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Hydrogeologische Gliederung und Stockwerksbau

Gesteine können anhand ihrer hydraulischen Eigenschaften in Grundwasserleiter und Grundwassergeringleiter unterschieden werden. Die vertikale Abfolge dieser unterschiedlich grundwasserleitenden bzw. -führenden Gesteine bedingt den hydrogeologischen Stockwerksbau. Ein Grundwasserstockwerk ist eine grundwasserführende Schicht, die von einer weiteren, darüber oder darunter liegenden grundwasserführenden Schicht durch gering durchlässige Schichten hydraulisch getrennt wird.

In Schwarzweiß gefertige Grafik zur Schichtenfolge des Oberjura in Baden-Württemberg. Rot umrandet ist dabei der Bereich um die Ostalb.

Schichtenfolge des Oberjuras auf der Ostalb

Mehrfarbige und mehrteilige Grafik des Oberjuras in schwäbischer Fazies, dargestellt als Säulenmodelle. Links stehen die Beschreibungen in alter und neuer Terminologie, rechts die Säulen von Grundwasserleiter und Gewinnbarkeit.
Gliederung des Oberjuras in schwäbischer Fazies in Grundwasserleiter und Grundwassergeringleiter sowie Grundwassergewinnbarkeit
Mehrfarbige hydrogeologische Schnittzeichnung, die Karstzonen und mögliche Quellen in der Ostalb zeigt.
Prinzipskizze zur Definition der Karstzonen mit möglichen Positionen von Quellen, schematisch: Situation Ostalb
Nahaufnahme von löchrigem Felsgestein. Der Fels ist hellbraun gefärbt mit kleineren, grauen Stellen. In der Mitte liegt eine Geldmünze auf, als Größenvergleich.

Die Makroporosität des „Zuckerkörnigen Lochfels“ ist diagenetisch entstanden. Die Hohlräume bildeten sich nach der Rekalzitisierung von Dolomit und anschließender korrosiver Erweiterung der dabei entstandenen Porosität.

Blick auf einen schmalen, sich senkrecht öffnenden Felsspalt an einem nach links abfallenden Hang. Das Gestein um die Öffnung ist weißlich grau und zeigt weitere Spalten sowie kleine Löcher. Links vor dem Höhleneingang stehen dünne Bäume.

Felsgruppe Salzbühl und Höhle ca. 2000 m nordöstlich der Ortsmitte von Bernstadt

Blick auf eine rissige, hellbraune bis hellgraue Gesteinswand. Links ist eine Seitenwand angeschnitten, rechts verläuft eine trichterförmige, mit Erde gefüllte Rinne. Zum Hintergrund hin ist eine Pflanzendecke zu sehen.

Der oberflächennahe Epikarst folgt unter der geringmächtigen Bodenzone. Er wirkt vermutlich als oberflächennaher Speicherhorizont und wird von stark geklüftetem und verkarstetem Karbonatgestein unterlagert (Steinbruch Buchheim).

Selg (2008) nimmt an, dass daneben weitere Einzelspeicher das Abflussverhalten im Karst beeinflussen. Einer dieser Einzelspeicher ist die gesamte sehr mächtige ungesättigte Zone. Dagegen bewegt sich Wasser, das in die Gesteinsmatrix infiltriert ist, nur sehr langsam.

Mehrfarbige Schnittzeichnung eines Karstgebietes mit Hangneigung von links nach rechts. Angegeben sind unter anderem die Niederschlagsgebiete innerhalb und außerhalb der Karstregion, die Entwässerung sowie gesättigte und ungesättigte Zonen.

Konzeptionelles Modell eines Karstsystems mit den charakteristischen Karstprozessen (Grafik: Hartmann et al. 2014, verändert 2022)

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Wechsel von im Vordergrund liegender Grasfläche zu Äckern und Wiesen, die bis zu einem Wald im Hintergrund reichen. Davor verläuft noch eine Linie von Baumgruppen und Alleebäumen.

Im Langenauer Ried bilden quartäre sandige Kiese einen wichtigen Porengrundwasserleiter. Der Kieskörper besteht überwiegend aus alpinen Komponenten, nur im mittleren und oberen Abschnitt kommen Kalksteingerölle aus der Schwäbischen Alb hinzu.

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Einfarbige Schnittzeichnung mit den geologischen und hydrogeologischen Verhältnissen des Brenztales. Eingezeichnet sind mehrere Bohrungen, die durch Kieslager und Schluff führen.

Geologisch-hydrogeologischer Schnitt durch die quartäre Talfüllung des Brenztals von Westsüdwest nach Ostnordost entlang der „Querspange“ in Heidenheim (NW Schmiedeberg), (Grafik: Schloz, 2004).

Literatur

  • Binder, H. (1993e). Die Kalktuffe der Ostalb. – Binder, H. (Hrsg.). Karstlandschaft Schwäbische Ostalb (Karst und Höhle, 1993), S. 313–316, München (Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e. V.).
  • Geyer, T. (2008). Process-based characterisation of flow and transport in karst aquifers at catchment scale. – Diss. Georg-August-Universität Göttingen, 103 S., Göttingen.
  • Geyer, T., Birk, S., Reimann, T., Dörflinger, N. & Sauter, M. (2013). Differentiated characterization of karst aquifers: some contributions. – Carbonates Evaporites, 28, S. 41–46.
  • Hartmann, A., Goldscheider, N., Wagener, T., Lange, J. & Weiler, M. (2014). Karst water resources in a changing world: Review of hydrological modeling approaches. – Reviews of Geophysics, 52, S. 218–242.
  • Reiff, W. (2004). Erläuterungen zu Blatt 7326 Heidenheim. – Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., 223 S., 3 Beil., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg).
  • Rupf, I. & Nitsch, E. (2008). Das Geologische Landesmodell von Baden-Württemberg: Datengrundlagen, technische Umsetzung und erste geologische Ergebnisse. – LGRB-Informationen, 21, S. 1–81, 10 Beil.
  • Sauter, M. (1995). Die Rolle des Epikarsts für den Stofftransport durch Karstgrundwasserleiter – Quantifizierung des Eintrags und numerische Modellierung. – Zeitschrift der Deutschen Geologischen Gesellschaft, 146, S. 263–273.
  • Schloz, W. (1999). Hydrogeologie des Einzugsgebiets der oberen Brenz. – Manuskript zum Vortrag beim Symposium „Die Brenz – eine gute Adresse“ am 19.07.1999 in Heidenheim, 14 S. [unveröff.]
  • Selg, M. (2008). Speichereigenschaften des Oberjura in Süddeutschland am Beispiel des Blautopf-Einzugsgebiets. – Hydrologie und Wasserbewirtschaftung, 52(2), S. 56–65.
  • Teutsch, G. (1988). Grundwassermodelle im Karst: Praktische Ansätze am Beispiel zweier Einzugsgebiete im Tiefen und Seichten Malmkarst der Schwäbischen Alb. – Diss. Univ. Tübingen, 205 S., Tübingen.
  • Villinger, E. (1977). Über Potentialverteilung und Strömungssysteme im Karstwasser der Schwäbischen Alb (Oberer Jura, SW-Deutschland). – Geologisches Jahrbuch, Reihe C, 18, S. 3–93.
  • Villinger, E. (1997). Der Oberjura-Aquifer der Schwäbischen Alb und des baden-württembergischen Molassebeckens (SW-Deutschland). – Tübinger Geowissenschaftliche Arbeiten, Reihe C, 34, S. 77–108.
  • Villinger, E. & Sauter, M. (1999). Karsthydrogeologie der Schwäbischen Alb (Exkursion I am 9. April 1999). – Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereins, N. F. 81, S. 123–170.
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