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Rotliegend-Sedimente

Lithostratigraphische Untergruppe

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Verbreitung in Baden-Württemberg, Landschaftsbild

Das Bild zeigt von Bäumen und Gebüsch umstandene, steil aufragende rötliche Felstürme.
Battert bei Baden-Baden

Sedimente des Rotliegend streichen im Schwarzwald und in geringer Verbreitung auch im Odenwald zutage aus, sind aber auch in weiten Teilen des Landes unter den jüngeren Ablagerungen aus Trias und Jura vorhanden. Im Schwarzwald ist das bekannteste und am besten untersuchte Vorkommen das um Baden-Baden und Gaggenau. Es stellt den Südrand eines großen permischen Sedimentbeckens (Kraichgau-Becken) dar, das größtenteils unter dem Kraichgau und Nordwürttemberg verborgen liegt und dessen Nordrand im südlichen Odenwald um und in Heidelberg ebenfalls an der Erdoberfläche ausstreicht. Im Zentralschwarzwald gibt es weitere, kleinere Vorkommen östlich von Offenburg (Offenburg-Becken), um Schramberg (Schramberg-Becken, setzt sich unter Überdeckung nach Osten fort) und östlich von Freiburg im Breisgau (Breisgau-Becken). Das südlichste Vorkommen im Landesgebiet befindet sich in den Weitenauer Vorbergen als nördlicher Ausläufer des Nordschweizer Rotliegend-Beckens.

Mächtigkeit

Von erhöhtem Standort aus blickt man auf ein Tal mit ringsum ansteigenden, bewaldeten Bergen sowie einer Siedlung im Talgrund. Im Vordergrund rechts steht ein Baum, daneben liegt, zu einem modernen Haus gehörend, ein schattiger Garten.
Schiltachtal bei Schramberg

Die größte Mächtigkeit von Rotliegend-Sedimenten wurde in der Michelbach-Formation von der Thermalbohrung Waldbronn II mit etwa 1500 m erschlossen, bei deren untersten 500 m es sich allerdings möglicherweise um Tuffe der Rotliegend-Magmatite handelt. Die Basis des Rotliegend wurde hier nicht erreicht. Auch aus der Weitenau-Formation sind Mächtigkeiten von über 800 m bekannt. Nahe der Beckenränder reduziert sich die Mächtigkeit rasch auf unter 300 m, in den kleineren Vorkommen sind es oft weniger als 100 m.

Literatur

  • Sittig, E. & Nitsch, E. (2012). Stefan und Rotliegend zwischen Odenwald und Alpenrand. – Deutsche Stratigraphische Kommission (Hrsg.). Stratigraphie von Deutschland. Rotliegend, Teil I: Innervariszische Becken, S. 646–696, Hannover (Schriftenr. Dt. Ges. Geowiss., 61).
  • Nitsch, E. & Zedler, H. (2009). Oberkarbon und Perm in Baden-Württemberg LGRB-Informationen, 22, S. 7–102.