Sie befinden sich hier:

Bodeneigenschaften

Die Bodeneigenschaften sind zunächst stark vom Ausgangsgestein abhängig. Dabei werden 20 % der Bodengroßlandschaft (BGL) von Böden aus Karbonatgestein eingenommen. Den mit 29 % größten Anteil bilden jedoch die Verwitterungsprodukte von Ton- und Mergelgesteinen einschließlich der daraus entstandenen Fließerden. Fasst man Löss, Lösslehm und lösslehmreiche Fließerden zusammen, bilden diese für 34 % der Fläche das Ausgangssubstrat für die Bodenbildung. Dagegen bedecken Kolluvien und Auensedimente nur 14 % der BGL. Sandsteine des Lettenkeupers (Unterkeuper, Erfurt-Formation), Terrassensedimente sowie Weinbergs- und Auftragsböden spielen flächenmäßig nur eine untergeordnete Rolle.

Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Wald. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das vier Horizonte umfassende und mit Schutt und Steinen durchsetzte Bodenprofil ist nur etwa 60 cm tief.
Flach entwickelte Rendzina aus tonreichem Hangschutt des Oberen Muschelkalks

Nur ein für Gäulandschaften vergleichsweise geringer Anteil der Böden auf Karbonatgestein wird von Rendzinen auf Kalkstein, Dolomitstein oder Hangschutt als Leitbodentypen eingenommen. Dies hat mehrere Gründe: Das Karbonatgestein des Muschelkalks steht nur im Bereich der zentralen Kocher-Jagst-Ebenen flächig an, das Relief ist relativ ausgeglichen und die anstehenden Muschelkalkschichten haben vergleichsweise höhere Anteile an Tonmergelgesteinen, was vermehrt zum Pelosol als Leittyp führt (vgl. J1). Die KE J6 stellt mit Abstand die häufigste Rendzina-Einheit dar (29 %). Darin werden Bodengesellschaften an den Hängen des Oberen Muschelkalks beschrieben. Gleiches gilt für die Kartiereinheiten J93, J10 und J71 (zusammen 6,5 %). Entsprechend sind Rendzinen außerhalb der Muschelkalktäler mit nur 2,5 % nur sehr wenig verbreitet (i. W. J2). Im Hangbereich ist häufig ein größerer Feinbodenanteil vorhanden und die meisten Böden sind weniger auf Festgestein, sondern vielmehr auf Hangschutt entwickelt. Dies hat zur Folge, dass die Eigenschaften im Vergleich zu den in Erosionslagen und an exponierten Standorten vorkommenden typischen Rendzinen weniger extrem ausgeprägt sind. Häufig sind Braune Rendzinen oder Übergänge zu Braunerde oder Terra fusca zu finden. Allgemein handelt es sich um flachgründige, oft steinige Böden, bei denen vielmals bereits oberhalb 3 dm u. Fl. ein sehr stark steiniger Unterboden auftritt. Insgesamt sind die Standorte trocken mit sehr geringer bis geringer, teilweise auch mittlerer nutzbarer Feldkapazität (nFK), mittlerer bis hoher Luftkapazität und meist mittlerer bis hoher Wasserdurchlässigkeit. Die Kationenaustauschkapazität (Sorptionskapazität, KAK) wird aufgrund des geringen Wurzelraums als gering bis mittel, für die Hangeinheit J6 auch als mittel bis hoch (Begründung s o.) eingestuft. Bei ausreichenden Niederschlägen stellen diese Standorte noch einigermaßen gute Ackerböden dar (Ackerrendzinen); die Hänge sind zumeist bewaldet oder unter Grünlandnutzung.

Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Wald. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das Bodenprofil ist über 1 m tief.
Podsolierte Pseudogley-Pelosol-Braunerde aus lösslehmreichen Fließerden über toniger Fließerde aus Lettenkeupermaterial

Eine deutliche Verbesserung der Eigenschaften toniger Böden ist dort gegeben, wo der Oberboden in einer lösslehmhaltigen Deckschicht (Decklage) entwickelt ist (zweischichtige Braunerde-Pelosole). Wo Deck- und Mittellage mächtiger als 3 dm werden, sind als Bodentypen Braunerden, Pelosol-Braunerden und Pelosol-Parabraunerden verbreitet (J32, J305, J77, J365). Die lösslehmreichen Deckschichten bewirken im Vergleich zu den reinen Tonböden eine höhere nFK (mittel bis hoch) und eine bessere Durchwurzelbarkeit.

Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Wald. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das sechs Horizonte umfassende und sehr dunkle Bodenprofil ist über 1 m tief.
Tiefes pseudovergleytes Kolluvium aus schluffig-tonigen Abschwemmmassen in Trockentalmulden im Verbreitungsgebiet des Muschelkalks

Im Muschelkalkgebiet spielt Staunässe und Grundwassereinfluss aufgrund der hydrogeologischen Eigenschaften des Muschelkalks eine vergleichsweise untergeordnete Rolle. Entsprechend sind hier mäßig tiefe bis tiefe Kolluvien mit nur geringer Pseudovergleyung und sehr guten Bodeneigenschaften am weitesten verbreitet (J24). Sind diese Kolluvien karbonathaltig, wirkt sich das positiv auf die Nährstoffverfügbarkeit aus (J49). Dennoch kommen auch Kolluvien mit Vergleyung im nahen Untergrund und Gley-Kolluvien vor (J67). Im Vergleich zu entsprechenden Böden im Lettenkeupergebiet sind aufgrund des weniger tonreichen Substrats nFK und KAK etwas niedriger anzusetzen. Mittel tiefe Kolluvien nehmen einen geringeren Flächenanteil ein und sind häufig von Pelosolen oder Terrae fuscae unterlagert, weshalb auch die KAK hohe Werte erreicht (J31).