Jungquartäre Flusskiese und Flusssande (Lockergestein, Baden-Württemberg) sind Porengrundwasserleiter mit stark variierender Durchlässigkeit/Transmissivität und Ergiebigkeit. Die Grundwasserneubildung in den Talablagerungen (Flusssedimente) wird durch Niederschlag gespeist.
Die pliozänen und quartären Kiese und Sande (Oberrheingraben) bilden den ergiebigsten Porengrundwasserleiter Baden-Württembergs. Er wird aufgrund von Durchlässigkeitsunterschieden und hydraulischer Zwischenschichten in mehrere Grundwasserleiter untergliedert.
Das Hauptverbreitungsgebiet des Oberjuras (schwäbische Fazies) ist die Hochfläche der Schwäbischen Alb (Baden-Württemberg). Im Oberrheingraben ist der Oberjura in keltischer Fazies, im Klettgau und am Hochrhein in argovischer Fazies ausgebildet.
Der Obere Muschelkalk (Baden-Württemberg) besteht aus Dolomitsteinen, Kalksteinen und Tonmergelsteinen. Er bildet mit der Diemel-Formation des Mittleren Muschelkalks einen Kluft- und Karstgrundwasserleiter. Die Haßmersheim-Schichten bilden bereichsweise eine geringdurchlässige Trennschicht.
Die Sandsteine des Unteren und Mittleren Buntsandsteins (Eck-Formation, Vogesensandstein-Formation) bilden in Baden-Württemberg mit der Plattensandstein-Formation einen ergiebigen Kluftgrundwasserleiter. Die Trinkwassergewinnung erfolgt meist aus Quellen (Baiersbronn, Freudenstadt, Alpirsbach).
Auf der Ostalb (Schwäbische Alb, Baden-Württemberg) gibt es wasserwirtschaftlich interessante Grundwasservorkommen im Oberjura-Karstaquifer (Weißer Jura). Wichtige Aquiferkennwerte (Hydrogeologie) sind Hohlraumanteil, Transmissivität, Fließgeschwindigkeit, Ergiebigkeit und Dispersivität.
Brunnensysteme (Zweibrunnensystem, Grundwasserwärmepumpe) zur Gewinnung oberflächennaher Erdwärme werden in Baden-Württemberg für Heiz- und Kühlzwecke eingesetzt. Sie bestehen aus Entnahmebrunnen (Förderbrunnen) und Rückgabebrunnen (Injektionsbrunnen, Grundwasserleiter).
Erdwärmekollektoren (in Baden-Württemberg) sind oberflächennahe Geothermie-Nutzungssysteme, wobei zwischen Flächenkollektoren, Grabenkollektoren, Spiralkollektoren und Erdwärmekörben unterschieden wird. Sie können zum Kühlen und Heizen eingesetzt werden.
Im GeoMol-Projekt wurde das geothermische Potenzial der mitteltiefen bis tiefen Erdwärmesonden für ein Teilgebiet des baden-württembergischen Molassebeckens abgeschätzt (hohe Untergrundtemperatur, Temperaturgradient). Theoretisch könnten demnach nahezu überall Erdwärmesondenanlagen erstellt werden.
Im Lagerstättengesetz finden sich rechtliche Grundlagen und Auflagen, nach denen in Baden-Württemberg Bohrungen für Brunnensysteme gemeldet werden müssen. Hierfür bietet das RPF/LGRB die Internetanwendung Bohranzeigensystem (BANZ) an.