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Bodenbewertung

Die Beurteilung der Böden nach ihrer Leistungsfähigkeit (LUBW, 2010) erfolgt in der BK50 für jede Kartiereinheit durch eine 4-stufige Bewertung der folgenden vier Bodenfunktionen:

  • Standort für naturnahe Vegetation
  • Natürliche Bodenfruchtbarkeit
  • Ausgleichskörper im Wasserkreislauf
  • Filter und Puffer für Schadstoffe
Bodenfunktion „Ausgleichskörper im Wasserkreislauf“ (für landwirtschaftliche Nutzflächen); Flächenanteile der Bewertungsstufen in der BGL Kocher-Jagst- und Hohenloher-Haller-Ebene

Dies trifft jedoch für nur 3 % der Gesamtfläche zu. Ebenso wie auf den mit „hoch“ bewerteten Standorten, finden sich hierunter Auenböden (z. B. J300, J66, J75, J76, J64), Böden auf pleistozänen Terrassensedimenten (z. B. J84, J252) sowie Kolluvien im Muschelkalk, im Lössgebiet und auf Terrassen (z. B. J24, J87, J19). In die Stufe „mittel bis hoch“ fallen andere Böden mit großem Wasserspeichervermögen wie Parabraunerden aus Löss- und Lösslehm (z. B. J400, J4, J310, J61), Kolluvien (z. B. J33, J53, J34) sowie mittel und mäßig tiefe Braunerden aus Lettenkeupersandstein (J29). Als „mittel“ wurden u. a. die Pararendzina-Pelosole, Pelosole und Terrae fuscae im Muschelkalkgebiet (J1), Braunerde-Terrae fuscae (J86) oder Pseudogley-Parabraunerden aus Lösslehm eingestuft (J7). Im Lettenkeuper gehören hierzu i. W. Pseudogley-Pelosole (J30) und Braunerde-Pseudogleye (J22). Dagegen sind die Pararendzinen (J51), Pelosole (J18), Pelosol-Pseudogleye (J58) und Pelosol-Braunerden (J32) in der flächenmäßig größten Gruppe „gering bis mittel“ eingestuft. Hierzu gehören auch Rendzinen im Muschelkalk (J2), diverse Einheiten an Muschelkalkhängen (J6, J43, J42) sowie stark pseudovergleyte Profile aus Lösslehm (J35) und in Mulden (J195, J184). Die schlechteste Stufe (gering) wurde u. a. für die Rendzinen (J10, J71, J93) und tonige Böden mit geringer lösslehmhaltiger Deckschicht (J45) der Muschelkalkhänge vergeben. Überdies gehören hierzu Pseudogleye und Pelosol-Pseudogleye aus tonigem Material (J112, J366, J360), die nur eine geringe bis mittlere nFK und eine sehr geringe bis geringe Wasserdurchlässigkeit besitzen. Für Waldgebiete wird der Wert generell um eine Stufe höher angesetzt als für landwirtschaftliche Nutzflächen (geringerer Oberflächenabfluss, Streuauflage, weniger Verdichtung usw.).

Literatur

  • LUBW (2010). Bewertung von Böden nach ihrer Leistungsfähigkeit – Leitfaden für Planungen und Gestattungsverfahren. – Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (Hrsg.). Bodenschutz, 23, 32 S.
  • LUBW/LGRB (2008). Böden als Archive der Natur- und Kulturgeschichte – Grundlagen und beispielhafte Auswertung. – Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg; Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (Hrsg.). Bodenschutz, 20, 19 S.