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Böden der Talauen

Die Auen der Flüsse und Bäche im Neckarbecken wurden in elf bodenkundlichen Kartiereinheiten zusammengefasst. Die Herkunft der Sedimente aus verschiedenartigen Einzugsgebieten, durch flussdynamische Prozesse hervorgerufene Körnungsunterschiede, wechselnde Grundwasserflurabstände sowie Vorkommen älterer Auenterrassen bedingen diese Aufgliederung. Braune Auenböden (Vegen) beanspruchen den größten Flächenanteil.

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Unter wolkigem Himmel breitet sich eine flache, leicht streifige Wiese mit einzelnen braunen Stellen aus. Ein Wald links sowie Bäume mittig und rechts begrenzen die Wiese.

Flussrinnen in der Neckaraue südlich von Großingersheim

Von einem erhöhten Rebhang aus blickt man über ein flaches, fast gänzlich besiedeltes Tal. Links begrenzen ein Fluss sowie leicht hügeliges Gelände das Tal. Im Hintergrund erheben sich bewaldete, flache Berge.
Das Enztal bei Vaihingen an der Enz-Roßwag

Die Böden der Enzaue weisen gegenüber der Neckaraue einen deutlichen Anteil an Boden- und Gesteinsmaterial aus dem Schwarzwald auf. Höhere Sandgehalte und ein geringerer Karbonatgehalt der überwiegend als Braune Auenböden (f55) vorliegenden Auenlehme und -sande ist die Folge. Dabei nimmt der Anteil an Lössbodenmaterial talabwärts allmählich zu. Auch an der Enz bilden grundwassernahe Bereiche die Ausnahme. So konnten kalkhaltige Braune Auenboden-Auengleye und Auengleye bei der Bodenkartierung nur kleinflächig als Leitböden abgegrenzt werden (f60).

Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Grünland in Waldnähe. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das sechs Horizonte umfassende Profil ist 145 cm tief.
Kalkhaltiger Brauner Auenboden aus sandig-lehmigen Auensedimenten (f54)

Die Auen von Rems und Murr wurden trotz unterschiedlicher Einzugsgebiete als kleinere Flussauen im Oberen Muschelkalk zusammengefasst. Als Gemeinsamkeiten zeigen beide einen Wechsel von gefällereichen Engtalabschnitten mit stärkerer Ablagerung von Sanden und breiteren Auenbereichen, in denen aufgrund geringerer Fließgeschwindigkeiten mächtigere Auenlehme vorherrschen (Braune Auenböden, f54 und f58). Das Grundwasser hat nur geringen Einfluss auf die Bodenentwicklung, so dass Auengley-Braune Auenböden nur vereinzelt als Begleitböden vorkommen

Das Foto zeigt ein Bodenprofil unter Wald. Es handelt sich um ein Musterprofil des LGRB. Das in vier Horizonte gegliederte Profil ist über 1 m tief. Am Boden des Profils steht Wasser.
Kalkhaltiger Auengley-Brauner Auenboden aus Auenlehm (f56)

Die Bachauen im Bereich des Oberen Muschelkalks und Unterkeupers einschließlich der Glemsaue bilden auf der Bodenkarte die Einheit f56, sofern es sich um Braune Auenböden und Auengley-Braune Auenböden handelt. Verstreut liegende grundwassernahe Talabschnitte werden von Auengleyen und Brauner Auenboden-Auengleyen eingenommen (f62). In Randlagen des Neckarbeckens sowie im Asperger Hügelland zeichnen sich die Talauen durch z. T. deutliche Anteile an Keuperbodenmaterial und damit höhere Tongehalte aus. Dabei herrscht z. B. in der Sulmaue ein geringer Grundwassereinfluss vor, sodass die Bodentypen Auengley-Brauner Auenboden und Brauner Auenboden mit Vergleyung im nahen Untergrund die Bodengesellschaft bestimmen (f59). Die Auen von Zaber, Schozach, Bottwar und anderen Bächen sind mit Auengleyen und Brauner Auenboden-Auengleyen (f61) deutlich feuchter.

Blick auf einen nach rechts ansteigenden Wiesenhang. Im Grün der Wiese zeigen sich braune Stellen. Entlang der Wiese stehen Laub- und Nadelbäume.

Im Buchenbachtal zwischen Leutenbach-Weiler zum Stein und Affalterbach-Wolfsölden

Literatur

  • Bibus, E. (2002). Zum Quartär im mittleren Neckarraum. – Tübinger geowiss. Arb., D8, S. 1–236, Tübingen.