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Böden im Verbreitungsgebiet des Mittelkeupers

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Wald. Das sehr flache Bodenprofil ist nur etwa 30 cm tief.
Flachgründige Braunerde aus verkieseltem Schluffstein im Mittelkeuper

Zwischen Mittlerem und Oberem Gipskeuper tritt stellenweise, wie z. B. im Wittmannstal nordwestlich von Bad Dürrheim, eine geringmächtige Bank aus Schluff‑ und Feinsandsteinen auf (Engelhofen-Platte). Wo sie in Oberflächennähe ansteht, sind flach entwickelte Braunerden ausgebildet (h39). Weiter südlich, v. a. südwestlich von Hüfingen, ist die Bank quarzitisch ausgebildet. Die harten Steine bedecken dort örtlich die Ackerflächen oder treten als Beimengung in den Tonfließerden in Erscheinung.

Auf vereinzelt auftretenden kleinen Verebnungen im Schilfsandstein (Stuttgart-Formation), z. B. im „Wolfbühl“ südlich von Hüfingen, sind Braunerden aus feinsandreicher, steiniger Decklage über Sandsteinzersatz entwickelt (h39). Auch der Stubensandstein (Löwenstein-Formation) tritt nur selten bodenbildend in Erscheinung. Die Braunerden aus sandiger Decklage über oft grobkörnigem Sandsteinzersatz im Stubensandstein der Baar sind meist podsolig ausgebildet (h41) und wechseln mit staunassen Zweischicht-Böden (Pseudogleye), die unter einem sandigen Oberboden einen schwer wasserdurchlässigen tonigen Unterboden besitzen. Häufig ist die Oberfläche durch ehemaligen Sandabbau gestört. In der Südbaar und oberhalb der Wutach südwestlich von Blumberg tritt im Niveau des z. T. karbonatischen Stubensandsteins oft ein kleinräumiger Bodenwechsel mit Braunerden, Pelosolen und Pararendzinen aus sandig-tonigen Fließerden über Sand‑, Tonmergel‑ oder Dolomitstein auf (h40).

Das Bild zeigt einen Fahrweg inmitten eines Nadelwaldes. Die Fahrspuren sind verschlammt und mit Wasser gefüllt. Im Hintergrund sind zahlreiche herabgestürzte Äste zu sehen.
Windwurfschäden und Bodenverdichtung durch Befahrung auf staunassen Böden in einer flachen Mulde im Mittelkeuper westlich von Donaueschingen-Aasen

In Muldentälern und an Unterhängen sind Kolluvien und Pseudogley-Kolluvien die vorherrschenden Böden (h48, h49). Die lehmigen bis tonigen Abschwemmmassen sind oft weniger als 1 m mächtig und werden von tonreichen Keuperfließerden unterlagert (Kolluvium über Pelosol). Besonders in den flachen, breiten Mulden und ebenen Tiefenbereichen der Baar neigen die Kolluvien deutlich zu Staunässe (Kolluvium-Pseudogley, h47). Sie werden örtlich von tonreichen Schwemmsedimenten oder von schwarz gefärbten Altwassersedimenten (Sumpfton) unterlagert. Stellenweise sind solche Bereiche auch stärker vernässt, da zur Staunässe zusätzlich noch Grundwassereinfluss hinzukommt (Pseudogley-Gley h51). Kolluvien mit mehr oder weniger hoch anstehendem Grundwasser (Gley-Kolluvium h59; Gley und Kolluvium-Gley h52) sind v. a. in Talmulden und Senken am Rand der Riedbaar immer wieder zu finden.

Literatur

  • Ad-hoc-AG Boden (2005). Bodenkundliche Kartieranleitung. 5. Aufl., 438 S., Hannover.
  • Franz, M. & Münzing, K. (2004). Erläuterungen zum Blatt 7917 Villingen-Schwenningen Ost. 6. Aufl., Erl. Geol. Kt. Baden-Württ. 1 : 25 000, 199 S., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg).
  • Reinartz, M. (1987). Karten und Pläne von 1513 bis 1906. Villingen-Schwenningen und Umgebung in alten Karten und Plänen, Bd. 1, 221 S., Villingen-Schwenningen.
  • Rilling, K. (1996). Blatt 7917 Villingen-Schwenningen-Ost, Karte und Tabellarische Erläuterung. Bodenkt. Baden-Württ. 1 : 25 000, 51 S., Freiburg i. Br. (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).
  • Müller, S. (1963). Der “Sumpfton” im württembergischen Gipskeuper Mitt. dt. bodenkdl. Ges., 1, S. 73–79.