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Verkarstungen

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Der Blick richtet sich in ein Loch, welches sich in hellbraunem bis gelblichem Gestein befindet. Die Tiefe ist nicht richtig zu erkennen. Vom oberen Rand fließt Wasser in das Loch.
Ponor (Bachversickerung) mit zulaufendem Bachwasser im Oolithkalkstein der Hauptrogenstein-Formation des Mittleren Mitteljuras, Ostseite des Josbergs, Müllheim

Für 88 % der Landesfläche können belastbare Aussagen zur Gefährdung durch Karbonat- bzw. Sulfatverkarstung aus den 3D-Modelldaten des ISONG-Projektes abgeleitet werden. In der restlichen Landesfläche, vor allem im Oberrheingraben sowie der angrenzenden Vorbergzone des Schwarzwaldes, kann die Verkarstungsgefährdung nicht nach dieser Methode ausgewiesen werden. Grund hierfür ist die komplizierte Struktur des Untergrunds sowie die weit verbreiteten mächtigen Lockergesteinsüberlagerungen. In diesen Bereichen wurde die Verkarstungsgefährdung aus Aufschlussdaten des LGRB und relevanten Daten des GeORG-Projekts individuell ermittelt. 

Alle Flächen, in denen die Verkarstungsgefährdung ausschließlich durch Karbonat- oder Sulfatgesteine verursacht wird, sind mit „Karbonatverkarstung“ bzw. „Sulfatverkarstung“ attributiert. Gebiete, in denen die Verkarstungsgefährdung sowohl durch Karbonat- als auch durch Sulfatgesteine verursacht wird, sind mit „Karbonat- und Sulfatverkarstung“ attributiert. Flächen, für die die Verkarstungsursache nicht eindeutig bestimmbar ist, werden als „Karbonat- und/oder Sulfatverkarstung“ attributiert.

Wenn aufgrund eingeschränkter Datengrundlage verkarstungsfähige Gesteine im Untergrund weder eindeutig bestimmt noch ausgeschlossen werden können, wird dies durch die Verwendung des allgemeinen Ausdrucks „Verkarstung“ verdeutlicht. Diese Gebiete werden zusätzlich nach der Wahrscheinlichkeit des Vorkommens verkarstungsfähiger Gesteine unterteilt. Es wird unterschieden nach „Verkarstung wahrscheinlich“, „Verkarstung möglich“ oder „Verkarstung wenig wahrscheinlich“.

Insgesamt wird in der Ingenieurgeologischen Gefahrenhinweiskarte von Baden-Württemberg für ca. 42,5 % der Landesfläche eine Verkarstungsgefährdung ausgewiesen. Für ca. 0,6 % der Landesfläche können aufgrund eingeschränkter Datengrundlage aktuell keine eindeutigen Aussagen zur Verkarstungsgefährdung gemacht werden, z. B. im Umfeld von Freiburg.

Zu sehen ist ein schwarzweiß gezeichneter geologischer Längsschnitt vom Odenwald bis zur Albhochfläche. Die einzelnen Schichten verlaufen schräg, verkarstete Bereiche sind blau eingefärbt.

Schematischer geologischer Schnitt vom Odenwald bis zur Albhochfläche

Zu sehen ist ein schwarzweiß gezeichneter geologischer Schnitt vom Keuperbergland bis zum Bodensee. Die einzelnen Schichten verlaufen schräg; verkarstete Bereiche, besonders auf der Albhochfläche, sind blau eingefärbt.

Schematischer geologischer Schnitt vom Keuperbergland bei Stuttgart bis zum Bodensee

Weiterführende Links zum Thema

Literatur

  • Hansch, W. & Simon, T. (2003). Das Steinsalz aus dem Mittleren Muschelkalk Südwestdeutschlands. – museo, 20, 240 S. [Veröffentlichungen der Städtischen Museen Heilbronn]
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