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Böden im Löss- und Lösslehmgebiet

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Musterprofil eines dunkelbraunen, recht homogenen Bodens unter einer Wiese. Rechts befindet sich ein Maßstab und darüber eine Kreidetafel mit Beschriftung.
Mäßig tiefe eodierte Parabraunerede aus Löss

Auf jungem Löss, der hauptsächlich während des Höhepunkts der letzten Kaltzeit vor etwa 20 000 Jahren angeweht wurde, sind typischerweise Parabraunerden entwickelt (s35). Wegen durchgängiger Ackernutzung liegen sie in erodierter Form vor, wobei die Profilverkürzung durch die Bodenerosion überwiegend gering ist (Erosionsgrad 10–30 %), was z. T. auf ihre Verbreitung meist auf ebenen Terrassenflächen und allenfalls schwach geneigten Hängen zurückzuführen ist. Bei mäßig tief entwickelten Parabraunerden und schon stärker erodierten mittel tief entwickelten Parabraunerden folgt unterhalb des Solums aus stark tonigem Schluff, stark schluffigem Ton und schluffigem Lehm ab 4 bis 9 dm u. Fl. kalkreicher Löss, der als schwach bis mittel toniger Schluff (Ut2–3) mit einer örtlich deutlichen Feinsandkomponente (Ulfs) ausgebildet ist.

Musterprofil eines Bodens, welcher ganz oben dunkelbraun, dann hellgrau und nach unten hin grünlich ist. Rechts befindet sich ein Maßstab und darüber eine Kreidetafel mit Beschriftung.
Pseudogley aus Lösslehm

Mit nach Süden ansteigenden Niederschlägen werden diese zunehmend von schwächer lessivierten Parabraunerdevarianten, pseudovergleyten Parabraunerde-Braunerden und Pseudogley-Parabraunerde-Braunerden sowie unter Wald von schon deutlich podsoligen Parabraunerde-Braunerden abgelöst (s312, s15 und s5). Sie sind meist auf besser drainierte Terrassenbereiche, häufig in den Randlagen beschränkt. Auf den zentralen, abzugsträgen Terrassenflächen treten nun stark durch jahreszeitliche Staunässe geprägte Böden auf, die im Bereich ausgedehnter Verebnungen große Areale einnehmen können. Je nach Staunässegrad wurden hier folgende Kartiereinheiten unterschieden: s41 (Pseudogley), s333 (Parabraunerde-Pseudogley und Pseudogley) sowie s45 (Parabraunerde-Pseudogley und Pseudogley-Parabraunerde). In Mulden, Muldentälchen sowie in Hangfußlagen sammelte sich in dem ackerbaulich intensiv genutzten Gebiet verbreitet das Abtragungsmaterial der Bodenerosion. Je nach Mächtigkeit und Staunässe oder Grundwassereinfluss wurden verschiedene Kolluvien differenziert (s52s54 und s55 bzw. s337).

Blick auf eine Ebene. Von links unten nach rechts mittig verläuft eine Straße mit Strommasten daneben. Links und rechts der Straße befinden sich Felder. Im Hintergrund ist Wald zu erkennen.
Weitgespannte Terrassenverebnung der Mindel-Deckenschotter bei Schwendi-Schönebürg
Musterprofil eines leicht grünlichen, nach unten hin dunkler werdenden Bodens. Rechts sind die einzelnen Horizonte eingezichnet, links befindet sich ein Maßstab. Über dem Profil ist Wiese und rechts eine Kreidetafel mit Beschriftung.
Tiefe pseudovergleyte podsolige Parabraunerde aus schwach kiesigem Lösslehm

Auch an ostexponierten Talflanken macht sich meist noch eine starke äolische Prägung des oberflächennahen Untergrunds bemerkbar. Durch die Aufarbeitung von oberhalb ausstreichenden Terrassenschottern und liegendem Molassematerial wird örtlich der Fließerdecharakter der Hangsedimente deutlich. Auf lösslehmreichen Fließerden und untergeordnet auf Lösslehm sind Parabraunerden und Pseudogley-Parabraunerden entwickelt (s328). In den südlichen Bereichen der Terrassenriedel schließen sich meist pseudovergleyte Parabraunerde-Braunerden und Braunerde-Parabraunerden sowie Pseudogley-Braunerde-Parabraunerden an (s313).