Bei der Beurteilung der Böden nach ihrer Leistungsfähigkeit (LUBW, 2010) erfolgt in der BK50 für jede Kartiereinheit eine vierstufige Bewertung der vier Bodenfunktionen
- Standort für naturnahe Vegetation
- Natürliche Bodenfruchtbarkeit
- Ausgleichskörper im Wasserkreislauf
- Filter und Puffer für Schadstoffe
Standort für naturnahe Vegetation
Als Standort für naturnahe Vegetation eignen sich nährstoffarme Böden mit extremem Wasserhaushalt (nass, sehr trocken), auf denen sich spezialisierte seltene Pflanzen ansiedeln können. In die Bewertungsklasse sehr hoch (4) sind in der Bodengroßlandschaft (BGL) Mittleres und Westliches Keuperbergland nur die Nassgleye der Einheiten L63 und L246 sowie die Regosole im Bereich früherer Sandsteinbrüche (L80) vetreten (s. Tab.). Bei den Bodengesellschaften aus Podsolen und Braunerde-Podsolen wird eine hohe bis sehr hohe Funktionserfüllung erreicht (L33, L34, L225). Die Braunerde-Podsole alleine sind nur als hoch klassifiziert (L83, L226). Sie bilden Suchräume für Standorte für naturnahe Vegetation. Ebenfalls als hoch sind die Pararendzinen bis Pelosole der Einheiten L5 und L5b eingestuft, in der auch die für ihre artenreiche Vegetation berühmten früheren Rebhänge in den Naturschutzgebieten (NSG) „Hirschauer Berg“ und „Spitzberg-Ödenburg“ liegen (Regierungspräsidium Tübingen, 2006). In diese Bewertungsklasse fallen außerdem eine größere Anzahl von Stau- und Grundwasserböden (L77, L81, L228, L229, L230, L231, L234, L242, L244, L245). Die Einheit L64 umfasst mit dem NSG „Breilried“ bei Haigerloch-Trillfingen auch das einzige in der Karte darstellbare Niedermoor in der Bodengroßlandschaft. Die flach- und mittelgründigen Braunerden bis Podsol-Braunerden (L16, L19) und Ranker auf Sandsteinen (L1, L200) verfügen ebenfalls über eine hohe Eignung als Standort für naturnahe Vegetation. Außerdem sind Pelosol-Rigosole (L262) und Pelosole im engräumigen Wechsel mit Ah/C-Böden in jungen Kerbtälchen (L89) hier vertreten. Eine mittlere bis hohe Funktionserfüllung ist bei den Bodeneinheiten der Rutschhänge (L206, L566) aufgrund ihrer Ah/C-Böden und Pelosole als möglichen Trockenstandorten sowie den überwiegend kleinflächig auftretenden Grundwasserböden gegeben.
Bewertung der Bodenfunktion „Sonderstandort für naturnahe Vegetation“ in der BGL Mittleres und Westliches Keuperbergland nach LUBW (2010)
| Kartiereinheit | Fläche [km2] | Bodenlandschaft | Verbreitet auftretende Bodentypen (s. S. 57 ff. Symbolschlüssel) |
Bodenfunktion „Sonderstandort für naturnahe Vegetation” |
|
| L246 | 1,86 | Auen | GN | 4.0 | sehr hoch |
| L63 | 0,28 | Grabfeld-Formation (Gipskeuper) | GN | 4,0 | sehr hoch |
| L80 | 0,18 | Anthropogene Bildungen | Q; Qp | 4,0 | sehr hoch |
| L225 | 1,92 | Plateaus und Rücken | B-Pm,t'; P | 3,5 | hoch bis sehr hoch |
| L62 | 0,81 | Auen | GN; AG | 3,5 | hoch bis sehr hoch |
| L34 | 0,44 | Plateaus und Rücken | Pf,m; P-N | 3,5 | hoch bis sehr hoch |
| L33 | 0,26 | Hangbereiche | Pf,m,t'; P-Q; Bpf,m,t'; D-Bpf,m,t' | 3,5 | hoch bis sehr hoch |
| L19, L19a | 30,94 | Plateaus und Rücken | Bpf,m; P-Bf,m | 3,0 | hoch1 |
| L5, L5b | 12,83 | Hangbereiche | Z-D; Dc; D-Z; Z; Df; Y-D | 3,0 | hoch1 |
| L16, L16a | 7,59 | Plateaus und Rücken | Bf,m; Bpf,m; B-N; N-B | 3,0 | hoch1 |
| L262 | 4,63 | Hangbereiche | D-Ycm,t',t; Ycm,t',t; D-Y; Y | 3,0 | hoch1 |
| L230 | 1,79 | Plateaus und Rücken | S; Sp; B-S | 3,0 | hoch1 |
| L89 | 1,73 | Hangbereiche | D; Z; N; Q; OL | 3,0 | hoch1 |
| L1 | 1,21 | Plateaus und Rücken | B-N; B-Np; N-B; Bf | 3,0 | hoch1 |
| L245 | 1,05 | Plateaus und Rücken | G | 3,0 | hoch1 |
| L229 | 0,85 | Unterjuragebiet | S | 3,0 | hoch1 |
| L231 | 0,70 | Plateaus und Rücken | S; B-S | 3,0 | hoch1 |
| L234 | 0,63 | Plateaus und Rücken | G-S | 3,0 | hoch1 |
| L244 | 0,62 | Terrassensedimente | S-G; G-S | 3,0 | hoch1 |
| L228, L228a | 0,62 | Plateaus und Rücken | S; Sp | 3,0 | hoch1 |
| L83 | 0,60 | Plateaus und Rücken | B-Pm; B-Psm | 3,0 | hoch1 |
| L2 | 0,34 | Terrassensedimente | R; B-R; B-Z | 3,0 | hoch1 |
| L64 | 0,31 | Grabfeld-Formation (Gipskeuper) | GA; GN; G | 3,0 | hoch1 |
| L200 | 0,27 | Plateaus und Rücken | N | 3,0 | hoch1 |
| L79 | 0,24 | Plateaus und Rücken | Gc; Gh+; GA | 3,0 | hoch1 |
| L242 | 0,25 | Auen | AG | 3,0 | hoch1 |
| L81 | 0,11 | Plateaus und Rücken | QGk; Gk; Z; Zb; R; K | 3,0 | hoch1 |
| L226 | 0,04 | Terrassensedimente | B-Pbdt; B-Ps | 3,0 | hoch1 |
| L77 | 0,04 | Plateaus und Rücken | G-S; S | 3,0 | hoch1 |
| L566, L566a | 63,39 | Hangbereiche | D; B; L; GN; QG | 2,5 | mittel bis hoch1 |
| L208 | 5,96 | Plateaus und Rücken | Bm,t'; Bps | 2,5 | mittel bis hoch1 |
| L206 | 1,84 | Hangbereiche | D; Z; D-Z; Z-D; Q | 2,5 | mittel bis hoch1 |
| L241 | 1,38 | Auen | AG; A-AG | 2,5 | mittel bis hoch1 |
| L4 | 0,47 | Terrassensedimente | Z; B-Z; Z-D; D; B-D; Q | 2,5 | mittel bis hoch1 |
| L301, L301b | 0,52 | Hangbereiche | Q; Qb; Ycm | 2,5 | mittel bis hoch1 |
| L243 | 0,28 | Plateaus und Rücken | K-G; G; YY/G | 2,5 | mittel bis hoch1 |
| L227 | 0,14 | Plateaus und Rücken | S; B-D-S; D-S | 2,5 | mittel bis hoch1 |
| L303 | 0,09 | Auen | A-AGk; AGk | 2,5 | mittel bis hoch1 |
1 Suchräume für Sonderstandorte für naturnahe Vegetation
Natürliche Bodenfruchtbarkeit
Die Bewertung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit erfolgt bei den nicht hydromorphen Böden nach der nutzbaren Feldkapazität (nFK) und der Hangneigung. Für grund- oder stauwasserbeeinflusste Böden gelten zusätzliche Regeln. Die Bewertungsklasse sehr hoch wurde nicht vergeben. Als hoch bis sehr hoch wurden nicht oder schwach grundwasserbeeinflusste Kolluvien (L43, L70, L78, L235, L236, L256, L257) und Braune Auenböden (L53) eingestuft. Sie machen zusammen nur 1 % der Bodenfläche aus. In der Klasse hoch sind Böden aus Lösslehm und lösslehmhaltigen Fließerden sowie Braune Auenböden und Kolluvien versammelt (Flächenanteil 8 %). Am weitesten verbreitet sind davon die Parabraunerden der Einheiten (L26, L548, L549). In ihrem Verbreitungsgebiet konzentrieren sich die Ackerflächen im Schönbuch und Schurwald. Die größten Flächenanteile nehmen die Böden mit mittlerer (51 %) sowie mittlerer bis hoher natürlicher Bodenfruchtbarkeit ein (20 %). In die Klasse mittel bis hoch fallen Gleye, Auengleye und tonreiche oder vernässte Kolluvien sowie Übergangsbodentypen von Braunerden, Parabraunerden und Pseudogleyen aus zwei- und dreischichtigen Fließerden. Die für die Bodengroßlandschaft charakteristischen Braunerden und Pelosol-Braunerden (z. B. L19, L23, L210, L216, L518), die Pelosole (L7, L10, L202 etc.) sowie die Pararendzinen im Gipskeuper (L3) sind meist als mittel bewertet. Dazu kommen Pseudogleye (L36, L37, L38, L40, L41, L42, L230), Rigosole bzw. Auftragsböden im Bereich flurbereinigter Weinberge (L72, L73, L75, L262, L451), Braune Auenböden und Auengleye (L51, L52, L56) sowie weitere, meist kleinflächig verbreitete Böden. Als gering bis mittel werden flachgründige, stark sandige und skeletthaltige Ah/C-Böden, Braunerden und Podsole mit geringer bis mittlerer nutzbarer Feldkapazität sowie mäßig bis stark vernässte Böden gekennzeichnet (L5, L16, L17, L20 usw.). Aufgrund starker Hangneigung kommen auch Pelosol-Braunerden (L21) sowie die engräumigen Bodenwechsel an Knollenmergel-Rutschhängen (L566) hinzu. An den 20 Flächen-% dieser Bewertungsklasse an der Bodenfläche, hat Einheit L21 mit gut 11 % den größten Anteil. Eine geringe natürliche Bodenfruchtbarkeit weisen nur die Braunerde-Ranker aus Oberkeuper-Sandstein im Schönbuch (L1) und Nassgleye aus Auenlehm im Hinteren Welzheimer Wald (L246) auf.
Ausgleichskörper im Wasserkreislauf
Die Einstufung eines Bodens als Ausgleichskörper im Wasserkreislauf richtet sich nach dem Wasserspeichervermögen und der Wasserdurchlässigkeit. Waldstandorte erhalten aufgrund ihrer meist höheren Humusgehalte, der Bodenbedeckung sowie der geringeren Lagerungsdichte einen Zuschlag um eine Stufe (max. 4). Weitere Parameter sind der Stauwassereinfluss, die Hanglage, der Entwässerungsgrad bei Mooren sowie die Lage grundwasserferner durchlässiger Böden über Porengrundwasserleitern. Letztere werden generell als sehr hoch bewertet. Solche Böden finden sich in den Talauen (L51, L54, L575, L576) und auf den Flussterrassen (L2, L35, L217, L226, L515) auf 1 % der Fläche. In der Bewertungsklasse hoch bis sehr hoch liegen unter landwirtschaftlicher Nutzung nur die Braunen Auenböden der Einheiten L82 und L239 sowie die Auengleye der Einheit L242. Die Bewertungsklasse hoch umfasst meist Böden aus Auenlehm und Abschwemmmassen mit geringem Grund- oder Stauwassereinfluss (z. B. L43, L50, L53, L256). Böden mit stärkerem Grundwassereinfluss erreichen häufig die Klasse mittel bis hoch (u. a. L46, L49, L55, L57, L61, L238, L599). Dazu kommen einige Parabraunerden, Braunerden und Podsole als terrestrische Böden (L24, L25, L208, L213, L225, L549). Zu der Gruppe der mittel bewerteten Bodeneinheiten gehören einige auf größerer Fläche verbreiteten Braunerden, Pelosol-Braunerden und Parabraunerden (L19, L20, L26, L69, L518, L520, L533). Insgesamt sind hier 19 % der Böden vertreten. Als gering bis mittel wurden ebenfalls zahlreiche für das Keuperbergland typische Bodeneinheiten mit Pararendzinen, Pelosolen, Braunerden und Pelosol-Braunerden sowie Pseudogleyen klassifiziert, die zusammen 23 % der Fläche ausmachen. Unter landwirtschaftlichen Nutzflächen (LN) erreicht eine große Gruppe gering durchlässiger Pelosole, einige Pelosol-Braunerden sowie weitere Böden der Hangbereiche nur eine geringe Funktionserfüllung (L7, L10, L12, L21, L23, L75, L216, L536, L566 etc.). Ihr Flächenanteil liegt bei 44 %. Viele der unter LN als gering oder gering bis mittel gekennzeichneten Bodeneinheiten werden jedoch überwiegend oder ausschließlich als Wald genutzt. Für Anwendungen der Bodenbewertung in Waldgebieten kommen deshalb die um eine Stufe höheren Werte zum Tragen.
Filter und Puffer für Schadstoffe
Das Filter- und Puffervermögen für Schadstoffe wird anhand der Humus- und Tonmenge (kg/m2) in Abhängigkeit des pH-Werts ermittelt. Deshalb erfolgt die Bewertung der Waldböden und landwirtschaftlich genutzter Böden voneinander getrennt. Eine sehr hohe Funktionserfüllung unter landwirtschaftlicher Nutzung erreichen kalkhaltige und tiefgründig humose Kolluvien (L43, L44, L45) und Braune Auenböden (L53) sowie Parabraunerden und Parabraunerde-Rigosole (L24, L28, L74, L594). Einige Pelosole bis Pelosol-Rigosole erreichen ebenfalls die Bewertungsklasse sehr hoch (L72, L204, L450). In der Gruppe der mit hoch bis sehr hoch bewerteten Böden sind u. a. die weit verbreiteten Pararendzinen und Pelosol-Pararendzinen auf Gipskeuper (L3, Flächenanteil ca. 5 %) und verschiedene Pelosole (L10, L12, L202) vertreten. Insgesamt sind 23 % der Bodenfläche in dieser Bewertungsklasse. Die Parabraunerden und Pseudogleye aus Lösslehm und lösslehmhaltigen Fließerden sind häufig mit hoch bewertet (u. a. L25, L26, L27, L41, L521, L548, L549). Pelosol-Braunerden (L251, L529, L533, L536, L537) und Pseudogleye (L229, L231, L255, L38) aus zweischichtigen Fließerden mit hohen Tonmengen im Unterboden haben vergleichbare Filter- und Puffereigenschaften. Die größte Gruppe von Bodeneinheiten wird als mittel bis hoch eingestuft. An den 36 % der Bodenfläche haben Pelosol-Braunerden, Braunerde-Pelosole und Pelosole den größten Anteil (v. a. L7, L20, L21, L22, L23, L210, L566). Daneben handelt es sich um Regosole, Parabraunerden, Pseudogleye, Kolluvien und Gleye sowie Braune Auenböden bis Auengleye. Braunerden aus sandigen Fließerden über Stubensandstein (L208, L214, L216) stellen den überwiegenden Anteil der Böden in der Bewertungsklasse gering bis mittel. In der Bewertungsklasse gering finden sich vor allem die stark sauren, sandreichen Ranker, Braunerden und Podsole auf Sandsteinen (L1, L16, L17, L18, L19 usw.).
Gesamtbewertung
Die Gesamtbewertung ergibt sich als arithmetisches Mittel der Einstufungen für natürliche Bodenfruchtbarkeit, Ausgleichskörper im Wasserkreislauf sowie Filter und Puffer für Schadstoffe. Eine Ausnahme ist der Fall, dass die Bodenfunktion „Sonderstandort für naturnahe Vegetation“ die Bewertungsklasse 4 (sehr hoch) erreicht. Dann wird die Kartiereinheit auch bei der Gesamtbewertung in die Wertstufe 4 eingestuft (LUBW, 2010). Abweichend von Heft „Bodenschutz 23“ wird maßstabsbedingt in der BK50 bei dieser Bodenfunktion neben der Bewertungsklasse 4 (sehr hoch) auch die Bewertungsklasse 3.5 (hoch bis sehr hoch) in der Gesamtbewertung angegeben. Die Bewertungsklasse 4 wird bei der Bodenfunktion „Standort für naturnahe Vegetation“ nur relativ selten erreicht, weil in den betrachteten Bodengesellschaften (Kartiereinheiten) i. d. R. auch geringer bewertete Böden vorhanden sind. Dort würde die Gesamtbewertung unter Einbeziehung der drei anderen Bodenfunktionen die Eigenschaften der verbreitet auftretenden Böden nicht vollständig widerspiegeln.
Daraus ergibt sich eine Gruppe von Nassgleyen, Podsolen und Regosolen mit sehr hoher Bewertung (L33, L34, L62, L63, L80, L246). Braunerde-Podsole (L225) werden als hoch bis sehr hoch eingestuft. Mehrere Kolluvien (L43, L44, L70, L257) und die kalkhaltigen Braunen Auenböden der Einheit L53 liegen ebenfalls in diesem Wertebereich. Bei ihnen ist die häufig sehr hohe Bewertung als Filter und Puffer für Schadstoffe sowie als Ausgleichskörper im Wasserhaushalt unter Wald maßgebend. Die Böden mit hohen Flächenanteilen in der Bodengroßlandschaft finden sich in den Wertklassen gering bis mittel (L21, L23, L566) und mittel bis hoch (L3, L10, L12, L22, L529).
Gesamtbewertung der Bodenfunktionen (LUBW, 2010) für die häufigsten Kartiereinheiten in der BGL Mittleres und Westliches Keuperbergland (für Kartiereinheiten mit einem Flächenanteil > 0,5 %; ohne Siedlungen, Auftrag, Abtrag usw.) 1 = gering, 2 = mittel, 3 = hoch, 4 = sehr hoch
|
Kartier-einheit |
Fläche [km2] | Flächenanteil [%] | Verbreitet auftretende Bodentypen (s. S. 57 ff. Symbolschlüssel) |
Bodenlandschaft | Gesamtbewertung LN | Gesamtbewertung Wald |
| L21 | 150,99 | 11,24 | D-Bm,t',t; Bm,t',t; Bsm,t',t; D-Bp; Bl; Bp | Hangbereiche | 1.67 | 1.83 |
| L10 | 73,22 | 5,45 | Dm,t'; Dsm,t'; B-Dm,t'; B-Ds | Hangbereiche | 2.17 | 2.50 |
| L3 | 67,71 | 5,04 | Z; D-Z | Grabfeld-Formation (Gipskeuper) | 2.33 | 2.67 |
| L566 | 63,36 | 4,72 | D; B; L; GN; QG | Hangbereiche | 1.67 | 1.67 |
| L23 | 60,55 | 4,51 | D-Bsm,t',t; D-Bpm,t',t; S-Bm,t',t; D-Bm,t',t; D-Bl | Plateaus und Rücken | 1.83 | 1.83 |
| L7 | 50,09 | 3,73 | Dm,t'; Dsm,t'; B-Dsm,t' | Grabfeld-Formation (Gipskeuper) | 1.83 | 2.17 |
| L529 | 48,98 | 3,65 | D-Bt',t; Bt',t | Hangbereiche | 2.17 | 2.17 |
| L22 | 43,85 | 3,26 | D-Bt',t; D-Bst',t; D-Lt',t; D-Lst',t | Plateaus und Rücken | 2.17 | 2.50 |
| L12 | 40,35 | 3,00 | B-Dm,t'; B-Dsm,t' | Hangbereiche | 2.17 | 2.50 |
| L536 | 37,44 | 2,79 | D-Bt',t | Hangbereiche | 2.00 | 2.00 |
| L26 | 36,93 | 2,75 | Lt; Lst; Lset,t' | Plateaus und Rücken | 2.67 | 2.67 |
| L533 | 34,50 | 2,57 | D-Bm,t',t; D-Blpsm,t',t | Plateaus und Rücken | 2.50 | 2.83 |
| L214 | 32,28 | 2,40 | Bm,t'; Bp; Bl; L-B | Plateaus und Rücken | 2.17 | 2.33 |
| L19 | 30,87 | 2,29 | Bpf,m; P-Bf,m | Plateaus und Rücken | 1.67 | 2.00 |
| L45 | 28,81 | 2,14 | Kt',t; Ks; Kc; S-Kt',t; S-K//D | Grabfeld-Formation (Gipskeuper) | 3.00 | 3.33 |
| L216 | 23,07 | 1,72 | Bpm,t'; B; L-B | Hangbereiche | 1.50 | 1.83 |
| L38 | 21,53 | 1,60 | S; B-S; D-B-S | Plateaus und Rücken | 2.17 | 2.50 |
| L518 | 20,89 | 1,56 | Bf,m; Bpf,m | Unterjuragebiet | 2.00 | 2.00 |
| L58 | 17,80 | 1,33 | A-AG; AG-A; AG-AS | Auen | 2.33 | 2.67 |
| L549 | 17,25 | 1,28 | Lst',t; S-L | Unterjuragebiet | 2.83 | 2.83 |
| L521 | 17,04 | 1,23 | Lt',t; Lst',t; D-L | Hangbereiche | 2.33 | 2.33 |
| L210 | 16,61 | 1,24 | D-Bt'; D-Blps | Plateaus und Rücken | 2.00 | 2.00 |
| L507 | 16,46 | 1,22 | Dm,t'; Dbsm,t'; Dym,t' | Hangbereiche | 2.33 | 2.67 |
| L20 | 16,42 | 1,22 | Bpf,m; S-Bp | Plateaus und Rücken | 2.00 | 2.33 |
| L50 | 15,31 | 1,14 | Ak | Auen | 3.00 | 3.33 |
| L75 | 15,03 | 1,12 | YYc; YYk; Y-YYc; Y-YYk | Hangbereiche | 2.17 | 2.50 |
| L69 | 14,36 | 1,07 | Lem,t'; D-Lst',m; Lcem; Lh+ | Grabfeld-Formation (Gipskeuper) | 2.67 | 3.00 |
| L520 | 13,06 | 0,97 | Bm,t'; Blm,t' | Unterjuragebiet | 2.17 | 2.33 |
| L250 | 11,16 | 0,83 | Bm,t'; B-Lt',t; L-B; Bp; B-Le | Plateaus und Rücken | 2.33 | 2.67 |
| L59 | 10,74 | 0,80 | AG; AGc; A-AG; A-AGc | Auen | 2.50 | 2.83 |
| L5 | 10,63 | 0,79 | Z-D; Dc; D-Z; Z; Df; Y-D | Hangbereiche | 2.00 | 2.33 |
| L576 | 9,14 | 0,68 | Ac | Auen | 3.17 | 3.17 |
| L532 | 9,27 | 0,69 | D-Bt',t; D-Bst',t | Hangbereiche | 2.50 | 2.83 |
| L41 | 8,67 | 0,65 | L-S; S | Plateaus und Rücken | 2.33 | 2.33 |
| L8 | 7,92 | 0,59 | Dm,t',t; B-Dm,t',t | Plateaus und Rücken | 1.83 | 2.17 |
| L548 | 7,82 | 0,58 | Lt; Lst | Hangbereiche | 2.67 | 2.67 |
| L451 | 7,50 | 0,56 | Y; Y-Dm,t'; Dm,t' | Hangbereiche | 2.17 | 2.50 |
| L16 | 7,28 | 0,54 | Bf,m; Bpf,m; B-N; N-B | Plateaus und Rücken | 1.33 | 1.67 |
| gering bis mittel | ||||||
| mittel bis hoch | ||||||
| hoch bis sehr hoch | ||||||
Böden als Archive der Natur‑ und Kulturgeschichte
Neben den oben beschriebenen sog. „natürlichen Bodenfunktionen“ nennt das Bundes-Bodenschutzgesetz auch die Funktion der Böden als Archive der Natur‑ und Kulturgeschichte. Die Archive lassen sich in fünf Untergruppen unterteilen (LUBW/LGRB, 2008):
|
Archive |
wertgebende Eigenschaft |
Fallbeispiele |
| Naturgeschichte | besondere Bedeutung für die Bodengenese |
|
| regionale oder überregionale Seltenheit einer Bodenform |
|
|
| besondere Bedeutung für die Erd- und Landschaftsgeschichte, Geologie, Mineralogie oder Paläontologie |
|
|
| Natur- und Kulturgeschichte | hoher Informationswert für Bodenkunde, Bodenschutz und Landschaftsgeschichte | |
| Kulturgeschichte | Besonderheit der Siedlungs- und Landnutzungsgeschichte |
|
Die Kartiereinheiten der Bodengroßlandschaft Mittleres und Westliches Keuperbergland, in denen Böden mit Archivfunktion zu erwarten sind, wurden in unten stehender Tabelle in der Reihenfolge ihrer Bedeutung zusammengestellt. Das in Einheit L64 nur als Begleitboden im Muldenzentrum vorkommende Niedermoor im Breilried bei Haigerloch-Trillfingen liegt im gleichnamigen Naturschutzgebiet und kann deshalb in seinen Bestand als gesichert gelten (L64). Im Naturschutzgebiet „Wiesentäler bei der Menzlesmühle“ finden sich überdeckte Niedermoortorfe (L246). Wieweit die vorhandenen überdeckten und z. T. geringmächtigen Torfhorizonte ihrer Archivfunktion gerecht werden (z. B. durch Eignung für Pollenanalysen), konnte im Rahmen der BK50 nicht untersucht werden. Ein Teil der früheren Rebhänge am Hirschauer Berg und Spitzberg (L5b) ist ebenfalls als Naturschutzgebiet ausgewiesen. (Zur Suchraumkarte für Böden mit Archivfunktion)
|
Archiv |
wertgebende Eigenschaft |
Fläche [km2] |
Kartiereinheit |
Bodentypen (s. S. 57 ff. Symbolschlüssel) |
| Niedermoor | besondere Bedeutung für Bodengenese, Landschafts-, Vegetations-, Klima- und Kulturgeschichte | 0,31 | L641 z. T. | HNm,t‘,t (GA; GN; G) |
| Böden aus Kalktuff | besonderes Ausgangssubstrat und regionale Seltenheit einer Bodenform | 0,11 | L81 | QGk; Gk; Z; Zb; R; K |
| Reste von fossilen Böden mit Staunässemerkmalen | Paläoböden, besondere Bedeutung für die Bodengenese und Landschaftsgeschichte | 3,26 | L2151 z. T. | S-D-Bpm,t'; S-Bpm,t'; S-B; S-D-B |
| ehemalige Rebterrassen | ehemalige Nutzungsformen mit besonderer Bedeutung für die Kulturgeschichte | 3,53 | L3b1, L5b1 z. T. | Z; D-Z; Z-D; Dc; D-Z; Z; Df; Y-D |
| Böden aus Resten alter Schuttdecken („Wanderschutt“) | besondere Bedeutung für die Landschaftsgeschichte | 2,66 | L220, L232, L253 | S-Lt; S-D-Le; D-S; S-D; Lst',t; Lset',t; S-L; S-Le; B |
| Böden mit überdecktem Niedermoortorf | besondere Bedeutung für die Landschafts-, Vegetations-, Klima- und Kulturgeschichte | 2,67 | L621 z. T.; L2461 z. T. | GN; AG; GN |
| Böden aus älterem Auenlehm und Stillwassersedimenten | besondere Bedeutung für die Bodengenese und Landschaftsgeschichte | 3,53 | L30, L52, L88, L240 | Lh+m,t',t; Lh+sm,t',t; Ac; A; Acg; Al; A; Ag; Alg; A-AS; AS-A; A-ASg; AS-Ag |
| Böden aus alten Flussablagerungen | besondere Bedeutung für die Landschaftsgeschichte | 1,48 | L2, L209, L219, L226 | R; B-R; B-Z; Blpm,t',t; L-Bpm,t',t; B; L-B; Lt; Lse; Lh*; B-Pbdt; B-Ps |
1 Suchraum für Böden mit Archivfunktion
Die Archive der Kulturgeschichte können häufig keinen bestimmten Bodeneinheiten zugeordnet werden. Archäologische Fundstellen und Bodendenkmale werden im Denkmalrecht berücksichtigt. Als Bodendenkmal und Fundstelle ist der zum UNESCO-Welterbe zählende Limes als ehemaliger Grenzwall des römischen Reiches von großer Bedeutung.
Literatur
- (2010). Bewertung von Böden nach ihrer Leistungsfähigkeit – Leitfaden für Planungen und Gestattungsverfahren. – Bodenschutz, 23, 32 S. (Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg).
- (2008). Böden als Archive der Natur- und Kulturgeschichte – Grundlagen und beispielhafte Auswertung. – Bodenschutz, 20, 19 S. (Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg; Regierungspräsidium Freiburg, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau).
- (2006). Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Tübingen. 2. überarb. u. erw. Aufl., 599 S., Ostfildern (Thorbecke).


