Bei der Beurteilung der Böden nach ihrer Leistungsfähigkeit (LUBW, 2010) erfolgt in der BK50 für jede Kartiereinheit eine vierstufige Bewertung der vier Bodenfunktionen
- Standort für naturnahe Vegetation
- Natürliche Bodenfruchtbarkeit
- Ausgleichskörper im Wasserkreislauf
- Filter und Puffer für Schadstoffe
Standort für naturnahe Vegetation
Unter der Annahme, dass extreme Standorte (nass, trocken, nährstoffarm…) gute Bedingungen für die Entwicklung stark spezialisierter, häufig schutzwürdiger Vegetation bieten (LUBW, 2010), wurden in der Bodengroßlandschaft (BGL) Kaiserstuhl und Freiburger Bucht 17 Kartiereinheiten mit „hoch bis sehr hoch“ bewertet. Dabei handelt es sich um Feuchtstandorte mit Moor-, Humus-, Anmoor- und Nassgley (y156, y153, y151, y152, y157, y158, y142, y227, y154, y155, y141, y225, y226) sowie um trockene Standorte auf Rendzina, Pararendzina und Ranker (y2, y1, y5, y4). Nur die Niedermoore in Kartiereinheit y159 wurden bei der Bodenfunktion „Standort für naturnahe Vegetation“ mit „sehr hoch“ bewertet. Die Reihenfolge der aufgezählten Kartiereinheiten richtet sich dabei nach ihrem Flächenanteil in der Bodengroßlandschaft.
Als Suchräume von potenziellen Sonderstandorten für naturnahe Vegetation wurden 14 weitere Kartiereinheiten mit „hoch“ ausgewiesen. Dazu gehören die Rendzinen in Kartiereinheit y3, skelettführende, lehmig-tonige Rigosole (y76, y9, y74, y73), Auenregosole im ehemaligen Flussbett von Elz und Dreisam (y161, y160) sowie Gley, Humusgley und Gley über Niedermoor (y138, y139, y140, y147, y149, y150, y215).
Bewertung der Bodenfunktion „Sonderstandort für naturnahe Vegetation“ in der BGL Kaiserstuhl und Freiburger Bucht nach LUBW, 2010
| Kartiereinheit | Fläche [km2] | Bodenlandschaft | Verbreitet auftretende Bodentypen (s. S. 57 ff. Symbolschlüssel) |
Bodenfunktion „Sonderstandort für naturnahe Vegetation” |
||
| y159 | 2,01 | Niederterrasse | HNt',t | 4.0 | sehr hoch | |
| y156 | 2,35 | Niederterrasse | GHc; GH | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y153 | 1,78 | Niederterrasse | GAc | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y151 | 1,19 | Niederterrasse | GN | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y152 | 1,04 | Niederterrasse | GA,p | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y157 | 0,73 | Niederterrasse | GH,c | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y158 | 0,67 | Niederterrasse | GH | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y2 | 0,63 | Kaiserstuhl und Vorberge | Rf | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y142 | 0,54 | Niederterrasse | Gh | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y227 | 0,42 | Auen der Rheinzuflüsse | GA | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y154 | 0,40 | Niederterrasse | GAk | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y155 | 0,39 | Niederterrasse | GA | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y141 | 0,38 | Niederterrasse | Gh | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y1 | 0,37 | Kaiserstuhl und Vorberge | N; B-N | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y225 | 0,26 | Auen der Rheinzuflüsse | GN | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y5 | 0,20 | Kaiserstuhl und Vorberge | Z | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y226 | 0,16 | Auen der Rheinzuflüsse | GN | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y4 | 0,05 | Kaiserstuhl und Vorberge | CF-R; R | 3.5 | hoch bis sehr hoch | |
| y76 | 2,57 | Kaiserstuhl und Vorberge | Z-Ym,t' | 3.0 | hoch1 | |
| y138 | 2,31 | Niederterrasse | Gh+k | 3.0 | hoch1 | |
| y161 | 1,68 | Auen der Rheinzuflüsse | AQ | 3.0 | hoch1 | |
| y140 | 0,93 | Niederterrasse | Gh; G | 3.0 | hoch1 | |
| y215 | 0,85 | Auen der Rheinzuflüsse | AS-AG; AG-AS; AS-Ag; A-AS | 3.0 | hoch1 | |
| y3 | 0,83 | Kaiserstuhl und Vorberge | Rf; CF-R | 3.0 | hoch1 | |
| y147 | 0,70 | Niederterrasse | Gh; GN | 3.0 | hoch1 | |
| y139 | 0,66 | Niederterrasse | Ghc | 3.0 | hoch1 | |
| y150 | 0,56 | Niederterrasse | G/HN; G//HN | 3.0 | hoch1 | |
| y160 | 0,40 | Auen der Rheinzuflüsse | AQ | 3.0 | hoch1 | |
| y9 | 0,37 | Kaiserstuhl und Vorberge | Z; Z-Ym | 3.0 | hoch1 | |
| y74 | 0,20 | Kaiserstuhl und Vorberge | Yct'; Ykt' | 3.0 | hoch1 | |
| y73 | 0,09 | Kaiserstuhl und Vorberge | Ykm,t'; CF-Ykm,t' | 3.0 | hoch1 | |
| y149 | 0,02 | Niederterrasse | Gc/HN | 3.0 | hoch1 | |
| y84 | 0,06 | Niederterrasse | Z | 2.5 | mittel bis hoch1 | |
| y145 | 0,01 | Niederterrasse | G; GN | 2.5 | mittel bis hoch1 | |
1 Suchräume für Sonderstandorte für naturnahe Vegetation
Natürliche Bodenfruchtbarkeit
Eingangsgrößen für die Bewertung der Bodenfunktion Natürliche Bodenfruchtbarkeit sind die nutzbare Feldkapazität (nFK) und die Hangneigung. Grund- und stauwasserbeeinflusste Böden werden gesondert behandelt.
Die Natürliche Bodenfruchtbarkeit der Böden im Kaiserstuhl und der Freiburger Bucht wird auf 46 % der Fläche mit „hoch“, „hoch bis sehr hoch“ oder „sehr hoch“ bewertet. Dabei entfallen allein 23 % auf die Lössböden des Kaiserstuhls und der Vorberge (17 %) und der Niederterrasse (6 %).
Die Bewertungsstufe „sehr hoch“ erreichen v. a. die Kolluvien im Lössgebiet des Kaiserstuhls und der Vorberge (y54, y58, y57), wobei y54 allein 7 % der Bodengroßlandschaft (BGL) und 19 % des Kaiserstuhls und der Vorberge einnimmt. Auf der Niederterrasse sind die Kolluvien mit höchster Bewertung auf die Kartiereinheiten y118, y119, y120 und y121 mit vergleichsweise geringem Flächenanteil beschränkt. Ansonsten erreicht nur der schluffreiche Braune Auenboden an der Möhlin (y167) eine sehr hohe Einstufung der Natürlichen Bodenfruchtbarkeit.
Die Bewertungsstufe „hoch bis sehr hoch“ besitzen die Lössböden in den Kartiereinheiten y93, y85, y13, y94 und y97, die auf der Niederterrasse v. a. im Süden der Bodengroßlandschaft und vereinzelt auf dem Schwemmfächer der Dreisam sowie bei Teningen vorkommen. Darüber hinaus erreichen Kolluvien mit meist geringer Verbreitung (y62, y52, y61, y125, y124, y123) sowie kleine Auenabschnitte bei Bad Krozingen-Schlatt und Freiburg-Opfingen mit schluffreichem Auengley-Braunem Auenboden die entsprechende Einstufung (y197, y195).
Böden mit geringerem Wasserspeichervermögen oder hohem Grundwasserstand wurden mit den Stufen „gering bis mittel“ (4 % der BGL) und „mittel“ (32 % der BGL) bewertet. Dazu gehören die trockenen Standorte auf Böden aus skeletthaltigen Fließerden im Kaiserstuhl und in den Vorbergen (v. a. y27, y46, y47, y76, y72) und vom Grundwasser beeinflusste Böden der Niederterrasse, teilweise mit Bedeckung aus Hochflutlehm (v. a. y92, y134, y146, y143, y116), sowie in den Auen der Rheinzuflüsse (v. a. y216, y214, y220, y218, y224). Die Niedermoore in den Kartiereinheiten y156, y159, y157, y158 und y150 wurden insgesamt mit „gering bis mittel“ eingestuft. Die Bewertungsstufe „gering“ tritt in der Bodengroßlandschaft nicht auf.
Die verbleibenden Kartiereinheiten fallen bei der Bewertung der Natürlichen Bodenfruchtbarkeit in die Stufe „mittel bis hoch“ und nehmen in der Bodengroßlandschaft 18 % der Fläche ein. Neben Böden aus Fließerden (y71, y38) und aus Löss über Vulkangestein (y12) gehören häufig von Grund- und Stauwasser beeinflusste Böden aus Hochflut- und Auenlehm (v. a. y98, y105, y115, y172, y190, y186) in diese Bewertungsstufe.
Ausgleichskörper im Wasserkreislauf
Bei der Beurteilung der Bodenfunktion Ausgleichskörper im Wasserkreislauf sind v. a. die nutzbare Feldkapazität (nFK), die gesättigte Wasserdurchlässigkeit (kf-Wert), die Geländeneigung sowie der Stau- und Grundwassereinfluss maßgebend. Durchlässige Böden über einem Porengrundwasserleiter werden bei einem Grundwasserflurabstand > 20 dm generell mit der höchsten Stufe („sehr hoch“) bewertet.
Im Kaiserstuhl und der Freiburger Bucht trifft dies bei landwirtschaftlicher Nutzung (LN) auf 19 % der Fläche zu. Durchlässige Gley-Braunerden, Braunerden und Parabraunerde-Braunerden aus Flussschotter (v. a. y92, y87, y89), Auengley-Brauner Auenboden aus Auenlehm und Auensand (v. a. y172) sowie Kolluvien aus lössreichen Abschwemmmassen (v. a. y54, y62) erfüllen die Kriterien für die höchste Einstufung. Ansonsten wird die Bodenfunktion „Ausgleichskörper im Wasserkreislauf“ in der Bodengroßlandschaft unter LN mit „mittel bis hoch“ (37 %), „hoch“ (18 %) und „hoch bis sehr hoch“ (1 %) eingestuft. Die zugehörigen Böden befinden sich in erster Linie in den Lössgebieten (v. a. y14, y93, y85, y77) sowie auf der Niederterrasse und in den Auen der Rheinzuflüsse.
Auf die Bewertungsstufen „gering bis mittel“ und „gering“ entfallen 8 % bzw. 5 % der Fläche (LN). Beispiele sind die Kammlagen und Hänge des Kaiserstuhls und Schönbergs mit Böden aus Fließerden und auf Festgestein (v. a. y27, y71, y46, y47, y76, y72), kleinflächig auch an Steilhängen von Tuniberg und Lehener Bergle (y9, y18). In den Niederungen erhalten Auenpseudogley-Auengley aus Auen- über Hochflutlehm (y216), Pseudogley aus Hochflutlehm (y109) und lehmiger Auftragsboden (y228) die entsprechend niedrige Einstufung.
Unter Wald erfolgt ein Zuschlag um eine Bewertungsstufe, was zu entsprechend höheren Einstufungen führt. Dies zeigt sich beispielsweise in der sehr hohen Einstufung der Böden in den Mooswäldern im Bereich des Dreisamschwemmfächers (y134, y146, y135). Unter landwirtschaftlicher Nutzung werden diese Böden nur mit „hoch“ bewertet.
Filter und Puffer für Schadstoffe
Die Bewertung der Bodenfunktion „Filter und Puffer für Schadstoffe“ wird v. a. aus dem Ton- und Humusgehalt sowie dem pH-Wert abgeleitet. Da Waldböden oft stärker versauert sind, erfolgt für sie eine getrennte Bewertung. Besonders für den Schutz des intensiv genutzten Grundwasserspeichers vor Schadstoffeinträgen spielen die Böden in der Oberrheinebene eine sehr wichtige Rolle.
In der Bodengroßlandschaft Kaiserstuhl und Freiburger Bucht dominieren bei landwirtschaftlicher Nutzung die Bewertungsstufen „hoch“ (44 %) und „mittel bis hoch“ (23 %). Als häufige Vertreter sind die Kartiereinheiten y14 und y13 mit Böden aus Löss, y216, y183, y98, y116 und y105 aus Auen- und Hochflutlehm, y54 und y62 aus Abschwemmmassen sowie y156 aus Niedermoortorf zu nennen. Eine höhere Einstufung erhalten lediglich 6 %, davon 5 % mit „hoch bis sehr hoch“ und nur 1 % mit „sehr hoch“.
Bei einem Flächenanteil der mittleren Bewertungsstufe von 13 % verbleiben für die Stufen „gering bis mittel“ und „gering“ zusammen 14 %. Diese konzentrieren sich auf die Böden aus karbonatfreiem Schotter der Schwarzwaldflüsse mit niedrigen Tongehalten und starker Versauerung im gesamten Profil (v. a. y92, y134, y146, y87, y89). Sie nehmen auf den Schwemmfächern von Dreisam und Möhlin/Neumagen größere Flächen ein. Außerdem besitzen die Böden der überwiegend bewaldeten Hochlagen des Kaiserstuhls (y27, y1, y5) sowie am Steilabfall des Tunibergs (y9) nur geringe bis mittlere Filter- und Pufferkapazität.
Bodenfunktion „Filter und Puffer für Schadstoffe“ unter landwirtschaftlicher Nutzung – Ausschnitt LGRB-Kartenviewer im Bereich Freiburger Bucht / Kaiserstuhl
Gesamtbewertung
Alle Bodeneinheiten, die bei der Kategorie „Standort für naturnahe Vegetation“ mit „hoch bis sehr hoch“ oder mit „sehr hoch“ bewertet wurden, erhalten diese Einstufung auch bei der Gesamtbewertung der Bodenfunktionen (LUBW, 2010). Bei dem großen Rest der Einheiten wird das arithmetische Mittel aus den drei anderen Bodenfunktionen ermittelt. Abweichend von Heft „Bodenschutz 23“ wird maßstabsbedingt in der BK50 bei der Bodenfunktion „Standort für naturnahe Vegetation“ neben der Bewertungsklasse 4 (sehr hoch) auch die Bewertungsklasse 3.5 (hoch bis sehr hoch) in der Gesamtbewertung angegeben.
Gesamtbewertung der Bodenfunktionen (LUBW, 2010) für die häufigsten Kartiereinheiten in der BGL Kaiserstuhl und Freiburger Bucht (für Kartiereinheiten mit einem Flächenanteil > 0,5 %; ohne Siedlungen, Auftrag, Abtrag usw.) 1 = gering, 2 = mittel, 3 = hoch, 4 = sehr hoch
|
Kartiereinheit |
Fläche [km2] | Flächenanteil [%] | Verbreitet auftretende Bodentypen (s. S. 57 ff. Symbolschlüssel) |
Bodenlandschaft | Gesamtbewertung LN | Gesamtbewertung Wald |
| y14 | 52,35 | 13,30 | Z | Kaiserstuhl und Vorberge | 2.83 | 3.17 |
| y54 | 28,22 | 7,17 | Kkt; Kct | Kaiserstuhl und Vorberge | 3.67 | 3.67 |
| y81 | 19,28 | 4,90 | Z-YYt | Anthropogene Bildungen | 2.83 | 3.17 |
| y93 | 17,04 | 4,33 | Lt',t | Niederterrasse | 3.17 | 3.50 |
| y92 | 14,29 | 3,63 | G-B | Niederterrasse | 2.33 | 2.33 |
| y98 | 12,75 | 3,24 | Lt',t; Lst',t | Niederterrasse | 2.50 | 2.67 |
| y134 | 12,30 | 3,13 | B-G; G | Niederterrasse | 2.00 | 2.33 |
| y27 | 7,73 | 1,96 | Bf,m; Blm; L-Bm; Lm; Lem | Kaiserstuhl und Vorberge | 1.50 | 1.83 |
| y96 | 7,54 | 1,92 | Lst | Niederterrasse | 2.83 | 3.17 |
| y143 | 6,96 | 1,77 | G; Gh+ | Niederterrasse | 2.00 | 2.17 |
| y216 | 5,87 | 1,49 | AS-AGc; AS-AG; A-ASgc | Auen der Rheinzuflüsse | 2.00 | 2.33 |
| y85 | 5,78 | 1,47 | Z | Niederterrasse | 2.83 | 3.17 |
| y116 | 5,40 | 1,37 | G-L-S; G-S | Niederterrasse | 2.17 | 2.50 |
| y146 | 5,24 | 1,33 | G | Niederterrasse | 2.00 | 2.33 |
| y13 | 5,15 | 1,31 | T-Z; Z | Kaiserstuhl und Vorberge | 2.83 | 3.17 |
| y71 | 4,99 | 1,27 | Z-Yt',t; Ykt',t | Kaiserstuhl und Vorberge | 2.50 | 2.83 |
| y105 | 4,42 | 1,12 | S-Lt | Niederterrasse | 2.67 | 3.00 |
| y214 | 4,37 | 1,11 | AS-AG; AG-AS | Auen der Rheinzuflüsse | 2.00 | 2.33 |
| y220 | 4,21 | 1,07 | AG | Auen der Rheinzuflüsse | 2.00 | 2.33 |
| y183 | 4,02 | 1,02 | As; A | Auen der Rheinzuflüsse | 2.67 | 3.00 |
| y172 | 3,87 | 0,98 | AG-A | Auen der Rheinzuflüsse | 2.83 | 2.83 |
| y190 | 3,70 | 0,94 | As/S-L; As//Lsg; As/G-L | Auen der Rheinzuflüsse | 2.50 | 2.83 |
| y36 | 3,62 | 0,92 | B-Lst; Lst | Kaiserstuhl und Vorberge | 2.83 | 3.17 |
| y87 | 3,43 | 0,87 | Blt',t; L-Bt',t | Niederterrasse | 2.33 | 2.33 |
| y46 | 3,39 | 0,86 | CFm | Kaiserstuhl und Vorberge | 2.00 | 2.33 |
| y12 | 3,35 | 0,85 | Z; Zh+; T-Z | Kaiserstuhl und Vorberge | 2.33 | 2.67 |
| y213 | 3,30 | 0,84 | A-AG; A-AGc; AG; AGc | Auen der Rheinzuflüsse | 2.67 | 3.00 |
| y101 | 3,11 | 0,79 | Lt',t; Lst',t | Niederterrasse | 2.17 | 2.50 |
| y62 | 2,85 | 0,72 | G-Kkt | Kaiserstuhl und Vorberge | 3.50 | 3.50 |
| y111 | 2,79 | 0,71 | L-S | Niederterrasse | 2.17 | 2.50 |
| y200 | 2,66 | 0,67 | AG-As; AG-A; A-AGs; A-AG | Auen der Rheinzuflüsse | 2.67 | 3.00 |
| y47 | 2,62 | 0,66 | B-CFm,t' | Kaiserstuhl und Vorberge | 2.33 | 2.67 |
| y218 | 2,60 | 0,66 | AG | Auen der Rheinzuflüsse | 2.33 | 2.67 |
| y76 | 2,57 | 0,65 | Z-Ym,t' | Kaiserstuhl und Vorberge | 2.00 | 2.33 |
| y115 | 2,46 | 0,63 | G-S; G-L-S; Sg | Niederterrasse | 2.33 | 2.67 |
| y186 | 2,36 | 0,60 | As/G-S-L; AS-Ac/G-L-S | Auen der Rheinzuflüsse | 2.67 | 3.00 |
| y135 | 2,36 | 0,60 | B-G; G | Niederterrasse | 2.33 | 2.67 |
| y156 | 2,35 | 0,60 | GHc; GH | Niederterrasse | 4.00 | 4.00 |
| y138 | 2,31 | 0,59 | Gh+k | Niederterrasse | 2.50 | 2.83 |
| y38 | 2,29 | 0,58 | Lt; Lst | Kaiserstuhl und Vorberge | 2.50 | 2.67 |
| y89 | 2,24 | 0,57 | L-Bt',t; Blt',t | Niederterrasse | 2.50 | 2.33 |
| y72 | 2,22 | 0,56 | Z-Ym-t'; Ykm-t' | Kaiserstuhl und Vorberge | 2.00 | 2.33 |
| y224 | 2,21 | 0,56 | AG | Auen der Rheinzuflüsse | 2.17 | 2.50 |
| y159 | 2,01 | 0,51 | HNt',t | Niederterrasse | 4.00 | 4.00 |
| y77 | 2,00 | 0,51 | L-Ym,t' | Kaiserstuhl und Vorberge | 2.83 | 3.17 |
| gering bis mittel | ||||||
| mittel bis hoch | ||||||
| hoch bis sehr hoch | ||||||
Böden als Archive der Natur‑ und Kulturgeschichte
Neben den oben beschriebenen sog. „natürlichen Bodenfunktionen“ nennt das Bundes-Bodenschutzgesetz auch die Funktion der Böden als Archive der Natur‑ und Kulturgeschichte. Die Archive lassen sich in fünf Untergruppen unterteilen (LUBW/LGRB, 2008):
|
Archive |
wertgebende Eigenschaft |
Fallbeispiele |
| Naturgeschichte | besondere Bedeutung für die Bodengenese |
|
| regionale oder überregionale Seltenheit einer Bodenform |
|
|
| besondere Bedeutung für die Erd- und Landschaftsgeschichte, Geologie, Mineralogie oder Paläontologie |
|
|
| Natur- und Kulturgeschichte | hoher Informationswert für Bodenkunde, Bodenschutz und Landschaftsgeschichte | |
| Kulturgeschichte | Besonderheit der Siedlungs- und Landnutzungsgeschichte |
|
Kartiereinheiten der Bodengroßlandschaft Kaiserstuhl und Freiburger Bucht, in denen Böden mit Archivfunktion zu erwarten sind, wurden in unten stehender Tabelle in der Reihenfolge ihrer Bedeutung zusammengestellt. (Zur Suchraumkarte für Böden mit Archivfunktion)
|
Archiv |
wertgebende Eigenschaft |
Fläche [km2] |
Kartiereinheit |
Bodentypen (s. S. 57 ff. Symbolschlüssel) |
| Niedermoor aus Torf | besondere Bedeutung für Bodengenese, Landschafts-, Vegetations-, Klima- und Kulturgeschichte | 2,03 | y159 | HNt',t |
| Tschernosem aus umgelagertem Löss über Karbonatitschutt und Karbonatit | besondere Bedeutung für Bodengenese (Tschernosembildung); spezielle Ausgangssubstrate der Bodenbildung; seltene Bodenform | 0,13 | y16 | Tm,t'; Tcm,t' |
| Rendzina auf Karbonatit | spezielle Ausgangssubstrate der Bodenbildung | 0,62 | y2 | Rf |
| Sekundär aufgekalkte fossile Parabraunerde aus älterem Löss | regionale Seltenheit einer Bodenform; besondere Bedeutung für die Bodengenese (Paläoböden) | 0,14 | y35 | Lct'; Z-Lt'; Lcyt'; Z-Lyt' |
| Erhaltene Löss-Parabraunerden mit geringem Erosionsgrad als Zeugen der ursprünglich großflächig vorhandenen Bodenform im Kaiserstuhl | seltene Bodenform, besondere Bedeutung für Landschafts- und Kulturgeschichte | 0,41 | y32 | Lt',t; Lst',t |
| Moorgley aus Niedermoortorf und Gley über Niedermoor | besondere Bedeutung für Bodengenese, Landschafts-, und Vegetationsgeschichte | 4,23 | y149, y150, y156, y157, y158 | Gc/HN; G/HN; G//HN; GHc; GH; |
| Älterer Auenlehm mit terrestrischer Bodenbildung (Auenbraunerde, Auenparabraunerde) | besondere Bedeutung für die Landschaftsgeschichte; seltene Bodenform | 0,99 | y162, y163 | AB; ABl; ALs; Als; As |
| Böden aus Auenlehm der Wiesenwässerung | historische Nutzungsform | 10,3 | y87*, y110, y113, y133, y135, y144, y164, y184, y215 | Blt',t; L-Bt',t; S; G-S; G-Sh+; Sh+; B-Gh+; B-G; G; A-AS; AS; As/S-L; A/Ls; As/G-L; S-AG; AG-AS; AS-Ag; |
*Suchraum für Böden mit Archivfunktion
Auf den z. T. sehr seltenen vulkanischen Gesteinen des Kaiserstuhls treten Bodenformen auf, die weit über die Landesfläche hinaus eine Besonderheit darstellen. Hierzu gehören die Rendzinen und Tschernoseme auf Karbonatit des zentralen Kaiserstuhls (y2 bzw. y16), die sich auf dem anstehenden Festgestein bzw. aus lössführender Fließerde mit Festgesteinsschutt entwickelt haben. Mit Flächenanteilen von 0,62 km2 (y2) bzw. 0,13 km2 (y16) haben die beiden Kartiereinheiten zudem eine sehr geringe Verbreitung.
Die Vorkommen von schwach erodierten Parabraunerden aus Löss (y32) nehmen in den bewaldeten Hochlagen des Kaiserstuhls nur wenige kleine Flächen mit zusammen 0,41 km2 ein. Obwohl die Bodenform außerhalb des Kaiserstuhls häufiger vorkommt, belegt sie im Kaiserstuhl die ursprünglich großflächig vorhandene Parabraunerde und die intensive Veränderung des Bodenmusters durch den wirtschaftenden Menschen.
Die Böden aus Niedermoor, älteren Auensedimenten und Auenlehm der Wiesenwässerung sind dagegen klassische Archive, die auch in anderen Bodengroßlandschaften auftreten.
Hinzu kommen Archive der Kulturgeschichte, die keinen bestimmten bodenkundlichen Einheiten zuzuordnen sind. Es handelt sich dabei v. a. um archäologische Fundstellen und Bodendenkmale, die bereits im Denkmalschutzrecht berücksichtigt werden.
Literatur
- (2010). Bewertung von Böden nach ihrer Leistungsfähigkeit – Leitfaden für Planungen und Gestattungsverfahren. – Bodenschutz, 23, 32 S. (Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg).
- (2008). Böden als Archive der Natur- und Kulturgeschichte – Grundlagen und beispielhafte Auswertung. – Bodenschutz, 20, 19 S. (Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg; Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau).
