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Geologischer Wanderweg im Steinheimer Becken

Blick auf einen wie aufgeschnitten wirkenden Hügel, in dem Bodenmaterial und Gesteinsformationen fest zusammengebacken sind.
Aufschluss in der Impakt-Formation des Steinheimer Beckens am Galgenberg bei Steinheim am Albuch

Durch den Einschlag eines Asteroiden entstand vor etwa 15 Millionen Jahren das auf der östlichen Schwäbischen Alb bei Steinheim am Albuch gelegene Steinheimer Becken – der wohl besterhaltene und prägnanteste Meteorkrater mit Zentralkegel in Europa. Sehr viel größer und bekannter ist allerdings der rund 30 km weiter östlich gelegene Krater des Nördlinger Ries. Die beim Einschlag gebildeten und später im Kratersee abgelagerten Gesteine beider Bildungen werden in der Impaktkrater-Gruppe zusammengefasst.

Blick auf eine farbige Schautafel zur Gemeindesandgrube. Die Tafel ist von einem Metallrahmen eingefasst und zeigt Abbildungen verschiedener Fossilien, die in der Grube gefunden wurden.
Informationstafel bei der Pharion´schen Grube am Westhang des Zentralhügels südlich von Steinheim am Albuch

Auf dem etwa 9 km langen Wanderweg, der beim Museum beginnt, können insgesamt 19 Stationen besucht werden. Zuerst führt er in die Umrandung des Steinheimer Beckens, zum Burgstall von Sontheim im Stubental, von dessen Höhe man einen guten Überblick über das Beckeninnere und seinen Zentralhügel hat. Der Steinbruch im Burgstall vermittelt mit seinen zertrümmerten und vergriesten Gesteinen sowie den senkrecht bis schräg gestellten Schollen, die ursprünglich eben geschichtete Kalksteine waren, einen Eindruck von der ungeheuren Energie, die damals auf die Landschaft eingewirkt hat. Weitere Aufschlüsse mit Informationstafeln kommen am Weg zum Osthang des Knillbergs hinzu, wo alle Varianten der Gesteinsstörung angetroffen werden. Über den Galgenberg am Ostrand des Beckens führt der Weg weiter durch das Ried auf den Klosterberg (Zentralkegel) mit dem Steinhirt als höchster Erhebung. Dort wird ein großes Algenriff besucht sowie die Lettenhülbe, eine künstliche mit Wasser gefüllte Hohlform im aufgepressten Opalinuston (Mitteljura). Vorbei an der Pharion´schen Sandgrube, die als Fossilfundstelle weltbekannt ist und zahlreiche Fossilien, vor allem eine reiche Schneckenfauna geliefert hat (Schneckensande), endet der Weg wieder am Museum.

Literatur

  • Heizmann, E. P. J. & Reiff, W. (2002). Der Steinheimer Meteoritenkrater. 160 S., München (Pfeil).
  • Heizmann, E. P. J., Schweigert, G., Kapitzke, M. & Rieter, M. (2006). Exkursion 5: Vom tropischen Paradies zur kosmischen Katastrophe – Geologie auf der Ostalb. – Rosendahl, W., Junker, B., Megerle, A. & Vogt, J. (Hrsg.). Schwäbische Alb, S. 81–95, München (Wanderungen in die Erdgeschichte, 18).
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