Der Hohentwiel ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Stadt Singen. Die Festungsruine und herrliche Ausblicke locken zum Besuch. Doch der Hohentwiel hat noch mehr zu bieten: Der mächtige Vulkanfels mit den steilen Abstürzen erzählt von feurigem Vulkanismus und eiskalter Vergletscherung. Auch der Mensch hat seit der ersten Besiedelung des Hegaus durch Ackerbauern vor rund 7000 Jahren seine Spuren hinterlassen. Nach mehreren Besitzerwechseln seit dem Frühmittelalter wurde die Burganlage im 16. Jahrhundert zur württembergischen Landesfestung ausgebaut und 1801 von napoleonischen Truppen geschleift. Der Hohentwiel spiegelt mit seinen vielfältigen Lebensräumen heute also das Zusammenwirken von Erdkräften, Lebewesen und der menschlichen Zivilisation wider. Wegen seiner landschaftlichen Schönheit und des Reichtums an seltenen Pflanzen und Tieren steht der Hohentwiel seit 1941 unter Naturschutz. Als Teil der Vulkanlandschaft Hegau gehört der Hohentwiel zu den Nationalen Geotopen Deutschlands.
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Vulkanpfad Hohentwiel – Infotafel zur Geschichte des Hohentwiels und zum Ysop als „Burggartenflüchtling“
Vulkanpfad Hohentwiel – Infotafel zur Geschichte des Hohentwiels und zum Ysop als „Burggartenflüchtling“
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Phonolith vom Hohentwiel
Die Phonolithe haben sich vor etwa 6–8 Mio. Jahren in Vulkanschloten unter der Erdoberfläche gebildet. Sie sind sehr hart und spalten in Platten ab. Seinen Namen hat der Phonolith („Klingstein“) von dem hellen Klang, den man durch Anschlagen einer rissfreien Steinplatte erzeugen kann. Eine Besonderheit des Phonoliths vom Hohentwiel sind die mit seltenem, gelbem Natrolith gefüllten Klüfte.
Phonolith vom Hohentwiel
Die Phonolithe haben sich vor etwa 6–8 Mio. Jahren in Vulkanschloten unter der Erdoberfläche gebildet. Sie sind sehr hart und spalten in Platten ab. Seinen Namen hat der Phonolith („Klingstein“) von dem hellen Klang, den man durch Anschlagen einer rissfreien Steinplatte erzeugen kann. Eine Besonderheit des Phonoliths vom Hohentwiel sind die mit seltenem, gelbem Natrolith gefüllten Klüfte.
Phonolith vom Hohentwiel. Die Phonolithe haben sich vor etwa 6–8 Mio. Jahren in Vulkanschloten unter der Erdoberfläche gebildet. Sie sind sehr hart und spalten in Platten ab. Seinen Namen hat der Phonolith („Klingstein“) von dem hellen Klang, den man durch Anschlagen einer rissfreien Steinplatte erzeugen kann. Eine Besonderheit des Phonoliths vom Hohentwiel sind die mit seltenem, gelbem Natrolith gefüllten Klüfte.
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Vulkanpfad Hohentwiel – Blick vom Elisabethenberg bei Hilzingen (Lkr. Konstanz), dem höchstgelegenen Weinberg Deutschlands, in südwestliche Richtung zum Plören und Intenbohl
Vulkanpfad Hohentwiel – Blick vom Elisabethenberg bei Hilzingen (Lkr. Konstanz), dem höchstgelegenen Weinberg Deutschlands, in südwestliche Richtung zum Plören und Intenbohl
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Vulkanpfad Hohentwiel – Wegböschung im Deckentuff mit schalig aufgebauter vulkanischer Bombe
Vulkanpfad Hohentwiel – Wegböschung im Deckentuff mit schalig aufgebauter vulkanischer Bombe
Der Hohentwiel bildet zusammen mit Gönnersbohl, Staufen, Hohenkrähen und Mägdeberg eine Reihe von Vulkanschloten (Staukuppen) aus Phonolith. Der Name Phonolith bedeutet „Klingstein“ und erklärt sich durch den hellen Klang, den rissfreie Phonolithplatten beim Anschlagen abgeben. Der Phonolith drang in der letzten Phase des Hegau-Vulkanismus vor etwa 7–9 Mio. Jahren in die Ablagerungen der Oberen Süßwassermolasse und die darin eingelagerten Deckentuffe ein. Zu einer Eruption kam es jedoch nicht, der Phonolith erstarrte und blieb zunächst unter der damaligen Erdoberfläche in den Ablagerungen der tertiären Oberen Süßwassermolasse verborgen.
Die auffälligen Bergkegel von Hohentwiel und Hohenkrähen wurden erst während der Eiszeiten durch die starke Erosionskraft des von Osten vorstoßenden Rheingletschers herauspräpariert, wobei im Strömungsschatten des Gletschers hinter dem rundlichen, bis 696 m ü. NHN herausstehenden Phonolithstock bis auf 600 m ü. NHN Erosionsreste von Süßwassermolasse und Deckentuffen stehen blieben und die niedrigere Westseite des Berges bilden. Eine mineralogische Besonderheit des Phonoliths vom Hohentwiel ist das Vorkommen des seltenen radialstrahligen Natroliths in Klüften und Adern. Der zur Gruppe der Zeolithe gehörende Natrolith wurde am Hohentwiel früher zur Gewinnung von Schmucksteinen und Wandplatten (Neues Schloss in Stuttgart) abgebaut.
Die Besonderheiten des Naturschutzgebiets können bei einem Rundweg um den Hohentwiel entdeckt werden. Der Vulkanpfad Hohentwiel beginnt am Informationszentrum beim Besucherparkplatz an der Domäne Hohentwiel und führt als Rundweg über rund 4,6 km mit insgesamt 13 Stationen um den Gipfel des ehemaligen Vulkanschlots herum. Der Pfad ist teilweise recht steil, so dass er für Besucher und Besucherinnen mit Kinderwagen oder Rollstuhl als Rundweg nicht geeignet ist. An der ersten Station wird auf einer Tafel die Entstehung des Hohentwiels erklärt und es bietet sich ein schöner Überblick über die Hegauvulkane: Hohenkrähen, Staufen, Hohenhewen und Hohenstoffeln (von Ost nach West). Eine geowissenschaftlich sehr interessante Station zeigt einen Deckentuffaufschluss mit einer vulkanischen Bombe. Der weitere Verlauf führt die Besucher und Besucherinnen an der Felswand und Schutthalde unterhalb der Festungsruine vorbei in Richtung des Informationszentrums. Die übrigen Stationen des Vulkanpfads beschäftigen sich u. a. mit der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt, der Landschaftspflege der Magerrasen mit Schafen, dem Landschaftswandel, der Siedlungsgeschichte und dem Weinbau.
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Blick vom Hohentwiel in nördliche Richtung auf die Vulkanberge des Hegaus
Im Vordergrund die bewaldete Kuppe des Staufen aus Gletscherablagerungen über Deckentuff und Phonolith. Am rechten Bildrand der auffallende Phonolith-Bergkegel des Hohenkrähen. Im Hintergrund sind die im Kern aus Melilith-Nephelinit aufgebauten Erhebungen des Hohenstoffeln (im Bild links) und des Hohenhewen zu erkennen.
Blick vom Hohentwiel in nördliche Richtung auf die Vulkanberge des Hegaus
Im Vordergrund die bewaldete Kuppe des Staufen aus Gletscherablagerungen über Deckentuff und Phonolith. Am rechten Bildrand der auffallende Phonolith-Bergkegel des Hohenkrähen. Im Hintergrund sind die im Kern aus Melilith-Nephelinit aufgebauten Erhebungen des Hohenstoffeln (im Bild links) und des Hohenhewen zu erkennen.
Weiterführende Informationen finden sich in Geyer (2003a), Geyer & Gies (2021), Geyer & Münchberg (2007), Lutz (1998b) und Schreiner (1992b).
Externe Lexika
Wikipedia
Weiterführende Links zum Thema
Literatur
- (2003a). Vulkane im Hegau – Geologische Streifzüge durch den Hegau, am westlichen Bodensee und der angrenzenden Schweiz. – Einführung, Highlights und allgemeine Informationen, 110 + 72 S., 1 Kt., Stuttgart (Landesvermessungsamt Baden-Württemberg).
- (2021). Hegau – Geologie der Vulkanlandschaft zwischen Donau und Bodensee. – Sammlung geologischer Führer, 113, 206 S., Stuttgart (Borntraeger).
- (2007). Vulkane prägen eine Landschaft – Der Hegau. – Look, E.-R. & Quade, H. (Hrsg.). Faszination Geologie – Die bedeutendsten Geotope Deutschlands, 2. überarbeitete Auflage, S. 128–129, Stuttgart (Schweizerbart). [Akademie der Geowissenschaften zu Hannover e. V.]
- (1998b). Hohentwiel. . Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Freiburg, S. 347–352, Sigmaringen (Jan Thorbecke Verlag).
- (1992b). Erläuterungen zu Blatt Hegau und westlicher Bodensee. – 3. Aufl., Geologische Karte 1 : 50 000 von Baden-Württemberg, 290 S., Freiburg i. Br., Stuttgart (Geologisches Landesamt Baden-Württemberg).









