

Rutschung eines Gesteinskörpers mit weitgehend ungestörtem Gefüge und Abrisskanten von bis zu mehreren Kilometern Länge

Grube

Tagebau in Lockergesteinen (Ton-, Lehm-, Sand-, Kiesgrube), in manchen Regionen Deutschlands nur für kleine bis mittlere Gewinnungsstellen gebräuchlich. Grube wird aber oft auch als anderer Begriff für „Bergwerk“ verwendet; der Begriff weist daraufhin, dass sich Bergwerke früher aus Tagebauen entwickelt haben

Grubenbau

ein durch bergmännische Arbeit und zu bergbaulichen Zwecken hergestellter Raum

Grubengebäude

Gesamtheit der Grubenbaue (s. auch „Bergwerk“ und „Grube“)

Grundgebirge

Sockel der Schichtenfolge, dessen tektonischer Baustil bei der variskischen Orogenese im Karbon geprägt wurde (Deformation durch Faltung). Das Grundgebirge (Begriff 1778 in Sachsen eingeführt) besteht aus meist metamorphen und magmatischen Gesteinen des Proterozoikums bis Unterkarbons

Grundgehalt

geogen oder pedogen bedingter mittlerer Gehalt eines Stoffes im betrachteten Boden

Grundlast

der dauernd benötigte Teil der elektrischen Leistung in einem Versorgungsgebiet. Der Begriff wird häufig auch für den dauernd (oder in einem längeren Zeitraum) benötigten Teil an Wärme, die Wärmegrundlast, benutzt

Synonyme: grundlastfähig

Grundnässe

zeitweilige Vernässung des Wurzelraumes von Böden durch Grundwasser, die zu Luftmangel und in der Regel zu Reduktionserscheinungen führt

Grundnässestufe

aus standortkundlichen Kriterien abgeleitete graduelle Abstufung der Grundnässe des Bodens

Grundwasser

unterirdisches Wasser, das die Hohlräume der Gesteine zusammenhängend ausfüllt und dessen Bewegung ausschließlich oder nahezu ausschließlich von der Schwerkraft und den durch die Bewegung selbst ausgelösten Reibungskräften bestimmt wird (nach DIN 4049-3, 1994). Es bewegt sich (fließt) vorwiegend horizontal durch die Hohlräume des Untergrunds. Je nach geologischer Beschaffenheit sind die Hohlräume Poren (klastische Sedimente und Sedimentgesteine wie z. B. Sand, Kies, Schluff), Klüfte (Festgesteine, wie z. B. Granit, Quarzit, Gneis, Sandstein) oder durch Lösung entstandene große Karsthohlräume (z.B. Kalkstein). Dementsprechend unterscheidet man Porengrundwasserleiter, Kluftgrundwasserleiter und Karstgrundwasserleiter

Grundwasserabfluss

Grundwasservolumen, das aus einem Grundwasserabschnitt in der Zeiteinheit in dasselbe Grundwasserstockwerk abfließt (DIN 4049-3, 1994)

Grundwasserabsenkung

künstliche Absenkung der Grundwasseroberfläche oder Grundwasserdruckfläche durch Entnahme (Förderung) und/oder Ableitung von Grundwasser.

Grundwasserabstandsgeschwindigkeit

die z.B. durch einen Markierungsversuch ermittelte fiktive Geschwindigkeit der in einem Grundwasserleiter fließenden Wasserteilchen (Quotient aus der Länge eines Stromabschnitts und der vom Grundwasser beim Durchfließen dieses Abschnitts benötigten Zeit. Die gemessene Geschwindigkeit ist niedriger als die tatsächliche (die sog. Bahngeschwindigkeit), da ein Wasserteilchen (bzw. dessen Strömung) nicht direkt (gerade) zwischen den beiden Punkten, sondern entsprechend der Hohlraumverteilung auf Umwegen fließen muss, Quelle: Adam et al. (2000)

Grundwasserblänke

vertiefte Geländestelle ohne wesentlichen oberirdischen Zufluss oder Abfluss, in der eine mit dem Grundwasser ausgespiegelte Wasseransammlung frei liegt (nach DIN 4049-3, 1994) (z.B. auch Baggersee)

Grundwasserdargebot

Summe aller positiven Wasserbilanzglieder, z. B. Grundwasserneubildung aus Niederschlägen und die Zusickerung aus oberirdischen Gewässern für einen Grundwasserabschnitt

Grundwasserdruckfläche

Gedachte Fläche der Wasserstandshöhen aus Grundwassermessstellen oder Brunnen in einem Grundwasserleiter mit gespanntem Grundwasser

Grundwasserdynamik

Teilgebiet der Hydrogeologie, das sich mit Grundwasserströmungen und deren Ursachen befasst

Grundwasserergiebigkeit

(technische): Volumen an Grundwasser, das in einer Zeiteinheit durch eine Wasserfassung mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand auf Dauer gewinnbar ist. Die technische Ergiebigkeit der hydrogeologischen Einheiten kann anhand der mittleren Transmissivitäten qualitativ bewertet werden. Dabei wird sie auf eine Absenkung von 10 m normiert. Sie berücksichtigt nicht die tatsächliche Aquifermächtigkeit, Brunneneffekte sowie Unterschiede in der faziellen Ausbildung der hydrogeologischen Einheiten.

(natürliche): langfristige Ergiebigkeit, die dem Grundwasserdargebot im Einzugsgebiet der Fassung entspricht

Grundwasserflurabstand

lotrechter Abstand zwischen einem Punkt der Erdoberfläche und der Grundwasseroberfläche des ersten Grundwasserstockwerks (DIN 4049-3, 1994)

Grundwassergeringleiter

Gesteinskörper, der Grundwasser nur in sehr geringem Umfang weiterleiten kann, mit einer Durchlässigkeit von kf ≤1x105m/s (AD-HOC-AG HYDROGEOLOGIE 2011)

Grundwassergleiche

Linie gleicher Höhen einer Grundwasserdruckfläche (DIN 4049-3, 1994)

Grundwasserhemmer

Grundwassergeringleiter (engl.: aquitard)

Grundwasserkörper

Eindeutig abgegrenztes oder abgrenzbares Grundwasservolumen innerhalb eines oder mehrerer Grundwasserleiter (nach DIN 4049-3, 1994)

Grundwasserleiter

Gesteinskörper, der aufgrund seines Gehalts an Hohlräumen in der Lage ist, Grundwasser weiter zu leiten, mit einer Durchlässigkeit von kf ≥1x105m/s (AD-HOC-AG HYDROGEOLOGIE 2011). Je nach Art der Wasserwegsamkeit werden Poren-, Kluft- und Karstgrundwasserleiter unterschieden

Grundwassermessstelle

Einrichtung (z.B. mit einem Filterrohr ausgebaute Bohrung) zur Erfassung hydrologischer und hydrochemischer Daten des Grundwassers

Grundwassermächtigkeit

Lotrechter Abstand zwischen Grundwassersohle und Grundwasseroberfläche

Grundwasserneubildung

Zugang von infiltriertem Wasser zum Grundwasser (nach DIN 4049-3, 1994)

Grundwasserneubildungsrate

Wassermenge, die in den Grundwasserkörper auf einer definierten Fläche pro Zeiteinheit übertritt (u.a. angeben in mm/a oder l/s km2)

Grundwasseroberfläche

obere Grenzfläche eines Grundwasserkörpers (DIN 4049-3, 1994), entspricht bei ungespannten Grundwasserverhältnissen dem in einer Grundwassermessstelle ermittelten Grundwasserspiegel, bei gespannten Verhältnissen der oberen Grenzfläche des Grundwasserleiters

Grundwasserraum

Gesteinskörper, der zum Betrachtungszeitraum mit Grundwasser gefüllt ist (DIN 4049-3, 1994)

Grundwassersohle

untere Grenzfläche eines Grundwasserkörpers (DIN 4049-3, 1994)

Grundwasserspiegel

ausgeglichene Grenzfläche des Grundwassers gegen die Atmosphäre, z. B. in Brunnen (nach DIN 4049-3, 1994)

Grundwasserstand

Höhe des Grundwasserspiegels über oder unter einer Bezugsebene (in der Regel Geländeoberkante oder Normal-Null)

Grundwasserstockwerk

Grundwasserleiter einschließlich seiner oberen und unteren Begrenzung innerhalb der lotrechten Gliederung der Gesteinseinheiten. Bei hydraulischer Verbindung können auch Gruppen von Grundwasserleitern als einheitliches Grundwasserstockwerk betrachtet werden (nach DIN 4049-3, 1994)

Grundwasserstufe

aus mittleren Hoch-, Mittel- und Tiefständen definierte graduelle Abstufung des Grundwasserstandes im Boden, zum Beispiel des Flurabstands

Grundwassertyp

Grundwässer werden nach ihrem hydrochemischen Lösungsinhalt, unterschiedlich für normal mineralisiertes Grundwasser (bis 1000 mg/l gelöste Feststoffe) nach FURTAK & LANGGUTH (1967) im PIPER-Diagramm und für Mineralwasser nach den Kationen und Anionen, die mit ≥ 20 meq % vertreten sind (z. B. Na-Cl-Mineralwasser, typisiert

Grundwasserüberdeckung

Gesteinskörper oberhalb der Grundwasseroberfläche; enthalten Adsorptions-, Kapillar- und Sickerwasser

Grünlandgrundzahl

die mit Hilfe des Grünlandschätzungsrahmens ermittelte relative Wertzahl des Grünlandbodens aufgrund von Bodenart, Zustandsstufe, Klima und Wasserverhältnissen

Grünlandschätzungsrahmen

Tabelle der Bodenschätzung zur Ermittlung der Grünlandgrundzahlen

Grünlandzahl

die durch Zu- und Abschläge korrigierte Grünlandgrundzahl; die Zu- und Abschläge ergeben sich durch Berücksichtigung von Kleinklima, Geländeform und anderen wertbestimmenden Faktoren

GW

Abkürzung für: Grundwasser

H

H-Wert

Menge der austauschbar gebundenen sauren Kationen, besonders H+, Al3+, Fe3+ [cmol/kg]

Hadeum

älteste Ära des Präkambriums (ca. 4,6 – 3,9 Mrd. a); nach der griechischen Bezeichnung für die Unterwelt und deren Gott (Hades)

Haftnässe

zeitweilige Vernässung schluffreicher, meist tonarmer Böden, vorwiegend Kapillarwasser in den Mittelporen, die zu Luftmangel führt; Luftmangel kann bereits bei Feldkapazität auftreten

Haftwasser

das im ungesättigten Boden durch Oberflächenspannungen gegen die Schwerkraft gehaltene Wasser; dazu gehören das Adsorptionswasser und das Kapillarwasser

haltende Kraft

Kraft, die einem Abgleiten sich berührender Körper entgegenwirkt. Wird maßgeblich durch die Materialeigenschaften (Reibungswinkel und Kohäsion) und die Oberflächenstruktur bestimmt

hangabgelagert

durch Fallen, Rutschen, Kriechen oder Verschwemmen entstanden

Hangabtriebskraft

Anteil der Gewichtskraft, der auf einer geneigten Fläche hangabwärts gerichtet ist

Hangendes

alter Bergmannsausdruck: eine Gesteinsschicht, die über der betrachteten geologischen Einheit liegt, wird als das Hangende bezeichnet

Hanggleichgewicht

Gleichgewicht zwischen treibenden und haltenden Kräften in einem Hang

Hangnässe

Vernässung des Bodens in Hanglage mit geringer Wasserbewegung durch relativ sauerstoffreiches Wasser

Hangschleppe

sehr allmählicher Übergang am Hangfuß zur angrenzenden Flachform, häufig verursacht durch dort auslaufendes Hangsediment

Hangwasser

unterirdisches Wasser, das sich unter Einwirkung der Schwerkraft hangabwärts bewegt

Hangzerreißung

durch großflächige, tiefgreifende Kriechbewegung entstandene Spalten, Nackentälchen und Doppelgrate

Hangzerreißungskluft

s. Hangzerreißung und s. Kluft

Harnisch

teilweise blank polierte Störungsfläche mit charakteristischen Schrammen als Spuren von Gesteinsbewegungen, anhand derer sich oft die Richtung der tektonischen Bewegung ermitteln lässt

Haufwerk

Gesamtheit des vor Ort gelösten Gesteins

Hauptabriss (Rutschung)

steil einfallende durch die Bewegung der Rutschmasse entstandene hangabwärts gerichtete Fläche auf dem nicht oder nur gering bewegten Untergrund am oberen Teil der Rutschung; ist Teil der Gleitfläche

Hauptabrisskante

vgl. Abrisskante

Heat-Pipe

Wärmeüberträger, bei dem durch Nutzung von Verdampfungswärme eines Mediums große Wärmemengen transportiert werden können

Heggbacher Deckenschotter

günzzeitlicher Deckenschotter im östlichen Rheingletschergebiet, arm an Geröllen aus dem Kristallin [Lokalbezeichnung für Günz-Deckenschotter]

Heilquellenschutzgebiet

Gebiet, in dem zum Schutz von genutzten Heilquellen bestimmte Handlungen untersagt oder nur unter Auflagen erlaubt sind

Helvetikum

tiefste tektonische Großeinheit der Alpen, die vor allem in der Schweiz verbreitet ist; nach lat.: Helvetia

Herdtiefe

Tiefe des Hypozentrums unter der Erdoberfläche

herzynisch

Bezeichnung für WNW–ESE (in der Richtung des Harzes bzw. der Harz-Nordrandstörung) verlaufende Strukturen in der Geologie und Tektonik Mitteleuropas; von lat.: Hercynia silva (herzynischer Wald = alter Name des Harzes)

Hinterfüllmaterial

siehe Ringraumabdichtung

Hinterfüllung

siehe Ringraumabdichtung

Hintergrundwert

s. Grundgehalt

Hochauflösendes digitales Geländemodell

Aus flugzeuggestützten Laserscanaufnahmen erstelltes digitales Geländemodell, welches die Höhe der Geländeoberfläche ohne Vegetation und Bebauung als Raster mit einer Gitterweite von 1 m darstellt

Hochflutablagerung

pleistozäne, mehr oder minder geschichtete, schluffige bis feinsandige, wechselnd tonige Ablagerungen eines Flusses innerhalb der überschwemmten Talaue; karbonathaltig bis karbonatfrei (z.B. Hochflutlehm, Hochflutsand)

Hochterrasse

rißzeitliches Terrassenniveau zwischen den Niveaus von Niederterrasse und Deckenschottern

Hohlraumanteil

Hohlraumanteil eines Gesteinskörpers, der für die Speicherung bzw. für den Durchfluss von Grundwasser genutzt wird, vgl. auch Speicherkoeffizient

Holozän

jüngste Epoche (Serie) des Quartärs, ca. 12.000 Jahre bis heute; nach den griechischen Bezeichnungen für „ganz“ und „neu, ungewöhnlich“ (seit 1839)

Holzstöcke-Deckenschotter

günzzeitlicher Deckenschotter im östlichen Rheingletschergebiet, arm an Geröllen aus dem Kristallin, oft durchverwittert [Lokalbezeichnung für Günz-Deckenschotter]

Horizontalverschiebung

s. Blattverschiebung

Hornblende

gesteinsbildendes Mineral aus der Gruppe der Amphibole, häufig in magmatischen und metamorphen Gesteinen

Hornsteinquarz

sehr feinkörniger Quarz, Jaspis-artig, jedoch undurchsichtig, auch als Flint oder Feuerstein bezeichnet; auf den Schwarzwälder Erzgängen tritt dieser hier meist graue Hornstein zusammen mit Nebengesteinsbruchstücken, nicht selten auch mit Hämatitquarz in der Frühphase der Hydrothermalgangbildung auf (spätvariszisch) und steht mit einer durchgreifenden Verkieselung der Grundgebirgsgesteine in Verbindung. Glasige, oft weißlich-gelbliche Hornsteinquarze treten jedoch auch in den späten Verdrängungserscheinungen auf den Mineralgängen auf

Humifizierung

Prozess der Umwandlung abgestorbener organischer Substanzen in Huminstoffe

Humus

Gesamtheit aller im und auf dem Mineralboden befindlichen abgestorbenen pflanzlichen und tierischen Substanzen und deren organische Umwandlungsprodukte sowie durch anthropogene Tätigkeiten eingebrachte organische Stoffe; lebende Pflanzen, Bodenorganismen und Kohle zählen nicht zum Humus, sind methodisch aber oft nicht von diesem zu trennen

Humusform

Erscheinungsform der organischen Substanz der obersten Bodenhorizonte( Mull, Moder, Rohhumus)

Hungerquelle

Quelle, aus der nur zeitweise (z. B. nach Niederschlägen oder Schneeschmelze) Grundwasser austritt (episodische Quelle)

Hunt

auch Hund; nach oben offener, auf Rädern ruhender Kasten zur Förderung von Haufwerk in Strecken und Stollen

Hydratationswasser

Teil des Adsorptionswassers, der durch Hydratation der sorbierten Ionen an die äußeren und inneren Oberflächen der Bodenteilchen gebunden ist

Hydraulik

Lehre von den Strömungen und den daraus resultierenden Druckverteilungen in Flüssigkeiten

Hydraulisch wirksame Trennschicht

s. Trennschicht

hydraulische Durchlässigkeit

s. Durchlässigkeitsbeiwert

hydraulische Leitfähigkeit

s. Durchlässigkeitsbeiwert

Hydraulischer Gradient

Grundwassergefälle, als Gefälle zwischen zwei Punkten einer definierten freien Grundwasseroberfläche, Quelle: LfU (2004)

Hydraulisches Fenster

Unterbrechung einer gering durchlässigen Schicht (oder Schichtfolge) zwischen zwei wasserdurchlässigen Schichten. Bewirkt eine (meist lokale) hydraulische Verbindung zwischen zwei (oder mehr) Grundwasserstockwerken, wodurch hydraulisch ein Potentialausgleich erfolgen kann

Hydrochemie

Lehre von der Chemie des Wassers, von den Wasserinhaltsstoffe natürlicher, verunreinigter und (durch Aufbereitung) behandelter Wässer sowie ihren Umsetzungen im wässrigen System und den Wechselbeziehungen zu anderen Medien (u. a. Wechselwirkungen zwischen Wasser und Gestein)

Hydrogeochemischer Gesteinstyp

Gesteinstyp, der für die Wirkung auf den Chemismus des darin auftretenden Grundwassers maßgeblich ist

Hydrogeologische Deckschicht

(hydrogeologisch), oberflächennahe Gesteinseinheit oberhalb des ersten zusammenhängenden Grundwasservorkommens, die in ihrer Gesamtheit kein nennenswertes Grundwasser enthält (nach AD-HOC-Arbeitsgruppe Hydrogeologie 2011)

Hydrogeologische Einheit

Gesteinskörper, der aufgrund seiner Petrographie, Textur oder Struktur im Rahmen einer festgelegten Bandbreite einheitliche hydrogeologische Eigenschaften aufweist (AD-HOC-AG HYDROGEOLOGIE 2011). Eine hydrogeologische Einheit kann bei Lockersedimenten aus einem einzelnen oder einem Komplex von mehreren Sedimentationskörpern bestehen, bei Festgesteinen aus einer einzelnen Schicht oder aus einer Abfolge von Schichten ähnlicher Gesteinsausbildung und ähnlichen Durchtrennungsgrades

Hydrogeologische Kartierung

s. Hydrogeologische Landesaufnahme

Hydrogeologische Landesaufnahme

Systematische (digitale) Erhebung, Archivierung, Auswertung und Darstellung hydrogeologischer Informationen durch die Staatlichen Geologischen Dienste

Hydrogeologischer Bau

Abfolge, räumliche Lage und Verbreitung der hydrogeologischen Einheiten im Untergrund sowie deren hydrogeologische Eigenschaften

hydrothermal

aus heißen, wässrigen Lösungen auskristallisiert, die in Hohlräumen (meist Spalten) des tieferen Untergrunds zirkulierten

Hydrothermalgang

Erz- und/oder Mineralgang, der durch Kristallisation seiner Bestandteile auf heißen wässrigen Lösungen, den Hydrothermen, zurückgeht

Hygroskopizität

Eigenschaft eines trockenen Bodens Wasser aus der Luft aufzunehmen. Sie wird ausgedrückt als Wassergehalt, der sich bei Dampfspannungsgleichgewicht mit einer zu 96 % mit Wasserdampf gesättigten Luft einstellt

hyperhalin

s. hpyersalinar

hypersalinar

Wasser mit einem Salzgehalt über 4 %

Hypozentrum

Punkt im Untergrund, von dem der Bruchvorgang des Erdbebens ausgeht

Hämatit

Eisenoxidmineral, ein tiefrotes bis braunrotes Erz der chemischen Zusammensetzung Fe2O3

Hämatitisierung

Vorgang, bei der das Gestein von einer feinkörnigen Hämatitmineralisation betroffen wird, erkennbar an der intensiven Rotfärbung

höffig

Bezeichnung für einen geologischen Körper oder eine Struktur mit günstigen Voraussetzungen für die Anreicherung von Wertmineralen

Höhenschotter

Schotter eines älteren Flusses, die nicht in den heutigen Tälern, sondern deckenartig auf den Hochflächen zwischen den inzwischen eingeschnittenen Tälern angetroffen werden

Hülbe

mit Wasser gefüllte Geländedepression, meist in Karbonatgesteinsarealen (Karstgebiete); auch Teich über wasserstauendem Vulkantuff

Hüle

s. Hülbe

Hüttenwesen

Gesamtheit der Vorgänge und Einrichtungen, durch die aus dem Erz das Metall geschmolzen (verhüttet) wird.

I

Idealprofil

Modellprofil

idiomorph

Form eines Mineralkorns mit vollständig ausgebildeten Kristallflächen

Illit

ein weißes bis hellgraues feinkörniges Tonmineral (Hydromuskovit), oft in Vergesellschaftung mit Kaolinit; geht auf die Umwandlung von Kalium-reichen Feldspäten zurück; häufiges Tonmineral in Sedimentgesteinen; im Schwarzwald ist er besonders in Störungszonen im Grundgebirge weitverbreitet

Imbrikation

gekippte, dachziegelartige Einregelung von flachen oder gestreckten Stein- und Kieskomponenten in Schotterablagerungen („Dachziegellagerung“), wobei die Querachse gegen die Paläo-Fließrichtung geneigt ist. I. tritt vorwiegend in fluviatilen Sedimenten auf

Immobilisierung

der Mobilisierung entgegen gerichteter Prozess, bei dem sowohl in Ionenform vorhandene als auch mit kovalenter Bindung vorliegende gelöste Stoffe durch Fällung und Fixierung, teilweise durch Einbau in organische Bodensubstanz, dem Lösungsgleichgewicht entzogen werden

Infiltration

Zugang von Wasser durch Hohlräume in den Untergrund

Infiltrationsrate

s. Versickerungsrate

infiltrierend

Eindringen von Grundwasser (in einem Fluss), (s. auch exfiltrierend)

influente Verhältnisse

Übertritt von Wasser aus einem Oberflächengewässer in das Grundwasser

Inhibitor

Hemmstoff zur Verhinderung/Verminderung von Ausfällungen (fest- und gasförmig) aus der Lösung

Inklinometer

Messgerät mit Neigungssensoren zur Bestimmung von Neigungswinkeln; stationäres Inklinometer: senkrecht zueinander fest installierte Neigungssensoren; mobiles Inklinometer: Messsonde mit Längen von 0,5 m oder 1,0 m, mit der ein in einer Bohrung eingebautes Messrohr abgefahren werden kann

Inklinometermessung

Messung der Horizontalverschiebung quer zur Bohrlochachse mittels Inklinometer, i. d. R. wird das Bohrloch bzw. das darin eingebaute Messrohr mit einem mobilen Inklinometer von unten nach oben in Abständen von 1,0 m (teils 0,5 m) abgefahren

Innenwallwürm

spätwürmzeitliche Vergletscherungsphase, u. a. Bildung der „Inneren Jungendmoräne“

Integrierte geowissenschaftliche Landesaufnahme

Fachübergreifend koordinierte und integrierte geowissenschaftliche Landesaufnahme (u.a. der Fachbereiche Geologie, Bodenkunde, Hydrogeologie, Ingenieurgeologie und Rohstoffgeologie) der Staatlichen Geologischen Dienste

Intensität

Maß für die Stärke der Bodenbewegung eines Erdbebens durch eine Klassifikation der Wirkung auf Menschen, Gegenstände und Bauwerke. Die Intensität wird auf einer makroseismischen Skala angegeben (z.B. EMS-Skala). Die Intensität an einem Standort ist u.a. von der Entfernung vom Hypozentrum und von den Untergrundverhältnissen abhängig

Intergranularraum

Porenraum zwischen den Korngrenzen eines Gesteins

intermediär

Magmatite mit einem SiO2-Gehalt von >52–63 %

invers gradierte Schichtung

Sedimentschichtung, bei der von der Basis bis zur Oberkante einer Schicht die Größe der abgelagerten Körner zunimmt

Isohyete

Linie gleichen Niederschlags

Isohypsen

Linien gleicher Höhenlage, z. B. mit Höhenangabe in Meter über oder unter dem Meeresspiegel (Normalnull), abgekürzt: m NN

Isolinie

Linien in Karten, die Punkte gleicher Werte miteinander verbinden

ISONG

Informationssystem Oberflächennahe Geothermie (ISONG) des Regierungspräsidiums Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (RPF/LGRB). Es gibt flächenhaft und standortbezogen Informationen zur Errichtung von Erdwärmesondenanlagen bis maximal 400 m Tiefe sowie von Erdwärmekollektoren

Isotope

stabile oder instabile (radioaktiv zerfallende) Atome eines Elements mit unterschiedlicher Atommasse; für hydrogeologische Fragestellungen wird die Konzentration, Zerfallszahl oder Abweichung von einem Isotopen-Verhältnis-Standard ( SMOW) insbesondere von Sauerstoff- und Wasserstoff –Isotopen im Wasser (18O, 2H, 3H) sowie von Kohlenstoff-, Schwefel- und Sauerstoff-Isotopen in gelösten Stoffen (13C, 14C, 34SSO4 und 18OSO4 untersucht. Daraus können u. a. Erkenntnisse über das Grundwasseralter, die mittlere Verweilzeit des Wassers im Untergrund und Hinweise auf die klimatischen Verhältnisse bei der Grundwasserneubildung gewonnen werden

J

Jahresarbeitszahl

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist der Quotient aus jährlich gelieferter Wärme einer Elektrowärmepumpe und der jährlich aufgenommenen Elektroenergie für den Betrieb der Wärmepumpe. Die Jahresarbeitszahl ist dimensionslos

Jahresbetriebsstunden

jährliche Betriebszeit der Wärmepumpe einer Erdwärmesonde [h/a]

Jungmoränenlandschaft

Durch die von den Eismassen der würmzeitlichen Vergletscherung und ihren Ablagerungen vor etwa 25 000 Jahren bis zum vollständigen Abschmelzen der Eismassen im Alpenvorland vor rund 15 000 Jahren gestaltete Moränenlandschaft. Typisch sind häufig engräumig wechselnde, unruhig-kuppige Geländeformen.

Jungriß

jüngster Abschnitt des Rißkomplexes bzw. Eiszerfallsphase der Doppelwallriß-Zeit.

Jura

Periode (System) des Mesozoikums, 200 – 142 Ma vor heute; nach dem gleichnamigen Schweizer Gebirge (seit 1829), dessen Name auf eine keltische Bezeichnung für „Gebirge“ zurückgeht

K

kaledonisch

Gebirgsbildung im frühen Paläozoikum; nach dem lateinischen Namen Caledonia für Schottland

Kalifeldspat

zusammenfassend für Kalium- und Natrium-Feldspäte der Albit-Orthoklas-Reihe mit den Endgliedern Albit (NaAlSi3O8) und Kalifeldspat (KAlSi3O8) bzw. Orthoklas/Mikroklin.

Kalifeldspat

Feldspäte der chem. Zusammensetzung K[AlSi3O8]

Kalina-Anlage

Kalina-Cycle ist ein Verfahren des Betriebs von Dampfturbinen mit einem anderen Arbeitsmittel als Wasserdampf. Dieses Arbeitsmittel siedet bereits bei wesentlich niedrigeren Temperaturen als Wasser. Zum Einsatz in Kalina-Anlagen kommt ein Wasser-Ammoniak-Gemisch. Der Einsatz dieses Zweistoffgemisches bewirkt durch Konzentrationsänderung eine nichtisotherme Verdampfung

Kalkbedarf

Menge (bezogen auf CaO) an Calciumkarbonat (Kalk) je Flächeneinheit, die notwendig ist, um den Säure-Base-Zustand des Bodens auf einen bestimmten pH-Wert einzustellen [dt/ha]

Kalkmergelstein

sedimentäres Festgestein, das vornehmlich aus einem Gemenge von 50–75 % Calcit und 25–50 % Tonmineralen aufgebaut wird

Kalksandstein

calcitisch gebundener Sandstein

Kalkspat

s. Calcit

Kalkstandard

zur Zementrohstoff- und Zementklinkerbeurteilung verwendeter Wert, ermittelt nach folgender Formel: (CaO-Gehalt x 100) / (2,8 x SiO2-Gehalt + 1,18 x Al2O3-Gehalt + 0,65 x Fe2O3-Gehalt). Der KSt gibt den im Rohstoff und im Klinker tatsächlich vorhandenen CaO-Gehalt in % desjenigen CaO-Gehalts an, der unter technischen Brenn- und Kühlbedingungen im Höchstfall an SiO2, Al2O3 und Fe2O3 gebunden werden kann

Kalkstein

Karbonatgestein mit mehr als 90 % Calcit (CaCO3); Gesteine mit 75–90 % Calcit werden als toniger Kalkstein bezeichnet

Synonyme: Kalksteine

Kalktuff

lockerer bis halbverfestigter Sinterkalk, oft mit sehr hoher sichtbarer Porosität (nicht polierfähig).

Kaltzeit

Zeit mit weltweiter Abkühlung des Klimas, wobei aber Inlandeisdecken nur in hochglazialen Phasen ( Eiszeiten) auftreten

Kalzit

s. Calcit

Kambrium

älteste Periode (System) des Paläozoikums, 542–488 Ma vor heute; nach dem lateinischen Namen Cambria für Nordwales (seit 1835)

Kames

glazial entstandener Hügel aus Schmelzwassersedimenten, die sich zwischen abtauendem und zerfallendem Gletschereis ablagerten. K. bestehen häufig aus geschichteten Sanden, Schottern und eingearbeiteten Moränensedimenten und treten in regellos angeordneten Gruppen auf

kapillar

s. Kapillarität

Kapillare

Sehr feiner, langgestreckter Hohlraum, in dem das Wasser durch Adhäsions- und Kohäsionskräfte entgegen der Schwerkraft transportiert oder gehalten werden kann

kapillare Aufstiegsrate

Wassermenge je Zeiteinheit, die aus dem Grundwasser durch Kapillarkräfte entgegen der Schwerkraft in den Wurzelraum (Sickerraum) nachgeliefert wird, meist bezogen auf eine gewählte Höhe in dm unter Geländeoberfläche [mm/d]

kapillare Steighöhe

von Bodenart, Lagerungsdichte und Sättigungsgrad des Bodens abhängige Distanz, die das Grundwasser oder Stauwasser bei gegebener Wasserspannung im Boden gegen die Schwerkraft überwinden kann [dm, cm]

kapillarer Aufstieg

Bewegung von Wasser aus dem Grundwasserraum in den Sickerraum durch Kapillarkräfte gegen die Schwerkraft

Kapillarität

physikalische Erscheinung, die infolge der Oberflächenspannung von Flüssigkeiten in engen Hohlräumen (Spalten, Poren, Haarröhrchen) auftritt

Kapillarraum

Teil des Bodens unmittelbar über dem Grundwasserraum, der Kapillarwasser enthält

Kapillarwasser

Bodenwasser, das als Teil des Haftwassers durch Überwiegen der Kapillarkräfte (Menisken) gegen die Schwerkraft gehoben oder gehalten wird

Karbon

Periode (System) des Paläozoikums, 358 – 296 Ma vor heute; nach der lateinischen Bezeichnung „carbo“ für Kohle (seit 1822)

Karbonatgehalt

der in einem lufttrockenen Gestein oder Boden vorhandene Gehalt an Karbonaten, vor allem Calcium- und Magnesiumkarbonate [%]

karbonatisch

vorwiegend von Karbonatmineralen (Kalzit, Dolomit) geprägt

Karbonatsedimentologie

Teildisziplin der Sedimentologie (Lehre von der Bildung und Umbildung von Sedimenten und Sedimentgesteinen), die sich mit Karbonatgesteinen befasst

Karst

umfasst die Gesamtheit aller durch die Korrosion von löslichen Gesteinen (Karbonatgesteine, Sulfatgesteine usw.) entstandenen Formen (z. B. Dolinen, Karstsenken, Karsthöhlen); s. auch Karstgrundwasserleiter

Karstgrundwasserleiter

Festgesteinsgrundwasserleiter, in dem durch Anlösung und Auswaschung chemisch angreifbarer Gesteine ( Kalkstein, Gips, Anhydrit) mittels Niederschlags- und Grundwasser unterirdische Hohlräume entstanden sind; das Niederschlagswasser und das in Schlucklöchern ( Schwinden) versinkende Oberflächenwasser sammeln sich in unterirdischen Wasserläufen (Karstgrundwasser), die in Karstquellen wieder zutage treten

Karsthohlraum

durch Lösung von Gestein im Untergrund entstandener Hohlraum

Karstquelle

meist stark schüttende Quelle in Karstgrundwasserleitern

Kataklase

tektonisch bedingte Zerbrechungserscheinungen an Mineralien in Gesteinen

Kationenaustausch

reversibler Austausch von Kationen an Bindungsstellen der Bodenkolloide, der unter Berücksichtigung der Wertigkeit beteiligter Ionen in äquivalenten Mengen erfolgt

Kationenaustauschkapazität

Menge der an Bodenkolloide austauschbar gebundenen Kationen eines Bodens, zumeist Ca2+, Mg2+, Na+, K+, Al3+, Fe2+, H+, NH4+ [cmol/kg]; potenzielle Kationenaustauschkapazität (KAKpot): die bei einem pH-Wert von 8,2 vorliegende KAK; effektive Kationenaustauschkapazität (KAKeff): die vom pH-Wert des Bodens abhängige KAK (KAKeff = S-Wert + H-Wert)

Kationenbelegung

durch Bodenkolloide adsorbierte Kationen, angegeben durch Art und Stoffmenge und bezogen auf 1 kg Trockenmasse des Bodens [cmol/kg]

Kavernös

Bezeichnung für ein an Hohlräumen reiches Gestein, wobei die Hohlräume primär vorhanden oder sekundär durch selektive Auslaugung entstanden sein können

Kennwert

fachliches Datum, das im Gelände oder Labor direkt erhoben oder mit definierten Methoden aus Eingangsdaten abgeleitet wird

Keramik

nach dem griechischen Wort keramos (Töpferton); als Keramik werden Gegenstände bezeichnet, die aus nichtmetallischen, anorganischen mineralischen Substanzen unter Zugabe von Wasser geformt und durch Brennen in einem Ofen gehärtet werden. Man unterscheidet Porzellan, Ziegel und Steinzeug

Kernbohrung

Bohrverfahren, bei dem mittels einer ringförmigen (meist mit Diamanten besetzten) Bohrschneide eine Gesteinssäule aus dem Gesteinsverband entnommen wird

Keuper

oberste Abteilung der germanischen Trias; nach einem fränkischen Mundartbegriff für bunte bröckelige Tongesteine (seit 1823)

Kf –Wert

Durchlässigkeitsbeiwert, Durchlässigkeit

Kies

Lockersediment, das zu mehr als 50 % aus gerundeten Gesteinskomponenten mit Korngrößen zwischen 2 und 63 mm Durchmesser besteht (nach Länderschlüssel Geologie). Im Gegensatz zu Schotter ist bei Verwendung des Begriffs „Kies“ nur die Korngrößenzusammensetzung maßgebend

Kieselknollen

knollenartige Anreicherung von Siliziumdioxid (SiO2), in Kalkgesteinen entstanden durch die Ausfällung von SiO2 aus wässrigen Lösungen, die während der Diagenese das Gestein durchwandern

Kimmeridge

s. Kimmeridgium

Kimmeridgium

stratigraphische Stufe im Oberjura, benannt nach der Ortschaft Kimmeridge (England)

Klasse

Unterscheidung der Böden nach dem Entwicklungszustand und dem Grad der Horizontdifferenzierung bei terrestrischen Böden und nach Differenzierung des Wasserregimes bei semiterrestrischen Böden

klastisch

Sedimente oder Gesteine, deren Material aus der mechanischen Zerstörung von anderen Gesteinen stammt. Je nach Korngröße spricht man von grob-, mittel- und feinklastisch

Klinge

kurzes, schmales, aber gefällstarkes Tälchen ohne Talboden

Kluft

feine, durch Bruchvorgänge entstandene nicht oder nur wenig geöffnete Trennfläche im Gestein, an der keine oder nur geringfügige Bewegungen stattgefunden haben. Ursache für die Bruchvorgänge sind tektonische Beanspruchung, Druckentlastung oder Abkühlung (Kontraktion)

Kluftgrundwasserleiter

Festgesteinsgrundwasserleiter, in dem die Grundwasserbewegung überwiegend in Klüften (Risse, Fugen) erfolgt (z. B. Basalt, Sandstein)

Kluftkörper

Felskörper, der von jeweils einem parallelen Flächenpaar jeder vorkommenden Kluftschar begrenzt wird

Kluftschar

Gruppe aus parallel bzw. subparallel zueinander verlaufenden Klüften

Kluftwasser

Wasser, das sich auf/entlang von Klüften im Festgestein bewegt

Kluftwasserdruck

die Wirkung des hydrostatischen Drucks in Spalten und Kluften von Festgestein. Bei geringen Kluftöffnungsweiten können geringe Wassermengen bereits einen hohen Kluftwasserdruck erzeugen

Klüftung

feine, nicht oder nur wenig geöffnete Trennflächen im Gestein mit unterschiedlicher Raumstellung

KMR 50

Abkürzung für: Karte der mineralischen Rohstoffe von Baden-Württemberg im Maßstab 1 : 50 000 (vom LGRB seit 1999 herausgegeben)

Koagulation

Aggregation von Kolloidteilchen mit positiver Auswirkung auf das Bodengefüge, wobei ein Übergang vom Sol- zum Gelzustand erfolgt

Koaxialsonde

Erdwärmesonde, bei der zwei Rohre mit unterschiedlichem Durchmesser konzentrisch in das Bohrloch eingebracht werden; im äußeren Ringraum sinkt die Wärmeträgerflüssigkeit ab, im Inneren wird sie nach oben gefördert

Kobaltglanz

ein Erzmineral der chem. Zusammensetzung CoAsS, wichtiges Kobalterz

Kohlenstoff/Phosphor-Verhältnis

Massenverhältnis von organisch gebundenem Kohlenstoff und Gesamtphosphor in Böden sowie in Humus, Streu und Kompost. Es dient zur Charakterisierung der Bodenfruchtbarkeit und der biologischen Aktivität in Böden

Kohlenstoff/Stickstoff-Verhältnis

Massenverhältnis von organisch gebundenem Kohlenstoff und Gesamtstickstoff in Böden sowie in Humus, Streu und Kompost. Es dient zur Charakterisierung der Bodenfruchtbarkeit, der Humusqualität und der biologischen Aktivität in Böden

Kohäsion

wird durch zwischen den Einzelkörnern eines Bodens wirkende Haftkräfte verursacht. Die Größe ist abhängig vom Tonmineralbestand, der Vorbelastung und vom Wassergehalt. Sie entspricht dem vorhandenen Anteil der Scherfestigkeit bei fehlender Normalspannung (σ) und wird durch Scherversuche bestimmt; Einheit: kN/m²

Kokardenerz

die auch als Ringelerz bezeichnete Bildung entsteht bei der sukzessiven Abscheidung von Erzmineralen um Gesteinsbruchstücke, meist auf Hydrothermalgängen

Kolluvium

auch Kolluvisol. Bodentyp aus verlagertem humosem Bodenmaterial, das durch Wasser von Hängen abgespült und am Hangfuß oder in Hohlformen akkumuliert wurde. Auch Böden aus Bodenmaterial das durch Wind erodiert und örtlich wieder abgelagert oder durch Bearbeitungsmaßnahmen bzw. anthropogene Umlagerung angehäuft worden ist (z. B. Ackerberge)

komponentengestützter Diamikt

ein Kies-dominiertes Lockersediment, das im Gegensatz zu „Schotter“ einen höheren Feinkorn-Anteil aufweist (Hauptkomponenten Kies und Steine, Nebengemengteile Schluff und Sand)

Kompositrohr

Bezeichnung für Rohre, die aus verschiedenen Materialien zusammengesetzt sind. In der Geothermie wird häufig eine Kombination aus Stahlrohr und Kunststoffrohr verwendet; Stahl dient der mechanischen Stabilität, der  Kunststoff der Wärmeisolierung

Konduktiver Wärmetransport

Wärmetransport im Gestein durch dessen Wärmeleitfähigkeit, Synonyme: Konduktion oder Wärmeleitung

Konglomerat

klastisches Sediment mit > 50 % gerundeten Komponenten in der Kiesfraktion (> 2 mm)

Konkretion

unregelmäßige, häufig rundliche Mineralanreicherung (Calcit, Apatit, Eisen- und Manganoxide u.a.), die in einem feinkörnigen Sediment aus einer wässrigen, zirkulierenden Lösung ausgefällt wurde. Die Konkretion setzt an einem Kristallisationskeim an und wächst allmählich nach außen weiter. Beispiele hierfür sind Hornsteinknollen im Kalkstein, Toneisenstein-Konkretionen in Tonsteinen und Lösskindl

Konsistenz

Grad des Zusammenhaltes der Bodenstruktur bei verformender Beanspruchung. Die plastische Verformbarkeit ist von der Bodenart und vom Wassergehalt abhängig und wird in die Zustandsgrenzen (Konsistenzgrenzen) Fließgrenze, Ausrollgrenze und Schrumpfgrenze eingeteilt

Kontaktmetamorphose

s. Metamorphose

Konvektiver Wärmetransport

Wärmetransport im Untergrund durch zirkulierendes Grundwasser oder Gase

Synonyme: Konvektion

konventionelles 14C-Alter

wird auf das Jahr 1950 bezogen. Die Berechnung erfolgt unter Verwendung eines 14C-Anfangsgehalts von 100 % modern und – aus Gründen der Vergleichbarkeit mit älteren 14C-Datierungen – der ursprünglich vom LIBBY eingeführten 14C-Halbwertzeit von 5570 Jahren

Korngröße

Äquivalentdurchmesser von Feststoffteilchen, analytisch meist durch Sieb- oder Sedimentierverfahren ermittelt [cm, mm, µm]

Korngrößenverteilung

Massenanteile verschiedener Kornfraktionen des, bezogen auf die Masse des lufttrockenen Bodens oder Gesteins, ermittelt über den äquivalenten Korndurchmesser [%]

Korngrößenzusammensetzung

s. Korngrößenverteilung

Kornsummenkurve

halblogarithmische graphische Summendarstellung der Korngrößenverteilung eines Gesteins oder Bodens als Körnungslinie; bei Böden zur Beurteilung zahlreicher Bodenparameter und zur Berechnung der Ungleichförmigkeitszahl verwendet

Kornverteilungskurve

s. Kornsummenkurve

Korrosion

chemische Lösung des Gesteins durch Wasser

Kreide

jüngste Periode (System) des Mesozoikums; nach dem Gestein Schreibkreide (seit 1822); Ablagerungen der Kreidezeit fehlen in Baden-Württemberg

krenogen

Oberbegriff für Entstehung an Quellen und im Grundwasserschwankungsbereich semiterrestrischer Böden

krenogene Bildung

Quellbildungen und subaerische Ausfällungen z.B. aus Karbonaten, Kieselsäureanhydrit und Eisenhydroxiden im Einflussbereich von Grundwasseraustrittstellen und im Grundwasserschwankungsbereich

Kriechhang

ein durch langsame, lang anhaltende, gravitationsbedingte Bewegung verformter Hang

Kristallin

Überbegriff für Magmatite und Metamorphite; die Gesteine werden nach der Größe der Kristalle in makrokristallin (= grobkristallin), mikrokristallin (= feinkristallin) und kryptokristallin (= dicht) unterschieden.

Kristallin

Überbegriff für Magmatite und Metamorphite; die Gesteine werden nach der Größe der Kristalle in makrokristallin (= grobkristallin), mikrokristallin (= feinkristallin) und kryptokristallin (= dicht) unterschieden.

Kryoturbat

durch Frostwechselprozesse gemischt

KSt

Abkürzung für: Kalkstandard

Kupferkies

auch Chalkopyrit; Erzmineral der chem. Zusammensetzung CuFeS2, wichtigstes Kupfererz, auf den Schwarzwälder Gängen weit verbreitet, dort jedoch selten in bauwürdiger Konzentration

Känozoikum

Erdneuzeit, jüngste Ära des Phanerozoikums, von 66 Ma bis heute; nach den griechischen Bezeichnungen für „neu, ungewöhnlich“ und „Tiere betreffend“

Körnungslinie

s. Kornsummenkurve

Kübel

ein bei der Förderung verwendetes Gefäß. K. ist heute noch ein beim Schachtabteufen verwendeter Begriff; das Fassungsvermögen des eingesetzten Kübels wurde als Maß für die Gesamtfördermenge benutzt

L

Lagerstätte

abbauwürdiges Vorkommen mineralischer Rohstoffe, ein Vorkommen, das nach Art und Inhalt für eine wirtschaftliche Nutzung in Betracht kommt. Im Vordergrund steht die wirtschaftliche Gewinnbarkeit des Rohstoffs. Da diese stark durch Nachfrage und Angebot (Verfügbarkeit aufgrund natürlicher und politischer Rahmenbedingungen) beeinflusst wird, ändert sich auch die Einschätzung bezüglich der Wirtschaftlichkeit eines Rohstoffvorkommens. Was als eine Lagerstätte angesehen wird, ist also abhängig von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und damit zeitlich veränderlich

Lagerstättenpotenzialkarte

in diesem vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg (LGRB) herausgegebenen Kartenwerk sind wichtige Rohstoffvorkommen dargestellt und erläutert, die vom LGRB im Zuge der Umsetzung des Rohstoffsicherungskonzepts der Landesregierung untersucht wurden. Anhand der Prospektionsergebnisse werden diese Vorkommen hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit („Potenzial“) eingestuft, eine Lagerstätte zu enthalten

Lagerungsdichte

s. Trockenrohdichte

Lakustrin

limnisch

Lamprophyr

dunkles, feinkörniges Ganggestein, das nach seiner chemischen und mineralogischen Zusammensetzung keinem gängigen Plutonit oder Vulkanit entspricht

Lapilli

Korngrößenbezeichnung für Fragmente mit einer Größe von 2–64 mm, die bei einer Vulkaneruption entstehen bzw. transportiert werden

Lateralsekretionstheorie

Theorie aufgestellt von Sandberger (1877), wonach die in einer hydrothermalen Lagerstätten (Erz- und Mineralgang) angereicherten Stoffe aus dem Nebengestein gelöst wurden

Latènezeit

Periode der Eisenzeit, die von 400–30/15 v. Chr. dauerte, Benennung nach dem Ort La Tène am Neuenburger See (Schweiz)

Laurussia

Kontinent (vom Silur bis Oberkarbon); nach dem französischen Namen des St.-Lorenz-Stroms und Russland

LBEG

Abkürzung für: Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (Staatl. Geologischer Dienst von Niedersachsen)

Legendeneinheit

Kartiereinheiten mit gleichem oder ähnlichem Bodenformen- oder Gesteinsinventar

Lehm

aus der chem. Gesteinsverwitterung hervorgegangenes lockeres, bindiges Sediment, durch Eisenverbindungen gelb oder braun gefärbt, ein Gemenge von sehr feinen Quarzkörnern (Sand, Schluff) und von Ton. L. ist allgemein weniger plastisch als Ton

Leitboden

vorherrschender Boden einer Bodeneinheit

Leitbodenassoziation

Klassifikationseinheit einer hierarchischen Systematik von Bodengesellschaften, gebildet durch räumliche Zusammenfassung und inhaltliche Aggregierung von Leitbodengesellschaften

Leitbodenform

flächenhaft bedeutende Bodenform

Leitbodengesellschaft

Klassifikationseinheit einer hierarchischen Systematik von Bodengesellschaften, gebildet durch räumliche Zusammenfassung und inhaltliche Aggregierung von Bodenformengesellschaften

Leitfossil

für eine bestimmte Schicht typisches und darin weit verbreitetes Fossil, das die altersmäßige Einstufung der Schicht ermöglicht

Leitprofil

ein für den Leitboden oder die Bodeneinheit repräsentatives Bodenprofil

lepidoblastisch

Gefügebegriff zur Beschreibung von metamorph gewachsenen, plattigen oder tafeligen Mineralen, zumeist für Schichtsilikate verwendet

Lessivierung

Verlagerung von Tonteilchen im Bodenprofil

Letten

Anreicherung von Tonmineralen in einer tektonischen Störungszone; der häufig auftretende schmale Lettenbesteg an den Rändern der Mineralgänge wird als Salband bezeichnet

LGRB

Abkürzung für: Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (Abt. 9 am Regierungspräsidium Freiburg), früher Geologisches Landesamt Baden-Württemberg (GLA)

Liegendes

die Gesteinsschicht, die unter der betrachteten geologischen Einheit liegt, wird mit einem alten Bergmannsausdruck als das Liegende bezeichnet

limnisch

auch lakustrin; sämtliche in Süßwasserseen ablaufenden Vorgänge, dort entstehende Ablagerungen und sonstige Bildungen; Sedimente bestehend aus allochthonen Komponenten (eingeschwemmte mineralische und organische Substanzen) und/oder autochthonen Resten von Wasserpflanzen und -tieren sowie aus Ausfällungen (z.B. Seekreide)

Lineamente

Störungszonen, die weit zu verfolgen sind und "Nahtlinien" der Erdkruste darstellen, bestehend aus furchenartigen Einsenkungszonen mit kompliziertem Bau. Lineamente liegen über tektonischen Strukturen des Grundgebirgssockels und begrenzen größere Schollen der Erdkruste

Lithoklast

nicht oder kaum gerundetes Gesteinsbruchstück

Lithologie

Beschreibung und Unterscheidung der Gesteine nach Merkmalen, die sich mit dem freien Auge (d. h. ohne Mikroskop) als Ganzes beobachten lassen

Lithopone

lichtechte, gut deckende weiße Mineralpigmente für Anstrichfarben

Lithosphäre

griech. Gesteinsschale; äußere feste Schale der Erde, aus der die Platten aufgebaut sind. Sie umfasst die kontinentale und die ozeanische Kruste sowie den obersten festen Teil des Oberen Erdmantels bis in ca. 150 km Tiefe

Lithostratigraphie

Teildisziplin der Stratigraphie, die sich mit der relativen Alterseinstufung von Gesteinen aufgrund charakteristischer lithologischer Merkmale beschäftigt

litoral

litoral (von lat. litus = Küste, Ufer), umfassender Ausdruck für Bildungen, Formen und Prozesse im Küstenbereich von Seen oder Meeren

Lochenfazies

flaserige Schwamm-Mikroben-Kalksteine im Oxfordium und im Unter-Kimmeridgium, benannt nach der Typuslokalität am Lochenpass südlich Balingen

Lochfels

kavernös-löchrige Ausbildung von Dedolomit bzw. zuckerkörnigen Kalksteinen

Lodgement till

genetischer Begriff für ein glaziales Sediment, das im Zuge eines Gletschervorstoßes und/oder einer Gletscherüberfahrung unter dem Gletscher abgelagert wurde; dieser Till weist aufgrund seiner Genese eine dichte Lagerung und Deformationen auf, eine Korngrößensortierung liegt nicht vor (in der Regel handelt es sich also um einen matrixgestützten Diamikt). [früher als Grundmoräne bezeichnet, als Moränen werden heute aber nur die Reliefformen bezeichnet]

LP

Abkürzung für: Lagerstättenpotenzial

LPK

Abkürzung für: Lagerstättenpotenzialkarte

LQS EWS

Leitlinien Qualitätssicherung Erdwärmesonden. Verbindliche Leitlinien des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg mit grundlegenden Qualitätsstandards zur Herstellung von Erdwärmesondenanlagen in Baden-Württemberg (gültig in der jeweils aktuellen Fassung)

LUBW

Abkürzung für: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, gegründet am 01.01.2006, vormals: Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg (LfU)

Luftdurchlässigkeit

Luftvolumen, das je Zeiteinheit durch eine Fläche strömt, geteilt durch das Druckgefälle [m/s, cm/d]

Luftgehalt

mit Luft erfüllte Volumenanteil des Porenraumes, bezogen auf das Gesamtbodenvolumen [%]

Luftkapazität

Luftgehalt des Bodens als Volumenanteil bei Feldkapazität; Poren mit Äquivalent-Durchmesser > 50 µm, in denen sich Wasser nur der Schwerkraft folgend bewegen kann [%], sog. Spannungsfreier Porenanteil

Luftleitfähigkeit

s. Luftdurchlässigkeit

Luftvolumen

s. Luftgehalt

Lydit

(schwach) metamorph überprägter Radiolarit. Die alte, synonym gebrauchte Bezeichnung „Kieselschiefer“ sollte nicht mehr verwendet werden

Lysimeter

Gerät zur Messung des Durchgangs des Wassers durch den lufterfüllten Bodenraum. Es dient zur Ermittlung von Bodenwasserhaushaltsgrößen (Versickerungsrate, Verdunstung) und zur Beprobung von Bodensickerwasser

Löss

eiszeitliches, durch Windtransport im periglazialen Trockenklima entstandenes Schluffsediment mit meist geringen, wechselnden Gehalten an Ton und Feinsand; mehr oder weniger karbonathaltig, Sandgehalt

Lösskindl

knollenförmige Kalkkonkretionen in Löss, die durch Lösung von Kalk im oberen Teil eines Lössprofils und Ausfällung im unteren Teil entstehen. Namengebend waren entfernt an Puppen erinnernde Kalkkonkretionen

Lösslehm

äolisches, allenfalls auf kurze Strecken umgelagertes, primär karbonatfreies oder synsedimentär entkalktes Sediment, Sandgehalt

Lösssand

eiszeitliches, durch Windtransport entstandenes Sediment aus Sand und Schluff; karbonatfrei bis karbonathaltig, Sandgehalt 50 – 75 Masse-%

M

m NN

Einheit der Höhenangabe; Meter in Bezug zu Normalnull (z. B. 350 m NN entspricht 350 Meter über Normalnull)

Ma

Abkürzung für: Millionen Jahre

Maar

vulkanisch entstandene Hohlform an der Erdoberfläche mit meist trichter- bis schüsselförmiger Form, oft mit einem Maarsee gefüllt. Name nach einem Volksausdruck in der Eifel

mafisch

Bezeichnung für Gesteine mit hohem Anteil an (dunklen) Magnesium- und Eisen-Mineralen (von Magnesium und lat. ferrum)

Magazin

auch Magazinbau; firstenbauartiges Abbauverfahren in steilstehenden Erzgängen, bei dem das gelöste Haufwerk die Arbeitsbühne für die folgenden Gewinnungsarbeiten bildet

magmatische Gesteine

s. Magmatite

Magmatite

Überbegriff für Gesteine, die aus einer Gesteinsschmelze (Magma) bei deren Erkalten und Erstarren durch Auskristallisieren von Mineralen entstanden sind. Vulkanite (Ergussgesteine) bestehen aus an der Erdoberfläche ausgeflossenem Magma. Im tieferen Untergrund stecken gebliebene Magmenkörper bilden beim Erstarren Plutonite (Tiefengesteine). Magmatische Gesteine, deren Bildungsraum unterhalb der Erdoberfläche lag (Größenordnung einige hundert Meter) sind Subvulkanite (s. auch Pyroklastite, Schlotbrekzie, Tuff, Tuffit)

Magnetkies

Erzmineral der chem. Zusammensetzung FeS

Magnitude

Maß für die Stärke eines Erdbebens entsprechend der im Erdbebenherd freigesetzten seismischen Energie. Die Magnitude wird aus aufgezeichneten Seismogrammen bestimmt und auf der Richter-Skala angegeben

Makroporen

s. Grobporen

makroseismische Intensität

s. Intensität

Malachit

häufig vorkommendes Mineral der Zusammensetzung Cu2[(OH)2|CO3], das in der Oxidationszone anderer Kupferminerale, vor allem Azurit auftritt, aus dem es durch Wasseraufnahme entsteht. Charakteristisch ist seine intensiv grüne Farbe

marin

sämtliche im Meer und unter Mitwirkung des Meeres ablaufenden Vorgänge sowie dort entstehende Ablagerungen und sonstige Bildungen

marinogen

Oberbegriff für sedimentäre Entstehung im Still- und Bewegtwasser im Tidebereich des Meeres und der Flüsse

Markasit

Mineral der chem. Zusammensetzung FeS2, im Gegensatz zum Pyrit aber orthorhombische Kristalle bildend, meist in strahligen bis feinfaserigen oder knolligen Aggregaten auftretend, an Luft weniger stabil als Pyrit

Markscheider

Berufsbezeichnung für den im Bergbau tätigen Vermessungsingenieur

Marmor

überwiegend aus Calcit (Calcitmarmor) oder Dolomit (Dolomitmarmor) bestehender, körniger Metamorphit

Massenbewegung

hangabwärts gerichtete, schwerkraftbedingte Bewegung von Fest- und/oder Lockergestein einschließlich Bodenmaterial. Abhängig von der Bewegungsart wird unterschieden zwischen Rutsch-, Sturz- und Fließprozessen

Massenkalkstein

ungeschichteter, daher massig erscheinender Kalkstein, in der Regel aus Biohermen, also untermeerischen, von koloniebildenden Organismen (Korallen, Schwämme, Mikroben usw.) aufgebauten, hügel- oder barrenartigen Erhebungen, hervorgegangen

matrixgestützter Diamikt

ein Feinkorn-dominiertes Lockersediment (Hauptkomponenten Schluff und Feinsand), in dem einzelne Komponenten (Grobsand, Kies, Steine, Blöcke) in einer Matrix schwimmen, ohne einander zu berühren

mD

Abkürzung für: Millidarcy (in der Hydro- und Erdölgeologie gebräuchliche Einheit für die Durchlässigkeit eines Gesteins)

Meereshochstand

wird vor allem verursacht durch Abschmelzen der Eiskappen am Nord- und Südpol, d. h. Vergrößerung der Wassermenge in den Ozeanen, und/oder Größenveränderung des Weltmeerbeckens durch Neubildung ozeanischer Kruste, Änderung der Schelfbereiche bei der Kontinentdrift usw.

MEG

Abkürzung für: Most Extensive Glaciation („größte Vergletscherung“), die am weitesten vom Alpenrand ins Vorland vorgestoßene Vereisung, eingestuft als früh-mittelpleistozän (cromerzeitlich)

Melanit

s. Granat

Meliorationsdüngung

Düngung zur nachhaltigen, tiefgründigen Bodenmelioration

Melt Out Till

s. Ausschmelztill

Mergel

Lockersediment mit 25–75 % Calcit und 75–25 % Ton,

mergeln

mundartlicher Ausdruck für die Düngung und Bodenverbesserung insbesondere von Weinbergen. Dafür abgebautes Material waren u.a. Gesteine des Unterkeupers und Beaumont-Sulfats. Mit Aufkommen künstlicher Düngemittel bedeutungslos geworden

Mergelstein

sedimentäres Festgestein mit 25–75 % Calcit und 75–25 % Ton,

Mesoporen

s. Mittelporen

Mesozoikum

(Erdmittelalter), mittlere Ära des Phanerozoikums, 251-66 Ma vor heute; nach den griechischen Bezeichnungen für „mitten“ und „Tiere betreffend“

Metamorphit

ein unter hohen Drücken und Temperaturen entstandenes Gestein, z. B. Gneis, Amphibolit, Anatexit, Diatexit, Metabasalt, Metagrauwacke; s. Metamorphose

Metamorphose

Umwandlung von Gesteinen bei deren Versenkung in tiefere Krustenbereiche unter hohen Temperaturen und Drücken, wobei sich Mineralbestand und chemische Zusammensetzung verändern. Die dabei entstehenden Gesteine werden als metamorphe Gesteine oder Metamorphite bezeichnet (z. B. Para- und Orthogneise, Schiefer). Bei der Kontaktmetamorphose erfolgen Gesteinsumwandlungen durch Wärmezufuhr beim Kontakt mit aufsteigendem Magma

metasomatisch

s. Metasomatose

Metasomatose

Veränderung des ursprünglichen Mineralbestandes eines Gesteins durch chemische Verdrängung, Umwandlung oder Austausch von Stoffen; bei den Erzvorkommen vom Typ Wiesloch z. B. handelt es sich um hydrothermale metasomatische Verdrängungen von Karbonatgesteinen

metatektisch

beginnende Mobilisation von partiell aufgeschmolzenen Gesteinsanteilen

Metatexit

ein metamorphes Gestein, das teilweise aufgeschmolzen wurde. Es besteht aus neuen, hellen, bei hohen Temperaturen mobilisierten Granit-artigen und dunklen nicht mobilisierten, dunklen, biotitreichen Gesteinsanteilen

Migration

vorwiegend durch Konvektion und Diffusion bedingter Stoff- oder Energietransport im Boden unter Berücksichtigung von Sorption und Umwandlungsprozessen

Mikrit

Kurzform für „mikrokristalliner Calcit“; Bezeichnung für die feinkörnige Grundmasse (0,001–0,004 mm) eines Karbonatgesteins oder allgemein für feinkörnige Karbonatgesteine

mikritisch

s. Mikrit

Mikroporen

s. Feinporen

Mineralboden

s. mineralischer Boden

Mineralisation

hydrogeologisch: Gesamtgehalt gelöster Mineralstoffe im Grundwasser; rohstoffgeologisch: Prozess, bei dem sich Minerale zu einem Gestein zusammenfügen, das wirtschaftliche Bedeutung erlangen kann, also die Bildung einer Minerallagerstätte, z. B. eines Erzkörpers

mineralischer Boden

Boden mit einem Trockenmassenanteil an anorganischer Substanz über 70 % und weniger als 3 dm Torfauflage

Mineralisierung

Abbau organischer Substanz zu einfachen anorganischen Verbindungen

Mineralwasser

Grundwasser, das besondere Eigenschaften im Sinne der deutschen Mineral- und Tafelwasserverordnung aufweist und von ursprünglicher Reinheit sein muss

Miozän

Epoche (Serie) des Tertiärs; nach den griechischen Bezeichnungen für „kleiner, geringer, weniger“ und „neu, ungewöhnlich“ (seit 1832)

Mittelporen

Poren mit Äquivalent-Durchmesser > 0,2 µm bis

MKL

Abkürzung für: Mittleres Kieslager

Mobilisierung

Freisetzung von Ionen und Molekülen, die in die Bodenlösung übergehen und somit an der Ausbildung eines Lösungsgleichgewichtes beteiligt sind und mit der Bodenlösung verlagert werden können

Modellprofil

auf Basis vorhandener Informationen abgeleitetes Bodenprofil

Moho

Abkürzung für: die Diskontinuität (Grenzfläche) zwischen Erdkruste und Erdmantel, benannt nach ihrem Entdecker, dem kroatischen Physiker Mohorovičić

Molasse

mächtige Abfolge klastischer Sedimente (vor allem Ton-, Mergel- und Sandsteine, Konglomerate), die als Abtragungsschutt eines sich heraushebenden Gebirges in dessen Vorlandbecken unter flachmarinen, fluviatilen oder teils terrestrischen Bedingungen abgelagert werden. Der Name stammt aus der Schweiz und geht auf das franz. Wort „meule“ für weiche Sandsteine zurück, die zu Mühlrädern verarbeitet wurde

Moldanubikum

stratigraphisch-lithologisch-tektonisch definierte Zone des Variszikums; nach der Moldau und der Donau

Monoklinale

einfache, bruchlose Verbiegung von Gesteinsschichten, meist über einer abschiebenden Störung

Monoklinalfalte

s. Monoklinale

Monovalent

in diesem Zusammenhang: alleiniges Heiz- und/oder Kühlsystem

Moorböden

Abteilung von Böden, die aus Torf entstanden sind und mehr als 3 dm Torfmächtigkeit aufweisen

Moore

s. Moorböden

Morphologie

Wissenschaft von den äußeren Formen; im geowissenschaftlichen Kontext (Geomorphologie): Wissenschaft von den Formen der Erdoberfläche

morphologisch

s. Morphologie

Morphostratigraphie

s. Stratigraphie

Moräne

Sammelbegriff für charakteristische Reliefformen aus vom Eis transportiertem und abgelagertem Material; die entsprechenden Sedimente werden als Till bezeichnet

Mudden

organische und/oder mineralische Sedimente mit >5 % organischer Substanz und/oder Ausfällungen, die in Warmzeiten am Grund stehender Gewässer abgelagert wurden; meist ungeschichtet, karbonatreich bis karbonatfrei

Mudstone

matrixgestützter Kalkstein mit weniger als 10 % Partikeln

Mulm

von niederdeutsch „molm“ (= zerfallende Erde, Staub): Lockersediment, welches leicht zerfällt; Zerfallsprodukt von zersetztem Gestein, häufig in Hohlräumen herausgelöster Schalen in Kalksteinen angereichert. Bei rostbrauner Farbe, durch das Auftreten von Limonit/Goethit, spricht man von rostigem Mulm

Mundloch

Tagesöffnung eines Stollens

MVG

Abkürzung für: Most Voluminous Glaciation, prä-doppelwallrißzeitliche Vergletscherung, charakterisiert durch feinsedimentreiche Ablagerungen in den glazialen Becken

Mäander

in Schlingen gewundener Lauf eines Flusses

Mächtigkeit

die Dicke/Stärke einer Schicht oder eines schichtigen Gesteinskörpers, gemessen senkrecht zu den Schichtflächen (= wahre Mächtigkeit). Als scheinbare Mächtigkeit wird der an der Erdoberfläche breiter als die wahre Mächtigkeit erscheinende Ausstrich schräg einfallender Schichten bezeichnet

N

n.n.

Abkürzung für: unter der Nachweisgrenze (nicht nachweisbar)

Nachschätzung

erneute Bodenschätzung, meist notwendig geworden infolge Änderung von Standortverhältnissen, z.B. durch größere Pflugtiefe, Meliorationsmaßnahmen oder Bodenschädigungen

Nachweisgrenze

die durch das angewendete Analysenverfahren vorgegebene Grenze der Nachweisbarkeit

Nackengraben

s. Nackental

Nackental

durch Hangbewegungen entstandene meist höhenlinienparallele Senken bzw. Tälchen; teilweise bilden diese mit Wasser gefüllte abflusslose Senken

Nagelfluh

im weiteren Alpenraum üblicher Begriff für durch Karbonatzementation betonartig verfestigte Schotter (die Gerölle schauen wie „Nägel“ aus dem Gesteinskörper heraus); Fluh (aus dem alemannischen) bezeichnet eine steile Wand

Naturstein

ein zu Bauzwecken verwendetes Festgestein, das natürlicher Entstehung ist. Der Begriff verdeutlicht, dass dieses Gestein von den künstlich hergestellten Steinbaustoffen wie Terrazzo, Beton und Kalksandstein unterschieden werden soll. Der Begriff Naturstein im weiteren Sinne beinhaltet die beiden Begriffe Natursteine im engeren Sinne und Naturwerksteine. Natursteine i. e. S. sind solche Festgesteine, die im gebrochenen Zustand und aufgrund ihrer mechanischen Eigenschaften im Baugewerbe eingesetzt werden. Als Naturwerksteine werden die durch Steinmetz oder Bildhauer bearbeiteten Natursteine bezeichnet

natürlich umgelagert

s. umgelagert

natürliches Grundwasserdargebot

diejenige Grundwasserrate, die im langjährigen Mittel aus Niederschlag sowie Uferfiltrat neu gebildet wird (natürliches G). Es kann künstlich (durch Wiesenwässerung, Staustufen, entnahmebedingte Steigerung des Uferfiltratanteils) erhöht werden. Bei Entnahmeraten, die größer als das Grundwasserdargebot sind, wird der Grundwasservorrat abgebaut. Das natürliche und evtl. künstlich angereicherte Grundwasserdargebot stellt somit die größtmögliche, aus dem Grundwassersystem langfristig entnehmbare Grundwasserrate dar

Nebengestein

das neben einer Mineralanreicherung auftretende Gestein; bei den Erz- und Mineralgängen des Schwarzwalds sind dies meist Gneise, Granite oder Sandsteine

Neigungsmessung

s. Inklinometermessung

nematoblastisch

Gefügebegriff zur Beschreibung von metamorph gewachsenen, stengeligen oder nadeligen Mineralen, zumeist für Amphibole und Sillimanit verwendet

Neolithikum

Jungsteinzeit, die Zeit etwa zwischen 5500 v. Chr. und 2200 v. Chr., zwischen dem Mesolithikum und der Bronzezeit

Neubildungsgebiet

(auch Speisungsgebiet) Gebiet, in dem das infiltrierte Wasser in das Grundwasser übertritt (s. auch Entlastungsgebiet, Transitgebiet)

Niederschlag

Wasser, das aus der Atmosphäre auf die Erdoberfläche gelangt. Niederschlag kann in flüssiger (Nieselregen, Sprühregen, Regen) oder fester Form (Eisnadeln, Schneesterne, Schneeflocken, Graupel, Hagel) auftreten

Niederterrasse

Terrassenniveau der letzten Vergletscherung

NLfB

Abkürzung für: ehem.: Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung (Hannover), s. LBEG

NSG

Abkürzung für: Naturschutzgebiet

Nunatak

(pl. Nunatakker, aus dem Grönländischen) über die Oberfläche eines Gletschers aufragender Fels oder Berggipfel

nutzbare Feldkapazität

Menge des Bodenwassers als Volumenanteil, die in Poren mit Äquivalent-Durchmesser zwischen 50 µm und 0,2 µm oder bei einer definierten Saugspannung zwischen pF 1,8 und 4,2 gebunden ist; Differenz zwischen Feldkapazität und permanentem Welkepunkt [Masse-%, Vol.-%, l/m3, mm/dm]

nutzbare Feldkapazität im effektiven Wurzelraum

nutzbare Feldkapazität des Bodens bezogen auf die effektive Durchwurzelungstiefe [mm]

nutzbares Grundwasserdargebot

der Teil des gewinnbaren Grundwasserdargebotes, der für die Wasserversorgung unter Einhaltung bestimmter Randbedingungen genutzt werden kann (DIN 4049-3). Er kann dem Grundwassersystem ohne bzw. mit in vertretbarem Maß nachteilige Folgen (z.B. Reduzierung des Abflusses im Vorfluter, ökologische Folgen für Feuchtgebiete, entnahmebedingte Setzungen, Ertragsminderungen in der Land- und Forstwirtschaft, etc.) entnommen werden

O

Oberboden

oberer Teil des Mineralbodens (Solum), der einen der jeweiligen Bodenbildung entsprechenden Anteil an Humus und Bodenorganismen enthält und der sich meist durch dunklere Bodenfarbe vom Unterboden abhebt, in der Regel Ah-, Aa-, Ap- sowie die O-Horizonte

oberflächennahe Rohstoffe

Rohstoffvorkommen, die an der Erdoberfläche liegen oder eine geringmächtige Überlagerung von nicht nutzbaren Gesteinen besitzen, so dass eine Gewinnung im Tagebau möglich ist

Ochsenhausener Deckenschotter

haslach- und mindelzeitlicher, kristallinreicher Deckenschotter in der Umgebung von Ochsenhausen. [Lokalbezeichnung für Mindel-Deckenschotter]

offener Kapillarraum

Teil des Kapillarraumes, in dem nur ein Teil der kapillaren Poren mit Wasser gefüllt ist; ausgedrückt durch dessen Höhe [cm, dm]

OKL

Abkürzung für: Oberes Kieslager, jüngstes pleistozänes Kieslager im Oberrheingraben

Oligozän

Epoche (Serie) des Tertiärs; nach den griechischen Bezeichnungen für „wenig, gering, schwach“ und „neu, ungewöhnlich“ (seit 1854)

Onkoid

unregelmäßig geformtes, rundliches Korn mit einem mineralischen oder organogenen Kern und einem mehrlagigen, organogenen Schalenbau, der durch die Ummantelung von Algen entsteht

Ooid

konzentrisch-schalig aus Kalk oder Eisenhydroxid, -silikat, seltener auch aus anderen Mineralien aufgebautes, kleines Kügelchen (Durchmesser i.d.R. bis zu ca. 2 mm); Kalkooide entstehen in bewegtem, seichtem Meerwasser durch chemische Ausfällung

Oolith

überwiegend aus Ooiden zusammengesetztes Gestein (z. B. Kalkoolith, Eisenoolith)

Opakminerale

unter dem Mikroskop lichtundurchlässige Minerale, i.W. Erze, Eisenverbindungen, einige Schwerminerale

ORC-Anlage

ORC (Organic Rankine Cycle) ist ein Verfahren des Betriebs von Dampfturbinen mit einem anderen Arbeitsmittel als Wasserdampf. Dieses Arbeitsmittel siedet bereits bei wesentlich niedrigeren Temperaturen als Wasser. Zum Einsatz in ORC-Anlagen kommen organische Flüssigkeiten wie z. B. Isopentan

Ordovizium

Periode (System) des Paläozoikums, 488–444 Ma vor heute; nach dem Keltenvolk der Ordovicier in Wales (seit 1879)

organische Auflage

organische Substanz, die der Mineralbodenoberfläche aufliegt; meist bestehend aus nicht und/oder wenig zersetzten Pflanzenresten sowie organischer Feinsubstanz

organische Substanz

Gesamtmenge an Humus, Edaphon und Feinwurzeln im Boden

organischer Boden

Boden mit einem Trockenmassenanteil an organischer Substanz über 30 % oder mehr als 3 dm Torfauflage

organogen, biogen

Oberbegriff für Anreicherung organischer Substanzen oder für Bildungen durch Organismen

Originalprofil

aufgenommenes Pedon

Orogenese

Gebirgsbildung, Gesamtheit aller Vorgänge bei der Entstehung eines Faltengebirges

Orterde

Verfestigungsgrad des geschlossenen Podsol-B-Horizontes, noch nicht bis schwach verfestigter Illuvialhorizont (Einwaschungshorizont)

Orthogneis

regionalmetamorphes Gestein dessen Ausgangsgestein (Protolith) einen magmatischen Ursprung hat. Im Schwarzwald wird der Begriff „Flasergneis“ verwendet, da nicht sichergestellt ist das alle Orthogneise auf magmatische Gesteine zurückzuführen sind

Synonyme: Orthogneise

orthogonal

senkrecht zueinander stehend, z. B. Gänge, Klüfte

Ortstein

harte (starke) Verfestigung des geschlossenen Podsol-B-Horizonts

Oser

wallartige, fluvioglaziale Ablagerungen, die in Schmelzwasserabflussbahnen auf, im oder unter dem Eis sedimentiert wurden

Ostalpin

höchste tektonische Großeinheit der Alpen, benannt nach dem Gebiet ihrer Hauptverbreitung

Ostrakoden

im Süßwasser, Brackwasser und Meer lebende Ordnung der Gliederfüßer (Muschelkrebse) mit zweiklappigen, kalkigen Schalen (Kambrium bis heute), Größe meist

Oxford

s. Oxfordium

Oxfordium

tiefste stratigraphische Stufe im Oberjura, benannt nach der Stadt Oxford (England)

Oxidationsmineral

ein Mineral, das in der Oxidationszone aus einem primären Mineral (z. B. sulfidischen Erz) neu gebildet wird, vgl. auch Eiserner Hut

Oxidationszone

in der Lagerstättengeologie gleichbedeutend mit Eisernem Hut, die Zone über einem Erzkörper, in der sich neue Minerale durch Oxidation der primären bilden

OZH

Abkürzung für: Oberer Zwischenhorizont

P

Packer

Ein Packer ist eine spezielle Vorrichtung zum Abdichten einer Bohrung bzw. für horizontierte Probenahmen. Dient dazu, entweder benachbarte Abschnitte innerhalb der Verrohrung einer Bohrung oder benachbarte Gebirgsabschnitte im offenen Bohrloch gegeneinander abzudichten

Paleozän

älteste Epoche (Serie) des Tertiärs; nach den griechischen Bezeichnungen für „alt“, „Morgenröte“ und „neu, ungewöhnlich“ (seit 1874)

Paläoboden

fossiler Boden

Paläorelief

alte überlieferte Landoberfläche aus einer älteren erdgeschichtlichen Periode, weicht vom heutigen Relief deutlich ab, heute meist durch mächtige Lockersedimente verhüllt

Paläozoikum

(Erdaltertum), älteste Ära des Phanerozoikums, 545-251 Mio. Jahre vor heute; nach den griechischen Bezeichnungen für „alt“ und „Tiere betreffend“

Pangaea

Superkontinent (zusammenhängende Landmasse) vor etwa 300 bis 150 Millionen Jahren ( Karbon bis Jura); nach der griechischen Bezeichnung für „allumfassende Erde“

Parabraunerde

Bodentyp mit mechanischer vertikaler Verlagerung von Tonteilchen; besonders als Bodenbildung auf Löss und Lösslehm

Paragenese

Vergesellschaftung von Mineralen in einem Gestein

Paragneise

aus älteren Sedimentgesteinen entstandene Metamorphite mit einer deutlichen Lagenstruktur

parallelisieren

vergleichend nebeneinanderstellen, in der Geologie z. B. die Schichtfolgen von Bohrprofilen mit Hilfe charakteristischer Bänke (Leitbänke)

Paratethys

in mehrere Teilbecken gegliedertes Randmeer des Mittelmeeres vom Obereozän bis ins Pliozän, entlang der aufsteigenden alpinen Hochgebirge zwischen Alpen und Kaukasus. Heutige Reste sind Schwarzes Meer, Kaspisches Meer und Aralsee

Pascal

SI-Einheit des Drucks. 1 Pa = 1 kg/(m·s²) = 1 N/m². Gesteinsphysikalische Größen wie Druckfestigkeit oder E-Modul werden häufig in MPa (bzw. N/mm²) angegeben

Pedochor

s. Bodenformengesellschaft

Pedogenese

s. Bodenbildung

Pedon

kleinster, in sich quasihomogener Bodenkörper

Pedoregion

s. Bodenregion

Pedotop

s. Bodeneinheit

Pegel

Vorrichtung (Messlatte oder Schwimmereinrichtung) zum Einmessen des Wasserstandes eines oberirdischen Gewässers

pegmatitische Mineralisation

gasreiche Kristallisation aus einem Magma, charakterisiert durch sehr grobkörnige bis riesenkörnige Kristalle; Pegmatite treten als unregelmäßige Schlieren, Gänge oder Linsen vor allem am Rand von granitischen Intrusivkörpern auf (zeigt Übergänge zu pneumatolytischen und hydrothermalen Mineralisationen)

Pellet

s. Peloid

Peloid

gerundete feinkörnige Karbonatkomponente (

Pelosol

Bodentyp mit ausgeprägtem Absonderungsgefüge, der sich aus tonreichem Ausgangsgestein (z. B. Tonstein oder Tonmergelstein) entwickelt hat

Penninikum

mittlere tektonische Baueinheit der Alpen (enthält Reste von Ozeanböden), Name nach den Penninischen Alpen (heute Walliser A.)

Peptisierung

Übergang von Kolloiden aus dem Gelzustand in den Solzustand durch Adsorption von Ionen gleicher Ladung, wodurch im Boden Aggregierungsvorgänge rückläufig vor sich gehen und Verlagerungsprozesse gefördert werden

periglazial

Klimabedingungen, Prozesse, Landschaften und Landschaftsformen, die mit kalten, jedoch nicht direkt vergletscherten Räumen verbunden sind (wörtlich: „in der Umgebung von Eisgebieten“)

Periglazialraum

unvergletschertes Gebiet, in dem periglaziale Prozesse ablaufen

periglaziär

Oberbegriff für Entstehung im Permafrostbereich. Ablagerungen meist ungeschichtet, Körnung unterschiedlich, oft mit kryogenen Merkmalen (z.B. Kryoturbationsmerkmale, Eiskeile oder Frostspaltenpseudomorphosen, Fließstrukturen)

periglaziäre Lagen

im periglazialen Milieu umgebildete Gesteine und/oder Böden der obersten Lithosphäre; es wird zwischen Basis-, Mittel-, Haupt- und Oberlage unterschieden

perimarin

Süßwassermilieu im Gezeitenrückstaubereich von Flüssen; Gezeitensedimente sind vorwiegend tonig, karbonathaltig bis karbonatfrei

Perkolation

instationärer Durchgang von Wasser durch den Sickerraum (ungesättigte Zone) eines Bodens unter sich verändernden Druckgradienten

Perm

jüngste Periode (System) des Paläozoikums, 296 – 251 Ma vor heute; nach einer russischen Stadt am Ural (seit 1841)

Permafrost

Untergrund, der für mindestens 2 Jahre eine Temperatur von 0°C nicht überschreitet. Der Untergrund muss nicht unbedingt gefroren sein, da der Gefrierpunkt des Wassers im Permafrost um mehrere Grad Celsius abgesenkt sein kann

permanenter Welkepunkt

Grenzbereich für den Wassergehalt eines Bodens, bei dem die meisten landwirtschaftlichen Nutzpflanzen bei sonst optimalen Standortbedingungen irreversibel zu welken beginnen; in der Regel bei einer Saugspannung ab 1,5 MPa oder pF 4,2 [lg hPa]

Permeabilität

s. Durchlässigkeitsbeiwert

Permotriassisch

umfasst die Erdalter Perm und Trias

Petrographie

Wissenschaftszweig, der sich mit der Zusammensetzung, Bildung, Umbildung und dem Vorkommen von Gesteinen befasst

pF-Wert

dekadischer Logarithmus der Saugspannung [lg hPa]

Pfahl

s. Bohrpfahl

pflanzenverfügbares Bodenwasser

nutzbare Feldkapazität im effektiven Wurzelraum zuzüglich der kapillaren Aufstiegsrate aus dem Grundwasser während einer bestimmten Zeitspanne [mm]

pH-Wert

den Säure-Base-Zustand charakterisierende Eigenschaft von Böden, die durch die Wasserstoffionen-Konzentration eines unter definierten Bedingungen erhaltenen Bodenextraktes bestimmt wird

Phanerozoikum

Zeitabschnitt der Erdgeschichte vom Kambrium bis heute; nach den griechischen Bezeichnungen für „sichtbar, offenbar“ und „Lebewesen“

Phasenwechselsonde

Pumpenlose Erdwärmesonden, die mit den Kältemitteln Propan (C3H8), Kohlendioxid (CO2) und Ammoniak (NH3) als Wärmeträger nach dem Prinzip der Fallfilmverdampfung arbeiten. Der Wärmeentzug aus dem Umgebungsgestein erfolgt durch Verdampfung des Kältemittels

Phonolith

vulkanisches Gestein, das als helle Bestandteile neben überwiegend Alkalifeldspat und wenig Plagioklas verschiedene Foide (Feldspatvertreter, z. B. Nephelin, Leucit, Sodalith, Hauyn, Nosean) führt. Der Name „Klingstein“ (griech. phone = Ton, Klang, griech. lithos = Stein) ist auf den hellen Ton beim Anschlagen mit dem Hammer zurückzuführen

Phonolithmehl

ein natürliches Puzzolan (Tonerdesilikat) vulkanischer Entstehung, das in der Zementindustrie als hydraulisches Bindemittel verarbeitet wird. Durch Tempern bei Temperaturen zwischen 300 und 600°C wird die Aktivität des Phonolithmehls verbessert

Phyllit

Gruppe von feinblättrigen Schiefern ( Metamorphite), die aus Tonschiefern hervorgegangen sind und vorwiegend aus Quarz und Sericit bestehen

Pilgerschrittverfahren

alternierendes Herstellungsverfahren z. B. bei einer überschnittenen Bohrpfahlwand, bei der zunächst nach Fertigstellung eines Bohrpfahls der jeweils übernächste Pfahl erstellt wird und in einem zweiten Schritt der dazwischen liegende Bohrpfahl gebohrt wird

Pinge

Vertiefung im Gelände, die durch bergmännische Schürfarbeit über Tage oder durch Nachbruch eines Abbaustollens oder -schachts entstanden ist

Plagioklas

Ca-Na-Feldspäte der Albit-Anorthit-Reihe mit den Endgliedern Albit (NaAlSi3O8) und Anorthit (CaAl2Si2O8); Kalknatronfeldspäte, s. Feldspäte häufigste Minerale der Erdkruste und Hauptgemengteile in Magmatiten und Metamorphiten

Pleistozän

ältere Epoche (Serie) des Quartärs; nach den griechischen Bezeichnungen für „am meisten“ und „neu, ungewöhnlich“ (seit 1839); von ca. 2,6 Mio. bis ca. 12 000 Jahre vor heute reicht. Sie ist gekennzeichnet durch Kaltzeiten und starke Klimaschwankungen

Pliozän

jüngste Epoche (Serie) des Tertiärs; nach den griechischen Bezeichnungen für „mehr“ und „neu, ungewöhnlich“ (seit 1832)

Plutonit

Magmatit; Tiefengestein, d. h. in der Tiefe der Erdkruste aus einer Gesteinsschmelze (Magma) erstarrtes Gestein (z. B. Granit, Gabbro, Peridotit)

pneumatolytische Mineralisation

im Zusammenhang mit der Abkühlung eines granitischen Magmas aus sehr heißen gasreichen Phasen gebildete Mineralvergesellschaftung

Podsolierung

Verlagerung von Al, Fe und Mn sowie teilweise Huminstoffen aus dem Oberboden und deren Anreicherung im darunter liegenden Horizont (Ortstein, Orterde)

Pollenanalyse

Bestimmung von Blütenpollen typischer Pflanzen; s. Stratigraphie

Polypedon

s. Pedotop

Ponor

(aus dem Südslawischen) – auch als Schluckloch, sinkhole (engl.), (Bach)Schwinde bekannt – ist eine Öffnung in der Geländeoberfläche, an der ein fließendes oder stehendes Gewässer abfließt und unterirdisch weiterfließt. Der Ponor ist eine typische Karsterscheinung, die in Regionen auf, deren Untergrund aus Kalkstein besteht, häufig auftritt

Poren

Hohlräume in Gesteinen oder Böden, verschiedener Gestalt, Größe und Entstehungsart

Nach abnehmendem Porendurchmesser wird zwischen Grob-, Mittel- und Feinporen unterschieden

Porenanteil

Volumenanteil der luft- und/oder wassergefüllten Poren (Hohlräume), bezogen auf das Gesamtvolumen eines Bodens oder Gesteins [%]

Porengrundwasserleiter

Locker- oder Festgesteins­grundwasserleiter, dessen durchflusswirksamer Hohlraumanteil von Poren gebildet wird

Porengrößenverteilung

Volumenanteile der Poren verschiedener Größenbereiche, bezogen auf das Gesamtvolumen des Bodens. Die Darstellung erfolgt meist in der Saugspannungs-Wassergehalts-Kurve (pF-Kurve) [%]

Porenkontinuität

Zusammenhang und Stetigkeit der Poren untereinander. Die Durchlässigkeit des Bodens für Wasser und Luft wird neben Größe und Form der Poren von ihr wesentlich beeinflusst

Porenraum

Hohlraumanteil der Poren eines Gesteins, der mit Gasen oder Grundwasser gefüllt ist

Porenvolumen

Gesamtheit des in einem Gestein oder Boden vorhandenen Porenraumes, der mit Gas oder Wasser ausgefüllt ist

Porenwasser

in den Poren eines Gesteins enthaltenes Wasser; Unterscheidung zwischen immobilem und mobilem Porenwasser, das der Schwerkraft unterliegt

Porenwasserdruck

nach allen Seiten gleich wirkender Wasserdruck, der in den Poren eines Gesteins herrscht; besonders in feinkörnigen wassergesättigten Sedimenten können Porenwasserüber- bzw. -unterdrücke auftreten und über einen längeren Zeitraum anhalten

Porenziffer

Volumenanteil der luft- und/oder wassergefüllten Poren, bezogen auf den Volumenanteil der Festsubstanz eines Bodens

Porosität

Gesamthohlraumanteil eines Gesteins. Die effektive Porosität ist der Anteil der Poren, der unter Atmosphärendruck kapillar Wasser aufnimmt. Die Porosität eines Körpers lässt sich aus Roh- und Reindichte (Quotient) berechnen

Porphyr

veraltet: vulkanisches Gestein oder Ganggestein mit feinkörniger bis dichter Grundmasse und Feldspat-Einsprenglingen

Portlandzement

Zement, der durch Feinmahlen von Portlandzementklinker und unter Zusatz von Gipsstein und/oder Anhydrit hergestellt wird

Positive Wärmeanomalie

Gebiet, in dem die Erwärmung der Oberkruste stärker ist, als es dem normalen geothermischen Gradienten (in Mitteleuropa durchschnittlich 3° C/100 m) entspricht

ppm

Abkürzung für: parts per million (= 1 g/t oder 1 mg/kg), in der Geochemie übliche Konzentrationsangabe

Prallhang

steiler Hang einer Flussaußenkurve

Primaten

(Herrentiere): Ordnung vor allem baumbewohnender Säugetiere (Halbaffen, Affen, Menschenaffen, Menschenartige)

Primärerz

im Gegensatz zum Sekundärerz das ursprüngliche Erz einer Lagerstätte

PRK

Abkürzung für: Prognostische Rohstoffkarte

Prognostische Rohstoffkarte

vom ehem. GLA erarbeitete thematische Karte im Maßstab 1 : 50 000 mit Darstellung von Gesteinsvorkommen, in denen nach vorhandenen Daten und geologischem Analogieschluss bauwürdige Bereiche (Lagerstätten) vermutet werden. Die PRK liefert eine erste Datenkompilation und -bewertung aus rohstoffgeologischer Sicht ohne Durchführung von Erkundungsarbeiten

Prospektion

Suche nach wirtschaftlich bedeutsamen Minerallagerstätten mit geologischen, geophysikalischen oder geochemischen Methoden in einem größeren Gebiet. Die P. führt zur ersten Eingrenzung von lagerstättenhöffigen Arealen. Die Ergebnisse der LGRB-Prospektion sind in der Lagerstättenpotenzialkarte, seit 1999 auch in der Karte der mineralischen Rohstoffe (KMR 50) dargestellt. Weiterführende Untersuchungen zur Abgrenzung eines Lagerstättenkörpers werden im Rahmen der Exploration durchgeführt

Prospektor

der nach Rohstofflagerstätten Suchende; früher: „Schürfer“

Proterozoikum

jüngste Ära des Präkambriums; nach den griechischen Bezeichnungen für „früh“ und „Tiere betreffend“

proximal

Bezeichnung für randnahe Sedimente in einem Ablagerungsgebiet; in der Glaziologie als geringe Entfernung zum Gletscherrand gebraucht

Präkambrium

zusammenfassender Begriff für den erdgeschichtlichen Zeitraum vor dem Kambrium (> 542 Mio. Jahre)

Pseudogley

Bodentyp, der durch Wechsel von Staunässe und Austrocknung eine charakteristische fahlgraue und rostbraune Marmorierung besitzt

pseudomorph

Gestalt eines Minerals, das durch Ersatz eines älteren eigengestaltigen Minerals die äußere Kristallform des ersetzten/verdrängten Minerals übernimmt

Pseudovergleyung

Bodenentwicklung unter dem Einfluss von Staunässe. Hierbei werden unter anderem Eisenoxidhydrate in Flecken und Konkretionen ausgefällt

Pufferungsvermögen

Fähigkeit des Bodens auf pH-Einflüsse zu reagieren, ohne dass eine plötzliche und starke Veränderung seines Säure-Base-Zustandes auftritt

Pumpversuch

kontrollierter hydrogeologischer Feldversuch zur in situ – Bestimmung der Leistung eines Brunnens, der wasserleitenden und -speichernden Eigenschaften eines Aquifers und der angrenzenden Gesteine. Zweckmäßigerweise wird ein P. in die beiden Abschnitte Brunnentest und Leitertest untergliedert

Puzzolan

kieselsäurehaltiger sowie kieselsäure- und tonerdehaltiger natürlicher (z. B. vulkanischer Aschentuff, Trass) oder künstlicher anorganischer Baustoff in der Zementindustrie, der mit gelöstem Calciumhydroxid bei normaler Temperatur chemisch reagiert und in technisch nutzbarer Zeit erhärtungsfähige Verbindungen bilden kann

Pyrit

kubisch kristallisiertes Erzmineral der chem. Zusammensetzung FeS2

Pyrochlor

Niob- und tantalhaltiges, oxidisches Erzmineral mit der allgemeinen Formel (Na,Ca)2(Nb,Ti,Ta)2O6(OH,F,O); die cerhaltige Variante wird als Koppit bezeichnet

Pyroklastit

in die Luft geschleudertes, dabei zerspratztes und als Asche oder sog. Tuff wieder abgelagertes magmatisches Material

Pyroxene

Gruppe monokliner gesteinsbildender Minerale in Magmatiten und Metamorphiten, z. B. Augit

Pyrrhotin

s. Magnetkies

Q

Quartär

jüngste Periode (System) des Känozoikums; nach dem früher so bezeichneten „vierten Zeitalter“ (seit 1854)

Quarzit

körniger Metamorphit, überwiegend aus Quarz bestehend

Quarzitschiefer

harter, dichter, meist grob geschieferter Metamorphit aus Quarz, z. T. mit etwas Glimmer, entstanden aus Sandstein

Quarzporphyr

veraltet für Rhyolith

Quarzsand

klastisches Lockersediment in der Sandfraktion (Korngröße 0,063–2 mm), dessen Komponenten zu über 90 % aus Quarz bestehen

Quelle

Ort eines eng begrenzten Grundwasseraustritts

Quellenkalk, Sinterkalk

lockere oder feste, zellig-poröse Kalkausfällungen an Quellen, in Fließgewässern oder Gesteinshohlräumen

Quellschüttung

Q, auch Schüttungsmenge. Grundwasservolumen, das pro Zeiteinheit aus einer Quelle austritt. [l/s, m³/s]

Quellung

Vergrößerung des Bodenvolumens durch Einlagerung und Anlagerung von Wasser an Bodenteilchen (Wasseradsorption); sie führt meist zu einer Festigkeitsabnahme durch Verminderung der Kohäsionskräfte [%]

Querschlag

rechtwinklig zur Hauptrichtung des Grubengebäudes verlaufende Strecke

R

Radiolarien

(Rädertierchen): einzellige planktonische Organismen (Kambrium bis heute) mit Skeletten meist aus amorpher Kieselsäure (Opal). Aus Anreicherungen von Radiolarienschlamm in der Tiefsee sind Radiolarite, Hornsteine und andere harte Kieselgesteine hervorgegangen

Radiometrische Altersdatierung

absolute Altersbestimmung von Gesteinen oder anderen Substanzen mit Hilfe der Bestimmung der genauen Mengen von Isotopen aus radioaktiven Ausgangssubstanzen; unter Verwendung der jeweiligen elementspezifischen Halbwertszeit kann der Beginn des Zerfalls ermittelt werden

Rahmenlegende

strukturierte Auflistung vorhandener Legendeneinheiten eines noch nicht abgeschlossenen Kartenwerks

Rammkernbohrung

Bohrung, bei der ein Kernrohr durch Rammschläge in den lockeren Untergrund getrieben wird. Durch Ziehen und Entleeren des Kernrohrs erhält man die durchörterten Schichten vollständig in der natürlichen Reihenfolge. Harte Gesteinsschichten können mit diesem Verfahren i. d. R. nicht durchörtert werden

Randstörung

tektonische Störung, die einen größeren geologischen Körper von einem anderen abtrennt, z. B. die Schwarzwald-Randstörung

Raumgewicht

s. Trockenrohdichte

REA-Gips

Gips, der in Rauchgasentschwefelungsanlagen entsteht, wichtiger Grundstoff für die Gipsindustrie

Realprofil

s. Originalprofil

redoximorph

redoximorphe Merkmale werden durch wechselnde O2-Verhältnisse im Boden hervorgerufen. Es handelt sich beispielsweise um Rostflecken, Fe-/Mn-Konkretionen, Marmorierung oder, in periodisch sauerstoffarmen Böden, um Bleichung

Redoxpotenzial

die in einem Redoxsystem durch Elektronenabgabe (Reduktion) bzw. Elektronenaufnahme (Oxidation) geleistete Arbeit; es ist ein Maß für die reduzierende bzw. oxidierende Wirkung eines Reduktions- bzw. Oxidationsmittels [mV]

Regression

Meeresrückzug, d. h. seewärtige Verlagerung der Küstenlinie. Ergebnis einer relativen Meeresspiegelsenkung (vgl. auch Transgression)

Reibungswinkel

von der Normalspannung (σ) abhängige Anteil der Scherfestigkeit; eine durch Scherversuche ermittelte Materialeigenschaft; Einheit: °

Reindichte

die absolute Dichte (im Gegensatz zur Rohdichte) einer Gesteinsprobe ohne die Hohlräume (Poren usw.) und enthaltenen Gase oder Flüssigkeiten

Rekristallisation

erneute Kristallisation von Mineralen nach einer Zerstörung des alten Mineralgefüges

Rekultivierung

Rückführung verödeter, verwüsteter oder zerstörter (devastierter) Naturraumareale in die Kulturlandschaft; Verbesserung, Wiederherstellung und Sicherung der natürlichen Bodenfunktionen von beeinträchtigten Flächen

Reliefumkehr

bei der Abtragung unterschiedlich widerstandsfähiger Gesteine (z. B. harter Sand-, weicher Mergelstein) entstehende, scheinbare Umkehr tektonischer Strukturen. So kann z. B. aus einer ursprünglich in einem Graben liegenden Scholle harten Gesteins eine morphologische Erhebung werden

Rendzina

dunkler Bodentyp aus Karbonat- bzw. Sulfat-(Gips-)gestein humider Klimate

Rennofen

früheste Entwicklungsstufe des Eisenverhüttungsofens, mit dem Brauneisen- oder Spateisenerze im Holzkohlenfeuer geschmolzen und reduziert wurden. Das Herausfließen (Rinnen) des erschmolzenen Eisen- und Schlacke-Gemenges aus dem unteren Teil des Ofens gab dem Rennofen seinen Namen

Residualton

bindiges Lockermaterial als Lösungsrückstand der Verwitterung von Karbonat- und Salinargesteinen

Revier

s. „Bergrevier“.

RG

Abkürzung für Rohstoffgewinnungsstelle.

rH-Wert

Redoxpotenzial

Rheingletschergebiet

ehemals von den Alpen bis zum Südrand der Schwäbischen Alb durch den Rheingletscher überdecktes Gebiet. Als westliches Rheingletschergebiet gilt der Raum Stockach–Singen–Klettgau, als mittleres das Gebiet um Biberach, das östliche Gebiet liegt im Bereich der Iller

Rheinisch

NNE–SSW verlaufende Richtung in der Geologie und Tektonik, z. B. der Verlauf einer Störung oder eines Ganges, benannt nach dem Verlauf des Rheins zwischen Mainz und Basel

Rhenoherzynikum

Zone des Variszikums, benannt nach dem Rhein bzw. Rheinischen Schiefergebirge und dem Harz

Rheologie

Verhalten von Materie unter dem Einfluss von formverändernden Kräften. Das Materialverhalten kann durch definierbare Begriffe wie Sprödigkeit, Plastizität, Festigkeit; Fließen, Viskosität usw. beschrieben werden

Rhyolith

saures Ergussgestein, vorwiegend aus Quarz und Feldspat sowie wenig Biotit und Hornblende, mit dichter Grundmasse und ± idiomorphen Einsprenglingen (Alkalifeldspat und Quarz)

Richter-Skala

logarithmische Skala zur Angabe der Magnitude eines Erdbebens

Riedel-Scherflächen

tektonische Scherflächen, die sich bei einfacher Scherung (simple shear) entwickeln; R. sind staffelförmig angeordnet und bilden mit der Hauptverschiebungsfläche einen spitzen Winkel, aus dem sich der relative Bewegungssinn der Gesteinsschollen rekonstruieren lässt

Rift

(engl. Spalte, Riss): durch tektonische Zerrung der Erdkruste entstandene Senke großer Länge, deren Absenkung an mehr oder weniger parallelen Verwerfungen erfolgt (ist), meist verbunden mit vulkanischer Aktivität

Rigolen

Arbeitsvorgang zur manuellen (Turnus 30–80 Jahre) oder maschinellen (Turnus 20–40 Jahre) Umgestaltung der natürlichen Bodenhorizonte tiefer als 4 dm unter Einarbeitung zum Beispiel von Bodenaushub oder Kompost

Rindenkorn

Bioklast, Ooid und sonstige Komponente, die durch die Tätigkeit von Organismen (meist Mikroben) eine Hülle oder einen Saum aus feinkörnigem Karbonat aufweist

Ringraumabdichtung

Schlüssige Verfüllung des Ringraumes zwischen Erdwärmesonde und Bohrlochwand (Umgebungsgestein) durch eine geeignete Suspension, die nach Aushärtung die dichte und dauerhafte physikalisch und chemisch stabile Einbindung der Erdwärmesonde in das umgebende Gestein gewährleisten soll. Verpressung der Verfüllsuspension von unten nach oben

Rippel

wellenförmige Sedimentoberfläche, durch den Transport des Sediments in fließendem Wasser bzw. Wind entstanden

Riß-Würm-Komplex

veraltet: stratigraphische Zusammenfassung mittel- und jungpleistozäner Gletschervorstöße

Rißzeit

stratigraphische Zusammenfassung mittelpleistozäner Gletschervorstöße

Ro

Abkürzung für Rohstofferkundungsbohrung des LGRB (z. B. Ro8124/B1 entspricht Bohrung B1 auf dem topographischen Blatt 8124 Wolfegg)

Rodinia

vermuteter Superkontinent im Proterozoikum; nach dem russischen Begriff für Heimatland

Rohdichte

auch als scheinbare Dichte, Trockenrohdichte oder Raumgewicht bezeichnet; Rohdichte ist die Dichte der ungestörten Gesteinsprobe einschließlich der mit Gas und Flüssigkeit gefüllten Poren (vgl. Reindichte)

Roherz

nicht aufbereitetes Erz

Rohstoffvorkommen

bei einem Rohstoffvorkommen handelt es sich um einen räumlich begrenzten geologischen Körper, in dem mineralische Rohstoffe angereichert sind; im Gegensatz zu einer Lagerstätte bleibt dabei zunächst ungeklärt, ob die Minerale oder Gesteine dieses Vorkommens auch wirtschaftlich gewinnbar sind oder sein können

Rotationsrutschung

Rutschung, die auf zylinderförmigen Flächen erfolgt, meist im Lockergestein

Rotliegend

untere Abteilung des Perm; nach einem alten Bergmannsausdruck für die unter dem erzführenden Kupferschiefer des Zechsteins in Mitteldeutschland liegenden Schichten

Rudstone

grober Partikelkalkstein mit Zement (über 10 % Partikel, diese überwiegend > 2 mm)

Ruhetemperaturprofilmessungen

kabelgebundene oder mittels Glasfaserkabel erfolgende Messung des vertikalen Temperaturprofils in einer Erdwärmesonde, zur Untersuchung auf lateralen oder vertikalen Grundwasserfluss im Bereich einer Erdwärmesonde

Ruschel

s. Ruschelzone

Ruschelzone

alter bergmännischer Begriff für tektonisch zerrüttete („zerruschelte“) Gesteine auf einer Störungszone; die Gesteine der Ruschel enthalten in der Regel neu gebildete Tonminerale, weshalb diese Störungsgesteine nur geringe Standfestigkeit aufweisen

Rutschbewegung

s. Rutschen

Rutschbuckel

durch stauchende Bewegung gebildete Aufwölbungen im Bereich der Rutschmasse

Rutschen

Bewegungsart von Massenbewegungen; hangabwärts gerichtete, gleitende Bewegung von Fest- und/oder Lockergestein an mäßig bis stark geneigten Hängen oder Böschungen auf definierten Gleitflächen oder auf verhältnismäßig dünnen Zonen intensiver Scherverformung. Hinsichtlich der Form der Gleitfläche wird zwischen Translations- und Rotationsrutschung unterschieden. Treten an der Gleitfläche gleichzeitig beiden Formen auf, spricht man von einer Rutschung mit kombinierter Gleitfläche. Während der Bewegung auf einer Gleitfläche behält die Rutschmasse den Kontakt zur Unterlage weitgehend bei. Typische Gleithorizonte sind Schwächezonen (Schichtflächen, Störungen, Klüfte in Festgesteinen) und Grenzen zwischen Fest- und Lockergestein

Rutschgebiet

Fläche zwischen Abrisskante und Rutschmassenfuß, in der eine Rutschung stattgefunden hat

Rutschkörper

s. Rutschmasse

Rutschmasse

infolge eines Rutschprozesses abgeglittener Locker- bzw. Festfesteinskörper mit weitgehend aufgelöstem Gefüge (Ablagerung infolge eines Rutschprozesses)

Rutschscholle

infolge eines Rutschprozesses abgeglittener Gesteinskörper mit weitgehend ungestörtem Gefüge

Rutschung

s. Rutschen

Rutschung mit kombinierter Gleitfläche

Kombination von Rotations- und Translationsrutschung

Röntgenfluoreszenz

Röntgenstrahlung, die nach Anregung von Elektronen aus den inneren Energieschalen der Atome ausgesendet wird

rückhaltende Kraft

s. haltende Kraft

rückschreitende Erosion

die Erosion eines Fließgewässers bewirkt, dass Gefällsstufen (z. B. durch härtere Gesteine) stromaufwärts „wandern“. Die Erosion arbeitet sich damit immer weiter talaufwärts voran, so dass sich auch der Ursprung des Gewässers allmählich „rückschreitend“ verlagert

S

S-Wert

Menge austauschbar gebundener, basischer Kationen, besonders K+, Ca2+, Mg2+, Na+ [cmol/kg]

saiger

aus der Bergmannsprache stammender Begriff für senkrecht stehend, s. söhlig

Salband

eine meist tonig-lettige Trennfuge zwischen dem Hydrothermalgang und dem Nebengestein; ein S. ist auf den Schwarzwälder Erz- und Mineralgängen nur selten gut entwickelt

Salinar

Bezeichnung für Gesteinskomplexe, die aus Salz und Sulfatgestein bestehen

Salinität

Salzgehalt des Wassers, ausgedrückt in % oder ‰

Sand

Lockersediment mit Korngrößen zwischen 0,063 und 2 mm. Sofern die Lithologie der Sandkörner bekannt ist, kann z. B. zwischen Quarzsanden, Feldspatsanden, Karbonatsanden etc. unterschieden werden. Es wird untergliedert in Feinsand (0,063–0,2 mm Korndurchmesser), Mittelsand (0,2–0,63 mm Korndurchmesser) und Grobsand (0,63–2 mm Korndurchmesser)

Sander

fluvioglaziale schwemmfächerähnliche Aufschüttung vor dem Gletschereis

Sandgrube

Gewinnungsstätte von Sanden. Abbau teils durch Graben, in den Mürbsandsteinen der Stubensandstein-Formation auch Gewinnung mittels Sprengen oder Abkeilen, Aufbereitung durch Brechen. Im letztgenannten Fall ist auch der Ausdruck Sandbruch gebräuchlich

Sandlöss

eiszeitliches, durch Windtransport entstandenes Sediment aus Schluff und Sand, oft in Form von Wechsellagerung (”Sandstreifenlöss”); karbonatfrei bis karbonathaltig, Sandgehalt 20 bis 50 Masse-%

Sandstein

Festgestein aus durch Bindemittel (z. B. Karbonat, Eisenverbindungen, Ton, Kieselsäure) diagenetisch verfestigtem Sand

Saprolith

Gesteinsverwitterungszone mit guter Erhaltung des Reliktgefüges bei gleichzeitiger Mineralneubildung

Sattel

Geologisch: nach oben konvex gewölbte Gesteinsfolge

Saugspannung

negativer Druck des Bodenwassers relativ zum atmosphärischen Druck zur Kennzeichnung der Bindungsintensität des Wassers der ungesättigten Bodenzone; [Pa, N/m2] als Maß wird der pF-Wert angegeben

Saugspannungskurve

graphische, meist halblogarithmische Darstellung der Saugspannung in Abhängigkeit vom Wassergehalt des untersuchten Substrates oder Bodenhorizonts

saures Gestein

Magmatite mit mehr als 65 Gew.-% SiO2. Der Gehalt an mafischen Mineralen sowie die Farbzahl sind gewöhnlich gering. Typische Vertreter sind Granit und Rhyolith, http://www.spektrum.de/lexikon/geowissenschaften/saure-gesteine/14081 abgerufen am 07.03.2018

Saxothuringikum

stratigraphisch-lithologisch-tektonisch definierte Zone des Variszikums; nach Sachsen und Thüringen

Schacht

senkrechte oder schräge Verbindung zwischen den einzelnen Sohlen eines Bergwerks als Blindschacht oder Tagschacht

Schattenwinkel

Neigung der Geraden, die entsteht, wenn man den äußersten Punkt des Ablagerungsgebietes eines Sturzereignisses mit dem Wandfuß unterhalb des Ausbruchbereichs verbindet

Scheelit

Mineral der chem. Zusammensetzung CaWO4, wichtiges Wolframerz

Schelf

vom Meer überfluteter, flacher Randbereich eines Kontinents bis 200 m Wassertiefe. Der Schelf wird durch den deutlich steiler abfallenden Kontinentalhang gegen die Tiefsee abgegrenzt

Scherfestigkeit

Widerstand gegen das Verschieben von Körnern gegeneinander entlang einer Gleitfläche, Grenzwert der Schubspannung

Scherzone

tektonische Störungszone, in der das Gestein zerschert, also spröd oder duktil verformt wurde; es sind dabei tektonische Brekzienzonen, Kataklasite oder Mylonite entstanden

Schicht

Bezeichnung in der Geologie für den durch Ablagerung entstandenen Gesteinskörper, der sich durch Material- oder Korngrößenwechsel vom unmittelbar Liegenden und Hangenden unterscheidet. Die S. wird durch eine Ober- und Unterseite, die Schichtflächen, begrenzt. Im Bergbau Bezeichnung für die arbeitstägliche Arbeitszeit

Schichtfläche

Trennfläche im Gestein, die durch sedimentäre Ablagerung entstanden ist (s. Schicht)

Schichtlagerung

die Lagerung einer Schicht im Raum, in Karten häufig dargestellt mittels Linien gleicher Höhe, vergleichbar mit topographischen Höhenlinien

Schichtlücke

in einer Schichtenfolge nicht überlieferter Zeitabschnitt, während dem z. B. Abtragung herrschte oder keine Sedimentation erfolgte ( Diskordanz)

Schichtstufe

steile Geländestufe im Bereich von flach einfallenden Gesteinsschichten, die sich aus relativ leicht erodierbaren, meist tonigen Sockelgesteinen und dem harten Stufenbildner aus häufig Kalk- und Sandsteinen zusammensetzt. Die Stufenfläche verläuft ± im Schichtfallen des Stufenbildners.

Schichtstufenlandschaft

Landschaft aus einer Abfolge von Schichtstufen, die in unterschiedlicher Entfernung zueinander auftreten. Die Schichtstufenlandschaft nimmt v. a. in Südwestdeutschland einen großen Raum ein. Ausgangspunkt für ihre Entstehung war der Einbruch des Oberrheingrabens bei gleichzeitiger Hebung des Schwarzwalds und die daraus resultierende leichte Verkippung des mesozoischen Schichtpakets des Deckgebirges (Buntsandstein, Muschelkalk, Keuper, Jura) in südöstliche Richtung. Dies führte über längere Zeiträume zur Verlagerung („Wandern“) der Schichtstufen in Richtung des Schichteinfallens. Die weiteste Rückverlegung erfuhr die Schichtstufe aus den Oberjura-Gesteinen der Schwäbischen Alb, den geringsten Verlagerungsbetrag zeigt die Stufe aus den Gesteinen des Buntsandsteins.

Schieferungsfläche

Trennfläche im Gestein, die durch Metamorphose entstanden ist (s. Metamorphose)

Schießen

gleichbedeutend mit sprengen, d. h., Lösen von Gestein mit Hilfe von Sprengstoff (Schieß- oder Sprengarbeit). Heute wird im Bergbau nur noch der Begriff „Sprengen“ verwendet

Schill

Anhäufung von vollständigen oder zerbrochenen (Bruchschill) Schalen, Klappen oder Gehäusen von Organismen

Schillkalkstein

Kalkstein, der zu einem großen Teil aus Schill aufgebaut ist

Schlacke

abgekühlte nichthaltige Schmelze aus dem Verhüttungsprozess; entstanden aus den Gangarten und Nebengesteinsanteilen im Erz

Schlauchwaage

hydrostatisches Messgerät zur Bestimmung des Höhenunterschieds zweier Punkte mithilfe des physikalischen Prinzips der kommunizierenden Röhren. Messungen über Entfernungen von mehreren hundert Metern sind möglich

Schlotbrekzie

Füllungen von vulkanischen Schloten, vermitteln zwischen Pyroklastiten und Subvulkaniten

Schluff

Lockersediment mit Korngrößen zwischen 0,002 und 0,063 mm

Schlägel

wie Fäustel oder Treibfäustel; zusammen mit dem Bergeisen das wichtigste bergmännische Gewinnungswerkzeug vor Einführung der Sprengarbeit Anfang des 17. Jahrhunderts (diese wurde erstmals eingesetzt in Giromagny in den südlichen Vogesen)

Schmelzwasserkies

s. Schmelzwasserschotter

Schmelzwasserschotter

kiesige und sandig-kiesige, im Alpenvorland karbonathaltige Sedimente des Eisschmelzwassers

Schollengleitung

s. Schollenrutschung

Schollenrutschung

Rutschung eines Gesteinskörpers mit weitgehend ungestörtem Gefüge

Schotter

(1) ein fluviatiles Sediment; von Flüssen bzw. Schmelzwässern abgelagerte Geröllmassen, bestehend aus Kies und Beimengungen von Sanden und Steinen (meist mit geringen Mengen an Schluff und Ton); aufgrund des hohen Anteils an offenem Porenraum sind die Talschotter oft grundwassererfüllt; (2) Im Bauwesen bezeichnet man als Schotter gebrochene, kantige Gesteinskörnungen mit einer Korngröße zwischen 32 und 63 mm. Es handelt sich dabei um Gesteinskörnungen, die in Brecheranlagen hergestellt werden. Schotter wird überwiegend im Verkehrswegebau verwendet

Schotter der 13-m-Terrasse

jungrißzeitlicher Schotterkörper, dessen Terrassenoberfläche im Donautal ca. 13 m über der Talaue liegt; s. Äpfinger Schotter

Schroppen

gebrochene Mineralstoffe > 56 mm

Schrumpfung

Verkleinerung des Bodenvolumens durch Verminderung des Wassergehaltes (Rissbildung und Krustenbildung durch Spannungsänderungen); sie führt meist zu einer Festigkeitszunahme [%]

Schrägabschiebung

ein tektonische Abschiebung, die ein vertikale und eine laterale Bewegungskomponente aufweist (s. Blattverschiebung)

Schummerungskarte

Kartentyp zum Darstellen von ratio- und intervallskalierten Daten mit Bezug zu einer als unregelmäßiges oder regelmäßiges Punktenetz definierten Oberfläche (z. B. Geländeoberfläche). Die Darstellung erfolgt durch Berechnen von Neigung und Exposition und dem daraus ableitbaren Schattenwurf einer fiktiven Lichtquelle

Schurf

Graben, angelegt z.B. zur Aufsuchung von Lagerstätten (schürfen, siehe „Mutung“)

Schuttstrom

plastische bis breiige Massen, die sich langsam bis mäßig schnell gletscherähnlich oder stromartig hangabwärts bewegen. Schuttströme weisen i. d. R. einen hohen Sedimentanteil und einen deutlich geringeren Wasseranteil als Murgänge auf. Die Form eines Schuttstroms ist oft langgestreckt, die Oberfläche uhrglasförmig gewölbt. Im Innern eines Schuttstroms überwiegen Fließ- und Kriechprozesse

Schwammkalksteine

Kalksteine, die fossile Schwammskelette in großer Zahl enthalten

schwebendes Grundwasser

lokales, meist räumlich begrenztes Grundwasservorkommen über einem Grundwasserhemmer

schwebendes Grundwasserstockwerk

Grundwasserstockwerk in der wasserungesättigten Zone über dem regionalen Grundwasserspiegel, das sich örtlich und oft auch nur zeitweise (nach starken Regenfällen oder nach der Schneeschmelze) über einer wenig durchlässigen Schicht (z. B. die vorwiegend aus Tonmergelsteinen bestehenden Tonhorizonte 1–6 in der Oberen Hauptmuschelkalk-Fm.) ausbildet

Schwemmlöss

durch flächenhaft abfließendes Niederschlagswasser während des Pleistozäns von Hängen abgespültes und in Senken sowie am Hangfuß sedimentiertes, oft geschichtetes Lössmaterial; Schluff mit wechselnden Anteilen von Ton und Sand, selten mit lagenweise angeordneten Gesteinsbröckchen oder dünnen Kiesschichten, karbonathaltig bis karbonatfei; häufig dicht gelagert

Schwerspat

s. Baryt

Schwinde

Stelle an der Erdoberfläche, an der größere Mengen von (fließendem) Wasser versickern

Schwunddoline

Vertiefung bzw. Einbruch (Erdfall) in der Lockergesteinsüberdeckung von verkarstetem Gestein durch Abtransport insbesondere von Feinkorn mit dem Sicker- und Grundwasser in korrosiv oder durch Versturz entstandene Karststrukturen hinein

Schüttungsmenge

s. Quellschüttung

Schüttungsquotient

Verhältnis von maximaler zu minimaler Schüttung einer Quelle (Quellschüttung)

Sedimentgestein

Festgestein, das aus Ablagerungen (Sedimenten) entstanden ist

Seekreide

feinkörnige, meist lockere CaCO3-Ausfällung bzw. -Ablagerung im Flachwasser- und/oder Litoralbereich von Seen. CaCO3-Gehalt > 90 Masse-%, außerdem meistens organische Substanz, z. T. Schluff und Ton enthaltend

Seelilien

s. Crinoiden

Seifenlagerstätte

abbauwürdige Anreicherung von verwitterungsbeständigen Mineralen wie z. B. Gold, die durch fließendes Wasser, Gezeiten- und Wellenbewegungen, Wind oder Verwitterung der Nebengesteine entstanden sind

Seihwasser

Wasser, das aus einem Oberflächengewässer in den nicht wassererfüllten Teil eines Grundwasserleiters (Sickerraum) übergetreten ist

Seilkernbohrung

Bohrverfahren mit Doppelkernrohr, bei dem mittels einer ringförmigen (meist mit Diamanten besetzten) Bohrschneide eine Gesteinssäule aus dem Gesteinsverband entnommen wird

Seismogramm

messtechnische Registrierung des zeitlichen Verlaufs der Bodenbewegung bei Erdbeben

Seitenverschiebung

s. Blattverschiebung

Sekundärerz

ein Erz, das auf der Lagerstätte durch Alterationsvorgänge (spätere hydrothermale Überprägung, Verwitterungsvorgänge usw.) aus einem Primärerz entstanden ist

Sekundärrutschung

durch Nachbewegungen innerhalb einer Rutschmasse oder an der Abrisskante einer Rutschung entstandene meist untergeordnete Rutschung

Seltene Erden

s. Seltenerdelemente

Seltene Erdmetalle

s. Seltenerdelemente

Seltenerdelemente

Gruppe von seltenen Metallen, die auf das Element Lanthan (Ordnungszahl 57) folgen und daher auch als Lanthaniden bezeichnet werden (Ordnungszahlen 58–71): Cer, Praseodym, Neodym usw. Aufgrund ihrer besonderen physikalisch-chemischen Eigenschaften werden sie heute zunehmend für geochemische Untersuchungen (besonders genetischer Art) herangezogen

semiarid

s. arid

semisubhydrische Böden

Böden, die in der Tideregion der Meeresküste (semisubhydrisch) entstehen, bei unterbrochener Wasserbedeckung

semiterrestrische Böden

Böden, die durch den Einfluss von Grundwasser geprägt sind und einen mehr oder weniger schwankenden Grundwasserspiegel aufweisen

Sequenzstratigraphie

Teildisziplin der Stratigraphie zur Korrelation von Ablagerungssequenzen (mit sedimentologischen und geophysikalischen Verfahren). Die S. ermöglicht Rückschlüsse auf Meeresspiegelschwankungen oder tektonische Bewegungen im Ablagerungsraum (beide können die Vertiefung oder Verflachung eines Ablagerungsraums und die Zu- und Abnahme von Sedimenteintrag zur Folge haben)

Serizitisierung

Bildung feinschuppiger Hellglimmer im Gestein

Sesquioxide

im Boden vorliegende Metalloxide, besonders Fe2O3, Al2O3, Mn2O3, mit einem Metall-Sauerstoff-Verhältnis von 1 : 1,5, die infolge von Verlagerungsvorgängen in Bodenhorizonten angereichert vorliegen können

Setzung

Absinken der Oberfläche eines Mineralbodens z.B. durch Kompression der Porenräume oder Bildung von Bodenaggregaten

Sickerraum

wasserungesättigte Bodenzone bis zur Grundwasseroberfläche, in dem das Sickerwasser transportiert wird, s. ungesättigte Zone

Sickerschlitz

schmaler, mit Schotter oder Kies gefüllter, in Falllinie des Hanges angelegter Schlitz zur Entwässerung von Böschungen. Die Schlitzbreite beträgt i. d. R. 0,8–1,0 m

Sickerstützscheibe

Sickeranlage zur Entwässerung von Böschungen. Besteht aus in Falllinie abgetreppt ausgeführtem Schlitzgraben, der mit Schotter, Kies oder auch mit Einkornbeton verfüllt wird

Sickerwasser

unterirdisches Wasser, das sich durch Überwiegen der Schwerkraft im Sickerraum abwärts bewegt (DIN 4049-3)

Sickerwasseraustritt

Austritt von Sickerwasser

Sickerwasserrate

Sickerwassermenge je Flächen- und Zeiteinheit aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenbereiche [mm/d]

Siderit

(Gangart-)Mineral der chemischen Zusammensetzung FeCO3

Silcrete

festländische Verkieselungen (z. B. Tertiärquarzite)

Silex

Anreicherung von feinstkörnigem Quarz (Jaspis, Hornstein, Feuerstein, Flint) in unregelmäßiger knolliger Form in sedimentären Kalkgesteinen, welche vor allem in der Steinzeit das wichtigste Werkzeug darstellte und als wertvoller Rohstoffe über und unter Tage abgebaut wurde

Silifizierung

Verkieselung; sekundäre Anreicherung von Kieselsäure und deren Ausfällung unter Verdrängung der ursprünglichen Substanz

silikatisch

vorherrschend von Silikatmineralen (z.B. Quarz, Feldspat) geprägt

Silikatmodul

Wert zur Beurteilung der Zementklinkerzusammensetzung; Anhaltswert für das Mengenverhältnis der bei Sintertemperatur überwiegend in den festen Silikaten gebundenen Kieselsäure und dem in der Schmelze vorliegenden Al2O3- und Fe2O3-Anteil; Abk.: SM

Silur

Periode (System) des Paläozoikums; nach dem Keltenvolk der Silurer in Wales (seit 1839)

sinistral

linksseitig bzw. linksdrehend. Von einer sinistralen (= linksdrehenden) Blattverschiebung spricht man, wenn sich die jeweils vom Betrachter gegenüberliegende Platte nach links bewegt

Sinkwasser

rasches Eindringen und Versickern von Wasser in den Boden über Klüfte, Röhren (biogene Makroporen) und Trockenrisse an den Bodenaggregaten vorbei (Makroporenfluss). Der Wasserfluss auf bevorzugten Fließbahnen führt zu beschleunigtem Tiefentransport und schnellerer Stoffverlagerung (präferenzielles Fließen)

Sinterkalk

Quellenkalk

Sinterkalkstein

calcitische, hochporöse, oft Pflanzen inkrustierende Kalkausscheidung an Quellen, Bächen und Seen; lockere Sinterkalke heißen "Kalktuffe". S. werden aus fließendem Wasser ausgeschieden, vorzugsweise in Quellspalten, Klüften und Höhlen, an Sinterterrassen usw. Die Sinterkalksteine sind oft durch eingeschlossene Schneckenschalen und inzwischen verrottete Pflanzenreste hoch porös. "Sinterkalke" (beim Gauinger Travertin handelt es sich um einen Süßwasser-Sinterkalkstein)

SK6L

Abkürzung für: Seilkernbohrung mit 6 Zoll (102 mm) Durchmesser

SM

Abkürzung für: Silikatmodul

SMOW

Abkürzung für: Standard Mean Ocean Water, Bezugsstandard für Wasserstoff- und Sauerstoff-Isotopengehaltsmessungen. Gemessen wird die relative Abweichung von diesem Standard in Promille (‰ SMOW)

Sohle

ausgerichtete Ebene oder Stockwerk eines Bergwerks

Sol

physikalischer Zustand mineralischer bzw. organischer Kolloide, die sich aufgrund gleicher elektrischer Ladung in einer Lösung gegenseitig abstoßen

Sole

Grundwasser mit hohem Mineralgehalt (nach balneologischer Definition ≥14 g/l gelöster Stoffe)

solen

Lösung von Steinsalz in Wasser

solifluidal

entstanden durch Bodenfließen an Hängen oder durch Regelation auf Ebenen im Auftaubereich des Dauerfrostbodens; verschiedenkörniges Material

Solifluktion

s. Bodenfließen

solimixtiv

s. solifluidal

Solum

über dem Unverwitterten liegender Teil des Bodens (Oberboden plus Unterboden, ohne C- und Gr-Horizonte)

Solung

Verfahren zur Gewinnung von Salz aus dem Untergrund. Das Salz wird dabei durch eingepumptes Wasser gelöst und die Salzlösung gefördert

Sorption

Anlagerung von Inhaltsstoffen des Grundwassers oder Bodenwassers an innere Oberflächen des durchflossenen Gesteins oder Bodens

Sorptionskomplex

Gesamtheit der anorganischen und organischen Bodenkolloide (Ton, Humus, Metalloxide), die durch ihre Oberfläche spezifische Sorptionseigenschaften für Stoffe aufweisen

Spaltzugfestigkeit

auch Biege(zug)festigkeit; sie ist der Widerstand (Grenzwert) gegen Kräfte, die rechtwinklig zur Längsachse eines Körpers wirken und diesen auf Durchbiegung bis zum Bruch beanspruchen. Angabe in MPa bzw. N/mm². Die Spaltzugfestigkeit eines Gesteins ist i. Allg. richtungsabhängig. Bestimmung nach DIN 52112

Sparit

Karbonatgestein mit umkristallisierter, spätiger Matrix, die durch Kristallgrößen meist über 0,01 mm und durch helle, durchscheinende Kristalle gekennzeichnet ist

sparitisch

s. Sparit

Speicherfeuchte

s. Feldkapazität

Speicherkapazität

Menge des frei beweglichen Wassers als Volumenanteil in den Poren mit Äquivalent-Durchmesser > 50 µm (weite Grobporen); entspricht der Luftkapazität [%]

Speicherkoeffizient

Produkt aus spezifischem Speicherkoeffizient und Grundwassermächtigkeit – entspricht im freien Grundwasser dem (speicher)nutzbaren Hohlraumanteil, im gespannten Grundwasser der Wasserabgabe pro Volumeneinheit, die bei Erniedrigung des Druckes um 1 m erfolgt. Bei gespanntem Grundwasser ist er sehr klein und beruht im Wesentlichen auf der Elastizität des grundwassererfüllten Gebirges

speichernutzbarer Hohlraumanteil

s. Hohlraumanteil

Spezifische Entzugsleistung

aus dem Untergrund pro Bohrmeter gewinnbare Wärmemenge, Dimension: W/m

Spezifische Ergiebigkeit

Die auf eine Absenkung des Grundwasserspiegels von 1 m normierte Ergiebigkeit (Q/s). Q/s ist ohne Berücksichtigung des brunnenspezifischen Absenkungsanteils, der durch den Eintrittswiderstand des Brunnenbauwerks hervorgerufen wird, für einen Brunnen in der Regel konstant. Dies gilt streng genommen jedoch nur, solange sich die Grundwassermächtigkeit bzw. die Transmissivität bei der Förderung nicht verringern, d. h. für gespannte Grundwasserverhältnisse

Spezifischer Speicherkoeffizient

Kenngröße des Untergrundes, die die Änderung des gespeicherten Wasservolumens je Volumeneinheit des Grundwasserkörpers bei Änderung der Standrohrspiegelhöhe um einem Meter beschreibt

Sphagnumtorf

aus Torfmoosen, die vor allem im Bereich von Hochmooren bis zu 4 m mächtige Torflager aufbauen

Sphalerit

s. Zinkblende

Spritzbeton

Spezielles Betongemisch, welches durch Druckluft/Wasserdruckluftgemisch auf eine Oberfläche aufgebracht wird. Der Begriff Spritzbeton beinhaltet sowohl das Nass- wie auch das Trockenspritzverfahren. Die Bindezeit von Spritzbeton ist so kurz, dass er rasch nach dem Aufspritzen erstarrt

Spritzbetonknagge

Auftrag von Spritzbeton, i. d. R. mit Baustahlgitter armiert und rückverankert sowie einer zuvor verlegten Drainage zur Herstellung bzw. Ertüchtigung eines Fußauflagers einer absturzgefährdeten Felspartie

Spritzbetonplombe

s. Spritzbetonknagge

Sprungschicht

Grenzschicht zwischen zwei übereinanderliegenden Wassermassen verschiedener Dichte, bedingt durch verschiedene Temperaturen, Salzgehalte oder beides.

sprödtektonisch (bruchtektonisch)

durch bruchhafte Deformation beeinflusst, welche zur Entstehung von Klüften, Spalten und Verwerfungen führt

Spätglazial

Spätphase der pleistozänen Würm-Eiszeit (= Spätwürm), etwa 16.000 bis 12.000 vor heute

Spülungsverlust

Verlust der beim Bohren verwendeten Flüssigkeit (Spülung) durch Übertritt ins Gebirge

Stachelhäuter

s. Echinodermen

Stadtböden

Sammelbegriff für Böden im Bereich von urban, gewerblich, industriell und montan überformten Flächen, die sich i.d.R. durch ihr Ausgangssubstrat, ihre Bodenentwicklung (intensiver anthropogener Einfluss), ihre Vergesellschaftung und ihre Abgrenzung (keine Übergänge) von natürlichen Böden unterscheiden

Standort

die Gesamtheit der einwirkenden Umweltbedingungen (z.B. Boden, Klima und Relief) auf das Pflanzenwachstum und die Bewirtschaftung

Standortfaktoren

durch Boden, Klima oder Relief bedingte Einflüsse. Sie steuern Lebensbedingungen der Pflanzen- und Tierwelt eines Standortes und bestimmen die Ertragsfähigkeit

Standortkartierung

kartenmäßige Aufnahme der Standortfaktoren eines Gebietes, Erfassung bodenkundlicher Merkmale und Eigenschaften sowie die Klassifizierung der ausgeschiedenen Standorteinheiten

Staunässe

zeitweilige Vernässung des Durchwurzelungsbereiches des Bodens durch Stauwasser und Haftwasser, die zu Luftmangel führt

Staunässestufe

aus standortkundlichen Kriterien abgeleitete graduelle Abstufung der durchschnittlichen Staunässe und Haftnässe des Bodens

Stauwasser

zeitweilig auftretendes bewegliches Bodenwasser über einer Stauwassersohle, meist oberhalb 13 dm unter Geländeoberfläche

Stbr.

Abkürzung für: Steinbruch

Steiger

Vorgesetzter im Grubenbetrieb, der die Arbeiten im Bergwerk leitet und beaufsichtigt

Stein

Gesteinskörper mit Kantenlänge über 63 mm bis 200 mm

Steinbruch

ein Tagebau zur Gewinnung von Festgesteinen, überwiegend für den Baubereich. Sofern Gesteine unter Tage gewonnen werden, spricht man auch von Untertagesteinbruch (selten)

Steine und Erden

rohstoffwirtschaftlicher Ausdruck für Locker- und Festgesteine, die als Massenrohstoffe in der Industrie, vornehmlich der Bauindustrie, genutzt werden

Steinsalz

Mineral der chemischen Zusammensetzung NaCl. Es tritt im Mittleren Muschelkalk verbreitet gesteinsbildend auf, ist aber durch Subrosion oft herausgelöst

Steinschlagschutznetz

Netz aus Stahldrahtgeflecht als Böschungssicherung; wird in Kombination mit Boden-/Felsnägeln konturnah auf die Böschung aufgebracht

Steinschlagschutzzaun

technisches Bauwerk zum Rückhalt von Sturzkörpern mit definierter Energieaufnahmefähigkeit. In der Regel bestehend aus verankerten Stützen, einem Stahldrahtgeflecht sowie seitlichen und rückwärtigen Abspannungen mit Bremselementen

Stichtagsmessung

Messung der Standrohrspiegelhöhen (Grundwasser) bzw. Pegelstände (Oberflächengewässer) in einem Untersuchungsgebiet zu einem Zeitpunkt, bzw. in einem möglichst kurzen Zeitabschnitt

Stirnwulst (Rutschung)

das untere Ende einer Rutschmasse als Wulst über die ursprüngliche Geländeoberfläche geschoben

Stockwerk

s. Grundwasserstockwerk

Stollen

zutage ausgehender horizontaler oder leicht geneigter Grubenbau von gleichbleibendem Querschnitt

Stollenpinge

„Pinge“, die durch Einbruch eines Stollenstücks verursacht worden ist

Stoß

seitliche Begrenzung eines Grubenbaus (s. damit „Ort“)

Stratigraphie

Teildisziplin der Geologie, die sich mit der Abfolge der Schichten und Gesteine, ihren geometrischen Verhältnissen, ihrer Zusammensetzung und Entstehung sowie mit ihren Altersbeziehungen befasst. Bei der Lithostratigraphie (griech. lithos = Stein) stehen in erster Linie die Gesteinsabfolge selbst und ihre Zusammensetzung im Vordergrund, bei der Biostratigraphie die darin enthaltenen Fossilien, bei der Chronostratigraphie die Zeitaspekte und bei der Klimastratigraphie das Klima. Im Quartär ist besonders die Pollenanalyse wichtig. Bei der Morphostratigraphie werden in erster Linie geomorphologische Aspekte (Höhenlage, Form u. a.) benutzt

stratigraphisch

s. Stratigraphie

Strecke (Bergbau)

nicht zutage ausgehender horizontaler oder leicht geneigter Grubenbau von gleichbleibendem Querschnitt (vgl. damit „Stollen“)

Streichen

Richtung einer gedachten horizontalen Linie auf einer geneigten geologischen Fläche (z. B. Schichtfläche), die als Winkel zur Nordrichtung mit dem Kompass gemessen wird (senkrecht dazu: Einfallen)

strike-slip

englisch für Blattverschiebung

Stromatolith

unregelmäßig, blumenkohlartig oder nierig gebänderte Struktur in Kalksteinen, die auf sedimentbindende und kalkabscheidende Aktivität von Mikroorganismen (vorwiegend Cyanobakterien) zurückgeführt wird

stromatolithisch

s. Stromatolith

Stromlinie

Linie, die ein Wasserteilchen beim Abstrom im Grundwasser beschreibt. Die Stromlinie verläuft senkrecht zu den Grundwassergleichen

Strosse

untere Begrenzung eines Grubenbaus (vgl. Firste)

Strossenbau

Abbauverfahren, bei dem von oben nach unten fortschreitend das Gestein hereingewonnen wird (s. auch: „Firstenstoßbau“); meist das zunächst angewandte Abbauverfahren nach Auffinden einer Lagerstätte/eines Erzgangs, bei dem sofort von über Tage nach unten abgebaut wird

Sturzereignis

s. Stürzen

Sturzmasse

Ablagerung infolge eines Sturzprozesses

Stylolithen

zahnartige Strukturen in Kalkgesteinen, entstanden durch Kalklösung unter Druckspannung (Drucklösung)

stöchiometrisch

die nach den quantitativen Gesetzen der Chemie reine Zusammensetzung von Stoffen

Störung

s. Verwerfung

Störungsletten

zerriebener, toniger Gesteinszersatz auf einer Störungsfläche

Stürzen

Bewegungsart von Massenbewegungen. Lösen von Fest- und/oder Lockergestein (meist Steine oder Blöcke) in einem steilen Hang entlang einer Fläche, auf der geringe oder keine Scherbewegungen stattfinden. Das Material stürzt größtenteils frei fallend, springend oder rollend ab. Einteilung nach Volumen des herabgestürzten Gesteinsmaterials in Steinschlag (bis 1 m³), Blockschlag (> 1 m³ bis 10 m³) und Felssturz (> 10 m³). Die Reichweite der Sturzkörper hängt u. a. von der Hangneigung, dem Geländerelief, Dämpfung und Rollwiderstand des Untergrunds und der Vegetation ab. Bei weniger als 30 % Hangneigung kommt das abgestürzte Material meist zum Stillstand. Bäume (Wald) können abstürzendes Material stark abbremsen

Subduktion

Abtauchen einer Lithosphärenplatte unter eine andere (meist kontinentale) Platte

Subhydrische Böden

Böden, die in Binnengewässern aller Größen (subhydrisch) entstehen, bei ständiger Wasserbedeckung

Subrosion

unterirdische Lösung von erhöht lösungsfähigem Gestein (Steinsalz, Kalisalz, Sulfatgestein) durch das Grundwasser mit Hohlraumbildung. Die Folge der Subrosion können anhaltende flächige oder punktuelle Senkungen der Geländeoberfläche oder spontane, stufenweise, schachtartige Einbrüche, d.h. Erdfälle in der Überdeckung (bei Unterschreitung der Standfestigkeit) sein

Substanzanteil

Volumenanteil der festen Bodensubstanz bezogen auf das Gesamtvolumen eines Bodens oder Torfes [%]

Substanzvolumen

s. Substanzanteil

Substratsystematik

hierarchische Gliederung der Böden aufgrund ihrer Substratabfolge. Damit verbunden sind spezifische Kombinationen von Eigenschaften, die sich in Verbindung mit der Substratkomponente anwendungsorientiert interpretieren lassen. Das Substrat gliedert sich in Substratklassen, -typen und –subtypen

Subvulkanit

magmatisches Gestein, dessen Bildungsraum unterhalb der Erdoberfläche lag (Größenordnung einige hundert Meter), s. Magmatit

Suevit

polymikte, kristalline Impaktbrekzie mit Glasbildungen im Nördlinger Ries

Suffosion

Ausspülen von Feinanteilen eines ungleichförmigen nichtbindigen Lockergesteins durch fließendes Wasser

Sulfatgestein

Gipsstein, Anhydritstein, gehören zu den Salinargesteinen oder Evaporiten

Sulfathaltiges Gestein

Gestein mit Gips und/oder Anhydrit

Sulfatspiegel

Grenze zum sulfatführenden Gebirge

Sulfatspiegelbegrenzung

Das LGRB spricht seit März 2009 eine Tiefenbegrenzung von Geothermiebohrungen auf das erste Auftreten von Sulfatgestein in der Bohrung (Sulfatspiegel, unkritische Bohrtiefe) in Form einer Auflagenempfehlung aus. Sie wurde in die LQS EWS übernommen. Die S. beruht letztlich auch auf der Frage nach der Langzeitsicherheit der zur Abdichtung eingebrachten Verfüllmedien

Sulfide

Metallverbindungen mit Schwefel, z. B. Bleiglanz, Zinkblende, Kupferkies

Syenit

körniges, saures bis intermediäres Tiefengestein, vorwiegend aus Orthoklas, Hornblende und wenig Quarz, z. T. Glimmer oder Augit anstatt Hornblende

synsedimentär

Bezeichnung für während der Sedimentation ablaufende Vorgänge

Säbelwuchs

ausgeprägte Krümmung von Baumstämmen in einem Rutschgebiet. Anhand des Baumalters sowie des Krümmungsgrads lassen sich Rückschlüsse auf Alter und Bewegungsart ziehen. Kann in sehr steilem Hanggelände auch durch andere Prozesse verursacht werden (z. B. kann die Krümmung eines Baumstamms auf dem untersten Meter (Knie) auf Schneelast zurückzuführen sein)

Säuerling

kohlendioxidhaltiges Wasser mit einem natürlichen Gehalt von mindestens 250 mg/l bzw. 1.000 mg/l freien gelösten Kohlenstoffdioxid (CO2)

söhlig

Bezeichnung für die horizontale Lagerungsform von Gesteinsschichten, s. saiger

Sümpfen

das Freihalten der tiefsten Grubenbaue vom zufließenden Wasser mittels Wasserkünsten, Pumpen usw.

Süßgas

Erdgas, das Schwefel oder Schwefelverbindungen nicht oder nur in so kleinen Mengen enthält, dass keine Aufbereitung für eine direkte Verwendung notwendig ist

T

T-Wert

s. Kationenaustauschkapazität

Tachymeter

Vermessungsinstrument zum Ein- und Aufmessen von Punkten in Lage und Höhe. Im Gegensatz zum Theodolit können neben Horizontalrichtungen und Vertikalwinkeln auch Entfernungen gemessen werden

Tagebau

Abbauareal zur Gewinnung von Rohstoffen an der Erdoberfläche, Gegensatz: Tiefbau

Tagschacht

auch Tagesschacht; Schacht, der bis zu Tage ausgeht

Talmäander

eingesenkter Mäander, gebildet durch Tiefenerosion eines Flusses in den Gesteinsuntergrund. Mäander: in Schlingen gewundener Lauf eines Flusses

Talschotter

riß- und würmzeitliche Schotter, die im Gegensatz zu Deckenschottern in den heutigen Tälern angetroffen werden. Aufgrund der Tallage und des hohen Porenraums von Schottern sind diese häufig (teilweise) wassererfüllt

Talus

Schutthalde, Ansammlung von Schutt am Hangfuß

Talzuschub

Ein Talzuschub (Sackung) definiert großräumige, langsame, tiefgreifend kriechende Bewegungen von Festgesteinen. Typisch ist eine Aufwölbung des Hangfußes und hangeinwärts fallende Flächengefüge im Kammbereich

tangierende Bohrpfahlwand

Bohrpfahlwand, bei der der Achsabstand der ausgeführten Bohrpfähle zueinander dem Pfahldurchmesser entspricht, d. h. die ausgeführten Bohrpfähle tangieren (berühren) sich

Tannheim–Laupheimer-Deckenschotter

haslach- und mindelzeitlicher kristallinreicher Deckenschotter, der als langgestreckter Schotterstrang im mittleren Rheingletschergebiet von Tannheim bis Laupheim vorhanden ist. [Lokalbezeichnung für Mindel-Deckenschotter]

Tauchpumpe

Bei einer Tauchpumpe stellen Pumpe und Motor eine Einheit dar, die direkt im Grund- bzw. Thermalwasser in größerer Tiefe arbeiten. Bei Thermalwasserförderung waren damit häufig Ablagerungen von Mineralien, Korrosion, Vibrationen und Motordefekte verbunden. Heute werden meist -> Gestängepumpen eingesetzt

TDS

Abkürzung für: total dissolved solids; Gesamtlösungsgehalt (Gesamtmineralisation), die Summe aller im Wasser gelösten Inhaltsstoffe; wird rechnerisch durch Addition der Konzentrationen ermittelt [mg/l]

Technische Ergiebigkeit

Die Rate an Grundwasser, die aufgrund der hydraulischen Eigen­schaften des Grundwasser­leiters und der technischen Auslegung eines Fassungs­bauwerks bei einer, auf die Aquifermächtigkeit bezogen, sinnvoll begrenzten Absen­kung langfristig gefördert werden kann [m³/s]

Tektonik

Teildisziplin der Geologie, die sich mit dem Bau der Erdkruste sowie den Bewegungen und Kräften befasst, die diesen Bau mit seinen Strukturen erzeugt und die Gesteinskörper dabei deformiert haben

Tektonische Decke

ausgedehnter Gesteinsverband, der tektonisch von seiner ursprünglichen geologischen Unterlage abgelöst und (meist viele km) weit auf fremden Untergrund transportiert („überschoben“) worden ist

Tektonische Platte

Begriff aus der Geodynamik, in der Plattentektonik wird ein eigenständiger Lithosphärenkörper als P. bezeichnet; als Lithosphäre bezeichnet man eine (im Mittel 100 km dicke) Schicht aus Erdkruste und oberem Erdmantel. Tektonische Platten verschieben sich im Verlaufe der Erdgeschichte

Temperaturanomalie

Abweichung der Temperatur vom Normalwert (z.B. bei der Gebirgstemperatur). Es gibt positive und negative Temperaturanomalien. Bei Positiven liegt die Temperatur über dem Normalwert, bei Negativen darunter

Temperaturgradient

Temperaturzunahme pro Tiefenabschnitt. Synonym: geothermischer Gradient (gradT). Dimension: mK/m, °C/km, traditionell °C/100 m. Mittelwert für Deutschland: 2,8 °C/100 m

Synonyme: geothermischer Gradient

Tempestit

Sturmsediment, entsteht in küstennahen Faziesräumen durch sturmbedingte Umlagerung von Sediment

Tephrit

vulkanisches Festgestein mit definierter mineralogischer Zusammensetzung (90–100 % Plagioklasanteil an Feldspäten, 10–60 % Foide und <10% Olivin)

Terra fusca

Bodentyp aus karbonatreichen Gesteinen (Kalk-, Dolomit-, Mergelstein); braungelb bis rotbraun, tonreich, humusarm und fast vollständig entkalkt

Synonyme: Terrae fuscae

Terrane

kleine kontinentale Plattenspäne oder -splitter in ozeanischen Krustenbereichen

terrestrisch, festländisch

Bezeichnung für sämtliche im Bereich des festen Landes ablaufenden Vorgänge, Kräfte sowie dort entstehende Ablagerungen und sonstige Bildungen

terrestrische Böden

Böden außerhalb des Grundwassereinflusses und Stauwasserböden

Tertiär

älteste Periode (System) des Känozoikums; nach einer lateinischen Bezeichnung für Ablagerungen in Oberitalien, die einer damals so bezeichneten dritten Zeitepoche zugeschrieben wurden (seit 1759)

Synonyme: Tertiärs

Tethys

Ozean, der überwiegend im Mesozoikum und älteren Känozoikum existierte; nach der griechischen Meeresgöttin Tethys, der Schwester und Gemahlin des Titanen Okeanos. Das heutige Mittelmeer ist ein Relikt dieses Ozeans

Theodolit

Winkelmessinstrument zur Messung von Horizontalrichtungen und Vertikalwinkeln

Thermalwasser

Grundwasser, dessen Temperatur von Natur aus am Austrittsort ≥ 20 °C beträgt

Thermische Eigenschaften

zu den wichtigsten thermischen Eigenschaften gehören die Wärmeleitfähigkeit und die spezifische Wärmekapazität

tidal-fluviatil

s. perimarin

Tiefenentwässerung

Entwässerung von tiefen wasserführenden Schichten durch Einbringung von Sickerschlitzen, Sickerstützscheiben oder durch Sickergalerien (z. B. mittels quer zum Hang ausgeführter überschnittener Kiespfähle, die am Galerietiefpunkt über eine Horizontalsteuerbohrung in freiem Gefälle entwässern)

Tiefenverwitterung

(in Schotterkörpern) selektive Verwitterung bestimmter Komponenten im noch kalkhaltigen Grobsediment; betrifft insbesondere entfestigte Gneise (Feldspat und Glimmer bereits zersetzt) sowie einen Teil der Dolomitsteingerölle

Tieflockerung

einmaliger Arbeitsvorgang zum Wenden des Bodens tiefer als 4 dm mit Spezialpflügen zum Heraufholen besseren und/oder Vergraben schlechteren Bodenmaterials oder zum Aufbrechen von verfestigten bzw. verdichteten Horizonten

Tiefpflügen

Maßnahme zum Wenden des Bodens tiefer als 4 dm mit Spezialpflügen zum Heraufholen besseren und/oder Vergraben schlechteren Bodenmaterials oder zum Aufbrechen dichter Horizonte bzw. Schichten

Till

unmittelbar von einem Gletscher abgelagerte, also unverfestigte glazigene Sedimente; man unterscheidet verschiedene Tillfazies, je nachdem, wo und wie der Till vom Gletscher abgelagert wurde. Eine vollständige Tillsequenz beginnt mit Setztill (lodgement till), darüber Ausschmelztill (melt out till) und schließlich Fließtill (flow till). Häufig matrixgestützte Diamiktite. Der früher häufig benutzte Begriff Moräne soll nur noch für geomorphologische Formen verwendet werden

Tillit

diagenetisch verfestigtes glazigenes Sediment, aus Till hervorgegangen

Titanomagnetit

Mineral der Mischreihe aus Magnetit (Fe2O3) und Ulvöspinell (Fe2TiO4), wichtiges Eisenerzmineral

Tithon

s. Tithonium

Tithonium

höchste stratigraphische Stufe des Oberjuras, benannt nach Tithonos, einer Figur der griechischen Mythologie

TK25

Abkürzung für: Topographische Karte im Maßstab 1 : 25 000

TM

Abkürzung für: Tonerdemodul.

TOC

Abkürzung für: total organic carbon.

Ton

Lockersediment mit Korngrößen < 0,002 mm. Ein wichtiger Bestandteil des Tons sind Tonminerale (z. B. Smectit, Montmorillonit, Illit, Kaolinit)

Tonerdemodul

Angabe über das Mengenverhältnis Aluminat/Aluminatferrit (TM = Al2O3 / Fe2O3) für die Beurteilung der Zusammensetzung der Schmelze  bei der Herstellung von Zementklinkern

toniger Kalkstein

Kalkstein mit 10–25 % Tonanteil

Tonmergelstein

sedimentäres Festgestein mit 25–50 % Calcit, 50–75 % Ton und < 10 % Sand

Tonschiefer

feinkörniger, eben spaltender Schiefer; aus tonigen Sedimenten durch (Anchi-) metamorphose hervorgegangen; die Schieferung wird durch parallel orientierte Tonminerale hervorgerufen

Tonstein

sedimentäres Festgestein, das vornehmlich aus Tonmineralen (= überwiegend blättchenförmige, Silikatminerale der Korngröße < 2 µm) besteht

Synonyme: Ton-

Topsets

horizontal geschichtete, fluviatile Sedimente auf der Oberfläche eines sich seewärts vorbauenden Deltas

totale Spannung (σ)

Spannung, die aus der aufgebrachten Normalkraft (Vertikallast) (N) pro Fläche (A) ermittelt wird; σ= N/A; Einheit: kN/m²

Toteisloch

charakteristische Geländehohlform einer sog. Eiszerfallslandschaft, die beim Abschmelzen überdeckter Gletscherpartien durch Nachsacken der Überdeckung entstanden ist (Durchmesser und Tiefe meist mehrere Zehnermeter). Das Toteis wurde beim Zurückschmelzen des Gletschers isoliert und von Schmelzwassersedimenten zugedeckt. Toteislöcher enthalten häufig Seen oder Moore

Totwasser

(= nicht nutzbares Bodenwasser); Menge des Bodenwassers, die in Poren mit Äquivalent-Durchmesser < 0,2 µm oder bei einer definierten Saugspannung größer pF 4,2 gebunden ist; sie ist in der Regel nicht mehr pflanzenverfügbar [Masse-%, Vol.-%, l/m3, mm/dm]

Tracer

Markierungsstoff, der in Gewässer (Oberflächengewässer, Grundwasser) zur Durchführung von Markierungsversuchen eingebracht wird und darin in gelöster, suspendierter oder anderer Form transportiert wird. Am häufigsten werden heute Fluoreszenztracer, z. B. Uranin, eingesetzt

Tracerversuch

Untersuchungsmethode zur Bestimmung der Grundwasserfließrichtung und –geschwindigkeit oder der Infiltration von Oberflächenwasser. Ein gut wasserlöslicher Markierungsstoff wird an einer bekannten Stelle in das Grundwasser oder das Oberflächengewässer eingegeben. An umliegenden Beobachtungsstellen (z.B. Brunnen, Grundwassermessstellen, Quellen) wird festgestellt, ob, wann und in welcher Menge der Stoff auftritt

Transformation

Vorgang, bei dem Stoffe aus einer Matrix durch chemische und/oder physikalische Prozesse (z.B. Verwitterung) freigesetzt bzw. in verlagerbare Verbindungen (z.B. Pflanzennährstoffe) überführt werden

Transformstörung

s. Verwerfung

Transgression

großräumiges, lang anhaltendes Vorstoßen des Meeres auf das Festland, bedingt durch Anstieg des Meeresspiegels (Meereshochstand) oder Absenkung des Untergrunds. Der umgekehrte Vorgang (Meeresrückzug) heißt Regression

Transitgebiet

(auch Durchflussgebiet) Gebiet mit überwiegend horizontalem Grundwasserabfluss¸ im Gegensatz zum Neubildungs- und Entlastungsgebiet eine Zone, in der Grundwasser weder neugebildet wird noch ausströmt

Translationsrutschung

Rutschung, die an einer ebenen, vorgezeichneten Gleitfläche erfolgt

Transmissivität

Integral der Durchlässigkeit über die Mächtigkeit des Aquifers, T = ∫kf H (m2/s); sie ist definiert als die Durchflussrate (m3/s) durch die Breite des durchströmten Aquifers (m) bei einem Grundwassergefälle (hydraulischer Gradient) von 1

Transportbereich (Rutschung)

Bereich der Rutschung zwischen Abtragsbereich und Ablagerungsbereich, in dem überwiegend Materialtransport stattfand

Trass

natürliches Puzzolan (Tonerdesilikat); der „rheinische Trass“ z. B. ist ein vulkanischer Tuff, der im Neuwieder Becken bei Koblenz abgebaut wird. T. wird zu Trasszement verarbeitet, der wegen seiner hohen Wasserdichtigkeit v. a. im Wasserbau verwendet wird. Als Trass bezeichnet man insbesondere wenig verfestigte, vulkanische Tuffgesteine, die sich als heiße Gas- (Wasserdampf-) Glasstaub-Suspensionen aus einem Vulkanschlot in morphologische Depressionen ergossen und flächenhaft ausgebreitet haben. Obwohl von anderer Entstehung wird der schwäbisch-bayerische Suevit wegen seiner Puzzolanität unter technischen Gesichtspunkten auch als Trass bezeichnet

Travertin

1. nicht marines, verfestigtes Karbonatgestein, meist flächenhaft rindenartig ausgeschieden, welches oft eine deutliche Porosität aufweist
2. Bezeichnung für sämtliche Höhlenabscheidungen aus Calciumkarbonat
3. industrielle Handelsbezeichnung für polierfähige, aber kavernöse Kalksteine

Trennfläche

Oberbegriff aller Flächen, welche die mechanische Kontinuität innerhalb eines Festgesteinskörpers unterbrechen, somit die Scherfestigkeit des Gebirges herabgesetzt wird und entlang derer es zur Auflockerung und Ablösung kommen kann. Die Trennflächen können z. B. durch tektonische Beanspruchung, sedimentäre Gefüge oder Einregelung von Mineralen hervorgerufen werden

Trennflächengefüge

Gesamtheit aller ein Gebirge unterbrechenden Trennflächen (z. B. Schichtung, Schieferung, Klüftung). Art bzw. Entstehung, Anzahl, Anordnung und Ausbildung der Trennflächen kennzeichnen zusammen mit den Gesteinseigenschaften die Gebirgseigenschaften

Trennfuge

s. Trennfläche

Trennhorizont

s. Trennschicht

Trennschicht

Geologische Schicht (Grundwassergeringleiter), die im Vergleich zu einem benachbarten Grundwasserleiter gering wasserdurchlässig ist. Die Schicht ist hydraulisch wirksam, wenn sie Grundwasserkörper voneinander trennt, die in der Vertikalen unterschiedliche Standrohrspiegelhöhen aufweisen

Trennstromfläche

s. Trennstromlinie

Trennstromlinie

trennt Gebiete, aus denen Grundwasser einem bestimmten Ort zufließt bzw. nicht zufließt

Trias

älteste Periode (System) des Mesozoikums, 251 – 200 Ma vor heute; nach dem griechischen Wort für Dreiheit. Der die Dreiteilung in Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper ausdrückende und weltweit gültige Name wurde 1834 von dem württembergischen Forscher Friedrich A. von Alberti eingeführt

Trinkwasser

in der Natur vorkommendes,eventuell mit technischen Hilfsmitteln aufbereitetes, zum Trinken durch den Menschen geeignetes Wasser. Es muss in seiner chemischen und mikrobiologischen Beschaffenheit uneingeschränkt die physiologischen Anforderungen an ein für den Menschen unentbehrliches Lebensmittel erfüllen

Trinkwasserbrunnen

Technische Anlage zur Gewinnung (Förderung) von Grundwasser für Trinkwasserzwecke

Tripel

„Polierschiefer“ aus sehr feinkörnigem, feingeschichtetem, verfestigtem kieseligem Sediment (Diatomeenerde); früher wichtiges Poliermittel in der Schmuckindustrie

Trochiten

fossile Stielglieder der Seelilie Encrinus liliiformis (s. Crinoiden); im Oberen Muschelkalk teilweise gesteinsbildend („Trochitenbänke“)

Trockengewicht

s. Trockenmasse

Trockenmasse

Masse der Bodenprobe des bei 105 °C bis zur Massenkonstanz getrockneten Bodens [g, kg]

Trockenrohdichte

Quotient aus der Trockenmasse einer Bodenprobe in natürlicher Lagerung und ihrem Volumen [g/cm3, kg/dm3] Kennwert zur Beschreibung des spezifischen Gewichts eines Gesteins nach Trocknung des Materials bei 105 °C. Die Trockenrohdichte ist der Quotient aus Trockenmasse und Volumen einschließlich des vorhandenen Porenraums und damit immer gleich oder niedriger als die Dichte. Die Werte werden angegeben in g/cm3, seltener in kg/m3 oder t/m3. Bestimmung nach DIN 52102. (Synonyme: Lagerungsdichte, Raumgewicht, Rohdichte, Volumengewicht)

Trum

schmaler Erz- oder Mineralgang mit nur kurzer Erstreckung

Trümerzone

eine Zone im Gestein, die von schmalen Gangtrümern (s. Trum) durchzogen ist

Tubiphyten

inkrustierende Mikroorganismen unsicherer systematischer Zuordnung, die meist Foraminiferen, aber auch andere Biogene umhüllen („weiße Flämmchen“); heutiger Name Crescentiella morronensis [früher: Tubiphytes morronensis]

Tuff

vorwiegend aus vulkanischer Asche bestehende, verfestigte Ablagerung Magmatite

Tuffit

feinkörnige, vulkanoklastische See- oder Flussablagerungen mit verschwemmtem Tuffmaterial mit einem Gehalt an Pyroklasten zwischen 25 und 75 %

Tundra

Vegetationsform der lebensfeindlichen Subpolargebiete mit niedrigen Wuchsformen. Der tiefere Untergrund ist häufig ganzjährig gefroren und taut nur im Sommer oberflächlich auf ( Permafrost). Die Vegetationsperiode in diesem Periglazialraum ist nur wenige Monate lang (kurze, kühle Sommer und lange, eisige Winter)

Turbidit

klastisches Sediment mit von unten nach oben feiner werdender Korngröße. Die Ablagerung erfolgt durch Trübe- und Schlammströme, die an untermeerischen Abhängen in die Tiefsee abgehen (verbreitet im Flysch), aber auch in tiefen Süßwasserseen auftreten

turbiditisch

s. Turbidit

U

U-Pumpe

Unterwasser-(Motor)Pumpe. Der Durchmesser der Pumpe wird üblicherweise in Zoll angegeben (1“ = 2,54 cm)

u. A.

Abkürzung für: unter Ansatzpunkt

u. Gel.

Abkürzung für: unter Gelände

u. Ng.

Abkürzung für: unter der Nachweisgrenze

Uferfiltrat

Wasser, das aus oberirdischen Gewässern unmittelbar in der Grundwasserraum eingedrungen ist, ausgenommen durch Versinkung (DIN 4049-3)

Uferfiltration

Einsickern von Wasser aus oberirdischen Gewässern unmittelbar in den Grundwasserraum

Ulme (Tunnelbau)

wie „Stoß“; spezieller Begriff aus dem Tunnelbau

ultrabasisch

Bezeichnung für magmatische Gesteine, deren SiO2-Gehalt unter 45% liegt

umgelagert

Oberbegriff für schwerkraft- und erosionsbedingte Umlagerung; Sedimente als Abschwemm- und Rutschmassen vorliegend

Umwandlungserscheinungen

Merkmale, die auf Umwandlungsvorgänge im Gestein schließen lassen (vgl. Dedolomit, zuckerkörniger Kalkstein)

ungesättigte Wasserdurchlässigkeit

s. ungesättigte Wasserleitfähigkeit

ungesättigte Wasserleitfähigkeit

Quotient aus Durchflussmenge je Flächen- und Zeiteinheit (Filtergeschwindigkeit) im wasserungesättigten Boden, geteilt durch den hydraulischen Gradienten, bezogen auf eine definierte mittlere Saugspannung [m/s, cm/d]

ungesättigte Zone

Aerationszone; unvollständig mit Wasser gefüllter Bodenraum, der den Sickerraum ohne den geschlossenen Kapillarraum umfasst

Unterboden

unterer, meist humusärmerer Teil des Solums zwischen Oberboden und Untergrund, der im Allgemeinen die B- und feinerdereichen C-Horizonte umfasst, gelegentlich auch Sw- und Go-Horizonte

Unterbodenkalkung

Einbringen von Kalk in einen sauren oder versauerten Unterboden

Untergrund

Bereich unterhalb des Unterbodens, durch Verwitterung und Bodenbildung nicht beeinflusstes Gestein (einschließlich Lockersedimente) unter dem Solum

V

variskisch

im Karbon erfolgte, großflächige Bildung von Hochgebirgen; nach dem Keltenvolk der Variscer im Vogtland

Variszikum

östlicher Teil eines europäisch-nordamerikanischen Gebirgsgürtels des jüngeren Paläozoikums. Odenwald, Schwarzwald, Bayerischer Wald, Rheinisches Schiefergebirge und Harz bestehen vor allem aus Gesteinen, die auf die variszische Gebirgsbildung zurückgehen

Verbraunung

Braunfärbung im Boden aufgrund der Umwandlung (Verwitterung) von eisenhaltigen Silikaten zu Eisenoxiden und Tonen als Teilprozess der Bodenentwicklung

Verdichtung

bodenphysikalischer Prozess, der meist mit der Zunahme der Dichte und Abnahme des Porenvolumens einhergeht. Es wird unterschieden zwischen Sackungsverdichtung als Folge von Belastungen (meist anthropogen bedingt) und Einlagerungsverdichtung durch Einwandern von festen Stoffen (geogen und pedogen bedingt)

Verfestigung

Verkittung von Einzelkörnern des Bodens z.B. durch Eisenverbindungen (Ortstein) oder Karbonat (Wiesenkalk)

Verfestigungsgrad

der vom Wassergehalt mehr oder weniger unabhängige Zusammenhalt ganzer Horizonte oder Schichten infolge der Einwirkung verkittender Substanzen

Vergleyung

Ausbildung von Oxidationsmerkmalen (Rostflecken) und Reduktionsmerkmalen (Bleichung) in semiterrestrischen Böden durch periodisch schwankenden Grundwasserstand

Vergrusung

bei Plutoniten Zerfall des Gesteins in Mineralkörner, bedingt durch Verwitterung besonders empfindlicher Mineralarten (bei Graniten z. B. die Feldspäte und Glimmer)

Verhau

Gesamtbereich eines von über Tage aus angelegten „Strossenbaus“; da diese Abbaue sehr alt und in der Regel nicht versetzt worden sind, erscheinen sie heute häufig noch als gut erkennbare schluchtartige Vertiefungen im Gelände

Verhüttung

s. Hüttenwesen

Verkarstung

natürliche chemische Auflösungs- und Zersetzungsprozesse an Gesteine, s. Karst

Verkieselung

Vorgang, bei dem ein Gestein oder Fossil durch die Zufuhr von Kieselsäure schrittweise verkieselt wird; hierbei bildet sich meist feinkörniger Quarz

Verkittung

Zusammenfügung kleinerer Bodenteilchen zu größeren Aggregaten durch Kittsubstanzen, die infolge chemischer Prozesse auftreten und vorwiegend im Gelzustand oder unter Ausbildung organo-mineralischer Komplexe (z.B. Ton-Humus-Komplex) an Aggregierungsprozessen beteiligt sind

Verklebung

flächenorientierte Haftung zweier Stoffe an Phasengrenzflächen insbesondere bei Bodenkolloiden durch Beteiligung biogener oder synthetischer organischer Makromoleküle unter Ausbildung von Aggregaten, beteiligt an der Gefügeausbildung und Gefügestabilisierung

Verlagerungsgeschwindigkeit

Geschwindigkeit des Sickerwassers und darin gelöster Stoffe unterhalb der effektiven Durchwurzelungstiefe als Quotient aus Sickerwasserrate und mittlerem Volumenanteil des Bodenwassers in der ungesättigten Zone [cm/d, dm/a]

Verlehmung

Entstehung von sekundären Tonmineralen durch Silikatverwitterung

Vernagelung

Böschungssicherung mittels Boden-/Felsnägel zur Rückverankerung von abgleit-/ausbruchgefährdeten Gesteinsbereichen; häufig auch in Kombination mit einem Stahldrahtgeflecht (Vernetzung) zur Stabilisierung einer Böschungsoberfläche (s. Steinschlagschutznetz); die Boden-/Felsnägel sind dabei meist in einem versetzten Raster angeordnet

Versatz

rohstoffwirtschaftlich nicht verwertbares Gestein oder Material, das zur Auffüllung von Grubenbauen verwendet wird

Versickerung

Eintritt von Wasser (z.B. Niederschläge, Beregnung) durch Hohlräume in den Boden, s. Infiltration

Versickerungsrate

in den Boden eintretende und durchsickernde Wassermenge je Zeiteinheit [mm/s, mm/d, l/(m2 · d)]

versiegelte Fläche

Fläche, auf der Niederschlagswasser aufgrund einer künstlichen Versiegelung (z. B. Asphalt) nicht versickern kann

Verweilzeit, mittlere

durch natürlich bedingte Mischung von Grundwasserkomponenten verschiedener Verweilzeit und rechnerische Fließmodellansätze entstehendes Messkriterium der gemittelten Alterszusammensetzung eines Grundwasservorkommens, Grundwasseralter

Verwerfung

Bruchfläche, an der zwei Gesteinskörper (Schollen) gegeneinander verschoben, verkippt und/oder verbogen wurden. Je nach der Bewegungsrichtung der Schollen handelt es sich um Abschiebungen, Aufschiebungen, Überschiebungen, Seiten- oder Horizontalverschiebungen, die auch als Blattverschiebungen bezeichnet werden. Zwischen diesen Haupttypen gibt es auch Übergangsformen, so haben z. B. viele Abschiebungen eine horizontale Verschiebungskomponente (Schrägabschiebungen). Transformstörungen sind spezielle Blattverschiebungen, die meist Abschnitte von Mittelozeanischen Rücken oder Subduktionszonen miteinander verbinden

Verwitterung

durch exogene Faktoren gesteuerte Prozesse der Zerstörung und Umwandlung von Gesteinen und Mineralen, die für die Bodenbildung und Bodenentwicklung sowie für verschiedene Bodenfunktionen (z.B. Basennachlieferung) wichtig sind (physikalische, chemische und biogene Verwitterung)

Verwitterungsgrad

Klassifizierung des Verwitterungszustands eines Gesteins nach dem Grad der Gesteinszerlegung und der Entfestigung. Häufig erfolgt eine Einteilung in sechs Verwitterungsgrade von W0 = unverwittert bis W5 = Bodenbildung

Verwitterungsmaterial

in situ entstandener Zersatz (vorwiegend chemisch) oder Entfestigungs-/Zerfallsprodukte von Gesteinen (vorwiegend physikalisch)

Verwitterungstiefe

Tiefe der von der Oberfläche nach unten greifenden Entkalkung der Sedimente, verbunden mit Verlehmung und Verbraunung (Bodenbildung); in der Regel gilt: je jünger das Sediment, desto geringer die Verwitterungstiefe

verzahnen

allmähliches Übergehen einer Schicht oder Gesteinsfazies in eine andere (schichtparallel)

veränderlich feste Gesteine

Festgesteine, welche nach einer Freilegung unter Witterungseinflüssen ihre Gesteinseigenschaften (Festigkeit, etc.) innerhalb relativ kurzer Zeit verlieren und zu Lockergestein zerfallen

Vindelizisches Festland

Festlandsgebiet, das sich während der Trias und des Juras von Böhmen aus über den Bodenseeraum bis in die Westalpen erstreckte. Das Vindelizische Festland war ein Abtragungsgebiet

Vn

Abkürzung für: Volumen in Normalkubikmeter

Vol.-%

Abkürzung für: Volumenprozent

Volumengewicht

s. Trockenrohdichte

Vorflut

Niveau des tiefsten erreichbaren Sammlers für abfließendes Oberflächenwasser. Fließgewässer wirken als regionale oder überregionale Vorfluter. Da es unter der Vorflut keine fluviale Erosion mehr geben kann, wird dafür auch der Begriff Erosionsbasis verwendet

Vorfluter

Fließgewässer, in die oberirdischer Abfluss und Grundwasser übertritt

Vorlagesteine

gröberes, gebrochenes Gesteinsmaterial, das beim Wegebau als Tragschicht eingebaut wird

Vorrat

in der Rohstoff- bzw. Wirtschaftsgeologie ist der Vorrat die Menge (i. d. R. angegeben in Tonnen) des gewinnbaren Rohstoffs in einer Lagerstätte. Man unterscheidet den bergbaulichen Vorrat (abhängig von den Gewinnungskosten und dem erzielbarem Erlös) und den geologischen Vorrat (abhängig vom Erschließungsgrad und der Komplexität der Lagerstätte bzw. vom Lagerstättentyp)

Vorratsberechnung

Berechnung des Vorrats einer Lagerstätte aus dem Volumen des Lagerstättenkörpers und dem Wertstoffgehalt, z. B. dem Gehalt an Wertmetallen (%, ppm, ppb)

Vorschüttungskörper

kontinuierlicher Vorbau von meist schräggeschichteten Sedimenten z. B. in einen See. Bei einem Delta baut sich ein Flusssystem in ein stehendes Gewässer vor. Die angelieferten Sedimente werden im See durch Gravitation nach unten transportiert und als schräggeschichtete Vorschüttungsschichten abgelagert

Vorstoßschotter

Schotter, die von den Schmelzwässern eines vorstoßenden Gletschers abgelagert und anschließend vom Eis überfahren wurden; sie sind häufig von Moränensedimenten überdeckt

Vortrieb

s. Auffahren

Vulkanische Bomben

Korngrößenbezeichnung für vulkanische Fragmente >64 mm, die bei einer Vulkaneruption ausgeworfen und transportiert werden

Vulkanit

s. Magmatit

vulkanogen

durch vulkanische Auswurftätigkeit entstanden

W

Wackestone

matrixführender Partikelkalkstein ohne Zement (>10 % Partikel, diese überwiegend

Wadflecken

Pigmentierung mit dem Manganmineral Wad (Wad = alter Begriff für weiche, pulvrige Anreicherungen des Minerals Psilomelan MnO2)

Wandkies

im Tagebau gefördertes Kies-Sand-Gemisch, das ohne weitere Aufbereitung – meist als Auffüll- oder Schüttmaterial – verwendet wird

Warmzeit

Zeit, in der es mindestens so warm war wie heute, d. h. im globalen Mittel 15 °C oder mehr

Warve

Wechsel dünner, horizontaler, i.d.R. heller (Sommer-) und dunkler (Winter-) Laminae; ein Hell-/Dunkel-Wechsel repräsentiert die Sedimentation eines Jahres

Wasseraufnahme

der Wasseraufnahmewert wird aus der Differenz zwischen wassergesättigtem und trockenem Zustand ermittelt; Angaben meist in M.-%, z. T. auch in Vol.-%

Wassergehalt

Massen- oder Volumenanteil des Bodenwassers der bei 105 °C getrockneten Bodenprobe, bezogen auf ihre Trockenmasse oder ihr Volumen [Masse-%, Vol.-%, l/m³ mm/dm]

wassergesättigt

alle Hohlräume (Poren) sind mit Wasser erfüllt

Wasserhaltung

Gesamtheit der Einrichtungen, die zum Freihalten eines Bergwerks von zufließendem Wasser (s. Sümpfen) dienen

Wasserhaushalt

Zusammenwirken der Wasserhaushaltsgrößen Niederschlag, Verdunstung (Evaporation), Abfluss und Änderung der Speicherung in einem Gebiet

Wasserhebemaschine

s. Wasserhaltung

Wasserkunst

s. Wasserhaltung

Wasserleitfähigkeitskoeffizient

s. gesättigte Wasserleitfähigkeit

Wasserlösung

Freihalten der Grube oder des Bergwerks von den zufließenden Wässern durch Ableiten oder Fördern der Wässer

Wasserscheide

Begrenzung eines oberirdischen oder unterirdischen Einzugsgebiets

Wasserschutzgebiet

Gebiet, in dem zum Schutz genutzter Grundwasservorkommen bestimmte Handlungen untersagt oder nur unter Auflagen erlaubt sind

Wasserspannung

s. Saugspannung

Wasserspannungskurve

s. Saugspannungskurve

Wasserstaffel

schmale, seitlich begrenzte Treppe aus flachen Steinen oder Brettern zur geordneten Ableitung von Oberflächenwasser. Eine Wasserstaffel folgt dem natürlichen Hanggefälle

Wasserversorgung

Belieferung von Verbrauchern (Haushaltungen und Industrie) mit Trink- und Brauchwasser durch zentrale Einrichtungen (z.B. Wasserwerk). Bei Trinkwasser muss die hygienisch einwandfreie Gewinnung und Verteilung des Wassers bis zum Verbraucher gewährleistet sein

Wasserversorgungsanlage

Anlage zur Gewinnung und Verteilung von (Trink- und Brauch-) Wasser

Wechselland

Begriff der Bodenschätzung: Fläche, auf der sich Acker- und Grünlandnutzung häufig ablösen

Wetter

alle Gase, die sich in den Grubenbauen befinden oder bewegen

Wetterführung

Gesamtheit der Maßnahmen und Einrichtungen, die dazu dienen, alle Arbeitsorte in der Grube ausreichend mit atembarer Luft zu versorgen

Wiedernutzbarmachung

die ordnungsgemäße Gestaltung der vom Bergbau zuvor in Anspruch genommenen Oberfläche unter Beachtung des öffentlichen Interesses. Sie hat mit dem Ziel zu erfolgen, alle nicht mehr für bergbauliche Zwecke benötigten Gewinnungsstellen über Tage unverzüglich für eine Folgenutzung herzurichten und damit die Voraussetzung für eine naturnahe und landschaftstypische, vielfach nutzbare Folgelandschaft zu schaffen. Die dabei erforderlichen Maßnahmen sind unter der Prämisse der Nachhaltigkeit durchzuführen (nach: Richtlinie des Landesbergamtes Brandenburg für die Wiedernutzbarmachung bergbaulich in Anspruch genommener Bodenflächen vom 15. Juni 2001)

Wiesenmergel

primär lockere, im Grundwasserschwankungsbereich entstehende Kalkausfällungen mit deutlichen Anteilen nichtkarbonatischer klastischer Sedimente (>15 %)

Wiesenquellenkalk

lockere zellig-poröse oberflächennahe Kalkausfällungen; oft mit organischen Nebenbestandteilen. Mit Zunahme klastischer nichtkarbonatischer Sedimentanteile entstehen Übergänge zum Wiesenmergel

Wirkungsgrad

Kennzeichen für die Effizienz der Energieumwandlung, hier Wärme in Strom. Er beschreibt das Verhältnis von nutzbarer Energie zur aufgewandten Energie

WSG

Abkürzung für: Wasserschutzgebiet

Wurzelraum

der von Pflanzenwurzeln durchdrungene Teil des Bodens

Wärmeanomalie

s. positive Wärmeanomalie

Wärmeausdehnung

unter Wärmeausdehnung versteht man die Längen- bzw. Volumenänderung eines Körpers, hervorgerufen durch eine Veränderung seiner Temperatur. Merklich wird dieser Effekt vor allem dann, wenn Materialien mit unterschiedlichem Wärmeausdehnungsverhalten in Gebäuden, Bauwerken oder technischen Produkten miteinander kombiniert werden

Wärmeentzugsleistung

dem Untergrund entziehbare Energiemenge [W]

Wärmekapazität, spezifische

Vermögen eines Stoffes, Wärme zu speichern (c). Dimension: J/(kg K)

Wärmeleitfähigkeit

die Wärmeleitfähigkeit bezeichnet das Vermögen eines Stoffes thermische Energie mittels Wärmeleitung in Form von Wärme zu transportieren. Sie gibt an, welche Wärmemenge Q in der Zeit t und bei einem Temperaturunterschied ΔT durch die Fläche A strömt. Die Einheit der Wärmeleitfähigkeit, auch Wärmeleitzahl genannt, ergibt sich somit zu J/(K·m·s) bzw. W/(K·m)

Wärmepumpe

Maschine, die unter Zufuhr von technischer Arbeit (meist elektrisch), Wärme von einem niedrigeren auf ein höheres Temperaturniveau anhebt

Wärmestromdichte

Wärmestrom pro Fläche (q). Dimension: W/m². Mittelwert Deutschland: 65 mW/m².

Wärmetauscher

In einem Wärmetauscher wird die Wärme von einer Flüssigkeit (oder Gas) auf eine andere übertragen. Für eine gute Effizienz sind vor allem eine hohe Wärmeleitfähigkeit sowie eine große Oberfläche des Bauteils entscheidend. Synonym: Wärmeübertrager, Wärmeaustauscher

Wärmeträger

Flüssigkeiten oder Gase, die in einer Erdwärmesonde zirkulieren und die Erdwärme an die Erdoberfläche transportieren; meist ein Gemisch von Wasser und Glykol

Wäsche

Anlage zur Trennung im Flüssigkeitsstrom von haltigen und nichthaltigen Anteilen des zerkleinerten Erzes aufgrund der Schwereunterschiede (Teil der Aufbereitung)

Würmzeit

stratigraphische Zusammenfassung jungpleistozäner Gletschervorstöße

X

xenomorph

unregelmäßig geformtes Mineralkorn (Gegenteil: idiomorph = eigengestaltig, Kristallflächen sind vollständig ausgebildet)

Z

Zancleum

Bezeichnung für die unterste Stufe des Pliozäns

Zechstein

obere Abteilung des Perm; nach einem alten Bergmannsausdruck für „zähen Stein“

Zement

in der Baustoffindustrie ein hydraulisches Bindemittel, das nach dem Anmachen mit Wasser selbständig erhärtet und an der Luft sowie unter Wasser fest und beständig bleibt. Die wichtigsten Grundstoffe sind Kalk, Kieselsäure, Tonerde und Eisenoxid; nach DIN oder bauaufsichtlich sind in der Bundesrepublik folgende Zementarten zugelassen: Portlandzement, Hochofenzement, Eisenportlandzement, Trasszement, Ölschieferzement, Trasshochofenzement, Flugaschezement sowie Zemente mit niedrigem wirksamen Alkaligehalt (NA-Zemente)

Zementangreifendes Grundwasser

Durch Kontakt/Auslaugung sulfathaltiger Gesteine wie auch bei Oxidation pyrithaltiger Gesteine auftretendes Grundwasser mit einem hohen Sulfatgehalt, welches nach DIN 4030 als angreifend bewertet wird. Die im Grundwasser enthaltenen Sulfate setzen sich mit einigen Calcium- und Aluminiumverbindungen des Zementsteins zu Calciumaluminatsulfathydraten oder Gips um

Zersatz

nicht bindiges Lockermaterial; durch überwiegend chemische Verwitterung entfestigtes Gestein mit weitgehend erhaltenem Gefüge (z.B. Granitzersatz, Gneiszersatz, Dolomitsand, Dolomitasche)

Zersetzung

aerobe Umwandlung pflanzlicher und tierischer Reste im oder auf dem Boden in Huminstoffe als zusammenfassende Benennung für die nebeneinander ablaufenden Vorgänge der Humifizierung und Mineralisierung von organischen Stoffen

Zeugenberg

Im Zuge der Rückverlegung der Schichtstufen in Richtung des Schichteinfallens durch Erosion von der zusammenhängenden Schichtstufe komplett abgetrennte Erhebung mit den Gesteinen des harten Stufenbildners als schützender Kappe. Wenn die Isolierung von der Schichtstufe nicht vollständig ist, spricht man von einem Auslieger.

Zinkblende

Erzmineral der chem. Zusammensetzung ZnS (gelegentlich auch als Blende bezeichnet); es enthält meist Beimengungen anderer Metalle (vor allem Eisen), wichtigstes Zinkerz

Zirkon

sehr verwitterungsbeständiges Mineral mit der chemischen Zusammensetzung Zr[SiO4]. Primär gebildet in Magmatiten; tritt aber auch in Metamorphiten und Sedimenten (umgelagert) auf

Zuckerkornlochfels

zuckerkörniger Kalkstein, der durch Verwitterung und Verkarstung zahlreiche Hohlräume aufweist

zuckerkörniger Kalkstein

Kalkstein, der durch Umwandlung und Umkristallisation im Zusammenhang mit Dedolomitisierungsvorgängen ein mittel- bis grobkörniges Gefüge erhalten hat

Zustandsstufe

Begriff der Bodenschätzung: Bewertung der Bodenentwicklung nach ihrer ertragssteigernden Wirkung; die Zustandsstufe dient der Ermittlung der Bodenzahl und der Grünlandgrundzahl; für Ackerland gibt es sieben Zustandsstufen mit abnehmender Qualität von 1 bis 7, für Grünland I bis III

Zwischenabfluss

Teil des Abflusses, der dem Vorfluter als Reaktion auf ein auslösendes Ereignis (Niederschlag oder Schneeschmelze) aus den Oberflächennahen Bodenschichten zugeflossen ist. (DIN 4049-3). Der Zwischenabfluss gehört mit dem Oberflächenabfluss zu den lateralen Abflusskomponenten, die das Niederschlagswasser räumlich umverteilen

Zwischenmittel

eine im Vergleich zum werthaltigen Material geringmächtige Einschaltung von nicht verwertbarem Gestein (z. B. eine Tonlage in einem Kohleflöz oder ein Nebengesteinskeil in einem Mineralgang)

Ä

äolisch

sämtliche unter Mitwirkung des Windes ablaufenden Vorgänge, Ablagerungen und sonstige Bildungen

äolisches Solumsediment

durch Windverlagerung akkumuliertes Bodenmaterial, mehr oder minder humos

Äpfinger Schotter

jungrißzeitlicher Schotterkörper im Niveau der „jüngeren“ Hochterrasse im Rißtal, Terrassenoberfläche ca. 15–20 m über der Talaue [Lokalbezeichnung für Illmensee-Schotter]

Ästuar

durch Gezeiteneinwirkung trichterförmig erweiterte Flussmündung

ästuarin

in einem Ästuar entstandene Bildung

Ö

ökologischer Feuchtegrad

durch Pflanzengesellschaften charakterisiertes, langjähriges mittleres Feuchteregime eines Bodens

Ü

Übereichsystem

ein System von Quellen, die ab einer bestimmten Abflussrate in einem Grundwasserleiter aktiviert werden

Übergußschichten

horizontal geschichtete fluviatile Ablagerungen am Top einer Deltaabfolge; Übergußschichten („topsets“) überlagern erosiv die schräggeschichteten Vorschüttungseinheiten („foresets“)

Überschiebung

tektonische Störung mit flachem Einfallen (weniger als 45°), an welcher der obere (hangende) Störungsblock auf den unteren (liegenden) überschoben wird; vgl. Aufschiebung

überschnittene Bohrpfahlwand

Bohrpfahlwand, mit z. B. im Pilgerschrittverfahren hergestellten Bohrpfählen, deren Achsabstand zueinander kleiner ist, als deren Durchmesser. Die Bohrpfähle überschneiden sich

„Betrunkener Wald“ (Rutschung)

teilweise chaotisch verkippte bzw. schräg stehende Bäume auf einer Rutschmasse