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Höhlen auf der Ostalb

Höhlen bei Heubach

Blick auf eine hohe, rechts vorgewölbte graue Felswand. Unter der Wölbung ist eine Höhle sowie ein zweiter Eingang sichtbar. Im Vordergrund stehen drei hohe, schlanke Bäume.
Große Scheuer bei Heubach-Lautern

Der Höhenzug des Rosensteins am Trauf der Schwäbischen Alb zwischen Heubach und Lautern ist aus Unterem Massenkalk des Oberjuras aufgebaut und trägt im südlichen Teil eine Decke aus Feuersteinschlufflehm. Er ist besonders reich an Hohlräumen und größeren Höhlen, die auf mehreren Wegen besucht werden können. Die eindrucksvollste und bekannteste dieser Rosensteinhöhlen ist sicher die Große Scheuer an der Nordostseite des Rosensteins, zu der ein Wanderweg durch eine kleine Schlucht führt. Durch die drei Öffnungen wird die insgesamt ca. 44 m lange und bis 7 m hohe tunnelartige Höhle gut ausgeleuchtet.

Aufwärts gerichteter Blick auf den vergitterten Eingang zu einer Höhle. Die Höhle befindet sich zwischen massigen, links etwas vorstehenden grauen Felsbänken.
Finsterloch am südöstlichen Rosenstein oberhalb von Lautern

Beim Finsterloch am südöstlichen Rosenstein handelt es sich um eine nur 2 m hohe, aber 133 m lange Durchgangshöhle. Für den Besuch dieser Höhle wird Licht benötigt (Taschenlampe!). Im Innern fallen Deckenspalten und hohe Kolke auf. Wo Querklüfte die erzeugende Spalte kreuzen, haben sich Hallen gebildet, deren Wände z. T. mit Warzensinter bedeckt sind. Die Höhle verläuft parallel zur wenige Meter entfernten äußeren Felswand. Man fand Bärenknochen und Keramikscherben, die bis zur Urnenfelderzeit zurückreichen (späte Bronzezeit). Den Rückweg nimmt man am besten durch die Höhle.

Blick auf eine grünlich graue Felswand, in der sich links, nach einem leicht kurvigen Gang, eine Höhle öffnet.
Das Enge Loch in der Scheuelberg-Felsenreihe südwestlich von Heubach

Südwestlich oberhalb von Heubach erhebt sich der Felskranz des Scheuelberg-Südostfelsens aus den Unteren Massenkalken des Oberjuras. In diesem Felsen befinden sich drei größere Karsthöhlen. Von West nach Ost sind es die Jakobshöhle mit einer Länge von 26 m und guter Begehbarkeit, das Enge Loch mit 23 m und die Fastnachtshöhle mit 20 m Länge. Die Höhlen sind überwiegend kluftgebunden entstanden. Neben diesen drei genannten gibt es noch weitere, meist kleine und kleinste Höhlen in den verkarsteten Felsen.

Höhlen bei Aalen

Abwärts gerichteter Blick auf eine nach innen gewölbte, gelblich weiße Felswand. Am unteren Ende der Felsen öffnet sich eine breite Höhle. Lose Felstrümmer und abgefallenes Laub liegen vor dem Eingang der Höhle.
Hohler Stein östlich von Unterkochen

Hoch über dem Aalener Ortsteil Unterkochen-Glashütte erhebt sich der Hohle Stein als markante Felswand am oberen Ende des Steilhangs. In dem dort anstehenden Unteren Massenkalk öffnet sich eine entlang einer hangparallelen Vertikalkluft entstandene Höhle mit einer Eingangshöhe und -breite von jeweils 4–5 m. Im Innern verbreitert sie sich auf 16 m bei 3–10 Metern Höhe und einer Länge von 7 Metern. Nach oben verläuft ein über 6 m hoher Kamin und am nordöstlichen Höhlenrand liegt in andeutungsweise gebankten Kalksteinen der Eingang einer weiteren, kleineren Höhle.

Im Langertsteinfelsen ca. 2300 m nördlich der Ortsmitte von Oberkochen befindet sich in den Kalksteinen der Untere-Felsenkalke-Formation die Langertsteinhöhle. Unter einem ca. 8 m breiten Felsdach beginnt der Gang, der bis ca. 10 m weit in den Felsen führt.

Am Fuß einer fast zugewachsenen Felswand öffnet sich eine kleine, gerundete Höhle, aus der Wasser austritt. Dieses Wasser fließt nach einem linksseitigen Knick in einem schmalen Bett zwischen Böschungen abwärts.
Das Mordloch bei Böhmenkirch-Steinenkirch

Das Mordloch bei Böhmenkirch-Steinenkirch liegt am östlichen Hang des Roggentals und zählt zu den interessantesten Höhlen der Schwäbischen Alb. Obwohl nur bis zum ersten Siphon ohne Höhlentaucher-Ausrüstung begehbar, hat es viele geologische Erkenntnisse geliefert. Das Mordloch entstand entlang eines Kluftnetzes in der Wohlgeschichtete-Kalke-Formation, die hier nach Westen einfällt. Ein steiler Gang durch die Lacunosamergel-Formation (früher: Weißjura gamma) verbindet diesen Höhlenbereich mit einem höher gelegenen Höhlenteil in der Untere-Felsenkalke-Formation. Bei Regenfällen steigt das Wasser in der Höhle sehr schnell an, was 1977 eine dramatische Rettungsaktion für eingeschlossene Höhlentaucher notwendig machte. Die bekannte Länge der Höhle beträgt knapp 4,4 km. Der Name des Mordlochs geht einer alten Sage nach auf den von einem Wilderer am Förster des Eybacher Schlosses verübten Mord zurück. Der tote Förster sei damals vom Mörder in der Höhle versteckt und von seinem Hund gefunden worden.

Das Bild zeigt einen mit Schnee bedeckten, nach links abfallenden felsigen Waldhang. Rechts oben, in einem größeren Felsen, öffnet sich eine Höhle. Der Eingang ist mit einem Gitter versperrt.
Heuchstetter Höhle (Mordloch) nordnordöstlich von Heuchstetten

Am Fuß eines kuppelförmigen Felsens in den Oberen Massenkalken öffnet sich nur wenig östlich oberhalb von Söhnstetten der Eingang zu der etwa 21 m langen Stöckelhöhle. Oberhalb des Haupteingangs befinden sich zwei weitere Zugänge. In dieser Karsthöhle wurden bereits 1897 Ausgrabungen durchgeführt, die wichtige paläontologische Funde erbrachten.

Die Heuchstetter Höhle (Mordloch) verläuft in den Oberen Massenkalken nach einer horizontalen Strecke über 7 m senkrecht nach unten in eine größere Halle. Die Länge der Höhle beträgt etwa 48 m, ihre Tiefe ca. 19 m. Der Höhleneingang ist durch ein Eisengittertor versperrt.

Die etwa 36 m lange Birkelhöhle 1 im Waldgebiet „Buchschorren“ liegt ca. 2300 m nordöstlich des östlichen Stadtrands von Heidenheim an der Brenz in einem Abzweig des Lindletals. Sie verläuft horizontal im vertikal geklüfteten Oberen Massenkalk des Oberjuras und biegt mehrmals fast rechtwinklig ab. Die Höhle ist in Klüften angelegt und besitzt gut ausgebildete Schlüssellochprofile. Etwa 50 m nördlich befindet sich die Birkelhöhle 2 ebenfalls auf einer ausgeprägten Kluft (EB 1,4 m, EH 5 m, L 7 m).

Literatur

  • Binder, H. & Jantschke, H. (2003). Höhlenführer Schwäbische Alb: Höhlen – Quellen – Wasserfälle. 7., völlig neu bearb. Aufl., 286 S., Leinfelden-Echterdingen (DRW-Verlag Weinbrenner).
  • Burgmeier, G. & Schöttle, M. (2002). Geotope im Regierungsbezirk Stuttgart. – Bodenschutz, 12, 348 S., 1 CD-ROM, Karlsruhe (Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg).
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