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Opalinuston

Verbreitungsgebiete: Markgräflerland und Vorland der gesamten Schwäbischen Alb

Erdgeschichtliche Einstufung: Opalinuston-Formation (jmOPT), Mitteljura

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol "Themenebenen" links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Gestein

Dunkelgraue bis schwarze Ton- und Mergelsteine.
Dunkelgraue bis schwarze Ton- und Mergelsteine

Die Opalinuston-Formation wird überwiegend aus monotonen dunkelgrauen und graubraunen, schiefrig-stückigen, z. T. mergeligen Tonen bzw. Tonsteinen und Mergelsteinen aufgebaut, die im oberen Teil der Abfolge zunehmende Feinsand- und Glimmergehalte aufweisen. Pyrit- und Toneisenstein- oder Kalkmergelsteinkonkretionen aus Eisenkarbonaten (Siderit) und Kalk mit Durchmessern bis 0,5 m sind häufig eingeschaltet. In mehreren Horizonten treten dünne Nagelkalkbänkchen auf. Die dunkle Fär­bung der Gesteine ist auf die Feinkörnigkeit und besonders auf den feinkörnigen Pyrit zurückzuführen. Zum Hangenden hin nehmen Sand- und Kalkgehalte zu. Im obersten Abschnitt (15–20 m) können stark sandige Ablagerungen auftreten (Wasserfallschichten). Der Opalinuston neigt bei Wasseraufnahme zu Rutschungen.

Übersicht über den Ostteil der Tongrube Müllheim-Feldberg.
Übersicht über den Ostteil der Tongrube Müllheim-Feldberg

Gewinnung und Verwendung

Heute stillgelegte Tongrube Essingen.
Heute stillgelegte Tongrube Essingen

Gewinnung: Die Nutzung des Opalinustons als Ziegeleirohstoff erfolgte im südlichen Oberrheingraben in den Tongruben Ebringen-Englematt (RG 8012-327) und Müllheim-Feldberg (RG 8211-2). Zum Abbau dienten Bagger und Raupen, wobei sofort anschließend eine Homogenisierung, d. h. das Mischen unterschiedlicher toniger Sedimente und zerkleinerter Ton- und Mergelsteine, stattfand. Üblicherweise wurde der Rohstoff, nach einer mehrjährigen Lagerung unter freiem Himmel (wobei unregelmäßig auftretende Karbonatanreicherungen sowie festere Partien der Ton- und Mergelsteine zerfielen), in einer Ziegelei weiter verarbeitet. Die Gewinnung von Ziegeleirohstoffen fand daher häufig nicht kontinuierlich, sondern in Phasen statt, die durch mehrmonatige oder mehrjährige Abschnitte ohne Abbauaktivität unterbrochen waren. Derzeit ist in Baden-Württemberg keine Gewinnungsstelle im Opalinuston in Betrieb.

  • Übersicht über den Ostteil der Tongrube Müllheim-Feldberg
  • Pyrit sorgt für die dunkelgraue Farbe des Tonsteins
  • Tonsteine der Opalinuston-Formation
  • Dunkelgraue bis schwarze Ton- und Mergelsteine
  • Heute stillgelegte Tongrube Essingen
  • Scherbig aufwitternde, schluffige Tonsteine

Externe Lexika

Litholex

Literatur

  • Etzold, A. (1994). Erläuterungen zu Blatt 7126 Aalen. 3. Aufl., Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., 248 S., 3 Taf., 7 Beil., Stuttgart (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).
  • Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (2006). Rohstoffbericht Baden-Württemberg 2006 – Gewinnung, Verbrauch und Sicherung von mineralischen Rohstoffen – Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (Hrsg.). LGRB-Informationen, 18, S. 1–202.
  • Ohmert, W., Allia, V., Arias, C., Baldanza, A., Bergen, J. A., Bucefalo Palliani, R., Canales, M. L., deKaenel, E., Garcia Joral, F., Goy, A., Herrero, C., Höhndorf, A., Martinez, G., Mattioli, E., Perilli, N., Riegraf, W., Rolf, C., Ureta, S., Wetzel, A. & Wonik, T. (1996). Die Grenzziehung Unter-/Mitteljura (Toarcium/Aalenium) bei Wittnau und Fuentelsaz – Beispiele interdisziplinärer geowissenschaftlicher Zusammenarbeit GLA-Informationen, 8, S. 1–52.