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Naturlehrpfade im Kaiserstuhl

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
  • Panoramablick über Weinberge auf eine weite Landschaft mit Äckern und Pflanzungen. Links ist ein Fluß mit Wald erkennbar, rechts erhebt sich eine bewaldete Bergkette. Rechts im Mittelgrund liegen zudem terrassierte flache Hänge.
  • Panoramabild einer länglichen, rechts abfallenden Steinbruchwand. Die Farbe des Gesteins wechselt von grau und braun im linken Teil zu gelb in der Mitte sowie einem rötlichen Fleck im rechten Teil. Kuppe und Fuß sind bewachsen.

Vulkanerlebnispfad

Blick auf eine farbige Schautafel am Start des Vulkanerlebnispfads bei Vogtsburg. Neben Fotos von Vulkangestein und der hier zu findenden Tierwelt wird auch der Verlauf des Lehrpfads mit verschiedenen Stationen gezeigt.
Vulkanerlebnispfad Vogtsburg im Kaiserstuhl – Infotafel am Start

Der 2022 eingeweihte Vulkanerlebnispfad beginnt am Parkplatz am Badloch zwischen Altvogtsburg und Oberbergen. Er ist als barrierefreier Lehrpfad konzipiert und will den Entdeckerdrang vor allem von Kindern anregen. Der Ritter Hugo führt durch die 8 Stationen des Wegs. Es können verschiedene Vulkangesteine mit der Lupe betrachtet, mit dem Lithophon gespielt oder die warme Quelle am Fuß des Badbergs besucht werden. Darüber hinaus widmen sich Stationen den Pflanzen und Tieren am Kaiserstuhl, dem Wein- und Obstbau sowie der Archäologie. Der erste Teil des Vulkanerlebnispfads verläuft am Fuß des Badbergs, der zweite Teil führt durch die Weinberge zwischen Badberg und dem bewaldeten Höhenzug nördlich des Totenkopfs.

Blick über eine hochgelegene Wiese auf zahlreiche grüne Hänge im Mittelgrund sowie bewaldete Berge im Hintergrund. Links liegt eine Ortschaft zwischen den hier terrassierten Hängen.
Blick vom Badberg nach Schelingen

Der Badberg bildet zusammen mit dem Haselschacher Buck einen der geologisch und ökologisch interessantesten Landschaftsteile des Kaiserstuhls und steht auf gut 136 ha unter Naturschutz. Der Badbergpfad führt direkt über den Rücken des Badbergs nach Osten. Entlang des Wegs informieren Schautafeln über die Pflanzen- und Tierwelt sowie die Entwicklung der Kulturlandschaft. Auf den steil aufragenden Hügeln fehlt die sonst im Kaiserstuhl weit verbreitete Lössdecke, sodass die Vulkangesteine direkt an der Oberfläche anstehen.

  • Blick auf ein Musterprofil des LGRB unter Grünland. Die schwarzgraue bis schwarzbraune, unten Gestein führende Profilwand ist in fünf Horizonte gegliedert und 1 Meter tief. Rechts oben nennt eine Tafel Nummer und Name des Profils.
  • Blick auf sechs verschiedene Vulkangesteinsproben, präsentiert auf niedrigen Podesten. Die Gesteinsproben bilden eine Station des Vulkanerlebnispfades bei Vogtsburg.
  • Nahaufnahme einer langstieligen Pflanze mit lilafarbenem, mehrteiligem Blütenkopf in der Form eines Tannenzapfens.
  • Blick auf einen kegelförmigen Gesteinsaufschluss, umrandet von Gras, Sträuchern und Bäumen..

Geologischer Weinlehrpfad

Blick auf einen Wegweiser mit grünem Pfeil, aufgestellt vor einer Häuserzeile. Das Schild zeigt zum Startpunkt des Geologischen Weinlehrpfads in Achkarren.
Wegweiser zum Startpunkt des Geologischen Weinlehrpfads Achkarren

Der vom Ortschaftsrat Achkarren am Schlossberg eingerichtete Geologische Weinlehrpfad führt den Wanderer auf einer Länge von rund 2,4 km an vieles Sehenswerte der Landschaft um Achkarren heran. Er bietet mit seinen Informationstafeln eine ideale Gelegenheit, die intensiven Zusammenhänge zwischen Weinbau und Geologie kennenzulernen. Einige seiner Stationen teilt sich der Geologische Weinlehrpfad mit dem Themenpfad Achkarrer Schlossberg. Als Ergänzung bietet sich ein Besuch des Kaiserstühler Weinbaumuseums in Achkarren an.

Blick auf gelblich graues Gestein, das am Fuß von Gras bewachsen ist. Über dem Gestein ist eine Stützmauer errichtet worden, aus grob zerkleinerten Steinbrocken. Dazwischen sowie oben wächst Gebüsch.
Geologischer Weinlehrpfad Achkarren – Station Stützmauer über Lavastrom

Der Weg beginnt gegenüber der Winzergenossenschaft Achkarren und führt zunächst entlang von Weinbergsmauern, deren braune, rötliche und graue Farben schon die vielgestaltigen vulkanischen Gesteine erahnen lassen, die im Verlauf des Weges anstehen. Ausführliche Schautafeln informieren über den Weinbau und die Rebsorten, die hier angebaut werden. Bald steigt der stets durch Rebgelände führende Weg zum Schlossberg hinauf, wobei an den Böschungen zunehmend vulkanische Gesteine wie Tephrit und Brockentuff (Tuffbrekzie, Pyroklastit) hervortreten. Am Hangfuß sowie östlich und südöstlich des Schlossberggipfels sind sie noch von mächtigen Lagen aus gelblichem Löss bedeckt. Hangaufwärts dünnt die Lössdecke immer mehr aus und die Reben stocken nun auf Verwitterungsböden der Vulkangesteine. Im Verlauf des Weges wird an einer Böschung ein Monchiquitgang gezeigt, der beim Wegebau angeschnitten wurde: deutlich ist der graue Monchiquit vom rötlich braun verwitternden Brockentuff der Umgebung zu unterscheiden. Am Waldrand wird ein alter Steinbruch am Scheibenplatz erreicht, in dem früher Bausteine für die Weinbergsmauern gebrochen wurden. Heute sind derartige Steinbrüche längst aufgelassen und nicht selten von einer üppigen Vegetation verdeckt – zur Freude der Vögel und anderer Tiere, die hier ungestörte Lebensräume finden. Als Abstecher bietet sich die Besichtigung des großen Steinbruchs am Nordwesthang des Schlossbergs an. Ebenfalls zu empfehlen ist ein Besuch der Ruine von Burg Höhingen am Gipfel (Aussichtspunkt). Nach vielen weiteren interessanten Informationen über Weinbau, Gesteine und Landschaft führt der Weg zurück nach Achkarren.

Weitere Informationen finden sich bei Geyer (2019f), Groschopf & Villinger (2009), Huth (2019c), Huth & Treiber (2019b), Meineke (1998a), Treiber (2014) und Wimmenauer (2003).

  • Blick auf einen stark zugewachsenen Gesteinshang. Links ist das Gestein im Sonnenlicht weißlich grau, rechts ist es durch Schatten dunkler. Rechts ist zudem eine Infotafel aufgestellt.
  • Teilansicht einer grauen bis rötlich grauen Stützmauer, errichtet aus unregelmäßig geformten Gesteinsbrocken. Als Füllmaterial zwischen den Fugen dienen kleinere Steinchen.
  • Frontansicht eines alten ovalen Weinfasses aus rotbraunem Holz. Im oberen Teil ist eine kleine Hinweistafel sowie ein Richtungspfeil angebracht.
  • Blick auf einen von Rebanlagen, Bäumen und Büschen durchzogenen Berg. Von links unten kommend führt ein Weg den Berghang hinauf. Rechts, an einem Wegkreuz, gabelt sich der Weg.

Literatur

  • Geyer, M. (2019f). Oberbergen: Ein exotisches Gestein im Herzen des Kaiserstuhls – der Karbonatit am Badberg. – Rosendahl, W., Huth, T., Geyer, M., Megerle, A. & Junker, B. (Hrsg.). Entlang des Rheins von Basel bis Mannheim, S. 89–90, München (Wanderungen in die Erdgeschichte, 38).
  • Groschopf, R. & Villinger, E. (2009). Geologie und Erdgeschichte des Kaiserstuhls. – RP Freiburg (Hrsg.). Der Kaiserstuhl – Einzigartige Löss- und Vulkanlandschaft am Oberrhein, S. 41–95, Ostfildern (Thorbecke). [30 Abb., 2 Tab.]
  • Huth, T. (2019c). Sasbach: Auf Hephaistos Spuren – rote Gesteine an Limberg und Lützelberg. – Rosendahl, W., Huth, T., Geyer, M., Megerle, A. & Junker, B. (Hrsg.). Entlang des Rheins von Basel bis Mannheim, S. 93–95, München (Wanderungen in die Erdgeschichte, 38).
  • Huth, T. & Treiber, R. (2019b). Kaiserstuhl – zwischen Reben raucht nichts mehr!. – Huth, T. & Röhling, H.-G. (Hrsg.). GeoTop 2019. Geotope und Geotourismus im digitalen Zeitalter, S. 135–165 (Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, 94).
  • Meineke, J.-U. (1998a). Haselschacher Buck und Badberg. – Regierungspräsidium Freiburg (Hrsg.). Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Freiburg, S. 190–195, Sigmaringen (Thorbecke).
  • Treiber, T. (2014). Vulkangesteine & Mineralien im Kaiserstuhl – Ein Taschenbegleiter; Roches volcaniques et minéraux du Kaiserstuhl. 64 S., Ihringen (Naturzentrum Kaiserstuhl).
  • Wimmenauer, W. (2003). Erläuterungen zum Blatt Kaiserstuhl. – 5. völlig neu bearbeitete Aufl., Erl. Geol. Kt. Baden-Württ. 1 : 25 000, IX + 280 S., 8 Taf., 4 Beil., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg). [26 Abb., 14 Tab.]
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