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Bodeneigenschaften

Böden aus Sandstein, Sandsteinschutt und schuttreichen, sandigen Fließerden (Buntsandstein)

Das Foto zeigt braunes bis rötliches Boden- und Gesteinsmaterial an einem Waldhang.
Podsol aus Hangschutt südöstlich von Klosterreichenbach (b28); Foto: O. Ehrmann

Nebenstehende Grafik zeigt, dass in fast der Hälfte der Bodengroßlandschaft sandig-steinige Verwitterungsprodukte des Buntsandsteins das bodenbildende Material stellen. Entscheidend für deren Nährstoff- und Wasserhaushalt ist das Ausmaß der Beimengung an tonigem oder schluffigem Feinmaterial. Ihre weiteren Eigenschaften hängen stark von der Gründigkeit, vom Stein- und Blockgehalt sowie vom Grad der Podsolierung ab. Es handelt sich um gut durchlüftete, durchlässige Böden, sofern infolge der Podsolierung keine dichten oder verfestigten Sesquioxid-Anreicherungshorizonte im Unterboden auftreten.

Mit über 33 % der Gesamtfläche haben dabei die Böden der Tal- und Stufenhänge den höchsten Anteil. Die Podsole aus Hangschutt (b28, b84, b154) sind sehr stark saure, sandige und nährstoffarme Böden. Bei den geringen pH-Werten zwischen 2,7 und 4,3 können Aluminium-Ionen freigesetzt werden, welche die Pflanzenwurzeln schädigen und in ungünstigen Fällen das Grund- oder Quellwasser belasten können. (Olschewski, 2013, S. 118 ff.).

Nahaufnahme eines mehrfarbigen Bodenprofils. Unter einer Humusdecke mit Grasbewuchs folgen graubraune und rötliche Schichten. Rechts ist zudem eine hellere Fläche in der Form eines Auges zu erkennen.
Bändchen-Stagnogley auf dem Schliffkopf westlich von Baiersbronn-Obertal (b82); Foto: R. Olschewski

Bei den Böden auf den Hochflächen der Grinden handelt es sich um stark versauerte, nährstoffarme und oft vernässte Standorte, die heute besonders für den Naturschutz von Interesse sind. Die Podsole aus sandigem, stein- und blockreichem Substrat neigen aufgrund des Eisenbändchens im Unterboden zu Staunässe (Bändchenstaupodsol, b83). Verbreitet verlief die Bodenentwicklung noch weiter bis zum ganzjährig staunassen Bändchenstagnogley (b82). Die Rohhumusdecken dieser Böden gehen z. T. in geringmächtige Torfauflagen über. An den geneigten Plateaurändern und in den Oberhangbereichen kann das Bodenwasser über dem Staubändchen lateral abfließen. Von Rohhumus bedeckte stein- und blockreiche sandige Bändchenpodsole sind dort mit Podsol-Rankern und Podsol-Regosolen aus Hangschutt vergesellschaftet (b85).

Blick auf ein graues bis gelbbraunes Bodenprofil unter einer Wiese. Eine Kreidetafel rechts weist das Profil als Musterprofil des LGRB aus. Das in sechs Horizonte unterteilte Profil ist 120 cm tief.
Stagnogley aus lösslehmarmen Fließerden über Schwemmsediment (b63)

In den oben beschriebenen zweischichtigen Braunerden der Hochflächen ist häufig eine schwache Pseudovergleyung festzustellen, die auf die stauende Wirkung der z. T. dicht gelagerten Basislage zurückzuführen ist. Eine deutlichere Ausprägung der Staunässemerkmale findet sich bei den in KE b22 beschriebenen Pseudogley-Braunerden und Braunerde-Pseudogleyen. Auch voll ausgebildete Pseudogleye und Stagnogleye spielen auf den Buntsandstein-Hochflächen bereichsweise eine große Rolle. Während die wechselfeuchten Pseudogley-Standorte in großer Zahl kleinflächig auf Verebnungen und in Mulden am Ostrand der Bodengroßlandschaft verbreitet sind (b31, b32), nehmen die Stagnogley-Flächen in den höher gelegenen zentralen Hochflächenbereichen z. T. große Flächen ein (b35, b36, b63). Diese sogenannten Missenböden, in denen über einen langen Zeitraum des Jahres staunasse Verhältnisse herrschen, gelten in der Forstwirtschaft als Problemstandorte. Die ungünstigen Eigenschaften wie Luftmangel, schlechte Durchwurzelbarkeit und Windwurfgefahr versuchte man in vielen Gebieten durch umfangreiche Grabenentwässerung seit der ersten Hälfte des 19. Jh. zu verbessern (Seger, 1967), was stellenweise zur Schrumpfung der Rohhumusdecken durch Mineralisierung führte. Die in den geneigten Randbereichen der Stagnogleyflächen auftretenden Ockererden unterscheiden sich von hangabwärts angrenzenden Braunerden durch den sehr lockeren, gut durchwurzelbaren, eisenreichen oberen Profilabschnitt. Durch den seitlichen Wasserzuzug können auch basisch wirkende Kationen angeliefert werden, wodurch die Ockererde etwas nährstoffreicher und weniger extrem versauert ist als benachbarte Böden. Je nachdem wie stark der Wasserzuzug ist, kann es im Unterboden zeitweise zu einem Wasserüberschuss und Luftmangel kommen.

Blick von erhöhtem Standort über flache, abwärts fließende Hänge mit Wiesen und Äckern. Dazwischen liegen Hecken- und Baumstreifen. Im Hintergrund Ortschaften sowie ein langgestreckter, bewaldeter Berg.
Blick von der Hochburg über das lössbedeckte Muschelkalkgebiet bei Emmendingen-Windenreute nach Westen zum Kaiserstuhl

Die in Unterhanglagen vorkommenden Parabraunerden und Pseudogley-Parabraunerden (b94) können in geringem Umfang noch Beimengungen von Bodenskelett und Feinerde aus Buntsandstein- oder Perm-Material aufweisen. Stellenweise kommen in 8–10 dm u. Fl. bereits höhere Steingehalte vor. Ansonsten handelt es sich meist um tiefgründige, gut durchwurzelbare Böden mit mittlerer bis hoher nFK und KAK. Eine tonreiche Basislage im tieferen Unterboden oder ein gering durchlässiger Bt-Horizont sind die Ursachen für die in manchen Bereichen zeitweilig auftretende Staunässe bzw. für lateralen Abfluss des Bodenwassers in hängigen Lagen.

Literatur

  • Höcke, C. (2007). Langfristige Veränderungen der Bodenvegetation und von Bodeneigenschaften durch Walddüngungen im Nordschwarzwald und auf der Baar. 145 S.
  • Kraft, M., Reif, A., Schreiner, M. & Aldinger, E. (2003). Veränderung der Bodenvegetation und der Humusauflage im Nordschwarzwald in den letzten 40 Jahren. – Forstarchiv, 74, S. 3–15.
  • Manz, M., Puchelt, H. & Fritsche, R. (1995). Schwermetallgehalte in Böden und Pflanzen alter Bergbaustandorte im Südschwarzwald. – Luft Boden Abfall, 32, S. 1–89. [Umweltministerium Baden-Württemberg], verfügbar unter https://pudi.lubw.de/
  • Olschewski, R. (2013). Bodenzustandsbericht Ortenaukreis. – LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (Hrsg.), 245 S., Karlsuhe, verfügbar unter https://pudi.lubw.de/detailseite/-/publication/85762.
  • Seger, E. (1967). Standortskartierung im Baarschwarzwald und in der Baar. – Mitteilungen des Vereins für Forstliche Standortskunde und Forstpflanzenzüchtung, 17, S. 52–68.
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