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Sande, teilweise kiesig

Verbreitungsgebiete: Oberrheingraben, oberschwäbisches Alpenvorland, Region Stuttgart und Heilbronn–Franken, Raum Ellwangen–Aalen, westlich von Ulm

Erdgeschichtliche Einstufung: Quartär und Tertiär

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol "Themenebenen" links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Gestein

Nahaufnahme von hellbraunem Sand, überkront mit dunkleren, rötlich braunen Schichten. In der Mitte des Bildes verläuft eine senkrechte, orange Linie mit keilförmiger Ausprägung am oberen Ende.
Unterschiedliche Sandlagen der Goldshöfe-Sande.

Die aus dem ostbayerischen Grundgebirge stammenden Grimmelfinger Graupensande und die aus der Verwitterung von Stubensandstein und dem fluviatilen Transport des Verwitterungsschutts hervorgegangenen Golds­höfe-Sande bestehen überwiegend aus mehr oder weniger gut gerundeten Körnern von Milchquarz und Quarz-Feldspat-Gemengen. Bei den Sanden des jungtertiären Grobsandzugs handelt es sich zumeist um fein- bis mittel­kiesige Grobsande, die schwach karbonatisch verfestigt sind und Karbonatkonkretionen sowie Schalenreste enthal­ten; z. T. sind Sandsteinbänke eingeschaltet („Molassesandsteine“). Die zu 2–5 % enthaltenen Fein- und Mittelkiese bestehen aus Quarz, Quarzit und karbonatisch verfestigtem Sandstein. Bei den aus in-situ-Verwitterung von Grundgebirgsgesteinen hervorgegangenen Grusen handelt es sich meist um schwach sandige Feinkiese oder feinkiesige Grobsande aus Milchquarz und verwitterten Feldspäten. Die pliozänen Sande des Oberrheingrabens gehen vor allem auf die Abtragung der sich im Tertiär herauswölbenden Buntsandstein-Schichten zurück. Auch in quartären Sandablagerungen des Oberrheingrabens kann der Quarzgehalt lokal so stark ansteigen, dass man von Quarzsanden sprechen kann, insbesondere dann, wenn große Mengen umgelagerter pliozäner Sande enthalten sind.

Blick auf eine gelblich braune, feinkörnige Gesteinswand, die durch säulenförmige Bildungen in der Bildmitte unterbrochen wird. Rechts hält ein Mann in Arbeitskleidung eine Messlatte hoch.
Quarzsande des jungtertiären Grobsandzugs (Obere Meeresmolasse) bei Meßkirch-Rengetsweiler.

Gewinnung und Verwendung

Das Bild zeigt mehrere nebeneinander aufgeschichtete, hellgraue Kieshaufen in Kegelstumpf- oder Kegelform. Im Hintergrund ausgedehnte Waldflächen.
Aus den quartären Kieslagern des Oberrheingrabens durch Auf­bereitung abgetrennte Fein- bis Grobsande.

Gewinnung: Die Gewinnung erfolgt im Trockenabbau mit Hydraulikbaggern und Radladern. Die Grobaufbereitung (Zerkleinern und Sieben) wird meist im Tagebau vorgenommen (Vorsieb, Vorbrecher); im Werk werden die Sande gewaschen und klassiert.

Verwendung: Sande (Korngrößen zwischen 0,063 und < 2 mm) werden verwendet als:

1) Bettungs-, Fugen- und Ver­füllsande (Pflastersande, Kabelsande)
2) Beton-, Mörtel- und Estrichsande
3) Filtersande
4) Magerungsmittel in grobkeramischen Massen
5) Sande zur Herstellung von Kalksandstein
6) Industriesande in der Gießerei-, Eisen-, Glas-, Feuerfest- und Chemischen Industrie.

Beispiele für: Sande, teilweise kiesig

  • Blick auf die Abbauwand einer Sandgrube. In das hellbraune Material mischen sich waagrechte rötliche Streifen. Vor der Wand häufen sich Abraumhalden.
  • Das Bild zeigt einen Teil der Abbauwand in einer Sandgrube. Das gelblich braune Material ist im oberen Bereich von rötlichen Streifen durchzogen. Am Fuß der Wand sind größere Gesteinsbrocken eingelagert. Oben ragt Buschwerk ins Bild.
  • Nahaufnahme von streifigen, gelblichen und rötlichen Sandlagen. In der Bildmitte ist ein Maßstab angelehnt.
  • Nahaufnahme einer 14 Zentimeter hohen, hellbraunen Sandschicht. In die feinen Kristalle mischen sich vereinzelte schwarze Körner.
  • Man sieht die Abbauwand einer Sandgrube. Das hellbraune, im oberen Bereich rötliche Material verläuft zwischen Fuß und Decklage in schräger, nach rechts ansteigender Richtung. Ein angelehntes Maßband zeigt die Höhe der Wand.
  • Blick auf eine hellbraune bis oben rötlich braune Wand aus teilweise verwittertem Bodenmaterial. Die leicht gerundete Kuppe ist mit Wurzelwerk durchsetzt.
  • Übersichtsbild einer zweigeteilten Sandgrube. Die hellen Bereiche der Grube werden an den seitlichen und hinteren Rändern von dicht bewachsenen Abraumhügeln eingefasst. Ganz im Hintergrund verläuft Wald.
  • Nahaufnahme von hellbraunem bis rötlichem Sand. In der unteren Bildhälfte ovale violettfarbene Einschlüsse. Ganz rechts unten ist ein orangefarbener Keil erkennbar. Links ist ein Maßband angelehnt.
  • Großaufnahme einer Abbauwand von oben rötlichem bis unten gelblichem, waagrecht gestreiftem Sand. Ein Maßband links zeigt eine Höhe von sieben Zentimetern an.
  • Nahaufnahme von hellbraunem Sand, überkront mit dunkleren, rötlich braunen Schichten. In der Mitte des Bildes verläuft eine senkrechte, orange Linie mit keilförmiger Ausprägung am oberen Ende.
  • Großaufnahme von Kieselsteinen auf hellbraunem Sand.
  • Großaufnahme einer Abbauwand in einer Sandgrube. Das hellbraune Material ist deutlich in zwei Lagen geteilt: unten mit glatter Oberfläche, oben mit Kieselsteinen durchsetzt. Ein Maßband links zeigt eine Höhe von 27 Zentimetern an.
  • Das Bild zeigt die oberste Schicht einer Sandgrube. Die nach unten abfallenden Wände links und rechts sind rötlich braun und zerfurcht. Darunter breitet sich gelber Sandboden aus. Die seitlichen Ränder der Grube bilden bewachsene, längliche Hügel.
  • Das Bild zeigt die linke und die hintere Abbauwand sowie den Boden einer Sandgrube. Das rötlich braune Material ist teils horizontal, teils schräg geschichtet. Auf den Kuppen steht Wald.
  • Nahaufnahme einer Abbauwand aus Sand, deren unterste Schicht in schräger, nach rechts aufsteigender Richtung verläuft. Links ist ein Maßband angelehnt. Daneben zeigt sich ein kleiner ovaler Einschluss mit dunklen, waagrechten Streifen.
  • Das Bild zeigt die rötlich braune Abbauwand einer Sandgrube mit schräg verlaufender Schichtung. Am Fuß der Wand sowie rechts vorne sind abgerutsche Halden erkennbar. Im Hintergrund steht Wald an.
  • Teilaufnahme einer Abbauwand von Sand. Die rötlich braune bis gelbliche Wand zeigt rechts einen Knick nach vorne zum Betrachter. In das feine Material sind weißliche Brocken eingelagert. Rechts ist noch eine Messlatte zu sehen.
  • Das Bild zeigt mehrere nebeneinander aufgeschichtete, hellgraue Kieshaufen in Kegelstumpf- oder Kegelform. Im Hintergrund ausgedehnte Waldflächen.
  • Blick auf eine gelblich braune, feinkörnige Gesteinswand, die durch säulenförmige Bildungen in der Bildmitte unterbrochen wird. Rechts hält ein Mann in Arbeitskleidung eine Messlatte hoch.

Literatur

  • Börner, A., Bornhöft, E., Häfner, F., Hug-Diegel, N., Kleeberg, K., Mandl, J., Nestler, A., Poschlod, K., Röhling, S., Rosenberg, F., Schäfer, I., Stedingk, K., Thum, H., Werner, W. & Wetzel, E. (2012). Steine- und Erden-Rohstoffe in der Bundesrepublik Deutschland. Geologisches Jahrbuch, Sonderhefte, SD 10, 356 S., Hannover, (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und Staatliche Dienste).
  • Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (2006). Rohstoffbericht Baden-Württemberg 2006 – Gewinnung, Verbrauch und Sicherung von mineralischen Rohstoffen – Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (Hrsg.). LGRB-Informationen, 18, S. 1–202.
  • Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (2013). Rohstoffbericht Baden-Württemberg 2012/2013: Bedarf, Gewinnung und Sicherung von mineralischen Rohstoffen – Dritter Landesrohstoffbericht – Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (Hrsg.). LGRB-Informationen, 27, S. 1–204.