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Nordschwarzwald

Derzeit gibt es in der Region 15 in Betrieb befindliche Gewinnungsstellen, die im Jahr 2017 eine Gesamtrohförderung und ‑produktion von rund 3,4 Mio. t und 2,9 Mio. t generierten. Der Anteil der Region an der Gesamtfördermenge der in Baden-Württemberg gewonnenen mineralischen Rohstoffe betrug im Jahr 2017 rund 3,6 %. Der Durchschnitt der Rohförderung und Produktion seit dem Jahr 2003 beträgt rund 3,4 Mio. t (Rohförderung) bzw. 2,7 Mio. t (Produktion). Damit entsprechen die aktuellen Zahlen in etwa dem langjährigen Durchschnittswert. Die Förderung der letzten 15 Jahre ist jedoch im Vergleich zu dem Zeitraum von 1992‒2002 geringer. Die Fördermenge liegt seit 2003 durchgehend unter einem Wert von 4 Mio. t. Im Jahr 2004 und 2010 sank die Förderung auf unter 3 Mio. t, erholte sich aber schon im Folgejahr. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch für die erzeugte Produktmenge. Die Fördermenge 2017 liegt innerhalb des Schwankungsbereichs seit dem Jahr 2012. Die Gesamtförderung besteht zu fast 100 % aus Natursteinen der Untergruppe Kalksteine. Im Diagramm (s. u.) ist die Aktualität der Daten dargestellt, welche für die Berechnung der Rohförderung eines jeweiligen Jahres verwendet wurden. Sie ist ein Maß für die Zuverlässigkeit der Aussagen über die Gesamtfördermenge des jeweiligen Jahres.

Aktuelle Daten für die Berechnung der Rohförderung im Nordschwarzwald, dargestellt als Grafik mit nebeneinanderstehenden, unterschiedlich hohen Säulen in abgestuften Rot- und Blautönen.

Die Aktualität der Daten in der Region Nordschwarzwald im Zeitraum 1992–2017

Die Gesamtmenge der Förderung und Produktion sowie Gewinnungsstellen im Nordschwarzwald, dargestellt als Grafik mit nebeneinanderstehenden, unterschiedlich hohen Säulen in Grau.

Die Gesamtmenge der Förderung und Produktion in der Region Nordschwarzwald im Zeitraum 1992–2017

Die Rohförderung und Produktion von Kalksteinen im Nordschwarzwald, dargestellt als Grafik mit nebeneinanderstehenden, unterschiedlich hohen Säulen in Blau.

Die Rohförderung und Produktion von Kalksteinen inkl. Dolomitsteinen in der Region Nordschwarzwald im Zeitraum 1992–2017

Blick von oben in einen abgestuften Steinbruch. Rechts unten ist der Boden sichtbar, mit Lastwagen und Radlader. Nach links hin steigt eine höhere Sohle auf, ebenfalls mit Fördergeräten, zum Hintergrund eine noch höhere Bruchwand.
Kalksteingewinnung im Steinbruch Knittlingen-Bretten

Betrachtet man die Entwicklung der Anzahl der Gewinnungsstellen von Kalk- und Dolomitsteinen, fällt auf, dass die Anzahl seit 1992 von 15 auf 13 im Jahr 2017 zurückging. Der im Jahr 2010 genehmigte Neuaufschluss Horb-Talheim im Landkreis Freudenstadt nahm erst im Sommer 2018 die Rohstoffgewinnung auf. Es handelt sich um den ersten Neuaufschluss eines Steinbruchs in der Region seit Beginn der Datenerfassung 1992.

Das Bild zeigt zahlreiche halbrunde, rötlich braune Dachziegel, die in einem Metallregal gelagert sind.
Ehemalige Dachziegelproduktion im heute stillgelegten Werk Mühlacker

Grobkeramische Rohstoffe spielten für den Nordosten der Region (Enzkreis) lange Zeit eine herausragende Rolle. Ziegeleiprodukte wurden in der Region aus Tonen und Tonsteinen des Unteren und Mittleren Keupers sowie aus quartären Lehmen, Löss und Lösslehm hergestellt. Die grobkeramische Industrie war auf die Gemeinden Mühlacker, Wiernsheim und Zaisersweiher konzentriert. Es gab im Jahr 1986 sieben in Betrieb befindliche Ton- und Lehmgruben, deren Anzahl bis 2011 kontinuierlich auf null zurückging. Die Gewinnung und Verarbeitung grobkeramischer Rohstoffe wurde mit der Schließung der Ziegelei in Mühlacker und dem Ende der Tongewinnung in der Tongrube Maulbronn-Zaisersweiher eingestellt. Damit endete die fast 200‑jährige Geschichte der industriellen Ziegelproduktion in der Region. Gründe für das Ende der Ziegeleistandorte waren jedoch nicht die Erschöpfung der geologischen Rohstoffvorräte, sondern der Rückgang der Bauaktivität und geringe Auslastung der Betriebe in den 2000er Jahren, die fortgesetzte Entwicklung zu größeren und leistungsstärkeren Firmen mit größerer Kapitalkraft sowie die zunehmend veränderte Bauweise mit Kunststein und Beton.

  • Gezeigt wird hier eine Reliefkarte der Region Nordschwarzwald mit farbig markierten Abbaustellen von Steine- und Erdenvorkommen, die in Betrieb befindlich oder seit 1986 stillgelegt sind.
  • Die Gesamtmenge der Förderung und Produktion sowie Gewinnungsstellen im Nordschwarzwald, dargestellt als Grafik mit nebeneinander stehenden, unterschiedlich hohen Säulen in Grau.
  • Aktuelle Daten für die Berechnung der Rohförderung im Nordschwarzwal, dargestellt als Grafik mit nebeneinander stehenden, unterschiedlich hohen Säulen in abgestuften Rot- und Blautönen.
  • Die Rohförderung und Produktion von Kalksteinen im Nordschwarzwald, dargestellt als Grafik mit nebeneinander stehenden, unterschiedlich hohen Säulen in Blau.
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