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Quellen

Ein großer Teil des Karstgrundwasserleiters der Ostalb entwässert über Quellen. Daneben tritt Karstwasser in die quartären kiesigen Talfüllungen der Albtafel sowie des Donautals über. Ein weiterer Teil unterströmt die Donau nach Südosten. Schwebende Grundwasservorkommen im Tertiär und Quartär entwässern ebenfalls über Quellen.

Eine Liste der Quellen der Ostalb findet sich in HGK (2002). Dort sind ca. 240 Quellen aufgeführt. Die Quellen sind in der Quelldatenbank des LGRB erfasst und im LGRB-Kartenviewer abrufbar.

Einen Überblick über die Quellen des oberen Brenz- und Kochertals geben Bayer & Schurr (1993). Sie können auf dem Karstquellenrundweg erwandert werden.

Quellen auf der Ostalb

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Blick auf eine mehrfarbige Schnittzeichnung zum Thema Positionen von Quellaustritten. Gezeigt und beschrieben werden je zwei Beispiele im Seichten und Tiefen Karst.
Positionen von Quellaustritten im Seichten und Tiefen Karst (nach Villinger,1997), Beispiele aus der gesamten Schwäbischen Alb
Grafische Darstellung der mittleren Schüttung von Quellen mit Austritt im Oberjura der Ostalb, als Säulendiagramm mit blauen Balken. Gezeigt wird Häufigkeit und Menge der Schüttung in Litern pro Sekunde.

Mittlere Schüttung (MQ) von Quellen mit Austritt im Oberjura der Ostalb (Datenquelle: HGK, 2002)

Farbige Schemazeichnung, das Lagebeziehungen zwischen Karstquellen und Trockentälern im Tiefen Karst der Schwäbischen Alb zeigt.
Lagebeziehungen zwischen Karstquellen und benachbarten Trockentälern im Tiefen Karst der Schwäbischen Alb (schematisch). Die Nummern kennzeichnen die Quellpositionen (verändert nach Villinger, 1972)

Nach Villinger (1972) gibt es als Folge der unterschiedlichen unterirdischen Entwässerungssysteme im Seichten und im Tiefen Karst verschiedene Quellpositionen. Im Tiefen Karst besteht häufig eine genetische Beziehung zwischen der Lage der Karstquellen und den benachbarten Trockentälern. Ausgenommen davon sind kleine Schichtquellen über lokalen Stauhorizonten (z. B. über der Zementmergel-Formation). Er unterscheidet drei Gruppen von Quellhorizonten:

1. Trockentalquellen entspringen im Talboden von Trockentälern:

  • ungefähr in der Talachse (a),
  • seitlich aus dem Hangfuß (b),
  • an der Mündung in ein Vorflutertal (c).

2. Talrandquellen entspringen randlich im Talboden von Vorflutertälern:

  • talabwärts (a),
  • talaufwärts von der Einmündung eines Trockentales (b).

3. Talquellen entspringen ohne Beziehung zu einem Trockental im Talboden von Vorflutertälern.

Da die ursprünglichen Oberläufe mehrerer Vorfluterflüsse trockengefallen sind, entspringen sie in den Quellpositionen 1a oder 1b. Beispiel hierfür ist die Quelle der Schmiech. Je nach hydrogeologischer Position des Quellaustritts bzw. Lage ihres Einzugsgebietes unterscheiden sich die Quellen im Quelltyp, ihrem Schüttungsverhalten und in der Alterszusammensetzung ihrer Grundwasserkomponenten.

Blick auf einen von links kommenden und im Bogen auf den Betrachter zulaufenden Fluss. Das flache Ufer links sowie Teile des mit Sträuchern und Bäumen bewachsenen Ufers hinten und rechts sind verschneit.

Der Schwarze Kocher entspringt im Seichten Karst unterhalb des Osthangs der Schmiedehalde ca. 1500 m südlich der Ortsmitte von Oberkochen an der Grenze der Impressamergel-Formation zur Wohlgeschichteten-Kalke-Formation.

In einer türkisblauen Wasserfläche im Vordergrund spiegeln sich graue, einen Hang bildende Felsen sowie Bäume und Sträucher. Am unteren Ende der Felsen sind kleine Höhlen erkennbar.

Der Brenz-Ursprung oder Brenztopf, im Ortsbereich von Königsbronn, ist einer der schönsten Quelltöpfe der Schwäbischen Alb. Die stark schüttende Karstquelle entspringt im Unteren Massenkalk des Oberjuras.

Blick über die Brüstung einer nach links abknickenden Steinmauer auf eine Wasserfläche. Das Wasser ist links von einem Pflanzenteppich bedeckt, rechts endet es an der Mauer. Das hintere Ufer ist mit Bäumen und Sträuchern bewachsen.

Die Pfefferquelle ist eine aufsteigende Stauquelle, die am Nordostrand der sogenannten Königsbronner Schichtlagerungsmulde austritt.

Blick auf eine rund auslaufende Wasserfläche in einem Wohngebiet.

Die Lone entspringt in den Talkiesen des Lonetals in einem ca. 25 m langen und ca. 10 Meter breiten Quelltopf. Das Wasser tritt aus den Kalksteinen der Untere-Felsenkalke-Formation in die Talfüllung über.

Leicht abwärts gerichteter Blick auf einen Quellaustritt unterhalb einer belaubten Böschung. Links steigen Felsen am Ufer auf, rechts begrenzt eine Steinmauer mit Geländer den Wasserlauf.
Brunnenmühlenquelle (aus Wikipedia: URL: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b5/Brunnenm%C3%BChlquelle.JPG)

Die Brunnenmühlenquelle ist die stärkste Quelle der Ostalb und die drittstärkste der Schwäbischen Alb. Sie entspringt in Mergelstetten, aus einer Felsnische mit erweiterter Kluft in Massenkalken, direkt am Westrand des Brenztals (Schloz in: Reiff, 2004). Dort tritt das Grundwasser, das dem Trockentalsystem des Stubentals zuzuordnen ist, an einer aufsteigenden Stauquelle aus (Schloz, 1993). Bei sehr hohen Wasserständen und Abflüssen fungiert der Wedelgraben im Stubental als Übereich des Zuflusssystems im Einzugsgebiet der Brunnenmühlenquelle. Das Stubental mündet ca. 0,8 km nördlich des Quellaustritts in das Brenztal. Das zumindest zeitweise über 100 km2 große Einzugsgebiet der Quelle reicht im Westen bis Böhmenkirch und Gussenstadt und umfasst im Nordwesten wahrscheinlich das Steinheimer Becken.

Das Foto zeigt einen nach rechts wegführenden Fluss. Links ist ein gerundeter Uferrand erkennbar. Am jenseitigen, leicht ansteigenden Ufer wachsen in der Bildmitte und links davon Bäume bis ans Wasser. Im Hintergrund rechts stehen Siedlungshäuser.

Die Nau entspringt in einem aufgelassenen Steinbruch 1100 m westnordwestlich der Ortskirche von Langenau aus Massenkalken des Oberjuras. Das Wasser entstammt der Lone, die im Wesentlichen auf Gemarkung Bernstadt zwischen Häldelesfels und Salzbühl versickert.

Blick auf eine größere Wasserfläche, die rechts und im Hintergrund von niedrigen Steinmauern begrenzt ist. Das flache, gerundete Becken befindet sich in einem Wohngebiet.

Die Lone entspringt in den Talkiesen des Lonetals in einem ca. 25 m langen und ca. 10 m breiten Quelltopf. Das Wasser tritt aus den Kalksteinen der Untere-Felsenkalke-Formation in die Talfüllung über.

Blick auf eine kleine, teichartige Quelle inmitten einer grünen Wiese. Die Quelle, die zum Vordergrund hin als Bach weiterfließt, ist durch einen Fahrweg von einem bewaldeten, nach rechts ansteigenden Hügel abgegrenzt.

Der Altheimer Hungerbrunnen zwischen Altheim (Alb), Heldenfingen und Heuchlingen ist die bekannteste und größte episodisch schüttende Einzelquelle der Schwäbischen Alb. Nur in niederschlagsreichen Jahren tritt aus dem kleinen, meist trocken liegenden Quelltopf Wasser. Bei starker Wasserführung bildet sich zeitweise ein See.

Blick auf eine grüne Wiese mit kleinem, länglichem Kiesbett, das eine ausgetrocknete Quelle kennzeichnet.

Trockene Situation des Altheimer Hungerbrunnens

Literatur

  • Bayer, H.-J. & Schurr, K. (1993). Der Karstquellenweg Oberkochen – Königsbronn. – Binder, H. (Hrsg.). Karstlandschaft Schwäbische Ostalb (Karst und Höhle, 1993), S. 291–293, München (Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e. V.).
  • Binder, H. (1960). Die Wasserführung der Lone (mit einigen Bemerkungen über den Hungerbrunnen). – Jahreshefte für Karst- und Höhlenkunde, 1, S. 211–248.
  • Binder, H. (1993c). Trockentäler und Wildwässer. – Binder, H. (Hrsg.). Karstlandschaft Schwäbische Ostalb (Karst und Höhle, 1993), S. 279–289, München (Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e. V.).
  • Etzold, A. (1994). Erläuterungen zu Blatt 7126 Aalen. – 3. Aufl., Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., 248 S., 3 Taf., 7 Beil., Stuttgart (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).
  • Geyh, M. A. & Groschopf, P. (1978). Isotopenphysikalische Studie zur Karsthydrogeologie der Schwäbischen Alb. – Abhandlungen des Geologischen Landesamtes Baden-Württemberg, 8, S. 7–58.
  • HGK (2002). Ostalb. – Hydrogeologische Karte Baden-Württemberg, 131 S., 10 Karten, 1 CD-ROM, Freiburg i. Br. (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg; Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg).
  • Reiff, W. (2004). Erläuterungen zu Blatt 7326 Heidenheim. – Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., 223 S., 3 Beil., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg).
  • Schloz, W. (1984b). Zur Geologie und Hydrogeologie der im Egauwasserwerk der Landeswasserversorgung genutzten Buchbrunnenquelle – Weißjura-Karst der östlichen Schwäbischen Alb. – LW-Schriftenreihe, 4, S. 20–33.
  • Schloz, W. (1993). Zur Karsthydrologie der Ostalb. – Binder, H. (Hrsg.). Karstlandschaft Schwäbische Ostalb (Karst und Höhle, 1993), S. 119–134, München (Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e. V.).
  • Schloz, W. (1999). Hydrogeologie des Einzugsgebiets der oberen Brenz. – Manuskript zum Vortrag beim Symposium „Die Brenz – eine gute Adresse“ am 19.07.1999 in Heidenheim, 14 S. [unveröff.]
  • Schloz, W. (2011). Hydrogeologie des Langenauer Donaurieds und seines verkarsteten Einzugsgebiets auf der Ostalb – Trinkwassergewinnung, Grundwasserschutz und Moor-Renaturierung (Exkursion D am 28. April 2011). – Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins, N. F. 93, S. 269–284. [7 Abb.]
  • Villinger, E. (1977). Über Potentialverteilung und Strömungssysteme im Karstwasser der Schwäbischen Alb (Oberer Jura, SW-Deutschland). – Geologisches Jahrbuch, Reihe C, 18, S. 3–93.
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