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Talverschüttungssedimente

Lithostratigraphische Untergruppe

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Großaufnahme einer Abbauwand von oben rötlichem bis unten gelblichem, waagrecht gestreiftem Sand. Ein Maßband links zeigt eine Höhe von sieben Zentimetern an.
Detail einer Abbauwand der Goldshöfe-Sande
  • Die Sande und Schotter über der Erosionsbasis des Murrtals werden als Steinheim-Murrtalverschüttung bezeichnet. Sie liegen unter den in sie eingeschachtelten jüngeren Terrassen und Talsedimenten und sind Fundsediment des Homo h. steinheimensis.
  • Die Sand- und Schotterablagerungen der Urbrenz werden als Goldshöfe-Sand bezeichnet. Sie setzen sich aus mächtigen quarzreichen Sedimenten zusammen und stellen die jüngsten Zeugen der nach Süden gerichteten danubischen Entwässerung im Albvorland dar (Simon, 1988; Zeese, 1972). Die Süd- oder Südost-Schüttungsrichtung ist gegenläufig zur heutigen Abflussrichtung und abweichend vom heutigen Talverlauf. Die in den Sanden enthaltenen Quarze stammen überwiegend aus spättriassischen Sandsteinen des nördlich gelegenen Keuperberglands (Pahl, 1924). Durch die später einsetzende rhenanische Erosion sind die Goldshöfe-Sande heute nur noch auf Hochflächen entlang von Lein, Kocher und Jagst vorhanden.
  • Die im Raum Heilbronn verbreiteten Sand- und Schotterablagerungen des Neckars werden als Frankenbach-Schotter bezeichnet. Die Frankenbach-Schotter wurden als Hochterrassenschotter in einem früheren breiten Tal des Neckars abgelagert, wo im Bereich der Heilbronner Mulde durch tektonische Absenkung Raum für die Ablagerung von Sediment entstanden war. Sein Einzugsgebiet hatte der Neckar zur Zeit der Ablagerung der Frankenbach-Schotter bis zum Bereich der Schwäbischen Alb erweitert, da Kalksteingerölle aus dem Oberjura abgelagert wurden.
  • Die Sand- und Schotterablagerungen des Neckars im Raum Eberbach werden als Eberbach-Neckartalverschüttung bezeichnet. Dort bildete der Neckar eine Schlinge um einen Umlaufberg, die er im Mittleren Pleistozän durch Abschnürung und somit eine Verkürzung des Flusslaufs wieder verlassen hat.
  • In der aufgegebenen Talschleife von Mauer wurden die Mauer-Sande, sandige, tonige Feinsedimente und Schotter abgelagert. Sie entstanden ebenfalls durch Aufschotterung eines alten Neckarlaufs und enthalten Weißjuragerölle als Leitgeröll für Neckarschotter. Nach der Ablagerung der Schotter konnte der Neckar auch hier seinen Lauf verkürzen und die Schlinge abschnüren, weshalb sie vor erneuter Erosion geschützt war. Die Mauer-Sande bilden eine Randfazies zur Ludwigshafen-Formation im Oberrheingraben, sind also zeitgleich entstanden.
  • Die Sand- und Schotterablagerungen des Mains bei Wertheim werden als Wertheim-Maintalverschüttung bezeichnet. Die Basis der Schotter liegt im Bereich der heutigen Mainaue, während die Aufschüttungsfläche (A-Terrasse) über den mittelpleistozänen Terrassen liegt.
  • Im Bereich der Baar bei Donaueschingen-Hüfingen und im Unterlauf der Donau-Quellflüsse (Brigach, Breg) kommen Talverschüttungssedimente bzw. Ältere Schwarzwaldschotter mit einem hohen Anteil an zersetzten Geröllen vor, diese werden unter dem Begriff Donaueschingen-Schotter zusammengefasst. Die Herkunft dieser Schotter ist lokal (Schwarzwald).
Seitlicher Blick auf hellbraun gefärbtes, schräg nach rechts abfallendes Erd- und Gesteinsmaterial. Kuppe und unterer Teil der Schräge sind bewachsen. Rechts am Bildrand sowie im Vordergrund steigen Gegenhänge auf.
Abbauwand einer aufgelassenen Kiesgrube bei Heilbronn-Frankenbach – Mehrgliedriges Lösssediment über Frankenbach-Schotter

Literatur

  • Brunner, H. (1994). Erläuterungen zu Blatt 7021 Marbach am Neckar. – Erl. Geol. Kt. Baden-Württ. 1 : 25 000, 218 S., 9 Taf., 10 Beil., Stuttgart (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).
  • Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011). Geologie von Baden-Württemberg. 5. Aufl., 627 S., Stuttgart (Schweizerbart).
  • Hambach, U. (2008). Paläo- und umweltmagnetische Untersuchungen an Sedimenten der Bohrung Frankenbach. – Hansch, W. & Rosendahl, W. (Hrsg.). Der erste Mensch in Mitteleuropa – 600 000 Jahre Zeitgeschichte am Neckar am Beispiel der Kiesgrube „Ingelfinger“ in Frankenbach bei Heilbronn, S. 68–77, Heilbronn (museo, 24).
  • Pahl, H. (1924). Die Goldshöfer Sande und die Höhensande der Ostalb. – Dissertation Universität Tübingen, 100 S.
  • Sauer, A. (1985). Erläuterungen zu Blatt 6618 Heidelberg-Süd. – Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., 110 S., Stuttgart (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).
  • Simon, T. (1988). Flussgeschichte von Kocher und Jagst. – Hagdorn, H. (Hrsg.). Neue Forschungen zur Erdgeschichte von Crailsheim, S. 241–254, Stuttgart, Korb (Sonderbände der Gesellschaft für Naturkunde in Württemberg, 1).
  • Zeese, R. (1972). Die Talentwicklung von Kocher und Jagst im Keuperbergland: Flussgeschichte als Beitrag zur Deutung der Schichtstufenmorphogenese. – Tübinger Geographische Studien, 49, S. 1–121.
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