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Schwerspat

Verbreitungsgebiete: Schwarzwald, Odenwald

Erdgeschichtliche Einstufung: Hydrothermalgänge, im Zeitraum Jura bis Tertiär gebildet

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol „Themenebenen“ links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Gestein

Vergrößerte Aufnahme von braunen Kristallen, die ähnlich Kakteenstacheln seitlich oder nach oben ausgerichtet sind.
Schwerspat aus der Grube Clara

Die Kristalle des Schwerspats sind meist tafelig ausgebildet. Eine Sonderform sind keilförmige Kristalle, der sog. Meißelspat, der besonders im Kinzigtal auftritt. Zumeist sind die Kristalle aber eng mit anderen Kristallen, z. B. Flussspat, Quarz oder mit Metallerzen, zu einem dichten Mineralgemenge verwachsen. Auf der Grube Clara im Schwarzwald besteht der seit 1850 in Abbau stehende Barytgang durchschnittlich aus 70–80 % Baryt, 10–20 % Fluorit und 5–20 % Quarz sowie einigen Prozenten an anderen Mineralen und Nebengesteinseinschlüssen.

Vergrößerte Aufnahme von weißlich grauen, spitzen Kristallen, die sowohl aufwärts wie auch abwärts gerichtet sind. Rechts stützen sich die Kristalle auf einen braunen, schwammartigen Stein.
Weiße Schwerspatkristalle aus der Grube Clara

Verwendung: Der größte Teil der weltweiten Schwerspatproduktion wird als Bohrspat zur Dichteregulierung in Bohrspülungen in der Erdöl- und Erdgasindustrie verwendet. Weitere Nutzungen sind Füllstoffe und Schallschutzmatten in der Autoindustrie, Herstellung von Farben (Lithopone), Papierproduktion, chemische und Kunststoffindustrie, strahlungsabsorbierender Schwerbeton, Trinkwasserreinigung und als Kontrastmittel in der medizinischen Diagnostik.

  • Detail von weißem Schwerspat.
  • Schwerspat aus der Grube Clara.
  • Schwerspatgang  in der Grube Caroline.
  • Weiße Schwerspatkristalle aus der Grube Clara.
  • Fahlerzreicher Schwerspatgang auf der Grube Clara.

Literatur

  • Bliedtner, M. & Martin, M. (1986). Erz- und Minerallagerstätten des Mittleren Schwarzwaldes – eine bergbaugeschichtliche und lagerstättenkundliche Darstellung. 786 S., Freiburg i. Br. (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).
  • Metz, R. (1977). Mineralogisch-landeskundliche Wanderungen im Nordschwarzwald. 632 S., Lahr (Moritz Schauenburg Verlag). [393 Abb., 1 Kt.]
  • Werner, W. & Dennert, V. (2004). Lagerstätten und Bergbau im Schwarzwald – Ein Führer unter besonderer Berücksichtigung der für die Öffentlichkeit zugänglichen Bergwerke. – Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, 334 S., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg).