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Plutonite inklusive Ganggesteine: Grundgebirgsgesteine

Verbreitungsgebiet: Westlicher und südlicher Odenwald sowie Schwarzwald (insbesondere Nord- und Südschwarzwald)

Erdgeschichtliche Einstufung: Karbon (vorwiegend Unterkarbon)

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol „Themenebenen“ links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Das Bild zeigt eine Auftürmung von mehreren großen Gesteinsblöcken im Wald. Das Gestein ist mittel- bis dunkelgrau, im Vordergrund befinden sich Büsche, im Hintergrund Nadelbäume.
Wollsackverwitterung: typische Verwitterungsform granitischer Plutonite

Lagerstätten oder nachgewiesene Vorkommen magmatischer Tiefengesteine (Plutonite) für die Erzeugung hochwertiger, oft güteüberwachter gebrochener Natursteinkörnungen und/oder die Verwendung als Naturwerkstein kommen im Grundgebirge des Schwarzwalds und des südlichen Odenwalds vor. Im Schwarzwald handelt es sich fast ausschließlich um Granite (Zweiglimmer- und Biotit-Granite), die derzeit in knapp 20 Steinbrüchen gewonnen werden (Stand 2019). Im mittleren Schwarzwald könnten zudem einige nachgewiesene Vorkommen des Erzenbach-Komplexes, einem metasomatisch überprägten sauren bis intermediären magmatischen Tiefengestein, genutzt werden.

Das Bild zeigt eine schön gestufte Abbauwand eines Steinbruchs, welche in Nadelwald eingebettet ist. Das Gestein ist hell- bis mittelgrau.
Der Seebach-Granit ist ein hell- bis mittelgrauer Zweiglimmergranit

Im südlichen und westlichen Odenwald kommen neben dem Heidelberg-Granit (Biotit-Granit) auch der Granodiorit des Weschnitz-Plutons und der Diorit des Diorit-Gabbro-Komplexes für diese Nutzung in Betracht; ein Abbau für die o. g. Einsatzbereiche erfolgt derzeit nicht; historisch war die Verwendung als Mauer-, Bruch-, Pflaster- und Randstein örtlich von Bedeutung.

Die magmatischen Ganggesteine (Ganggranite, Granitporphyre, Lamprophyre etc.) „durchschlagen“ sowohl die Plutonite als auch die Metamorphite des Oden- und Schwarzwälder Grundgebirges. Wegen ihrer meist geringen Mächtigkeit können sie, von wenigen Ausnahmen abgesehen, i. d. R. nur als beibrechender Rohstoff abgebaut werden.

  • Detailaufnahme eines Gesteins, welches eine rötlich-graue Farbe aufweist. Die einzelnen Kristalle sind recht klein und nur schwach eingeregelt. Unten links befindet sich eine 1-Euro-Münze als Maßstab.
  • Nahaufnahme eines Gesteins mit rötlichen, rundlichen Mineralen, klaren, eckigen und kleinen, schwarzen Mineralen. Unten rechts befindet sich ein Maßstab.
  • Detailaufnahme eines rötlich-grauen Gesteins, welches außerdem helle und dunkle Minerale aufweist. Die Kristalle sind klein. Unten links befindet sich eine 1-Euro-Münze als Maßstab.
Stark mit grünen Büschen und Sträuchern bewachsener Aufschluss aus hellbeigem bis hellgrauem Gestein. Der Aufschluss steigt nach rechts oben an, im vorderen Teil befinden sich Gerölle, dahinter eine stark geklüftete Felswand.
Der Forbach-Granit (GFO) und die als Raumünzach-Granit bezeichnete Varietät gehören zu den Zweiglimmergraniten des Nordschwarzwalds.

Magmatische Ganggesteine

Nahaufnahme eines Gestein mit feinkristalliner, dunkelgrauer Grundmasse, in welche vor allem helle, aber auch ein paar dunkle, verschieden große Einsprenglinge eingebettet sind. Rechts unten befindet sich ein Maßstab.
Feinkristalline Grundmasse des Granitporphyrs mit Einsprenglingen

Granitporphyr

Es ist ein graues, graurotes bis rotbraunes Gang­gestein mit porphyrischer Textur. Es besteht aus Feldspat, Quarz und einigen dunklen Gemeng­teilen. Die Grundmasse ist feinkörnig und dicht. Als Ein­sprenglinge kommen Feldspat, Quarz und Glimmer vor. Das Gestein ist sehr fest und zäh und weist sehr gute gesteins­technische Kennwerte auf.

Lamprophyr

Es sind dunkle, mafische Ganggesteine. Die Grundmasse ist im Allgemeinen feinkörnig. Als Ein­sprenglinge treten häufig die dunklen Minerale Amphibol, Pyroxen, Biotit und Olivin auf.

  • Blick auf eine Abbauwand eines Steinbruchs. Auf der Wand aus hellgrauem Gestein sind deutlich senkrecht verlaufende Bohrspuren zu erkennen. Die Wand ist außerdem stark bewachsen.
  • Blick in einen Steinbruch: Das hellbeige bis hellgraue Gestein ist stark geklüftet, dabei stehen die Klüfte sehr steil. Zwischen den Felswänden befindet sich - halb verdeckt - ein gelber Bagger.
  • Unregelmäßig durcheinander gewürfelte, mittelgraue Pflastersteine. Am linken Bildrand befindet sich ein Maßstab.
  • Der Seebach-Granit ist ein hell- bis mittelgrauer Zweiglimmergranit.
  • Der Forbach-Granit (GFO) und die als Raumünzach-Granit bezeichnete Varietät gehören zu den Zweiglimmergraniten des Nordschwarzwalds.
  • Steinbruch Forbach-Raumünzach
  • Feinkristalline Grundmasse des Granitporphyrs mit Einsprenglingen
  • Oberrheingraben-parallele Klüftung des Seebach-Granits
  • Granit aus dem Steinbruch Seebach (grauer, lokal leicht rötlichgrauer, klein- bis mittelkörniger Granit mit nur schwacher Mineralregelung)
  • Wollsackverwitterung: typische Verwitterungsform granitischer Plutonite
  • Zerkleinerung der Rohblöcke mittels Bohren und Keilen
  • Pflastersteine aus Seebach-Granit
  • Rötliche Varietät des Malsburg-Granits aus dem Steinbruch Tegernau
  • Kalifeldspäte sind die Hauptkomponenten des Bühlertal-Granits.
  • Randgranit mit deutlicher Regelung

Literatur

  • Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011). Geologie von Baden-Württemberg. 5. Aufl., 627 S., Stuttgart (Schweizerbart).