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Deckenschotter

Lithostratigraphische Untergruppe

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Seitlicher Blick auf die Abrisskante eines Waldhanges. Der obere Bereich ist durchwurzelt, Äste und Zweige hängen herunter. Das offengelegte Boden- und Gesteinsmaterial ist rötlich bis grau.
Verwitterte Tiefere Hochrhein-Deckenschotter bei Rheinfelden-Riedmatt

Die Oberschwaben-Deckenschotter bestehen aus Ablagerungen eines pleistozänen Flusssystems, das aus den Alpen kommend zur Donau gerichtet war. In ihrer Gesamtheit zeigen die Deckenschotter die zunehmende Erosion und Zertalung der aufsteigenden Alpen an, wobei einerseits immer tiefer gelegene Geologische Formationen erodiert und umgelagert wurden, andererseits das Einzugsgebiet dieses Flusssystems sich Richtung Zentralalpen erweiterte. In unverwittertem Zustand sind die Sedimente kalkreich. Oft sind sie von der Oberfläche ausgehend verwittert und teilweise verbacken. Die Sedimente bestehen überwiegend aus sandigen Kiesen mit Steinen. Nach ihrer petrographischen Zusammensetzung lassen sich drei Untereinheiten abgrenzen, die in der Geologischen Karte den Rang von Subformationen einnehmen.

  • Die Donau-Deckenschotter sind kristallinarm (i. d. R. < 5 % Kristallingerölle) aber dafür dolomitreich (etwa 20 % Dolomit), wobei die Dolomitgerölle häufig zersetzt sind. Sie reflektieren ein kalkalpines Einzugsgebiet und kommen nur ganz im Osten Oberschwabens, hauptsächlich östlich der Iller, vor (Ellwanger, 2015).
  • Die Günz-Deckenschotter sind ebenfalls arm an Kristallinanteilen, ihr Dolomitanteil ist ebenfalls gering, aber es kommt ein hoher Prozentsatz an Komponenten aus helvetischen Einheiten, v. a. helle und gelbe Kalke, hinzu. Sie reflektieren ein randalpines Einzugsgebiet bis in das Gebiet der Helvetischen Decken, d. h. noch nicht das Gebiet des heutigen Alpenrheintals (Ellwanger, 2015).
  • Die jüngsten Mindel-Deckenschotter sind kristallinreich und enthalten etwa 10-30 % Kristallingerölle. Sie reflektieren ein Einzugsgebiet, das dem heutigen Alpenrhein entspricht (Ellwanger, 2015).

Neben dem Unterscheidungsmerkmal der geröllpetrographischen Zusammensetzung können die unterschiedlich alten Deckenschotter anhand ihres Höhenniveaus unterschieden werden. Die ältesten Dolomitschotter kommen nur entlang der Iller vor und liegen auf dem höchsten Niveau. Darunter liegen die kristallinarmen Günz-Deckenschotter und noch tiefer die jüngsten kristallinreichen Mindel-Deckenschotter. Teils lagern die verschiedenen Deckenschotter auch direkt aufeinander (z. B. bei Heiligenberg), teils in ähnlichen Höhenniveaus (z. B. bei Pfullendorf), teils terrassenstratigraphisch ineinander eingeschnitten (Iller-Riß-Gebiet).

Literatur

  • Ellwanger, D. (2015). Lithostratigraphische Entwicklung des baden-württembergischen Rheingletschergebiets: Übertiefte Becken- und Moränen-Landschaft. – LGRB-Fachbericht, 2015/4, S. 1–86, 16 Abb., Freiburg i. Br. (Regierungspräsidium Freiburg – Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau).
  • Ellwanger, D., Wielandt-Schuster, U., Franz, M. & Simon, T. (2011). The Quaternary of the southwest German Alpine Foreland. (Bodensee-Oberschwaben, Baden-Württemberg, Southwest Germany). – E&G Eiszeitalter und Gegenwart – Quaternary Science Journal, 60(2-3), S. 306–328.
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