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Gebäudeschäden an einem Wohnhaus in Dußlingen aufgrund jahreszeitlicher Volumenänderung des Baugrundes

Durchgeführte Erkundung

Die Abbildung zeigt einen Lageplan in der Aufsicht. Darin sind die Flurstückgrenzen und Gebäudeumrisse verzeichnet. Schwarze Punkte und lila Rechtecke symbolisieren Baggerschürfe und Rammsondierungen.
Lageplan mit Aufschlüssen

Für eine Klärung der Schadensursache wurde das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) vom Regierungspräsidium Tübingen (RP) um Amtshilfe gebeten. Zur Baugrunderkundung wurden von der Baustoff- und Bodenprüfstelle des RP Tübingen im November 2011 an den vom LGRB vorgeschlagenen Punkten im seitlichen und rückwärtigen Gartenbereich sieben schwere Rammsondierungen (RS) mit Endteufen zwischen 8,3 und 10,6 m u. GOK durchgeführt. Zusätzlich wurden im Januar 2012 im Auftrag des RP Tübingen von einer örtlichen Baufirma im rückwärtigen Garten zwei 3,2 m bzw. 4,3 m tiefe Baggerschürfe an der Südseite des Gebäudes mittels Greifbagger ausgeführt. Die ingenieurgeologische Aufnahme sowie eine teufenbezogene Beprobung der Schürfe erfolgte durch das LGRB. Der natürliche Wassergehalt der Proben wurde im geowissenschaftlichen Labor des LGRB nach DIN 18121-1 bestimmt. 

Das Foto zeigt einen rechteckigen Baggerschurf in Aufsicht. Allseitig sind ockerfarbene braune senkrechte Wände zu sehen. Im untersten Teil zeichnen sich grau kiesige und an der Basis dunkelbraune tonige Bereiche ab. An einer Wand lehnt eine Messlatte.
Baggerschurf 1

Austrocknung tonig/schluffiger Böden

Das Diagramm zeigt die Ergebnisse von Wassergehaltsuntersuchungen an Proben aus zwei Schürfen. Am oberen Bildrand ist die x-Achse mit dem Wassergehalt in Prozent abgetragen, am linken Bildrand zur Tiefe die Y-Ache mit Probenentnahmeteufe in Meter.
Natürlicher Wassergehalt in den Schürfen 1 und 2

In der vermuteten Gründungstiefe des Gebäudes sowie den unmittelbar unterlagernden Bereichen stehen stark tonige, teils organische Schluffe (Stillwassersedimente und Steinlachablagerungen) bis in ca. 2 m u. GOK an. Diese neigen bei Austrocknung zu einer erheblichen Volumenverringerung (Schrumpfung) mit einhergehenden Setzungserscheinungen. Zur Überprüfung dieser möglichen Schadensursache wurden die natürlichen Wassergehalte an Proben der beiden Schürfe bestimmt. Hierbei zeigte sich, dass der natürliche Wassergehalt in etwa der vermuteten Gründungstiefe generell relativ hoch ist. Zudem unterschieden sich die gemessenen Wassergehalte bei vergleichbarer lithologischer Zusammensetzung in relevanter Tiefenlage in beiden Schürfen im Januar 2012 deutlich voneinander. Im weiter vom Schadensbild entfernt gelegenen Schurf 2 lag der Wassergehalt um etwa 10 % höher als in Vergleichstiefe in Schurf 1. Diese Unterschiede gleichen sich erst ab einer Tiefe von 2,5 m u. GOK allmählich an. Unberücksichtigt hiervon ist der deutliche Unterschied des gemessenen Wassergehalts in 2,7 m u. GOK, welcher auf verschiedene lithologische Zusammensetzungen des genommenen Probenmaterials zurückzuführen ist. Während in Schurf 1 in 2,7 m Teufe bereits die vollständig verwitterten Tonsteine der Obtususton-Formation anstehen, wurden in Schurf 2 in gleicher Tiefe stark schluffige Kiese an der Basis der Steinlachablagerungen beprobt.

Literatur

  • Prinz, H. & Strauß, R. (2018). Ingenieurgeologie. 6. Auflage, XVI + 898 S., Berlin, Heidelberg (Springer Spektrum).
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