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Sandhausener Dünen

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Blick auf eine leicht nach links ansteigende Grünfläche mit lichtem Baumbestand im Hintergrund. Vorne, links der Bildmitte, steht eine große Informationstafel zum Naturschutzgebiet Sandhausener Düne.
Lichter Kiefernwald im Naturschutzgebiet „Sandhausener Düne, Pflege Schönau-Galgenbuckel“

Die Flugsanddüne im Bereich Pflege Schönau-Galgenbuckel schließt an den nordwestlichen Ortsrand von Sandhausen an. Die Pflege Schönau gehörte ab dem 12. Jahrhundert zum Besitz des Klosters Schönau, einem Ortsteil von Heidelberg. Der landwirtschaftliche Betrieb bestand auch nach der Auflösung des Klosters 1588 weiter. Mit dem Ende des 19. Jahrhunderts kam es vermehrt zu Aufforstungen auf den Dünen. Die heute vorhandenen Freiflächen gehören zur Pflege Schönau. Der benachbarte Galgenbuckel ist fast vollständig bewaldet.

Blick auf ein Bodenprofil des LGRB unter altem Laub. Die sichtbare Profilwand ist gelb- bis olivbraun, in acht Horizonte geteilt und 180 Zentimeter tief. Horizont 7 hat den Verlauf einer unregelmässigen Küstenlinie.
Mäßig tief entwickelte podsolige Bänderparabraunerde aus spätwürmzeitlichem Flugsand

Die Niederterrassen und Dünenfelder der nördlichen Oberrheinebene sind großflächig durch Sandböden gekennzeichnet. Die Flugsande sind durch den Transport mit dem Wind gut sortiert und bestehen vor allem aus Mittel- und Feinsand. Im Laufe der Bodenentwicklung werden die ursprünglich karbonathaltigen Flugsande entkalkt. Durch Anreicherung von Humus im Oberboden, eine geringe Neubildung von Ton und die Braunfärbung durch Eisenoxide entwickeln sich Braunerden. Der Ton wird mit den Niederschlägen teilweise in den Unterboden verlagert und bildet dort die für Böden aus Flugsand charakteristischen, rotbraunen Tonbänder. Wenn die einzelnen Bänder mächtiger als 1 cm werden und mehr als die Hälfte des Tonanreicherungshorizonts einnehmen, spricht man von Bänderparabraunerden. Die basenarmen Sande versauern leicht, wodurch Humus und Sesquioxide nach unten verlagert werden. Diesen Prozess nennt man Podsolierung. Er zeigt sich als erstes an bleichen, nicht von Humus oder Eisenoxiden umhüllten Sandkörnern im humosen Oberboden und an seiner schwarzgrauen, violettstichigen Farbe. Die verlagerten Stoffe finden sich nur wenige cm tiefer als orange (Sesquioxide) und dunkelgraue (überwiegend Humus) Schlieren und Flecken wieder.

Auf den Dünenrücken und den kurzen, steilen Hängen am Anstieg der Dünen kam es durch die frühere landwirtschaftliche Nutzung örtlich zum vollständigen Abtrag der Braunerden und Bänderparabraunerden durch Bodenerosion. Bei den hier vorliegenden Pararendzinen folgt unter dem humosen Oberboden sofort der karbonathaltige Flugsand.

Weitere Informationen finden sich bei Fleck (2003) und Wolf (2000t,u).

Externe Lexika

Wikipedia

Weiterführende Links zum Thema

Literatur

  • Fleck, W. (2003). Erläuterungen zu Blatt 6617 Schwetzingen. – Bodenkt. Baden-Württ. 1 : 25 000, 163 S., 1 Beil., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau).
  • Wolf, A. (2000t). Sandhausener Düne-Pferdstrieb. – Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Karlsruhe (Hrsg.). Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Karlsruhe, S. 579–584, Stuttgart (Jan Thorbecke Verlag).
  • Wolf, A. (2000u). Sandhausener Düne, Pflege Schönau-Galgenbuckel. – Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege Karlsruhe (Hrsg.). Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Karlsruhe, S. 584–588, Stuttgart (Jan Thorbecke Verlag).
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