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Böden der Trauf- und Talhänge

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Das Bild zeigt die aufgeschnittene Kante eines bewaldeten Hanges. Unter dunklem Wurzelboden türmt sich gelblich weißer, grober Gesteinsschutt.
Rendzina aus Kalksteinschutt am nordexponierten Oberhang der „Länge“ südlich von Geisingen (r3)

Da es sich oft um junge Schuttdecken handelt, ist die Bodenbildung vielerorts nicht über das Rendzina-Stadium hinausgegangen. Nur in Hangabschnitten, die zur Ruhe gekommen sind und an denen im Holozän keine Massenverlagerungen mehr stattgefunden haben, finden sich örtlich auch Braunerde-Rendzinen und Terra fusca-Rendzinen. Der erhöhte Schluffgehalt in den Ah‑Horizonten lässt sich dort vermutlich auf Reste der jungtundrenzeitlichen, äolisch beeinflussten Decklage zurückführen. Die Hangschuttdecken können aus grobem, blockreichem Material bestehen. Häufig handelt es sich aber um feinscherbige Schuttdecken, die auch als Bergkies bezeichnet werden. An Bergvorsprüngen, konvex gewölbten Hängen und an der Traufkante dünnen die Schuttdecken aus. Dort sind z. T. Rendzinen aus anstehendem Kalkstein ausgebildet.

Das Bild zeigt einen steilen, nach links abfallenden bewaldeten Hang. Unter losem Laub und Mossflechten zeigt sich teils schwarze, teils ockerfarbene Erde.
Rendzina aus Hangschutt in einem steilen Taleinschnitt westlich von Neuhausen ob Eck

Im Durchbruchstal der Donau gibt es verbreitet Hangabschnitte, die durch Felsen und junge Schutthalden geprägt sind. In solchen Bereichen wurden die Kartiereinheiten r44 und r64 vergeben. Es handelt sich für die Vegetation um Extremstandorte, die nur eine sehr geringe Bodendecke aufweisen. Die überwiegend kahlen Felsen sind lückenhaft von wenigen Millimetern bis Zentimetern mächtigen Rohböden bedeckt (Felshumusboden, Syrosem, Syrosem-Rendzina). Zwischen den Felsbildungen und unterhalb von ihnen treten Halden aus Kalksteinschutt auf. Die Mächtigkeit der Hangschuttdecken schwankt sehr stark. Sie können sehr jung und noch in Bewegung sein, dann finden sich ebenfalls Böden im Anfangsstadium der Bodenentwicklung (Skeletthumusboden, Lockersyrosem, Syrosem-Rendzina). Auf älteren Schutthalden dominieren dagegen sehr flach bis mittel tief entwickelte Rendzinen. Während in KE r44 die felsigen Abschnitte große Flächen einnehmen, wurden in KE r64 Bereiche abgegrenzt, in denen die Hangschuttdecken überwiegen. Kleinflächig kommt KE r44 auch im Engtalabschnitt des Wasserburger Tals zwischen Engen und Eigeltingen vor.

  • Das Bild zeigt einen felsigen Steilhang. Moos und einzelne schlanke Bäume wachsen am oberen Hangrand.
  • Nahaufnahme einer weißlich grauen Gesteinsschicht unter einer dunklen, sehr dünnen Erdauflage mit Pflanzenwuchs. Die Erde hat sich auch in Rinnen und Vertiefungen des Gesteins abgesetzt.
  • Hoch aufragende, weißlich graue Felstürme bestimmen dieses Bild. Unterhalb des Gesteins folgen bewaldete Schutthänge, ein Fluss sowie grüne Wiesen.
  • Oberhalb eines gerade noch erkennbaren Flusses und inmitten dichter Bewaldung erheben sich mehrere schroffe, steile, weißlich graue Felstürme. In der Bildmitte links ist zudem eine gelblich gefärbte Schutthalde zu sehen.
  • Unterhalb mächtiger grauer Felsen verläuft ein teils bewaldeter, teils kahler Schutthang. Am unteren Rand des Hanges ist eine Abbruchkante erkennbar.
  • Aus großer Höhe blickt man auf teils kahle, teils mit Bäumen bewachsene weißlich bis bräunlich graue Felstürme. Darunter breiten sich befahrene Grünflächen, ein schmaler Fluss sowie eine kleine Siedlung aus.
  • Mächtige, grau-weiß marmorierte Felstürme ragen in diesem Bild auf. Ihre Spitzen sind rechts mit Gras und Kiefern bewachsen. Vorne ist ein großer Felsblock mit Flechten bedeckt. Im Hintergrund zeigen sich steile, dicht bewaldete Hänge.

Kalkhaltige Kolluvien aus steinigen Abschwemmmassen (KE r10) am Fuß der Baaralb-Schichtstufe

  • Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Grünland. Das Profil ist 1,20 m tief, ehe am Grund stehendes Wasser folgt.
  • Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Acker. Das Profil ist über 1,60 m tief.
  • Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Pflanzenwuchs. Das Profil ist 1,60 m tief.
  • Das Foto zeigt ein Bodenprofil. Das oben lockere und unten glatte Profil ist 1,7 m tief.
  • Das Foto zeigt ein Bodenprofil am Rand eines Waldes. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das Profil ist 1,20 m tief.
Das Bild zeigt einen nahe einer Straße aufsteigenden, teils mit schlanken Bäumen bewachsenen Hang. Links von der Mitte springt ein weißlich grauer Felsturm hervor, rechts ist ein kleinerer Fels von Bewuchs verdeckt.
Wasserburger Tal zwischen Engen und Eigeltingen

Normalerweise sind die Kolluvien in KE r10 frei von hydromorphen Merkmalen. Nur sehr vereinzelt, dort wo im Einzugsgebiet stauende Mergelschichten Quellhorizonte bilden, treten Böden mit Vergleyungsmerkmalen im tieferen Unterboden auf. In solchen Trockentälern kann sich bei langen Niederschlagsperioden auch ein Fließgewässer bilden, wie z. B. im Wasserburger Tal westlich von Eigeltingen (Schreiner, 1993, S. 53). Wassermassen aus dem sonst trockenen Seltenbachtal haben bei extremen Niederschlagsereignissen und Schneeschmelze in der Vergangenheit Hochwasserschäden in Tuttlingen angerichtet (Müller, 1995).

Das Bild zeigt zwei hoch aufragende, mit Nischen und Vertiefungen versehene Felsmassive; links in der Sonne, rechts im schattigen Hintergrund. Davor breiten sich grüne Wiesen aus, durchquert von einem Fluss. Auch Obstbäume und Ziegen sind zu sehen.
Donautal bei Beuron-Unterneidingen mit dem Schaufelsen (links) und dem Lenzenfelsen (rechts)

Literatur

  • Henkner, J., Ahlrichs, J., Downey, S., Fuchs, M., James, B., Knopf, K., Scholten, T., Teuber, S. & Kühn, P. (2017). Archaeopedology and chronostratigraphy of colluvial deposits as a proxy for regional land use history (Baar, southwest Germany). – Catena, 155, S. 93–113.
  • Müller, K. (1995). Das Hochwasser der Donau und Tuttlingen. – Tuttlinger Heimatblätter N. F., 45–60, S. 45–60.
  • Schreiner, A. (1993). Erläuterungen zu Blatt 8119 Eigeltingen. – 2. erg. Aufl., Erl. Geol. Kt. Baden-Württ. 1 : 25 000, 84 S., 2 Taf., 4 Beil., Stuttgart (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).