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Setzungen

Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Grünpflanzen. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das schwärzlich braune Profil ist 110 cm tief. Am Grund des Profils steht Wasser.
Niedermoortorf über verschwemmtem Löss in der Oberrheinebene bei Schwanau-Nonnenweier

In der Ingenieurgeologischen Gefahrenhinweiskarte von Baden-Württemberg (IGHK50) werden insgesamt 47 geologische Einheiten als setzungsgefährdet eingestuft. Dabei wird in Anthropogene Auffüllungen (Anthropogene Ablagerungen (Aufschüttung, Auffüllung, Rohstoffabbaufläche), Anthropogen verändertes Gelände), bindige kompressible Lockergesteine (z. B. Lössführende Fließerde, Auenlehm, Holozänes Auensediment, Rutschungsbildungen) und organische kompressible Lockergesteine (z. B. Holozäne Altwasserablagerung, Auensand, Hoch-/Niedermoor, Quartärer Sinterkalk) unterschieden.

Neben den Lockergesteinen gibt es vereinzelt auch Gesteinsbereiche innerhalb von Festgesteinen, in welchen bei Lastauftrag Setzungen auftreten können. Da sie z. T. unmittelbar neben kompetenten setzungsunempfindlichen Gesteinen anstehen, können auch hier Setzungsdifferenzen eine bedeutsame Rolle spielen. In der Plattensandstein-Formation des Oberen Buntsandsteins sind ehemalige geringmächtige Bodenhorizonte (Paläoböden) bekannt – die aufgrund ihrer Farbe sogenannten Violetten Horizonte. Sie besitzen eine erheblich geringere Festigkeit und Verwitterungsbeständigkeit als die über- und unterlagernden Sandsteine. In verwittertem Zustand bestehen die fossilen Bodenbildungen aus schwach verkittetem Sand oder sandigem, oft weichem Schluff und können bei Lastauftrag somit mit Setzungen reagieren (Wagenplast, 2005).

Literatur

  • AD-HOC-Arbeitsgruppe Geologie (2016). Gefahrenhinweiskarten geogener Naturgefahren in Deutschland – ein Leitfaden der Staatlichen Geologischen Dienste (SGD). 88 S., Stuttgart (Schweizerbart Science Publishers).
  • DIN Deutsches Institut für Normung e. V. (2005). DIN 4019:2015-05 Baugrund – Setzungsberechnungen. 28 S., Berlin (Beuth).
  • Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011). Geologie von Baden-Württemberg. 5. völlig neu bearb. Aufl., 627 S., Stuttgart (Schweizerbart).
  • Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg (2016b). Homepage LGRB » Informationssysteme » Geoanwendungen » Geogefahren » Ingenieurgeologische Gefahrenhinweiskarte von Baden-Württemberg, verfügbar unter http://www.lgrb-bw.de/informationssysteme/geoanwendungen/geogefahren.
  • Prinz, H. & Strauß, R. (2016). Ingenieurgeologie. 6. Aufl., XVI + 898 S., Heidelberg (Springer Spektrum).
  • Wagenplast, P. (2005). Ingenieurgeologische Gefahren in Baden-Württemberg. – LGRB-Informationen, 16, S. 1–79.
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