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Böden im Verbreitungsgebiet von Terrassensedimenten

Die Flussauen der Bodengroßlandschaft Mittleres und Westliches Keuperbergland werden nur an wenigen Stellen von ausgedehnten pleistozänen Terrassen begleitet. Die Hauptvorkommen liegen an Neckar und Rems in breit ausgeräumten Talabschnitten im Bereich der Grabfeld-Formation. Am häufigsten entwickelten sich Parabraunerden in den Terrassensedimenten bzw. in den überlagernden Deckschichten. Daneben gibt es abhängig von den Eigenschaften des Ausgangsmaterials und der Lage im Landschaftsrelief ein größeres Spektrum an terrestrischen Böden. Nur in wenigen Bachtälern herrschen Grund- oder Stauwasserböden vor.

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Blick über leicht nach links abfallende, begrünte Äcker, die im Hintergrund von Bäumen begrenzt werden.
Übergang von der älteren Neckaraue zur Hochterrasse zwischen Rottenburg-Kiebingen und Tübingen-Bühl

In der Tübinger Stufenrandbucht finden sich auf der Südseite des Neckartals schwach bis mittel geneigte Hänge und Verebnungen mit mäßig tief entwickelten Parabraunerden (L24). Sie haben sich in einem Schwemmlehm aus Löss- und Keuperbodenmaterial ausgebildet, der in einer Mächtigkeit von über 10 dm den Hochterrassenschotter des Neckars überdeckt. Durch intensive Nutzung sind die humosen Oberböden überdurchschnittlich mächtig (3–4,5 dm). Nur auf Terrassenkanten und einzelnen Scheitelbereichen von Gipskeuperhügeln stehen die Terrassenschotter an der Oberfläche an. Aufgrund der exponierten Lage im Landschaftsrelief und dem häufig sehr hohen Gehalt an Karbonatgesteinen sind Rendzinen und Braunerde-Rendzinen zusammen mit Braunerde-Pararendzinen die vorherrschenden Böden (L2). Nur stellenweise werden sie von flach entwickelten Braunerden und vereinzelt von Pelosol-Braunerden mit tonreichen Fließerden im Unterboden begleitet. Vervollständigt wird dieser Landschaftsteil durch tiefe Kolluvien im Wechsel mit Kolluvien über humosen Parabraunerden aus holozänen Abschwemmmassen über Löss (L43). Sie nehmen wenig eingetiefte Muldentälchen und Hangfußlagen sowie den Schwemmfächer des Arbachs bei Wurmlingen ein.

Blick auf eine sehr steinige Ackerfläche. In einer der Bodenfurchen steckt ein Spaten. Im Hintergrund ist eine bewaldete Anhöhe erkennbar.
Kiesige Ackeroberfläche am Rand einer Schotterterrasse im Remstal zwischen Böbingen und Schwäbisch Gmünd-Hussenhofen

Die pleistozänen Flussterrassen der Rems treten erstmals im mittleren, in den Stubensandstein eingeschnittenen Talabschnitt zwischen Böbingen und Schwäbisch Gmünd in Erscheinung. Über einem z. T. bereits entkalkten Schotter lagert Hochflutlehm, in dem mittel und mäßig tief entwickelte Braunerden entstanden sind (L515). Randlich sind die Braunerden stellenweise von Kolluvien überdeckt. Den zweiten Sedimentationsraum stellt das Schorndorfer Becken zusammen mit dem Wieslauftal bei Rudersberg dar. Bei der Mündung des Urbachs und des Bärenbachs in die Rems treten sandig-lehmige bis lehmig-tonige, teilweise kiesarme Terrassensedimente auf, die von lösslehmhaltigen Fließerden (Decklage, z. T. über Mittellage) überlagert sind. Die Flächen im Wieslauftal liegen zwischen Rudersberg-Klaffenbach und -Zumhof. Tief entwickelte, stellenweise erodierte und pseudovergleyte Parabraunerden sind die Leitböden (L219). Auf niederen Terrassenstufen zeigen die Böden stellenweise Merkmale von degradierten Tschernosem-Parabraunerden. Örtlich verzahnen sich die Flussablagerungen mit schutthaltigen Keuper-Fließerden, in denen Pelosol-Parabraunerden entwickelt sind. Vor Plüderhausen sind auf der südlichen Talseite auf Schwemmfächern und Verebnungen z. T. von Kolluvien überdeckte Braunerden ausgebildet (L514). Die verbreitet pseudovergleyten Braunerden bestehen aus Grus führendem, schwach tonigem oder sandig-tonigem Lehm, der noch von bis zu 5 dm schwach bis mittel sandigem Lehm überlagert sein kann.

Literatur

  • Müller, S. (1990). Ferretisierte Paläoböden im Einzugsgebiet der Goldshöfer Sande (Vorläufige Mitteilung). – Mitteilungen des Vereins für Forstliche Standortskunde und Forstpflanzenzüchtung, 35, S. 61–66.
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