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Keuper

Lithostratigraphische Gruppe

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Lithologie, Abgrenzung, Untereinheiten

Das Bild zeigt einen Aufschluss im Wald auf teilweise bereits bemoostem, hellbraunem bis rötlichem, bankig anstehendem Sandstein.
Stubensandstein, Kayh

Die Abfolge besteht hauptsächlich aus bunten und grauen Tonsteinen, in die in verschiedenen Niveaus Sandsteine und dünne Dolomitstein- und Kalksteinbänke sowie im tieferen Teil Sulfatgesteine (Anhydrit- oder Gipsstein) eingeschaltet sind. Der Keuper wird in Baden-Württemberg in neun auch überregional gültige Formationen gegliedert, von denen allerdings nicht alle im gesamten Verbreitungsgebiet des Keupers vorhanden sind. Der Keuper wird dabei in drei Untergruppen gegliedert, bei denen der Unterkeuper überwiegend aus grauen Gesteinen besteht, der Mittelkeuper dagegen vorwiegend bunte (rotbraune, grüne, gelbliche) Gesteine aufweist und im Oberkeuper wieder graue und graugelbe Farben vorherrschen.

Der Untere Keuper umfasst in Baden-Württemberg nur eine Formation, die Erfurt-Formation (Lettenkeuper-Fazies). Die Grenze zum Muschelkalk darunter bildet ein Grenzbonebed, d. h. eine selten mehr als wenige Zentimeter mächtige Anreicherung von Knochen- und Zahnresten, die als erste Schicht zum Keuper gerechnet wird. Wo dieses fehlt, ist die Grenze die Basis der Vitriolschiefer oder, im Süden des Landes, unter der ersten Dolomitsteinbank in der sehr feinkörnigen Fazies der Unterkeuper-Dolomitbänke, die von der gröber körnigen Ausbildung der Dolomitsteine in der Rottweil-Formation (Trigonodus-Dolomit des Muschelkalks) abweicht.

Der Mittlere Keuper umfasst im Landesgebiet sieben Formationen und besteht überwiegend aus bunten Ton- und Sandsteinen sowie im tieferen Teil aus Wechselfolgen von Tonsteinen mit Sulfatgesteinen (Anhydrit- und/oder Gipsstein), in die dünne Karbonatbänke (meist Dolomitstein) eingeschaltet sind. Die Sand- und Tonsteine des Oberen Keupers sind nicht überall vorhanden und nur gebietsweise unter der Erosionsfläche des Unterjuras erhalten. Die Grenze zum Jura bildet die Basis der Psilonotenton-Formation, die oftmals unmittelbar mit einer fossilreichen Kalksteinbank beginnt oder mit einigen Zentimetern von dunkelgrauen fossilführenden Tonsteinen unter dieser Psilonotenbank.

Ältere Bezeichnungen

Das Bild zeigt einen von unten und oben mit Büschen eingerahmten Aufschluss aus rötlichem Gestein. Das Gestein steht in dünnen Lagen aus verschieden hellen und dunklen Rottönen an.
Beaumont-Horizont, Korber Kopf

Die Bezeichnung Keuper (fränkisch für Grus und groben Sand, wegen der bröckelig zerfallenden Tonsteine) ist seit fast 200 Jahren in ganz Deutschland gebräuchlich für diese Gruppe. Lediglich in der ältesten Literatur finden sich noch andere Bezeichnungen wie Bunte Mergel (entspr. franz. Marnes irisées) oder Buntes Ton- und Sandsteingebirge von Heilbronn.

Externe Lexika

LithoLex