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Bodeneigenschaften

Mehrfarbiges Kreisdiagramm mit den Flächenanteilen der Bodenklassen und Bodentypen in der BGL Mittleres und Westliches Keuperbergland, eingeteilt in Prozentwerten.
Flächenanteil der Bodenklassen und -typen in der BGL Mittleres und Westliches Keuperbergland
Blick auf ein Musterprofil des LGRB unter Wald. Die aufgeschlossene Profilwand ist bis 90 cm Tiefe rissig und rötlich braun, darunter rötlich grau. Links sind sieben Bodenhorizonte angegeben.
Verbraunter Pelosol aus Tonfließerde aus Material des Mittelkeupers (Knollenmergel, Trossingen-Formation), (L10)

Die Bewirtschaftung der Pelosole und Braunerde-Pelosole ist schwierig. Bei forstlicher Nutzung schränkt die mäßige Durchwurzelbarkeit die Baumartenwahl ein. Dazu kommen an Tal- und Stufenhängen im Ausstrich von Ton- und Mergelsteinen das Hangkriechen und die Rutschungsgefahr. Besonders die flachwurzelnde Fichte wird als nicht standortgemäß angesehen. Zudem besteht eine hohe Verdichtungsgefahr durch eine ungeregelte Befahrung bei zu feuchtem Bodenzustand. Dies gilt besonders auf den Pelosolen der Rutschhänge und jungen Taleinschnitte, die häufig in engräumigem Wechsel mit Ah/C-Böden, Braunerden, Parabraunerden, Pseudogleyen und Grundwasserböden vergesellschaftet sind (L5, L9, L89, L206, L566).

Die Grünlanderträge sind auf den z. B im Gipskeuper-Hügelland verbreiteten, mäßig wechseltrockenen Salbei-Glatthaferwiesen v. a. beim zweiten und dritten Schnitt stark von den Sommerniederschlägen abhängig. In den niederschlagsreicheren Regionen im Bergland sind die Voraussetzungen für hohe Grünlanderträge auf Tonböden günstiger einzustufen. Im Ackerbau ist beim Einsatz konventioneller Bodenbearbeitungsverfahren mit dem Pflug der Aufwand an Zeit und Zugkraft hoch. Der Erfolg ist abhängig von den kurzen Zeitspannen, in denen die Tonböden einen günstigen Feuchtezustand aufweisen und sich gut zerkleinern lassen („Stundenböden“). Das Befahren zu feuchten Bodens führt auch unter landwirtschaftlicher Nutzung zu Strukturschäden, die sich z. T. über Jahre hinweg ungünstig auswirken. Bei den tonreichen Böden entwickelt sich nach einer Herbst- oder Winterfurche nicht selten ein feines Splittergefüge, die sog. Frostgare. In diesem Zustand sind die Pelosole im Frühjahr für kurze Zeit gut bearbeitbar und die Frühjahrsaussaat leicht durchzuführen. Der Eingriff der Bodenbearbeitungswerkzeuge in die feuchte Bodenschicht muss jedoch vermieden werden (Dietz & Weigelt, 1987).

Das Bild zeigt ein aufgegrabenes Bodenprofil unter Wald. Das Profil ist durch eine beschriftete Kreidetafel als Musterprofil des LGRB ausgewiesen. Das  grünlich braune, unten graue Profil ist 1,30 m tief.
Mäßig tief entwickelte podsolige, pseudovergleyte Pelosol-Braunerde aus sandiger Fließerde über tonreicher Fließerde aus Stubensandsteinmaterial (L21)

Die Pelosol-Braunerden besitzen gegenüber den Braunerden eine erheblich höhere KAK und größere Nährstoffvorräte. In Hangbereichen mit lehmigen Oberböden und tiefgründigen Fließerdedecken wurden für die KAK verbreitet Werte im hohen bis sehr hohen Bereich ermittelt (L22, L251, L532, L533, L536, L537, L600). Bei stark sandigen oder skelettreichen Oberböden, einer Begrenzung des Solums durch Festgestein sowie bei Vergesellschaftung von Pelosol-Braunerden mit Braunerden als Leitböden werden mittlere bis hohe Werte erreicht (L21, L23, L68, L210, L211, L212, L215, L529). Die pH-Werte der Oberböden liegen unter forstlicher Nutzung im stark bis sehr stark sauren Bereich. Lehmig-sandige Bv-Horizonte podsoliger Pelosol-Braunerden sind örtlich bereits als basenarm einzustufen (Basensättigung < 5 %; Musterprofil 7420.204). Die Nährstoffverfügbarkeit für die Pflanzen ist dann eingeschränkt und die Mikroorganismen werden durch freies Aluminium negativ beeinflusst (Feger, 1996; Illmer & Schinner, 1996).

Die überwiegend forstwirtschaftliche Nutzung der Pelosol-Braunerden ist durch ihre Lage in zusammenhängenden Waldgebieten wie Schönbuch und Glemswald, dem engräumigen Wechsel mit ackerbaulich kaum nutzbaren, steinig-sandigen Braunerden sowie durch ihre bevorzugte Verbreitung in Hanglagen begründet. Örtlich werden die Hanglagen als Grünland genutzt. Im Stubensandstein-Hügelland des Welzheimer Walds ist auch die Ackernutzung üblich. Pelosol-Braunerden mit lehmigen Oberböden weisen einen mittleren bis hohen K-Faktor auf. Außerdem besteht hier Verdichtungsgefahr durch Befahrung in zu feuchtem Zustand. Darauf ist auch bei der forstlichen Nutzung zu achten. Die Abtrocknung und Erwärmung der Böden im Frühjahr verzögert sich auf Schatthängen und bei den Pseudogley-Pelosol-Braunerden.

Das Bild zeigt ein aufgegrabenes Bodenprofil unter Wald. Das Profil ist durch eine beschriftete Kreidetafel als Musterprofil des LGRB ausgewiesen. Das hellbraune bis rötliche Profil ist 1,20 m tief.
Tief entwickelte Pseudogley-Parabraunerde aus Lösslehm (L26, Begleitboden)

Parabraunerden

Die Parabraunerden aus Lösslehm und lösslehmreichen Fließerden weisen die günstigsten Eigenschaften für die ackerbauliche Nutzung auf (L24, L25, L26, L27, L28, L29, L548, L549). Eine hohe nutzbare Feldkapazität und KAK verbinden sich mit der guten Bearbeitbarkeit der steinfreien Schluff- und Lehmböden. Die Pseudogley-Parabraunerden trocknen im Frühjahr langsamer ab und die Verdichtungsgefahr durch Befahrung ist höher. In Hanglagen sind die ackerbaulich genutzten Parabraunerden sehr empfindlich gegenüber Wassererosion. Kritisch ist vor allem der Anbau von spät schließenden Reihenkulturen wie dem Mais zu betrachten. Der hohe K-Faktor der schluffreichen Böden führt bei Starkregen zu einer raschen Verschlämmung und Oberflächenabfluss des Niederschlagswassers mit Ausbildung von Erosionsrillen. Konservierende Bodenbearbeitungssysteme mit Mulchsaat oder Direktsaat vermindern die Erosionsgefahr durch eine möglichst dauerhafte Bedeckung der Bodenoberfläche mit Pflanzenresten (Köller, 2019).

In Bereichen mit geringerer Mächtigkeit der äolischen Ablagerungen bzw. bei steigendem Gehalt von Keuper- und Unterjuramaterial in den Fließerden geht die nutzbare Feldkapazität der Parabraunerden meist zurück (L24, L30, L69, L218, L594). Bei erodierten Parabraunerden und erodierten Pelosol-Parabraunerden steigen die Tongehalte in den Ap-Horizonten, so dass schließlich schwer bearbeitbare Böden vorliegen.

Die hohe nFK begünstigt unter Wald gute Zuwächse der Baumbestände auf Parabraunerden im Vergleich z. B. mit Pelosolen und Braunerde-Pelosolen. In extremen Trockenjahren ergaben Bestimmungen der Jahrringweiten von Nadelbäumen im Rammert südöstlich von Rottenburg a. N. jedoch nur in den Jahren 2003 und 2004 deutlich höhere Werte für die schluffreichen Standorte (Schäffer et al., 2025). Im Jahr 2018, mit seiner Austrocknung auch des tiefen Unterbodens, verringerten sich die Unterschiede erheblich. Hinsichtlich der Erholung der Waldbestände nach Trockenjahren (Resilienz) zeigte sich besonders nach 2018 ein negativer Einfluss einer geringen effektiven Durchwurzelungstiefe auf einem der untersuchten Standorte mit einer Parabraunerde aus lösslehmhaltigen Fließerden.

Das Bild zeigt ein aufgegrabenes Bodenprofil unter grünem Waldboden. Das Profil ist durch eine beschriftete Kreidetafel als Musterprofil des LGRB ausgewiesen. Das dunkelbraune, rechts geglättete Profil ist etwa 1 m tief.
Parabraunerde-Pseudogley aus umgelagertem Lösslehm (L41)

Pseudogleye

Viele Pseudogleye verfügen über eine mittlere bis hohe FK und nFK sowie eine mittlere bis sehr hohe KAK (L36, L37, L38, L39, L41, L227, L228, L229 usw.). Die häufig lehmig-sandigen bis schluffig-lehmigen Oberböden mit ihren meist geringen Skelettgehalten bieten eigentlich günstige Voraussetzungen. Die Wasserdurchlässigkeit der dicht gelagerten und z. T. tonreichen Unterböden ist jedoch sehr gering bis gering. In Mulden kommt es nicht selten zu einem Zustrom von Wasser aus benachbarten Hangbereichen durch Zwischenabfluss an Schichtgrenzen. Deshalb ist für die Pseudogleye ein zeitweiliger Luftmangel bzw. Wasserüberschuss charakteristisch, der die Durchwurzelbarkeit einschränkt. In Nässeperioden zerfällt das Aggregatgefüge im Oberboden, so dass in den Trockenphasen ein deutlich verfestigtes Kohärentgefüge ausgeprägt sein kann. So können die Pflanzen die Wasser- und Nährstoffvorräte nur teilweise ausschöpfen. Durch den Wasserüberschuss im Oberboden können z. B. Wintergetreidebestände erheblich geschädigt oder die Bearbeitung stark verzögert werden. Pseudogleye sind also nur nach Entwässerung für den Ackerbau geeignet. Im Wald sind Fichtenbestände durch Sturmwurf gefährdet. Die schlecht erwärmbaren, nassen Böden erfordern eine schonende Bewirtschaftung, um Schäden durch Verdichtung zu vermeiden.

Semiterrestrische Böden (Grund- und Überflutungswasserdominierte Böden)

Das Bild zeigt ein aufgegrabenes Bodenprofil unter Wald. Das Profil ist durch eine beschriftete Kreidetafel als Musterprofil des LGRB ausgewiesen. Das rötlich braune, links leicht geglättete Profil ist 120 cm tief.
Kalkreicher Brauner Auenboden aus Auenlehm (L50), Neckaraue bei Neckartenzlingen

Braune Auenböden und Auengleye

Die kalkreichen Braunen Auenböden und Auengley-Braune Auenböden der Neckaraue (L50, L82) verfügen häufig über eine hohe bis sehr hohe nFK, verbunden mit einer mittleren bis hohen KAK. Die humosen Lehmböden sind gut bearbeitbar und häufig biologisch hoch aktiv. Die Böden aus Kies führenden und weniger mächtigen Auensedimenten in Flussnähe sind hinsichtlich der nFK und KAK nur als gering einzustufen (L51). Auf einzelnen älteren Auenterrassen weisen die karbonatfreien, verbreitet lessivierten Braunen Auenböden aus tiefgründigem, schluffigem Ton eine hohe FK und nFK sowie eine sehr hohe KAK auf (L88). Die Grundwassermerkmale der Auengley-Braune Auenböden und Braunen Auenböden mit Vergleyung im nahen Untergrund auf höher gelegenen, nicht mehr überfluteten Randbereichen zwischen Rottenburg am Neckar und Tübingen-Hirschau sind reliktisch und spiegeln nicht mehr den aktuellen Grundwasserstand wider (L52, L54). Bei den vereinzelt vorkommenden Brauner Auenboden-Auengleyen und Auengleyen ist von einem auf 6–13 dm u. Fl. abgesenkten Grundwasserstand auszugehen (L303).

Hier sieht man einen schmalen Bach, dessen von Gras bewachsene Ufer mit schlanken Bäumen bewachsen sind. Im Hintergrund, vor Waldstreifen, verläuft ein Fußweg, der den Bach quert. Rechts, entlang der Bachaue, ist ein Parkplatz.
Die Glemsaue unterhalb des Glemsecks

Bei den Eigenschaften der Auengleye und Brauner Auenboden-Auengleye ist ebenfalls eine Zweiteilung erkennbar. Es überwiegen lehmige bis tonige Böden mit mittlerer bis hoher FK und nFK bei z. T. nur geringer LK und Wasserdurchlässigkeit sowie hoher bis sehr hoher KAK (L57, L58, L59, L71, L260). Nur in den oberen, teils bewaldeten Abschnitten der Auen im Welzheimer Wald (Lein, Wieslauf etc.) herrschen lehmig-sandige bis schluffig-lehmige Auensedimente auf sandig-kiesigen Bachbettablagerungen vor (L241, L242). Sie weisen eine geringe bis mittlere FK verbunden mit einer hohen bis sehr hohen nFK auf. Die LK liegt im mittleren bis hohen Wertebereich, während die kf-Werte als hoch eingestuft wurden. Die KAK erreicht meist nur mittlere Werte. Die auf 10 dm berechneten Werte für die nutzbare Feldkapazität reichen bei grundwassernahen Böden nicht als einzige Kenngröße für die Bestimmung des pflanzenverfügbaren Wassers aus (vgl. Abschnitt Gleye). Aufgrund der hohen Grundwasserstände ist die Durchwurzelbarkeit der Unterböden bei nicht künstlich entwässerten Auengleyen eingeschränkt. Die Erwärmbarkeit verschlechtert sich mit zunehmendem Ton- und Schluffgehalt durch den abnehmenden Anteil schnell dränender Grobporen. Zudem können die Flächen auch während der Vegetationsperiode zeitweise nicht befahren werden, weshalb insgesamt gesehen außerhalb des Walds nur die Grünlandnutzung den Standortsbedingungen entspricht. Bei Kartiereinheit L58 erschwert zusätzlich die bereichsweise auftretende Staunässe die Bewirtschaftung.

Literatur

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  • Arbeitskreis Standortskartierung in der Arbeitsgemeinschaft Forsteinrichtung (1996). Forstliche Standortsaufnahme. 5. Aufl., 352 S., Eching bei München (IHW-Verlag).
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  • Fox, R., Rupp, D. & Walg, O. (1998). Umweltschonende Brache und Bodenvorbereitung zur Wiederanpflanzung. – ATW-Bericht, 83, 36 S., Darmstadt (Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft).
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