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Bodenbewertung

Bei der Beurteilung der Böden nach ihrer Leistungsfähigkeit (LUBW, 2010) erfolgt in der BK50 für jede Kartiereinheit eine vierstufige Bewertung der Bodenfunktionen

  • Standort für naturnahe Vegetation
  • Natürliche Bodenfruchtbarkeit
  • Ausgleichskörper im Wasserkreislauf
  • Filter und Puffer für Schadstoffe

Ausgleichskörper im Wasserkreislauf

Bei der Beurteilung der Bodenfunktion Ausgleichskörper im Wasserkreislauf sind v. a. die nutzbare Feldkapazität (nFK), die Wasserdurchlässigkeit, die Geländeneigung sowie der Stau‑ und Grundwassereinfluss maßgebend. Für Waldgebiete wird der Ausgleichskörper im Wasserkreislauf aufgrund des geringeren Oberflächenabflusses, der Streuauflage und geringerer Verdichtung u. a. generell um eine Stufe höher angesetzt als für landwirtschaftliche Nutzflächen. Böden über einem Porengrundwasserleiter werden bei einem Grundwasserflurabstand > 20 dm immer mit der Stufe „sehr hoch“ bewertet. Dies trifft für mehrere Kartiereinheiten mit Auenböden zu (b42, b117, b62, b119, b52, b72, b121), die aber insgesamt nur 0,6 % der Gesamtfläche einnehmen. Weiterhin wurden die Hochmoore (b200) aufgrund ihres hohen Wasserspeichervermögens der höchsten Stufe zugeordnet. Niedermoore und Moorgleye (b51, b67, b50) finden sich in der Zwischenstufe „hoch bis sehr hoch“. Der Stufe „hoch“ (unter Wald „sehr hoch“) wurden die vernässten Hangabschnitte (b48) mit örtlich geringmächtigen Torflagen oder Anmoorhorizonten sowie die in Kartiereinheit b158 zusammengefassten Anmoorgleye und Moorgleye zugeordnet.

Flächenanteile von Ausgleichskörpern im Wasserkeislauf des Buntsandstein-Schwarzwaldes, dargestellt mit zwei farbigen Kreisdiagrammen.

Bodenfunktion „Ausgleichskörper im Wasserkreislauf“ – Flächenanteile der Bewertungsstufen in der BGL Buntsandstein-Schwarzwald

Die Diagramme zeigen links die Verteilung der Bewertungsstufen für landwirtschaftliche Nutzflächen und rechts für Wald.

Filter und Puffer für Schadstoffe

Bei der Bewertung der Bodenfunktion Filter und Puffer für Schadstoffe spielen besonders der Ton‑ und Humusgehalt sowie der pH-Wert des Bodens eine Rolle. Da Waldböden oft stärker versauert sind, erfolgt eine nach der Nutzung getrennte Bewertung. Entsprechend der in der Bodengroßlandschaft vorherrschenden forstwirtschaftlichen Nutzung wird im Folgenden die Einstufung der Böden unter Wald erläutert.

Erwartungsgemäß gibt es aufgrund des Vorherrschens stark versauerter, sandiger Waldböden mit geringen Tongehalten eine starke Dominanz der Stufe „gering“ (podsolige Braunerde bis Podsol, b15, b21, b28, b17, b84, b29 usw.). In der Bodengroßlandschaft Buntsandstein-Schwarzwald können die Böden auf 76 % der Fläche (Wald) ihre Funktion Schadstoffe aufzunehmen und zu binden nur schlecht erfüllen. Böden mit mehr tonigem Verwitterungsmaterial aus dem Oberen Buntsandstein und z. T. mit einer deutlichen Lösslehmbeimengung (Braunerde, Pseudogley, b12, b9, b13, b25, b31, b8, b33) finden sich wie die humosen grundwasserbeeinflussten Böden der Täler (b47, b44) in der Zwischenstufe „gering bis mittel“. Tiefgründige Lehmböden aus Lösslehm, lösslehmreichen Deckschichten, holozänen Abschwemmmassen oder Auenlehm (Parabraunerde, Kolluvium, Brauner Auenboden, b69, b38, b37, b104, b117) fallen in die mittlere Stufe mit nur knapp 3 % der Gesamtfläche (Wald). In dieselbe Stufe wurden die organischen Böden eingeordnet (Hochmoor, Niedermoor, Moorgley, b200, b51, b50).

Flächenanteile von Bewertungsstufen im Buntsandstein Schwarzwald, Bodenfunktion Filter und Puffer für Schadstoffe, dargestellt mit zwei farbigen Kreisdiagrammen.

Bodenfunktion „Filter und Puffer für Schadstoffe“ – Flächenanteile der Bewertungsstufen in der BGL Buntsandstein-Schwarzwald

Die Diagramme zeigen links die Verteilung der Bewertungsstufen für landwirtschaftliche Nutzflächen und rechts für Wald.

  • Panoramaansicht eines länglichen Sees mit von Schilf bewachsenen Ufern. Im Hintergrund finden sich einzelne Laubbäume sowie Nadelwald, der nach links hin dichter ist und bergig aufsteigt.

Literatur

  • Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) (2020). Waldzustandsbericht 2020. 58 S., Freiburg i. Br.
  • Hartmann, P., Buberl, H., Puhlmann, H., Schäffer, J., Trefz-Malcher, G., Zirlewagen, D. & von Wilpert, K. (2016). Waldböden Südwestdeutschlands – Ergebnisse der Bodenzustandserhebungen im Wald von 1989–1992 und 2006–2008. – Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (Hrsg.), 328 S., Remagen-Oberwinter (Kessel).
  • Kraft, M., Reif, A., Schreiner, M. & Aldinger, E. (2003). Veränderung der Bodenvegetation und der Humusauflage im Nordschwarzwald in den letzten 40 Jahren. – Forstarchiv, 74, S. 3–15.
  • LUBW (2010). Bewertung von Böden nach ihrer Leistungsfähigkeit – Leitfaden für Planungen und Gestattungsverfahren. – Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (Hrsg.). Bodenschutz, 23, 32 S.
  • LUBW/LGRB (2008). Böden als Archive der Natur- und Kulturgeschichte – Grundlagen und beispielhafte Auswertung. – Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg; Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (Hrsg.). Bodenschutz, 20, 19 S.
  • Ludemann, T. & Krug, M. (2014). Tagungsbericht: Waldkalkung – Umweltvorsorge oder Naturschutzproblem. – standort.wald, 48, S. 151–155.
  • Rösch, M. & Tserendorj, G. (2011). Der Nordschwarzwald – früher besiedelt als gedacht?. – Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 40(2), S. 66–73, verfügbar unter https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/nbdpfbw/issue/view/1448.
  • von Wilpert, K., Hartmann, P. & Schäffer, J. (2013). Regenerationsorientierte Bodenschutzkalkung. – Merkblätter der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, 54/2013, S. 1–39, verfügbar unter https://www.fva-bw.de/fileadmin/publikationen/merkblatt/mb_54.pdf.
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