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Grundwasserbeschaffenheit

Grundwässer werden anhand ihrer hydrochemischen und isotopenhydrologischen Beschaffenheit charakterisiert. Die Inhaltsstoffe können sowohl geogener als auch anthropogener Herkunft sein. Im Interreg IIIA-Projekt Hegau Schaffhausen wurden u. a. für die Westalb, die Hegaualb und den Klettgau hydrochemische und isotopenhydrologische Methoden eingesetzt, um Kenntnisse über die Qualität der Grundwässer, ihre Herkunft und ihr Alter zu gewinnen (Interreg IIIA, 2008). Edelgasuntersuchungen an ausgewählten Einzelproben lieferten Informationen über die Bildungsbedingungen tiefliegender Grundwässer.

Geogene Grundwasserbeschaffenheit am Beispiel von Blei

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Mehrteiliges Diagramm, bestehend aus zwei Dreiecken und einer Raute, das die Anteile etwa von Karbonaten, Chloriden und Sulfaten im Grundwasser der Region Westalb, Hegaualb und Klettgaualb anzeigt. Farbige Symbole geben zudem die Geologie an.

Charakterisierung der Grundwässer der Region Westalb, Hegaualb und Klettgaualb im PIPER-Diagramm nach Furtak & Langguth (1967), (Grafik: LGRB, 2025; Datenquelle: Labordatenbank LGRB-RPF)

Hydrogeologisches Diagramm zum Thema Zeitliche Entwicklung der Nitratkonzentrationen in ausgewählten Karstquellen der Westalb und der Hegaualb.

Entwicklung der Nitratkonzentrationen (2000–2023) in drei Quellen der Westalb und der Hegaualb mit linearem Trend (schwarze Linien) bzw. gleitendem Durchschnitt (rote Linie bei der Oberen Schlauchquelle). Die Obere Schlauchquelle tritt aus der Jüngeren Juranagelfluh (tJN2, Obere Süßwassermolasse) aus, die Westliche Galgenquelle und die Quellen Neidinger Mühle (West und Ost) sind Karstquellen an der Grenze Impressamergel-Formation zur Wohlgeschichtete-Kalke-Formation (Datenquelle: GWDB, 2024).

Hydrogeologisches Diagramm zum Thema Zeitliche Entwicklung der Chloridkonzentrationen in zwei Karstquellen der Westalb und der Hegaualb (Galgenquelle, Neidinger Mühle).

Entwicklung der Chloridkonzentrationen mit linearem Trend (schwarze Linien) (2000–2023) in zwei Karstquellen der Westalb und Hegaualb (Datenquelle: GWDB, 2024)

Blick auf drei mehrfarbige Schnittzeichnungen, die verschiedene Modelle (Piston-Flow, Exponential) der Grundwasserneubildung und Nutzung durch Brunnen aufzeigen.

Schematische Schnitte durch hydrogeologisch unterschiedlich aufgebaute Brunneneinzugsgebiete (verändert nach Maloszewski & Zuber, 1996).

Literatur

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  • Batsche, H., Bauer, F., Behrens, H., Buchtela, K., Dombrowski, H. J., Geissler, R., Geyh, M. A., Hötzl, H., Hribar, F., Käss, W., Hairhofer, J., Maurin, V., Moser, H., Neumaier, F., Schmitz, J., Schnitzer, W. A., Schreiner, A., Vogg, H. & Zötl, J. (1970). Kombinierte Karstwasseruntersuchungen im Gebiet der Donauversickerung (Baden-Württemberg) in den Jahren 1966–1969. – Steirische Beiträge zur Hydrogeologie, 22, S. 5–165.
  • Bauer, M. & Selg, M. (2006). Altersstruktur und Mittlere Verweilzeit im Grundwasser des Blautopfs und anderer Quellen und Brunnen im Oberjura-Karst Süddeutschlands. – Tübinger Geowissenschaftliche Arbeiten, Reihe C, 98, S. 18–44.
  • Bauer, M., Selg, M. & Eichinger, L. (2002). Pflanzenschutzmittel im Kluft- und Karstgrundwasserleiter des Oberjuras in Baden-Württemberg. – Abhandlungen LGRB, 15, S. 149–221.
  • Furtak, H. & Langguth, H.-R. (1967). Zur hydrochemischen Kennzeichnung von Grundwässern und Grundwassertypen mittels Kennzahlen. – Mem. IAH-Congress, S. 86–96, Hannover.
  • Geyh, M. A. & Groschopf, P. (1978). Isotopenphysikalische Studie zur Karsthydrogeologie der Schwäbischen Alb. – Abhandlungen des Geologischen Landesamtes Baden-Württemberg, 8, S. 7–58.
  • Grimm, B., Franz, M., Kilger, B.-M., Lorenz, G. & Schmidt-Witte, H. (2005). Die Thermalwassererschließung im Muschelkalk von Tuttlingen. – Berichte der Naturforschenden Gesellschaft zu Freiburg i. Br., 95(1), S. 189–212.
  • HGK (2002). Ostalb. – Hydrogeologische Karte Baden-Württemberg, 131 S., 10 Karten, 1 CD-ROM, Freiburg i. Br. (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg; Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg).
  • Heidinger, M., Eichinger, F., Purtschert, R., Mueller, P., Zappala, J., Wirsing, G., Geyer, T., Fritzer, T. & Groß, D. (2019). Altersbestimmung an thermalen Tiefenwässern im Oberjura des Molassebeckens mittels Krypton-Isotopen. – Grundwasser – Zeitschrift der Fachsektion Hydrogeologie, 24, S. 287–294.
  • Interreg IIIA (2008). Grenzüberschreitende Bewirtschaftung des Grundwassers im Raum Hegau–Schaffhausen. – Interreg IIIA Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein, Abschlussbericht, 85 S.
  • Käss, W. (2021). Das Donau-Aach-System: Die Versickerung der Oberen Donau zwischen Immendingen und Fridingen (Südwestdeutscher Jurakarst). – Geologisches Jahrbuch, Reihe A, 165, 270 S., 2 Anl., Hannover.
  • LGRB/HYDROISOTOP (2000). Pflanzenschutzmittel im Kluft- und Karstgrundwasser des Oberjura - Bereich Lkr. Reutlingen. 46 S., 40 Anl., Freiburg/Schweitenkirchen. [unveröff. Bericht]
  • Maloszewski, P. & Zuber, A. (1996). Lumped parameter models for the interpretation of environmental tracer data. – International Atomic Energy Agency (Hrsg.). Manual on Mathematical Models in Isotope Hydrogeology, S. 9–58, Vienna (Austria). [TECDOC-910]
  • Mook, W. G. (2000). Environmental isotopes in the hydrological cycle – Principles and applications. – IHP-V, Technical Documents in Hydrology, No. 39, 1, 280 S.
  • Moser, H. & Rauert, W. (1980). Isotopenmethoden in der Hydrogeologie. – Lehrbuch der Hydrogeologie, 8, 400 S., Berlin (Borntraeger).
  • Plum, H., Dietze, G., Armbruster, V. & Wirsing, G. (2009a). Natürliche geogene Grundwasserbeschaffenheit in den hydrogeologischen Einheiten von Baden-Württemberg. – LGRB-Informationen, 23, S. 1–192, verfügbar unter https://produkte.lgrb-bw.de/docPool/c621_data.pdf.
  • Selg, M., Bauer, M., Heinz, J. & Mair, C. (2005). Die Altersstruktur des Kluft- und Karstgrundwassers im Oberjura der Schwäbischen Alb und ihre Bedeutung für den anhaltenden Atrazinaustrag. – Berichte der Naturforschenden Gesellschaft zu Freiburg i. Br., 95(1), S. 1–45.
  • Villinger, E. (1972). Seichter Karst und Tiefer Karst in der Schwäbischen Alb. – Geologisches Jahrbuch, Reihe C, 2, S. 153–188.
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