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Quarzporphyr im westlichen Odenwald

Verbreitungsgebiet: Westlicher Odenwald

Erdgeschichtliche Einstufung: Wachenberg- und Dossenheim-Quarzporphyr (WQ + DQ), Rotliegend

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol "Themenebenen" links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Lagerstättenkörper

Wachenbergrhyolith
Wachenbergrhyolith

Die Quarzporphyre im Odenwald werden als Ignimbrite (Glutwolkenablagerungen) gedeutet. Als Förderschlot für die Ignimbrite im Bereich Dossenheim–Schriesheim gilt der Schlot vom Wachenberg bei Weinheim (RG 6418-1). Die dazugehörigen Ignimbrite befinden sich als mächtige Quarzporphyrdecke im Raum Schriesheim–Dossenheim–Heidelberg–Handschuhsheim. Die Entstehung der mächtigen Ignimbritdecke, welche aus mehreren Abkühlungseinheiten besteht, ist als mehrphasiges vulkanisches Ereignis aufzufassen. Das Vorkommen bei Weinheim stellt einen Vulkanschlot („Stielporphyr“) dar, bei Schriesheim–Dossenheim handelt es sich um ein deckenförmiges Vorkommen. Das Vorkommen bei Heidelberg-Ziegelhausen stellt das Produkt einer Spaltenförderung dar.

Dossenheim-Quarzporphyr
Dossenheim-Quarzporphyr

Gewinnung und Verwendung

Rhyolith im Steinbruch Weinheim
Rhyolith im Steinbruch Weinheim

Gewinnung: Ende des 19. Jh. wurden an der Bergstraße zahlreiche größere Steinbrüche im Quarzporphyr angelegt. Heute (Stand März 2012) steht nur noch der Steinbruch am Wachenberg bei Weinheim in Abbau (RG 6418-1). Die Gewinnung erfolgt mittels Großbohrlochgewinnung sowie Hydraulikbaggern und Radladern.

Verwendung: Das Gestein zeichnet sich durch eine sehr hohe Zähigkeit, Druckfestigkeit und Frostbeständigkeit aus und wird daher besonders als hochwertiger und widerstandsfähiger Verkehrswegebaustoff (Straßenbau, Gleisbettschotter) eingesetzt. Eine weitere Verwendung sind Zuschläge für Beton und der Einsatz als Wasserbausteine. Das Vorsiebmaterial wird beibrechend als sog. „Gelbschotter“ für den einfachen Verkehrswegebau verwendet. Bei entsprechender Klüftung wie am Ölberg bei Schriesheim werden daraus auch Pflastersteine und Mauersteine für Sichtmauerwerk angefertigt.

  • Rhyolith im Steinbruch Weinheim
  • Dossenheim-Quarzporphyr
  • Sehr stark wechselnder Rhyolith (Quarzporphyr)
  • Wachenbergrhyolith

Literatur

  • Bühler, M. (1989). Die Rhyolithdecke am Ölberg bei Schriesheim/Bergstraße südlicher Odenwald. Dipl.-Arb. Univ. Heidelberg, 129 S., Heidelberg.
  • LGRB (2012). Blatt L6516 Mannheim, L6518 Heidelberg-Nord und L6716 Speyer, mit Erläuterungen. – Karte der mineralischen Rohstoffe von Baden-Württemberg 1 : 50 000, 167 S., 32 Abb., 7 Tab., 1 Kt., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau). [Bearbeiter: Kleinschnitz, M. m. Beitr. v. Werner, W.]
  • Flick, H. (1986). Permokarboner Vulkanismus im südlichen Odenwald. Heidelberger Geowissenschaftliche Abhandlungen, 6, S. 121–137, Heidelberg (Universität Heidelberg).
  • Fuchs, K. & Flick, H. (1986). Ein permokarbonischer Ignimbrit-Förderschlot im Wachberg-Rhyolith bei Weinheim/Bergstraße. Jh. Geol. L. amt Baden-Württ., 28, S. 31–42.
  • Prier, H. (1963). Das pyroklastische Rotliegende im südlichen Odenwald. Jh. Geol. L. amt Baden-Württ., 6, S. 301–335.
  • Prier, H. (1969). Das pyroklastische und sedimentäre Rotliegende im Bereich der Bergstraße des südlichen Odenwaldes. Jh. Geol. L. amt Baden-Württ., 11, S. 279–298.