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Plateaus und Rücken

Aufgrund der großen Flächenausdehnung dieser Teillandschaft und den zahlreichen Gesteinswechseln gibt es eine Vielzahl an Bodenformen und Bodengesellschaften. Auf den Plateaus der Löwenstein-Formation (Stubensandstein) erfolgen die Bodenwechsel dabei auch innerhalb der Kartiereinheiten teilweise sehr engräumig. Auf Sandsteinen bildeten sich Braunerden, die auf basenarmen Standorten stellenweise in Podsole übergehen. Auf Fließerden über Ton- und Mergelsteinen haben sich zweischichtige Pelosol-Braunerden entwickelt. Durch Bodenerosion wurde der obere Teil der Bodenprofile abgetragen, sodass heute Pelosole und Braunerde-Pelosole in einigen Gebieten ein fester Bestandteil des Bodenmusters sind. Örtlich sind die Plateaus von Lösslehm und lösslehmreichen Fließerden überdeckt, in denen sich Parabraunerden entwickelten. In ebenen Lagen und Senken abzugsträger Hochflächen finden sich Pseudogleye.

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt
Blick auf ein Musterprofil des LGRB unter Laubauflage. Die sichtbare Profilwand ist dunkelbraun und fünfzig Zentimeter tief. Rechts unten wird Nummer und Name des Profils angezeigt.
Podsolige Braunerde aus Hauptlage (Decksand) über Oberkeuper-Sandstein (L17)

Die Sandsteine der Exter-Formation (Oberkeuper, Rhät) kommen nur im Schönbuch auf größerer Fläche bodenbildend vor. Mittel tief entwickelte, nicht selten podsolige Braunerden sind dort die Leitböden der Einheit L17. Die A(e)h- und Bv-Horizonte sind in einer lehmig-sandigen bis schluffigen Decklage (entspr. Hauptlage in AG Boden, 2024, S. 289) mit z. T. hohem Anteil an Steinen und Blöcken entstanden. Der darunter folgende anstehende Sandstein zeigt im Normalfall nur eine geringe Überprägung durch bodenbildende Prozesse. Im Zentralbereich der Plateaus treten als Begleitböden mäßig tief entwickelte Braunerden sowie Parabraunerden aus zweischichtigen, lösslehmhaltigen Fließerden (Deck- über Mittellage) in Erscheinung. Auf einigen flachen Rücken und sehr schwach geneigten Hochflächenteilen hat sich nur eine 1–3 dm mächtige Decklage erhalten. Hier sind Braunerde-Ranker, Ranker-Braunerden und flach entwickelte Braunerden (L1) anzutreffen, die teilweise ebenfalls Versauerungsmerkmale zeigen. Diese Bodeneinheit ist außerdem mit einem kleinflächigen Einzelvorkommen westlich von Frittlingen (Lkr. Tuttlingen) im Süden des Keupergebiets zu finden. Südlich und südwestlich von Haigerloch sind auf wenigen kleineren Plateaus und Rücken sandreiche, stark steinige Podsole und Podsol-Ranker verbreitet (L34). Im Rahmen eines Projekts des LGRB in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen zur digitalen Bodenkartierung im Schönbuch wurden diese Böden sehr kleinflächig auch auf einzelnen flachen Rücken an den südwestlichen Rändern der Oberkeuper-Plateaus von „Steingart“ und „Bromberg“ angetroffen (Fleck et al., 2025).

  • Blick auf eine aufgelassene Steinbruchwand mit gelblichem bis bläulich grauem Gestein. Die Steinbruchwand ist teils stark zugewachsen.
  • Nahaufnahme eines Bodenprofils des LGRB unter Wald. Die sichtbare Profilwand ist oben schwärzlich, unten rötlich grau und mit Steinen durchsetzt. Ein links angelehnter Spachtel dient als Größenvergleich.
  • Blick auf einen Wald mit vielen hellen dünnen Bäumen. Im Vordergrund ist eine kleine Lichtung mit herumliegenden, abgefallenen Ästen sowie rechts einem Baumstumpf.
Das Bild zeigt ein aufgegrabenes Bodenprofil unter Laub. Das Profil ist durch eine beschriftete Kreidetafel als Musterprofil des LGRB ausgewiesen. Das hellbraune, links geglättete Profil ist etwa 90 cm tief.
Pseudogley-Pelosol-Braunerde aus sandiger über toniger Fließerde aus Material der Löwenstein-Formation (L23)

Die Hochflächen und Rücken in der Löwenstein-Formation nehmen im Keuperbergland weite Flächen ein. Vor allem im Schönbuch, Glemswald, und Rammert hat sich infolge häufiger Wechsel von Sand-, Ton- und Mergelsteinen ein welliges bis flachkuppiges Kleinrelief herausgebildet. Die verbreitete Zweischichtigkeit des Ausgangsmaterials aus einer lehmig-sandigen bis schluffig-lehmigen Decklage über tonreicher Basislage sowie örtlicher Staunässeeinfluss und Podsolierung führen zu einem hohen Anteil an Übergangssubtypen. In Baden-Württemberg werden zweischichtige Böden mit einer Horizontabfolge Ah/Bv/II P bei einer Überdeckung des P-Horizonts von 3–6 dm traditionell als Pelosol-Braunerden angesprochen, was weitgehend den Vorgaben der Bodenkundlichen Kartieranleitung entspricht (AG Boden, 2024). Hier bildet eine Überdeckung des Pv-Horizonts bis maximal 7 dm unter der Mineralbodenoberfläche (MOF) die Grenze für die Nennung des Pelosols im Bodentyp. Neben den mittel tief bis tief entwickelten Pelosol-Braunerden und Pseudogley-Braunerden als Leitböden sind in Einheit L23 aufgrund schwacher Bodenerosion mit Verkürzung der Decklage auf < 3 dm Mächtigkeit auch Braunerde-Pelosole anzutreffen. Bei Braunerden aus Decklage über toniger oder sandig-toniger Basislage als Begleitböden weisen die tonreichen Horizonte keine ausreichende Gefügebildung für die Ausweisung eines P-Horizonts auf oder die Tongehalte sind mit < 45 % Ton zu gering. Sie wurden deshalb je nach dem Grad der Verwitterung, Intensität der Bodenbildung und Bodenart als P-Cv-, lCv- oder Bv-Horizonte angesprochen. Untergeordnet streichen Sandsteine aus, über denen sich in sandigen, z. T. steinigen Fließerden podsolige Braunerden und Podsol-Braunerden entwickelten. Dazu kommen an Plateaurändern und auf Kuppen kleinflächig Podsol-Ranker und Pelosole. Im Schurwald wurden einzelne Flächen früher weinbaulich genutzt, weshalb heute Rigosol-Braunerden und Pelosol-Rigosole vorkommen (L23b). Auf Verebnungen und in Mulden sind Braunerde-Pseudogleye und Pseudogleye entwickelt. Am Westrand des Schönbuchs ist die lösslehmhaltige Decklage durch Bodenerosion infolge landwirtschaftlicher Nutzung teilweise abgetragen, sodass Braunerde-Pelosole die Leitböden darstellen (L11). Im südlichen Keupergebiet zwischen Bochingen und Trossingen sowie im Schurwald und Welzheimer Wald verschiebt sich das Bodenmuster hin zu podsoligen Braunerden und Pseudogley-Braunerden aus lehmig-sandigen über sandig-tonigen Fließerden (Deck- über Basislage) auf Sandsteinzersatz (L20). Auf Rücken und Kuppen sowie an den Hochflächenrändern bestimmen schließlich flach und mittel tief entwickelte podsolige Braunerden und Podsol-Braunerden die Bodendecke (L19). Sie bestehen aus einer geringmächtigen (< 3 dm) sandigen Decklage über örtlich bis 8 dm u. Fl. reichendem Sandsteinzersatz auf anstehendem Sandstein.

Zu sehen ist eine zum Hintergrund hin ansteigende Acker- und Wiesenlandschaft, die oben von Wald gesäumt wird. Rechts liegen die Ausläufer einer Ortschaft. Im Vordergrund ragt ein Getreidefeld sowie rechts eine Scheune ins Bild.
Landwirtschaftlich genutztes Hügelland im Stubensandstein bei Ruppertshofen-Birkenlohe (Ostalbkreis)

Im Welzheimer Wald werden die Braunerden auf Sandstein verstärkt landwirtschaftlich genutzt (L214). Die Mächtigkeit der Decklage aus schluffigem Sand bis mittel sandigem Lehm beträgt 2–5 dm. Darunter folgt Sandsteinzersatz oder z. T. sandig-tonige Basislage, bis bei maximal 9 dm u. Fl. anstehender Sand- oder Tonstein erreicht ist.

Im unteren Teil der Löwenstein-Formation (Unterer Stubensandstein) finden sich dolomitisch gebundene Sandsteine (Fleins), die zudem einen erheblichen Mangangehalt aufweisen. Bei der Gesteinsverwitterung bilden sich deshalb Rinden aus schwarzen Manganoxiden. Trotz hoher Sandgehalte werden die ebenen Flächen mit ihren recht gleichmäßigen, mittel und mäßig tief entwickelten Braunerden nicht selten ackerbaulich genutzt (L208).

Pelosol-Braunerden halten sich im Welzheimer Wald bevorzugt an die Ausstrichbereiche der Hangendletten und die anschließenden schwach geneigten Hänge und Scheitelbereiche (L210). Unter landwirtschaftlicher Nutzung werden sie teilweise durch Braunerde-Pelosole und Pelosole mit geringmächtigen, sandig-lehmigen bis tonig-lehmigen Resten der Decklage über tonreicher Basislage auf Gesteinszersatz ersetzt (L202). Teilweise direkt anschließend erfolgt im Hangenden der Wechsel zur Trossingen-Formation mit Braunerde-Pelosolen und Pelosolen aus Fließerden auf Mergelstein (L204). In den Berglen sind auf Unterem und Mittlerem Stubensandstein mäßig tief und tief entwickelte Braunerden, Parabraunerde-Braunerden und Braunerde-Parabraunerden verbreitet (L250). Der Deckschichtenaufbau mit einer grusarmen Decklage aus mittel lehmigem Sand bis schluffigem Lehm begünstigte eine schwache bis mäßige Tonverlagerung in den Unterboden aus sandigem Lehm bis stark sandigem Ton. Die Tonbeläge auf den Aggregatoberflächen sind in dem verbreitet rotbraunen Material der Basislage aber nur schwer erkennbar.

Das Bild zeigt ein aufgegrabenes Bodenprofil unter grünem Waldboden. Das Profil ist durch eine beschriftete Kreidetafel als Musterprofil des LGRB ausgewiesen. Das hellbraune Profil ist etwa 40 cm tief.
Mittel tief entwickelte podsolige Braunerde aus lösslehmhaltiger Fließerde über Schilfsandstein (L16)

Größere Plateaus in der Stuttgart-Formation (Schilfsandstein) sind am westlichen Anstieg von Schönbuch und Glemswald sowie in der Umrahmung des Stuttgarter Talkessels ausgebildet. Flach und mittel tief entwickelte, z. T. podsolige Braunerden, Braunerde-Ranker und Ranker-Braunerden aus geringmächtiger Decklage über Schilfsandstein sind die typischen Bodenformen (L16). Bei Stuttgart-Feuerbach sind die Böden durch Garten-, Obst- und Weinanbau mit Tiefumbruch (rigolen), starker organischer Düngung sowie Düngung mit Keupermergel verändert. Hier liegt eine Bodengesellschaft aus Braunerde-Rigosolen, Hortisol-Braunerden sowie mittel und mäßig tief entwickelten Braunerden vor (L73). Ein höherer Lösslehmanteil der Decklage verbunden mit geringeren Skelettgehalten und tieferer Gründigkeit unterscheidet sie von den z. T. flachgründigen und stark steinigen Braunerden bis Braunerde-Rankern unter Wald. Neben den Sandsteinen enthält die Stuttgart-Formation auch Tonsteine, aus denen sich durch Solifluktion an Hängen sowie durch Solimixtion in ebener Lage tonreiche Basislagen bildeten. Je nach Mächtigkeit der lösslehmhaltigen Decklage finden sich Braunerde-Pelosole oder Pelosol-Braunerden bis Pseudogley-Braunerden (L13).Örtlich reicht die Verbreitung von Kartiereinheit L13 bis in den Ausstrichbereich der Steigerwald-Formation im Hangenden.

Das Bild zeigt ein aufgegrabenes Bodenprofil unter belaubtem Waldboden. Das Profil ist durch eine beschriftete Kreidetafel als Musterprofil des LGRB ausgewiesen. Das oben graubraune, unten braune Profil ist 95 cm tief.
Stauwasserboden (Pseudogley) aus lösslehmreicher Fließerde über Keuperton-Fließerde

Auf ausgedehnten Plateaus und flachen Mulden der Schilfsandstein- und Stubensandstein-Stufenflächen treten Stauwasserböden auf. Gering durchlässige Tongesteine und aus ihnen hervorgegangene, häufig tonreiche Fließerden tragen erheblich zum verzögerten Wasserabzug bei. Der Stauwasserleiter ist meist in der lösslehmhaltigen Decklage entwickelt. Neben Pseudogleyen sind in der Bodeneinheit L38 auch Braunerde-Pseudogleye und Pelosol-Braunerde-Pseudogleye verbreitet. Im westlichen Keuperbergland ist die Mächtigkeit der Decklage örtlich auf 2–5 dm begrenzt. Der Staukörper beginnt also z. T. bereits oberhalb von 3 dm u. Fl. Deshalb gehören auch Pelosol-Pseudogleye mit zu den Leitböden (L36). Außerdem sind die Sand- und Grobbodengehalte höher und das Festgestein kann bereits ab 4 dm u. Fl. anstehen. Häufiger kommen jedoch Braunerde-Pseudogleye und Pseudogleye aus 3–6 dm mächtiger sandiger Decklage vor (L40). Der größte Teil der zahlreichen Flächen liegt auf Stubensandstein-Hochflächen, dazu kommen einige auf Oberkeuper-Plateaus. Im Welzheimer Wald sind Pseudogleye in einem Deckschichtenprofil aus lösslehmhaltiger Fließerde über tonreicher Fließerde (Basislage) mit wechselnden Anteilen an Unterjura-, Knollenmergel- und Stubensandsteinmaterial ausgeprägt (L228). Eine Einzelfläche auf Kieselsandstein wurde mit in die Bodeneinheit aufgenommen. Besonders in ostexponierten Lagen kommen auch Pseudogleye und Parabraunerde-Pseudogleye aus z. T. tiefgründigen lösslehmhaltigen Fließerden vor. Ein Einzelvorkommen mit Gley-Pseudogley und Pseudogley liegt bei Weil im Schönbuch-Neuweiler in einer flachen Mulde (L77). Unter der Decklage oder holozänen Abschwemmmassen ist der Staukörper dort in einer humosen, tonreichen Basislage ausgebildet, die stellenweise ab 8 dm u. Fl. auf Ton- und Mergelstein der Löwenstein-Formation liegt. Wegen des künstlich abgesenkten Grundwassers geben die Grundwassermerkmale im Boden nicht mehr die aktuelle Dynamik der Bodenfeuchte wieder.

Blick über leicht zum Mittelgrund hin abfallende Äcker auf eine flache Landschaft mit Wiesen, Äckern, Bäumen sowie einem Hof mit Pferdereitplatz. Im Hintergrund links, vor bewaldeten Anhöhen, ist ein langer dünner Schilfstreifen zu erkennen.

Keuperschichtstufe des Glemswalds mit dem Tal des Hölzerbachs östlich von Magstadt (Lkr. Böblingen)

Eine Besonderheit stellen in der Umgebung von Tübingen im Grenzbereich von Unterjura und Keuper auftretende Kalkquellengleye und Kalkgleye dar (L81). Sie bestehen aus jungem Kalktuff sowie sekundär aufgekalktem, lösslehmreichen Umlagerungsmaterial. Durch rückschreitende Erosion haben sich in dem wenig widerständigen Material Kerbtälchen eingeschnitten, die auf Teilflächen zu einem Absinken des Grundwasserstandes führten. So entstanden aus den Grundwasserböden, je nach Karbonatgehalt, Pararendzinen oder Rendzinen.

Literatur

  • AG Boden (2024). Bodenkundliche Kartieranleitung, 6. Aufl. – Band1: Grundlagen, Kennwerte und Methoden; Band 2: Geländeaufnahme und Systematik. 6. komplett überarbeitete und erweiterte Auflage., 552 S., Hannover (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Zusammenarbeit mit den Staatlichen Geologischen Diensten der Bundesrepublik Deutschland).
  • Fleck, W., Henkner-Sennock, J. & Haas, P. (2025). Exkursion E09: Wie ist die Lage…? – Böden des Schönbuchs unter besonderer Berücksichtigung von Bodenausgangsgestein und Lagengliederung. – Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft, Exkursionsführer Tübingen 2025; DBG Mitteilungen, Band 121, S. 83–119, verfügbar unter https://www.dbg2025.de/exkursionen.html.
  • Kösel, M. & Fleck, W. (2017). Periglaziäre Lagen – Ansprache und Gliederung in der feldbodenkundlichen Praxis und ihre Bedeutung für die Bodenbildung. – Beispiele aus Teilgebieten der Südwestdeutschen Schichtstufenlandschaft von Baden-Württemberg. – LGRB-Fachbericht, 2017/1, S. 1–78, Freiburg i. Br. (Regierungspräsidium Freiburg – Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau).
  • Müller, S. (1961). Grundzüge der Bodenbildung im württembergischen Keuperbergland. – Mitteilungen des Vereins für Forstliche Standortskunde und Forstpflanzenzüchtung, 11, S. 3–60.
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