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Bodeneigenschaften

Flächenanteile der Bodenklassen und -typen in der BGL Jungmoränen-Hügelland

Bodenerosionsraten im Jungmoränen-Hügelland

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Pelosole und Pelosol-Braunerden

Die Eigenschaften der Pelosole werden vorrangig von ihren tonreichen Ausgangsgesteinen bestimmt. Pelosole aus Beckenton (U20), aus tonreicher Molasse (U21) oder aus Rutschmassen (U22, U23) können aufgrund vergleichbarer Bodenentwicklung gemeinsam beschrieben werden. Der Wasser- und Lufthaushalt der Pelosole wird stark von der Dynamik des Bodengefüges im Jahreslauf geprägt. Im feuchten Winterhalbjahr quellen die plastischen Tone und bilden eine gering durchlässige, kohärente Bodenmasse. Mit zunehmender Austrocknung in sommerlichen Trockenphasen entwickeln sich Schrumpfrisse und ein grobpolyedrisch-prismatisches Gefüge. Vorübergehend verfügen die Böden dann über eine günstige Infiltrationsleistung bei Starkniederschlägen. Der mittleren bis hohen Feldkapazität von bis zu 450 mm bei einer Gründigkeit von 10 dm stehen meist nur 90–140 mm pflanzenverfügbares Bodenwasser (nFK) gegenüber. Bodenformen ohne schluffig-lehmige Decklage lassen sich nur in einem engen Zeitraum während des Abtrocknens mit gutem Ergebnis bearbeiten. Meist werden diese schweren „Stundenböden“ im Jungmoränen-Hügelland jedoch als Wald oder Grünland genutzt. In ebenen und schwach geneigten Lagen schränkt eine schwache Staunässe (Pseudogley-Pelosol) die Durchlüftung, Erwärmung und Durchwurzelung weiter ein. Die KAK ist als hoch bis sehr hoch anzusprechen. Die Böden sind nur mittel bis mäßig tief entkalkt, sodass keine Gefahr der Versauerung besteht. Bei den zweischichtigen Pelosol-Braunerden weist nur der Unterboden die besonderen Eigenschaften der Tonböden auf (U35). Der gut durchwurzelbare Oberboden ist mächtiger und die nFK nimmt zu.

Das Bild zeigt ein Bodenprofil unter Wald. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das dunkelbraune Profil ist etwa 1,80 m tief.
Tief entwickelte podsolige Parabraunerde aus lösslehmhaltiger Fließerde über würmzeitlichem Geschiebemergel (U52)

Parabraunerden und Braunerden

Bei den weit verbreiteten Parabraunerden und Braunerde-Parabraunerden aus würmzeitlichem Geschiebemergel handelt es sich um Böden mit weitgehend ausgeglichenen, mittleren Kennwerten und Eigenschaften. Das Gefüge der Oberböden wird stark von der Nutzung beeinflusst. In den Ah-Horizonten unter Wald und Grünland hat sich ein locker gelagertes Krümel- bis Subpolyedergefüge entwickelt. Darunter folgt der lockere bis mäßig dichte Tonauswaschungshorizont (Al) mit Subpolyedergefüge. Unter Ackernutzung ist der Al-Horizont i. d. R. zu großen Teilen im Ap-Horizont aufgegangen. Durch die Bodenbearbeitung entsteht ein Fragmentgefüge mit Bröckeln in der Oberkrume, während die Unterkrume vorwiegend aus Klumpen (> 50 mm) aufgebaut ist. Im Laufe des Jahres wechseln Gefügeformen und Lagerungsdichte in Abhängigkeit von Kulturpflanze, Bodenbearbeitung und Witterungsverlauf. Für die Tonanreicherungshorizonte (Bt) ist ein Polyedergefüge charakteristisch. Im tieferen, noch entkalkten Unterboden erfolgt nicht selten ein Übergang zum Kohärentgefüge des kalkreichen Geschiebemergels. Insgesamt können die Böden also ohne erhebliche Einschränkungen von den Pflanzen durchwurzelt und als Wasser- und Nährstoffspeicher genutzt werden. Nicht von Erosion betroffene Bodenformen mit geringem bis mittlerem Grobbodengehalt weisen eine mittlere bis hohe nutzbare Feldkapazität (nFK) auf (U2, U51, U73, U74 etc.). Die Kationenaustauschkapazität (KAK) ist ebenfalls als mittel bis hoch einzustufen. Bei der ackerbaulichen Nutzung sollte in Hanglagen die z. T. hohe Erodierbarkeit der schluffig-lehmigen Oberböden beachtet werden. Dies gilt insbesondere für das niederschlagsreiche östliche Jungmoränengebiet mit seinem hohen Anteil an Sommerniederschlägen. Außerdem sinkt mit zunehmend kühl-feuchtem Klima die Anzahl der Tage, an denen die Böden ohne Schaden befahren, bearbeitet und beweidet werden können. Bei den Parabraunerden und Pseudogley-Parabraunerden aus dicht gelagertem, gering durchlässigem Geschiebemergel (U57, U58, U72) besteht eine erhöhte Verdichtungsgefahr. Unter Wald hat bei Parabraunerden mit großer Entkalkungstiefe z. T. bereits eine deutliche Versauerung eingesetzt. Sie kann neben den im Oberboden erkennbaren Merkmalen der Podsolierung bis in den Unterboden reichen und zeigt sich an einer geringen Basensättigung mit hohen Anteilen von Aluminium an den Austauschern (Kösel & Vogl, 1997, S. 366 ff.). Dadurch kann es zu einer verminderten Wuchsleistung der Waldbestände kommen.

Bodenhydrologische Karte im Jungmoränen-Hügelland – Abflussprozesse

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Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Grünland. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das fünf Horizonte umfassende Profil ist 1,10 m tief.
Mäßig tief entwickelte Braunerde-Parabraunerde aus lösslehmhaltiger Fließerde über grobkörnigem Geschiebemergel der Äußeren Jungendmoräne

Auf den Endmoränen sowie im Bereich von Schottermoränen herrschen Parabraunerden mit erhöhten Sand- und Grobbodengehalten vor (U64, U65, U66, U67). Daraus ergeben sich mittlere Werte für KAK und nFK sowie eine geringe bis mittlere FK. Die Böden auf kiesig-sandigen Endmoränen und Schottermoränen im niederschlagsreichen Südosten des Jungmoränen-Hügellands sind unter Wald verbreitet podsolig und sehr stark sauer (U44U46). Dies liegt an der nur geringen bis mittleren Sorptionskapazität. Die Feldkapazität ist ebenfalls nur als gering bis mittel einzustufen. Besonders stark reliefierte Bereiche mit tiefen Toteislöchern und steilere Hänge bleiben i. d. R. dem Wald oder Grünland überlassen.

Unter Grünland findet sich in den Braunerden und Parabraunerden des Westallgäuer Hügellandes (z. B. U24, U44, U45, U46, U73, U74, U75) ein 1–1,5 dm mächtiger, lockerer, krümeliger und von einem Graswurzelfilz durchzogener Ah-Horizont. In siedlungsnahen, nicht zu steilen Lagen liegt darunter verbreitet ein mäßig dichter, mittel bis stark durchwurzelter rAp-Ah-Horizont mit Subpolyedergefüge (bis max. 2,5 dm u. Fl.). Er dokumentiert die früher deutlich weiter verbreitete Ackernutzung. Die z. T. starke Belebung mit Regenwürmern zeigt sich an zahlreichen Röhren, verbunden mit einer fleckenhaften Einmischung von Humus bis in den Unterboden. Um die günstige Bodenstruktur zu erhalten, muss die Befahrung und Beweidung bei stark feuchtem Boden unterbleiben. Die Oberböden sind mittel bis stark humos und verfügen wegen eines engen C/N-Verhältnisses über vergleichsweise hohe Stickstoffvorräte. Dieses hohe Mineralisierungspotential sollte bei der Bemessung der Düngung berücksichtigt werden. Sonst können Verluste durch Nitratauswaschung entstehen, die das Grundwasser belasten (Mickley, 1994, S. 56). Außerdem kann es auf den Grünlandbetrieben durch Kraftfutterzukauf zu Überschüssen an Phosphor kommen, die über die Gülle in den Boden gelangen und sich dort anreichern. Die Gefahr des Phosphoraustrags in das Grundwasser besteht v. a. bei sandig-kiesigen Böden.

Blick auf einen rötlich braunen, mit Steinen durchsetzten Acker, der von einem Traktor befahren wird. Im Hintergrund Bäume und Gebäude.
Frühjahrsbestellung im Jungmoränen-Hügelland in der Umgebung von Bad Waldsee

Die Parabraunerden aus Beckensedimenten (U70, U71) stellen vielseitig nutzbare, leicht bis mittel bearbeitbare Ackerböden dar. Mit den Parabraunerde-Braunerden (U34) im südöstlichen Jungmoränen-Hügelland haben sie die hohe bis sehr hohe nFK und eine mittlere bis hohe KAK gemeinsam. Schluffreiche Oberböden sind sehr anfällig gegenüber Bodenerosion durch Wasser. Bereits vom Bodenabtrag betroffene Böden (U25, U172) sind hinsichtlich der nFK etwas niedriger, nämlich als mittel bis hoch einzustufen. In Gebieten mit kuppig-hügeligem Toteisrelief treten engräumige Bodenwechsel auf, die die Bewirtschaftung erschweren (U170, U171). Unter Wald neigen schluffig-sandige Böden zur Versauerung. Diese reicht bei dem kleinflächig verbreiteten Beckensand örtlich bis zur Podsol-Braunerde (U41). Daneben kommen Podsol-Parabraunerden vergesellschaftet mit podsoligen Bänderparabraunerden (U42) vor. Die Humus- und Stickstoffvorräte dieser meist als Wald genutzten Böden befinden sich überwiegend in den als Moder bis Rohhumus ausgeprägten Humusauflagen. Die Sorptionskapazität liegt nur bei geringen bis mittleren Werten. Die v. a. im Schussenbecken verbreiteten Gley-Braunerden und Parabraunerden mit Vergleyung im nahen Untergund (U38) sind unter Wald weniger stark versauert. Unter landwirtschaftlicher Nutzung werden diese leicht bearbeitbaren Böden bei entsprechender Düngung nicht selten mit Sonderkulturen wie Obst, Hopfen oder Gemüse bebaut.

Das Bild zeigt ein Bodenprofil unter Wald. Das einheitlich braune Profil ist etwa 1,80 m tief.
Tief entwickelte Braunerde-Parabraunerde aus Fließerden auf Geröll führender Oberer Süßwassermolasse (U29)

Aus den präwürmzeitlichen Gletscherablagerungen entwickelten sich Parabraunerde-Braunerden bis Parabraunerden mit überwiegend mittlerer Ausprägung der Bodeneigenschaften (U54, U78, U79, U80). Sie ähneln auch hinsichtlich der Entwicklungstiefe den entsprechenden Böden aus würmzeitlichem Geschiebemergel. Aufgrund der Höhenlage bzw. den hohen Niederschlägen werden die Böden auf den Plateaus heute meist als Grünland genutzt. Die Hanglagen oberhalb des Illmensees und am Schiener Berg sind bewaldet. Wesentlich häufiger kommen jedoch mittel tief bis tief entwickelte Parabraunerden (U82, U89) mit i. d. R. geringer bis mittlerer Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit und mittlerer bis hoher Wasserdurchlässigkeit vor. Wegen ihrer Lage an steilen Hängen oder auf siedlungsfernen Rücken im Bergland sind die Flächen vollständig bewaldet.

Aus Sanden der Oberen Süßwassermolasse bzw. Oberen Meeresmolasse bildeten sich tief entkalkte Parabraunerden und Braunerde-Parabraunerden mit mittlerer Sorptionskapazität, die unter Wald nicht selten bereits Merkmale der Versauerung zeigen (U29, U49, U50). Das Angebot an pflanzenverfügbarem Wasser ist bei skelettarmen Böden hoch (140–200 mm). Böden aus überwiegend bindigem Ausgangsmaterial (U27, U28, U30, U31) verfügen über eine mittlere bis hohe KAK. In Bereichen mit jungen Rutschungen (U31) wechseln die Bodenformen und damit vielfach auch die Bodeneigenschaften sehr kleinflächig.

Das Bild zeigt einen vertikal verlaufenden schwarzbraunen Acker mit Steinen und Pflanzenresten. Links verläuft eine Wasserleitung.
Humose, kiesige Böden auf der Reichenau

Hortisole und Rigosole

Die höheren Humusmengen bewirken bei den Rigosolen (U157, U160) gegenüber ähnlichen, nicht rigolten Böden (Pararendzinen, Parabraunerden) bezogen auf das Gesamtprofil i. d. R. keine wesentliche Verbesserung der FK und KAK. Die dauerhafte Begrünung zwischen den Rebzeilen bildet einen Beitrag zum Schutz vor Bodenerosion. Die hohen Humusgehalte und der Kalkgehalt verhelfen den Hortisolen (U161, U162) zu einer hohen Gefügestabilität und damit zu einer guten Bearbeitbarkeit. Außerdem bildet der hohe Gehalt an organischer Substanz einen Nährstoffspeicher, sodass insbesondere beim Stickstoff die Nachlieferung aus dem Bodenvorrat steigt. Um die Düngung der Gemüsekulturen an den Nährstoffbedarf anzupassen und Austräge zu vermeiden, werden regelmäßig Bodenuntersuchungen durchgeführt. Der Wassermangel bei den stark kiesigen, kalkhaltigen Parabraunerde-Hortisolen wird durch Bewässerung ausgeglichen.

Semiterrestrische Böden

Von leicht erhöhtem Standort aus blickt man auf die in lichtem Wald liegende Kurve eines Baches.
Talaue am Buttenmühlebach

Auenböden und Auengleye

Die Braunen Auenböden und Auengley-Braune Auenböden (Vegen und Gley-Vegen; U110, U112, U113, U114, U115) weisen eine günstige Ausprägung der Kennwerte des Wasser-, Luft- und Nährstoffhaushaltes auf. Die nutzbare Feldkapazität ist hoch bis sehr hoch, die Sorptionskapazität als mittel bis hoch einzustufen. Dazu kommen eine mittlere Luftkapazität und Wasserdurchlässigkeit. Die Böden aus tonigen Auensedimenten (U111) sind durch geringe LK und niedrige kf-Werte sowie durch eine z. T. hohe FK und sehr hohe KAK gekennzeichnet. Die pH-Werte sinken bei den kalkfreien Böden auch unter Wald oder Grünland nicht unter pH 5. Für die Auengleye (U119U125) ergeben sich ähnliche Kennwerte. Durch die höheren Humusgehalte steigt die KAK. Der Grundwassereinfluss bedingt jedoch eine eingeschränkte Durchwurzelbarkeit des Unterbodens sowie eine verzögerte Erwärmung und schlechte Befahrbarkeit. Auengleye zählen zu den schwierigen Ackerböden. Dies gilt insbesondere für die Auengleye und Auenpseudogley-Auengleye aus tonreichen Auensedimenten (U122). Bei den überwiegend sandig-schluffigen Auenpararendzinen (Kalkpaternien, U107, U108, U109) ist die Nährstoffspeicherfähigkeit als gering bis mittel anzusprechen. Die mittlere bis hohe Luftkapazität und Wasserdurchlässigkeit in den locker gelagerten Böden führt zu einer raschen Erwärmung im Frühjahr.

Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Grünland. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das sechs Horizonte umfassende Profil ist 1,25 m tief.
Pseudovergleyter Gley aus spätglazialer Fließerde über würmzeitlichem Schwemmsediment (U138)

Gleye

Grundwasserböden sind mit einem Flächenanteil von knapp 10 % ein typisches Element im Bodenmuster des Jungmoränen-Hügellands. Sie entwickelten sich in z. T. umgelagertem Geschiebemergel, in Becken-, See- und Strandsedimenten sowie aus glazifluviatilem Schotter und Schwemmsedimenten. Bei einem Großteil der Gleye unter landwirtschaftlicher Nutzung wurde die natürliche Wasserdynamik mit Schwankungen des Grundwasserspiegels bis nahe an die Erdoberfläche durch Entwässerungsmaßnahmen gestört. Infolge der intensiveren Durchlüftung werden durch die Bodenorganismen Humus abgebaut und Nährstoffe freigesetzt. Zusätzlich erhalten die Gleye mit dem seitlich zuströmenden Wasser eine Nährstoffzufuhr. Die Gleye aus holozänen Abschwemmmassen (U127) bestehen zudem aus i. d. R. nährstoffreichem, humosem Bodensediment. Charakteristisch für Gleye ist zudem ein Kohärent- bzw. Einzelkorngefüge (bei Sanden) im Unterboden. Das Kohärentgefüge vermindert nach der Entwässerung die Durchwurzelbarkeit. Auch die Abtrocknung und Erwärmung der Böden im Frühjahr bleibt gegenüber den nicht vernässten Böden verzögert. Sofern der Unterboden als Wurzelraum mit einbezogen wird, handelt es sich bei den Gleyen aus Moränen- und Schwemmsedimenten (U133, U134, U137, U138) um Böden mit einer hohen nutzbaren Feldkapazität und mittleren bis hohen Sorptionskapazität.

Moore

Blick auf ein dicht bewachsenes, grün-braunes Hochmoor. Der Hintergrund wird durch Nadelbäume begrenzt.
Das Gründlenried liegt in einem Zungenbecken nördlich von Kißlegg und wird von der Immenrieder Ach zum Bodensee hin entwässert.

Die Moore sind wegen ihres großen Porenvolumens sehr gute Wasserspeicher. Sowohl die Feldkapazität (FK) als auch die nFK liegen bei tiefen Nieder- und Hochmooren weit über denen der mineralischen Böden. Allerdings bieten nur entwässerte Moore für Nutzpflanzen einen ausreichend durchlüfteten Wurzelraum. Die Kationenaustauschkapazität von Niedermooren ist meist sehr hoch (> 300 mol/z/m2), diejenige von schwach zersetzten Hochmooren nur als mittel einzustufen (100–200 mol/z/m2). Entwässerte Niedermoore verfügen in den oberen 3 dm über einen Stickstoffvorrat in der Größenordnung von 20 000 kg/ha. Erhebliche Stickstoffausträge sind bei tief entwässerten und ackerbaulich genutzten Mooren zu erwarten. Bei der Mineralisierung von Niedermoortorfen werden große Mengen von Stickstoff verfügbar. Bei Phosphor und Kalium sowie bei den Spurenelementen Kupfer und Mangan können dagegen Mängel bei Pflanzen und Nutztieren auftreten (Göttlich & Kuntze, 1990, S. 401 ff.). Zu hohe pH-Werte (> 6) wirken sich ungünstig auf die Nährstoffverfügbarkeit aus und regen die Zersetzung des Torfes zu stark an. Solche Verhältnisse finden sich bei den Kalkniedermooren in KE U178. Moore sind sehr schwer erwärmbare Böden. Die sehr lockeren Oberböden trocknen zwar relativ rasch ab, haben in diesem Zustand aber nur eine geringe Wärmeleitfähigkeit. So bleiben die Unterböden lange kühl und nass. Bei Grünlandnutzung weicht die Grasnarbe bei feuchter Witterung rasch auf. Wegen Trittschäden ist die Weidenutzung deshalb nur eingeschränkt möglich. Die von Mineralböden überdeckten Moore (U126, U168, U175) besitzen einen ausgeglicheneren Wasser-, Luft- und Nährstoffhaushalt.

Literatur

  • Göttlich, K. & Kuntze, H. (1990). Moorkultivierung für Land- und Forstwirtschaft. – Göttlich, K. (Hrsg.). Moor- und Torfkunde, 3. neubearb. Aufl., S. 385–410, Stuttgart (Schweizerbart).
  • Jahn, R. & Konold, W. (1997). Querschnitt durch den Hegau und seine Randgebiete – Exkursion D3 – Bodengenetik. – Mitt. dt. bodenkdl. Ges, 82, S. 213–250.
  • Kösel, M. & Vogl, W. (1997). Böden und landschaftsspezifische Aspekte des Bodenschutzes im Bereich des Schussenbeckens (Oberschwaben) – Exkursion D7 – Schussenbecken. – Mitt. dt. bodenkdl. Ges., 82, S. 349–382.
  • Mickley, W. (1994). Nitratauswaschung von Grünlandstandorten des württembergischen Allgäus. – Hohenheimer Bodenkdl. Hefte, 20, S. 51–58.
  • Waldmann, F. (2017). Bodenhydrologische Karte Baden-Württemberg. – LGRB-Fachbericht, 2017/2, S. 1–34, Freiburg i. Br. (Regierungspräsidium Freiburg – Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau).