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Grundwasserdynamik und Schichtlagerung

Die Grundlage zur Beschreibung der Grundwasserdynamik eines hydrogeologischen Systems bilden Grundwassergleichenpläne. Deren Konstruktion basiert auf den idealerweise möglichst zeitgleichen Messungen des Grundwasserspiegels in Grundwassermessstellen sowie der Wasserspiegellagen von Oberflächengewässern, den Austrittshöhen von Quellen und, bei Karstgrundwasserleitern wie dem Oberjura, auf Ergebnissen von Markierungsversuchen.

Blick auf eine farbige Übersichtskarte zum Thema Karstgrundwasseroberfläche in der Hydrogeologischen Region Mittlere Alb.
Grundwasseroberfläche im Oberjura-Kluft- und Karstgrundwasserleiter der Mittleren Alb
Farbiges Diagramm mit Abflussganglinien des Donaupegels Beuron und Karstgrundwasserstandsganglinien im tiefen Karst, aufgezeichnet in einem Zeitraum von dreißig Jahren (bis 2004).

Abflussganglinie des Donaupegels Beuron (Tagesmittelwerte) und Karstgrundwasserstandsganglinien im tiefen Karst (Wochenwerte) von 1974 bis 2004 (HGE, 2004a)

Farbiges Diagramm mit Schüttungsganglinie der Gallusquelle sowie Ganglinien des Karstgrundwasserstands verschiedener Messstellen im tiefen Karst über einen Zeitraum von dreißig Jahren (bis 2004).

Schüttungsganglinie der Gallusquelle (Tagesmittelwerte) und Karstgrundwasserstandsganglinien verschiedener Grundwassermessstellen im tiefen Karst (Wochenwerte) von 1974 bis 2004 (HGE, 2004a).

  • Grundwassermessstellen in Karstaquiferbereichen mit raschen und ausgeprägten Reaktionen auf niederschlagsbedingte Grundwasserneubildungsereignisse haben jahreszeitlich stark schwankende Wasserstandsganglinien. Sie sind in ihrem Verlauf den Schüttungsganglinien der Karstquellen ähnlich. Dies zeigt z. B. der Vergleich der Grundwassermessstelle 110/517-0 Neufra mit der Gallusquelle. Solche Messstellen haben einen Anschluss an das hochdurchlässige Karstsystem.

Die Amplituden der Wasserstandsschwankungen nehmen in der Reihenfolge Karstgrundwasser–Porengrundwasser in den quartären Talaquiferen–Oberflächengewässer ab.

Ursachen für die geringeren zeitlichen Schwankungen der Grundwasserstände in den Porengrundwasserleitern sind:

  • das im Vergleich zum Festgestein wesentlich größere speichernutzbare Hohlraumvolumen und
  • in vielen Bereichen die Nähe und die generell gute hydraulische Wechselbeziehung des Porengrundwasserleiters zum Vorfluter.

Die unterschiedlich stark ausgeprägten Wasserstandsschwankungen im Karst- und Kiesaquifer sowie in den Oberflächengewässern und deren zeitliche Unterschiede bedingen in den Oberflächengewässern abschnittsweise Infiltrations- und Exfiltrationsverhältnisse. So führen einige Abschnitte in Trockentälern nur bei extremen Witterungssituationen und Niederschlagsereignissen Wasser. Diese Situation führt zur Entstehung von Hungerbrunnen.

Blick auf eine farbige Übersichtskarte zum Thema Flurabstand der Karstgrundwasseroberfläche in der Hydrogeologischen Region Mittlere Alb.
Grundwasserflurabstand der Karstwasseroberfläche auf der Mittleren Alb
Blick auf eine farbige Übersichtskarte zum Thema Karstgrundwassermächtigkeit in der Hydrogeologischen Region Mittlere Alb.
Karte der Grundwassermächtigkeit im Kluft- und Karstgrundwasserleiter der Mittleren Alb
Blick auf eine farbige Übersichtskarte zum Thema Basis des Oberjura-Karstgrundwasserleiters in der Hydrogeologischen Region Mittlere Alb.
Basis des Oberjura-Kluft- und Karstgrundwasserleiters der Mittleren Alb
Blick auf eine vereinfachte Übersichtskarte der Hydrogeologischen Region Mittlere Alb. Eingetragen sind auf der Karte die Verläufe von vier Schnittzeichnungen.

Verlauf der Hydrogeologischen Schnitte (Grafik: HGE, 2009)

Blick auf eine farbige Schnittzeichnung zur Hydrogeologischen Situation im westlichen Bereich der Mittleren Alb mit Zollerngraben links und Schmeietal rechts (Schnitt 1).
Hydrogeologischer Schnitt (Schnitt 1) ungefähr entlang der Westgrenze der Mittleren Alb (HGE, 2009), Verlauf: Nordwest–Süd.
Blick auf eine farbige Schnittzeichnung zur Hydrogeologischen Situation im zentralen Bereich der Mittleren Alb mit dem Uracher Wasserfall links und dem Schmiechtal/Donautal rechts (schnitt 2).
Hydrogeologischer Schnitt (Schnitt 2) durch den zentralen Bereich der Mittleren Alb (HGE, 2009), Verlauf: Nordwest–Südost.
Blick auf eine farbige Schnittzeichnung zur Hydrogeologischen Situation im östlichen Bereich der Mittleren Alb mit dem Albtrauf links und dem Donautal rechts (Schnitt 3).
Hydrogeologischer Schnitt (Schnitt 3) durch den östlichen Bereich der Mittleren Alb (HGE, 2009), Verlauf: Nordwest–Südost.
Blick auf eine farbige Schnittzeichnung in Längsrichtung zur Hydrogeologischen Situation im zentralen Bereich der Mittleren Alb, mit Bäratal, Schmeietal und Lautertal (Schnitt 4).
Hydrogeologischer Längsschnitt (Schnitt 4) durch den zentralen Bereich der Mittleren Alb (HGE, 2009), Verlauf: Westsüdwest–Ostnordost

Literatur

  • Gwinner, M. P. (1993b). Erläuterungen zu Blatt 7721 Gammertingen. – 2. erg. Aufl., Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., 68 S., 5 Beil., Stuttgart (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).
  • Gwinner, M. P. (1998). Erläuterungen zu Blatt 7522 Urach. – 4. erg. Aufl., Erl. Geol. Kt. Baden-Württ. 1 : 25 000, 131 S., 4 Taf., 8 Beil., Stuttgart (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).
  • HGE (2004a). Mittlere Alb – Mappe 2. Grundwasserdynamik, Grundwassergleichen. – Hydrogeologische Erkundung Baden-Württemberg, 68 S., 2 Karten, 1 CD-ROM, Ulm (Gewässerdirektion Donau/Bodensee Bereich Ulm; Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg; Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg; Büro für Hydrogeologie E. Funk, Staufen i. Br.).
  • HGE (2009). Mittlere Alb – Mappe 3. Hydrogeologischer Bau, Grundwasserhaushalt. – Hydrogeologische Erkundung Baden-Württemberg, 23 S., 4 Kt., 1 CD-ROM, Tübingen (Regierungspräsidium Tübingen; Regierungspräsidium Freiburg – Abteilung 9 Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau; Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg).
  • Jentsch, H. & Franz, M. (1999). Erläuterungen zu Blatt 7621 Trochtelfingen. – Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., 126 S., 4 Beil., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg).
  • Schall, W. (2002). Erläuterungen zu Blatt 7425 Lonsee. – Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., 125 S., 1 Beil., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg).
  • Villinger, E. (1969b). Karsthydrologische Untersuchungen auf der Reutlinger Alb (Schwäbischer Jura). – Jahreshefte des Geologischen Landesamtes Baden-Württemberg, 11, S. 201–277.
  • Villinger, E. (1977). Über Potentialverteilung und Strömungssysteme im Karstwasser der Schwäbischen Alb (Oberer Jura, SW-Deutschland). – Geologisches Jahrbuch, Reihe C, 18, S. 3–93.
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