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Quaderkalke des Oberjuras auf der Baar-Alb

Verbreitungsgebiet: Baaralb bei Immendingen und Tuttlingen

Erdgeschichtliche Einstufung: Untere-Felsenkalke-Formation (joFU), Oberjura

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol „Themenebenen“ links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Lagerstättenkörper

Die „Quaderkalke“ der Untere-Felsenkalke-Formation bilden einen auf der Baaralb in seiner Mächtigkeit und Verbreitung schwankenden, geschichteten Rohstoffkörper, der flach mit 2–3° nach Südwesten einfällt. Eine Abgrenzung von wirtschaftlich gewinnbarem, naturwerksteinfähigem Material richtet sich nach der nutzbaren Mächtigkeit, der Dolomitisierung der Gesteine, sekundären Umwandlungen zu Zuckerkornlochfels (= Dedolomitisierung), der Abraummächtigkeit, der gewinnbaren Rohblockgröße sowie nach markanten Eintalungen, die auf Störungszonen zurückgehen.

Im Vordergrund rechts ist eine Kalksteinwand in einem Steinbruch zu erkennen. Das Gestein ist hellgelb und steht dickbankig an. Über dem Aufschluss wachsen Büsche.
Kalksteine der Untere-Felsenkalke-Formation

Gestein

Nahaufnahme eines beige bis bräunlichen Gesteins. Im unteren Drittel ist dieses etwas heller und strukturiert. Auf der gesamten Oberfläche sind kleine dunkle Flecken zu erkennen, das sind Fossilien. Links unten liegt eine Münze als Maßstab.
Fossilreiche Quaderkalke, auch als „Tuttlinger Marmor“ bezeichnet

Die „Quaderkalke“ der Untere-Felsenkalke-Formation bilden einen auch als „Tuttlinger Marmor“ bekannten, dickbankigen Kalkstein mit annähernd orthogonaler Klüftung auf der Baaralb bei Immendingen und Tuttlingen. Es handelt sich um harte, hellbeigegraue, hellgraue, beigebraune, untergeordnet braunrötliche, dichte, auch fossilreiche Kalksteine, welche dickbankig bis massig (Bankstärken 1–3 m, im Mittel 1,5 m) entwickelt sind. Die Kluftabstände belaufen sich auf 0,1–5 m, im Mittel auf 1,5–2 m. Neben den dickbankigen Partien kommen auch 0,1–0,5 m mächtige Bereiche vor. Die dünnbankigen Partien spalten alle auf. Die Dickbänke spalten z. T. dünnbankig und dünnplattig auf. Das Gestein bricht meist splittrig.

Gewinnung und Verwendung

In der Bildmitte befinden sich mehrere, große Blöcke aus beigem Kalkstein. Rechts daneben steht ein Mensch mit roter Jacke. Im Hintergrund ist Wald zu sehen. Es liegt ein bisschen Schnee.
Die dickbankigen Kalke zeichnen sich durch Witterungsbeständigkeit aus.

Gewinnung: In dem ca. 2 km nördlich von Tuttlingen, etwas außerhalb des Blattgebiets, gelegenen Steinbruch Tuttlingen (Eichen) (RG 7918-2) werden dickbankige Kalksteine („Quaderkalke“) der Untere-Felsenkalke-Formation für Werkstein- und Natursteinzwecke durch Bohren und Abspalten abgebaut. In der Vergangenheit wurden u. a. die aufgelassenen Steinbrüche am Fraunholz östlich von Immendingen zur Gewinnung der Quaderkalke heranzogen. Etwa 50 % des gebrochenen Materials waren werksteintauglich.

  • Abbauwand: Zuckerkornlochfels über Quaderkalken.
  • Fossilreiche Quaderkalke auch als "Tuttlinger Marmor" bezeichnet.
  • Kalksteine der Untere-Felsenkalke-Formation.
  • Die dickbankigen Kalke zeichenen sich durch Witterungsbeständigkeit aus.
  • Aus dickbankigen Kalksteinen gesägte Platten.

Literatur

  • Spitz, W. (1930). Erläuterungen zu Blatt Möhringen (Nr. 122), württembergisch Tuttlingen (Nr. 160). – Erl. Geol. Spezialkt. Baden, 107 S., Freiburg i. Br. (Badische Geologische Landesanstalt). [Nachdruck 1985, 1997: Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., Bl. 8018 Tuttlingen; Stuttgart]