Sie befinden sich hier:

Hangschutt des Oberjuras auf der Baaralb

Verbreitungsgebiete: Südwestliche und westliche Schwäbische Alb zwischen Geisingen, Tuttlingen und Spaichingen

Erdgeschichtliche Einstufung: „Oberjura-Hangschutt“ – Hangschutt (qu) aus der Wohlgeschichtete-Kalke-Formation (joW)

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol "Themenebenen" links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Lagerstättenkörper

Großaufnahme von unregelmäßig geformtem, hellbraunem Gesteinsschutt. Ein Hammer links dient als Größenvergleich.
Durch Kalkverkittung verfestigter, druckfester, brekzienartiger „Albschutt“

Der sogenannte Albschutt, Hangschutt aus der Wohlgeschichtete-Kalke-Formation, bedeckt schleierförmig und hangparallel zahlreiche untere Talhänge, zumeist im Niveau der Impressamergel-Formation. Der Hangschutt wurde im eiszeitlichen Klima angeliefert und ist als periglaziale Bildung anzusprechen (Schreiner, 1992).

Das Bild zeigt die Abrisskante eines Waldhanges. Das abgerutschte, nach rechts geneigte Material hat eine gelblich braune bis braune Färbung. Unterhalb der Böschung liegt Schnee.
Oberjura-Hangschutt („Albschutt“)

Gewinnung und Verwendung

Blick auf eine hellbraune, nach rechts abfallende Abbauwand. Am Fuß der Wand liegen Schutthaufen sowie umgestürzte Bäume. Die leicht nach vorn geneigte Kante der Wand ist bewaldet.
Abbauwand aus Oberjura-Hangschutt

Gewinnung: Der Albschutt wird mittels Radlader und Hydraulikbagger im Trockenabbau gewonnen und im lokalen Forstwegebau eingesetzt. Zurzeit sind zwei Gruben zeitweise in Betrieb, in denen das Material gewonnen wird.

Verwendung: Der „Albschutt“ besitzt bei gleichmäßiger Körnung eine ideale Zusammensetzung für den Forstwegebau (Mineralbetongemische). Als Vorteile des Albschutts werden die bessere Verdichtung beim Einbau, der deutlich kürzere Transportweg sowie das rasche Abtrocknen nach Regenfällen genannt.

  • Nahaufnahme von graubraunem Hangschutt in einer Kiesgrube. Links ist ein Maßstab angelehnt.
  • Blick auf eine graubraune Abbauwand. Waagrecht in der Mitte eine Lage Schotter. Links lehnt ein Maßstab an der Wand. Die Kuppe der Wand ist mit Schnee bedeckt.
  • Das Bild zeigt die Abrisskante eines Waldhanges. Das abgerutschte, nach rechts geneigte Material hat eine gelblich braune bis braune Färbung. Unterhalb der Böschung liegt Schnee.
  • Blick auf eine hellbraune, nach rechts abfallende Abbauwand. Am Fuß der Wand liegen Schutthaufen sowie umgestürzte Bäume. Die leicht nach vorn geneigte Kante der Wand ist bewaldet.
  • Nahaufnahme von kleinen bis größeren, rötlich braunen Steinen. Die Steine sind über mehrere Zentimeter aufgetürmt und bilden so eine Wand.
  • Großaufnahme von unregelmäßig geformtem, hellbraunem Gesteinsschutt. Ein Hammer links dient als Größenvergleich.
  • Teilansicht einer Kiesgrube. Zu sehen ist eine rötlich braune, etwa drei Meter hohe Wand sowie im Vordergrund gehäufter Kies und Schutt.
  • Teilansicht einer Kiesgrube. In der rötlich braunen Abbauwand, innerhalb einer ovalen Linse, liegen Schutt und größere Steine an.

Externe Lexika

Litholex

Literatur

  • Berz, K. C. (1995). Erläuterungen zu Blatt 7918 Spaichingen. – 3. Aufl., Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., 193 S., 1 Beil., Freiburg i. Br. (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).
  • Berz, K. C. & Hüttner, R. (1987). Erläuterungen zu Blatt 7818 Wehingen. – Erl. Geol. Kt. Baden-Württ. 1 : 25 000, 99 S., Stuttgart (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).
  • Franz, M., Schaaf, D., Schmidt, S. & Schweizer, V. (1987). Erläuterungen zu Blatt 7719 Balingen. – Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., 146 S., 1 Taf., Stuttgart (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).
  • Schreiner, A. (1992b). Erläuterungen zu Blatt Hegau und westlicher Bodensee. – 3. Aufl., Geologische Karte 1 : 50 000 von Baden-Württemberg, 290 S., Freiburg i. Br., Stuttgart (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).
  • Spitz, W. (1930). Erläuterungen zu Blatt Möhringen (Nr. 122), württembergisch Tuttlingen (Nr. 160). – Erl. Geol. Spezialkt. Baden, 107 S., Freiburg i. Br. (Badische Geologische Landesanstalt). [Nachdruck 1985, 1997: Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., Bl. 8018 Tuttlingen; Stuttgart]