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Deckenschotter in Oberschwaben

Verbreitungsgebiete: Westliches Oberschwaben im Bereich Pfullendorf–Denkingen–Heiligenberg–Herdwangen–Schönach

Erdgeschichtliche Einstufung: Mindel-Deckenschotter und Günz-Deckenschotter, Quartär

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol "Themenebenen" links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Lagerstättenkörper

Das Bild zeigt eine hellbraune, teils bewachsene und abgerutschte Gesteinswand mit waagrechten Furchen und Nischen.
Mindel-Deckenschotter in einer ehemaligen Kiesgrube

Die Abgrenzung von Rohstoffvorkommen in der Oberschwaben-Deckenschotter-Formation ist aufgrund der meist deckenförmig entwickelten Höhenzüge vielfach gut möglich. Die Vorkommen zeichnen sich häufig durch einen stark heterogenen Aufbau mit stark variierenden Kies- und Abraummächtigkeiten sowie durch die hohen Feinkornanteile aus. Die fluvialen Sedimente sind horizontal und schräg geschichtet. Fast immer sind die Schotter stark karbonatisch zementiert, das heißt zu Nagelfluh verbacken, dazu sind sie an ihrer Oberfläche oft stark verwittert. Der Anteil verwitterter Komponenten beträgt in der Regel etwa 30 %.

Blick auf einen zerklüfteten Hang mit einer großen, runden Nische am rechten Bildrand. Oberhalb des Hanges ist Baumbewuchs erkennbar.
Herausgewitterte Nagelfluhlagen in einer ehemaligen Kiesgrube.

Gewinnung und Verwendung

Gewinnung: Die sandigen und steinigen Kiese wurden in der Vergangenheit mittels Bagger bzw. Radlader abgebaut. Die verfestigten Lagen mussten durch Bohren und Sprengen gewonnen werden.

Verwendung: Die Deckenschotter eignen sich als Material im Verkehrswege- und Tiefbau.

  • Mindel-Deckenschotter in einer ehemaligen Kiesgrube.
  • Grobkieslage, überwiegend aus Kalksteinkomponenten.
  • Herausgewitterte Nagelfluhlagen in einer ehemaligen Kiesgrube.

Externe Lexika

Litholex

Literatur

  • LGRB (2003). Blatt L8122 Weingarten, mit Erläuterungen. – Karte der mineralischen Rohstoffe von Baden-Württemberg 1 : 50 000, 99 S., 18 Abb., 8 Tab., 1 Kt., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg). [Bearbeiter: Heinz, J., m. Beitr. v. Babies, H.G., Kimmig, B., Kostic, B., Schuh, M. & Werner, W.]
  • LGRB (2013). Blatt L8120 Stockach, mit Erläuterungen. – Karte der mineralischen Rohstoffe von Baden-Württemberg 1 : 50 000, 132 S., 23 Abb., 6 Tab., 1 Kt., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau). [Bearbeiter: Kleinschnitz, M., Kimmig, B.]
  • Ellwanger, D., Kimmig, B., Simon, T. & Wielandt-Schuster, U. (2011). Quartärgeologie des Rheingletschergebiets (Exkursion I) Jber. Mitt. oberrh. geol. Ver., N. F., 93, S. 30.
  • Ellwanger, D., Wielandt-Schuster, U., Franz, M. & Simon, T. (2011). The Quaternary of the southwest German Alpine Foreland. (Bodensee-Oberschwaben, Baden-Württemberg, Southwest Germany). Quaternary Science Journal, 60(2-3), S. 306–328.