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Böden der Talauen

Die in der Bodenkarte getrennt dargestellten Kartiereinheiten im Bereich der Talauen unterscheiden sich hinsichtlich der vom jeweiligen Einzugsgebiet abhängigen Substratzusammensetzung der Auensedimente. Ferner sind hierfür das Ausmaß der Grundwasserbeeinflussung sowie der Karbonatgehalt wichtige Kriterien. Wegen der in vielen Tälern auch heute noch gelegentlich auftretenden Überschwemmungen und des in manchen Tälern hoch anstehenden Grundwassers wird in den Auen hauptsächlich Grünlandnutzung und nur untergeordnet Ackerbau betrieben; örtlich sind sie bewaldet.

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Über einer Baumreihe vorne sieht man auf eine weite grüne Ebene, in der sich ein Fluss Z-förmig von hinten links nach rechts vorne windet. Im Hintergrund und rechts steigen bewaldete Hänge auf.
Kochertal bei Braunsbach-Döttingen
Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Wald. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das Bodenprofil ist über 1 m tief und am unteren Ende steinig.
Karbonathaltiger Auengley-Brauner Auenboden (Vega)

In schmaleren Seitentälern von Kocher und Jagst finden sich kalkreiche Braune Auenböden aus Auenlehm mit stellenweiser Vergleyung im nahen Untergrund (J63), die den entsprechenden Kartiereinheiten der Haupttäler sehr ähnlich sind. Je nach Einzugsgebiet können auch sandig-tonige Auenlehme vorkommen (J342, J75). Der Grundwassereinfluss kann sehr unterschiedlich sein. In feuchteren Abschnitten kommen kalkreiche Auengley-Braune Auenböden (J52) aus Auenlehm vor. Vergleichsweise selten sind Braune Auenböden aus geringmächtigem Auenlehm über fluviatil umgelagerten Muschelkalkschottern (J73). Stärker vernässte Böden (Auengleye) aus schuttführendem, geringmächtigem Auenlehm gibt es dort, wo die engen Bachtäler die Quellhorizonte des Unteren und Mittleren Muschelkalks oder der Röttone angeschnitten haben (J40). Wie bereits im Hinblick auf die Haupttäler diskutiert, liegen an den Unterläufen von Kocher und Jagst (zwischen Widdern und Bad Friedrichshall) aufgrund des vermehrten Löss und Lösslehmeinflusses auch in den Seitentälern vergleichsweise lockere und schluffige Auenlehme vor, die meist karbonatfrei sind (Brauner Auenboden mit Vergleyung im nahen Untergrund (J302)). In sehr schmalen und teilweise steilen Talsohlen tief in den Oberen Muschelkalk eingeschnittener, enger und schluchtartiger Bachtäler können punktuell kleinflächig Auenrendzinen und Auenpararendzinen (J224, J95) vorkommen. Als Ausgangsmaterial liegt meist fluviatil umgelagerter Kalksteinschutt vor; jedoch ist der Übergang zum Hangschutt der instabilen, übersteilten Hänge fließend.