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Tiefe Geothermie

Pumpeneinbau in eine Tiefbohrung, hier: Bruchsal (Foto: Stober & Bucher, 2014)

Bei den petrothermalen Systemen erfolgt überwiegend eine Nutzung der im Gestein gespeicherten Energie, wobei die Durchlässigkeit und damit die natürliche Grundwasserführung des Gesteins niedrig ist. Zu den petrothermalen Nutzungssystemen gehören die so genannten „Enhanced geothermal Systems“ (EGS, alte Bezeichnung: Hot-Dry-Rock-System, HDR) und tiefe Erdwärmesonden. EGS sind primär zur Stromerzeugung vorgesehen, tiefe Erdwärmesonden ausschließlich für Heizzwecke. Auch bei EGS sind für eine nachhaltige geothermische Nutzung mindestens zwei Bohrungen erforderlich.

Die Geothermie unterscheidet sich von den übrigen erneuerbaren Energiequellen darin, dass sie praktisch überall vorhanden und grundlastfähig ist, sowie sie sich kontinuierlich regeneriert. Dies führt dazu, dass ihr Potenzial bei sachgerechter Bewirtschaftung nahezu unbegrenzt ist.

Literatur

  • Stober, I. & Bucher, K. (2014). Geothermie. 2. Auflage, 302 S., 145 Abb., Heidelberg (Springer Verlag).
  • Stober, I., Fritzer, T., Obst, K., Agemar, T. & Schulz, R. (2016). Tiefe Geothermie - Grundlagen und Nutzungsmöglichkeiten in Deutschland. 4. überarb. Aufl., 87 S., Hannover (Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG)).
  • GeORG-Projektteam (2013a). Geopotenziale des tieferen Untergrundes im Oberrheingraben, Fachlich-Technischer Abschlussbericht des Interreg-Projekts GeORG, Teil 1: Ziele und Ergebnisse des Projekts (Zusammenfassung) – LGRB-Informationen, 28, S. 1–103.