Der Bergrutsch (Rutschung) Mössingen ereignete sich am 12.04.1983 nach Starkniederschlag am Hirschkopf (Albtrauf, Steilhang der Schwäbischen Alb) als Reaktivierung älterer Rutschmassen. Die Abrisskante (Rückwand) ist in der Wohlgeschichtete-Kalke-Fm, der Rutschhorizont im Tonstein (Ornatenton).
Im Albvorland Baden-Württembergs sind Rutschungen (Massenbewegungen) häufig in den Gesteinen des Mitteljuras zwischen der Opalinuston-Formation (Tonstein) und der Eisensandstein- bzw. Achdorf-Fm (tonige Sandsteine, bilden Schichtstufen) auf.
Im März 1988 ereignete sich am Hang der Kriegsebene (nördlich Hornberg, Gewann Tannenwald und Vögelesrain, östlich Waldstetten) im östlichen Albvorland Baden-Württembergs eine Hangrutschung. Starkniederschlag verursachte die Massenbewegung im Mitteljura (Opalinuston- und Eisensandstein-Formation).
Das Wutachtal (Baden-Württemberg) ist durch Massenbewegungen (Rutschung) gekennzeichnet, die sich aufgrund der Bildung der Wutachschlucht (Wutachumlenkung am Wutachknie) ereignen. Es wird zwischen dem Tonsteingebiet (Keuper, Unterjura und Mitteljura) und dem Muschelkalkgebiet unterschieden.
Die Hangrutschung befindet sich am Westhang des Eichbergs (Krottenbachtal, nördlich Blumberg-Achdorf) im Tonsteingebiet. Im Januar 1966 kam es nach Starkniederschlag zu einer Massenbewegung. Die Hangrutschung ereignete sich im Mitteljura (Opalinuston-Fm) bis Oberjura (Wohlgeschichtete-Kalke-Fm).
Besonders anfällig für Massenbewegungen (Rutschungen) in Baden-Württemberg ist der Ausstrichbereich der Tonsteine und Mergelsteine (quellfähige Tonminerale, Volumenänderung) der Trossingen-Formation (Knollenmergel, Mitteljura). Die Rutschhänge zeichnen sich durch kuppige, wellige Strukturen aus.
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Die Hangrutschung (Massenbewegung) Neckartailfingen ereignete sich während des Neubaus des Schulhauses im Jahr 1951 und 1952. Durch Bauarbeiten wurde das Hanggleichgewicht gestört, dazu kamen Starkniederschläge, die die Gesteine der Trossingen-Formation destabilisierten und die Rutschung auslösten.
In den 1960er Jahren kam es am Götzenberg (nordöstlich Uhlbach, Keuperbergland) bei einer Rebflurneuordnung zu einer Massenbewegung im Mittelkeuper (Steigerwald-, Hassberg-, Mainhardt- und Löwenstein-Fm). Bei der Rutschung handelt es sich um Reaktivierung einer eiszeitlichen Großschollenrutschung.
Die Rutschung im Kirchsteigtobel bei Urbach (Keuperbergland) ereignete sich am 07.04.2001 (April). Dabei bildeten Tonsteine der Steigerwald-Formation (Untere Bunte Mergel, Mittelkeuper) den Gleithorizont (Gleitfläche), die Kieselsandsteine der Hassberg-Formation bilden die Abrisskante.
Im Keuperbergland Baden-Württembergs sind Hangrutschungen in der Grabfeld- und Stuttgart-Fm (Mittelkeuper) weit verbreitet. Als Auslöser der Massenbewegungen gelten starke Niederschläge, die in den geklüfteten Schilfsandstein eindringen und den unterlagernden Gipskeuper aufweichen und entfestigen.
Die Hangrutschung Wildenberger Hang nordöstlich des Autobahnkreuzes Weinsberg wurde durch den Bau der A81 in den Jahren 1968–1972 ausgelöst. Dabei wurden Einschnitte in die Grabfeld-Formation (Gipskeuper, Mittelkeuper) angelegt, die eine Reaktivierung eiszeitlicher Rutschschollen zur Folge hatten.
Im April 1988 ereignete sich nach Starkniederschlägen am Nordhang des Killesbergs (Stuttgart-Feuerbach, Wohngebiet Burghaldenweg/Happoldstraße) eine Hangrutschung (Massenbewegung) am Übergang der Grabfeld- (Gipskeuper) zur Stuttgart-Formation (Schilfsandstein).
Aufgrund von Sulfatlösungsvorgängen in den Schichten des Mittleren Muschelkalks und den dadurch verursachten Gebirgsauflockerungen treten in Baden-Württemberg im Übergangsbereich zum Oberen Muschelkalk häufig Rutschungen auf. Diese sind meist an Talhängen von Flüssen, z. B. des Neckars, zu finden.
DIe Hangrutschung Wurmbergweg Hessigheim (Baden-Württemberg, Neckar) befindet sich im Oberen und Mittleren Muschelkalk. Die Massenbewegungen wurden durch Auslaugungsvorgänge in den Gips-Schichten des Mittleren Muschelkalks verursacht. Abschnitte mit Straßenschäden wurden saniert und rückverankert.
Zu den Fließprozessen (Fließen) zählen Erd-, Schutt- und Blockströme, Hangmuren, Murgänge sowie Kriechbewegungen (Kriechhänge und Talzuschübe). Nach Wassersättigung kommt es zu einer Liquefaktion der Rutschmassen (Lockermasse, Lockermaterial). Auslöser sind u. a. Starkregen und Schneeschmelzen.
Am 23.01.2009 (Januar) ereignete sich an der A98 (nahe Stockach-West und Kreuz Hegau) bei Orsingen-Nenzingen nach Starkniederschlägen eine Böschungsrutschung (Hangmure). Die Böschung ist aus der Kißlegg-Subformation (würmeiszeitliche Sedimente, Till) und den Hasenweiler-Schottern aufgebaut.
Am 29.05.2016 (Mai) ereignete sich eine Sturzflut in Braunsbach (Schwäbisch Hall). Sie entstand durch extreme Niederschläge, die zu Oberflächenabflüssen in den Klingen des Orlacher Bachs, Kräuchelbachs, Wolfsklinge und des Schlossbachs führten und Geschiebe und Schwemmholz mitrissen.
Am 14. Januar 2019 wurde der Parkplatz eines Verbrauchermarktes in Schramberg (Lkr. Rottweil, Baden-Württemberg) durch Murgangmassen überdeckt. Eine Ortsbegehung und die Einleitung von Sofortmaßnahmen zur Schadensabwehr erfolgten am gleichen Tag.
Starkniederschläge (Sturmtief Burglind) führten im Januar 2018 bei Menzenschwand-Hinterdorf (nahe St. Blasien, Südschwarzwald, Baden-Württemberg) zu einem Hochwasserereignis. Eine Hangmure in der Hangschuttdecke des Bärhalde-Granits gelangte in den Oberen Großbach und verursachte einen Murgang.
Nach Starkniederschlägen hat sich in Oberkirch-Ringelbach am 31.05.2013 (Mai) am Nordhang des Kastelbergs oberhalb der Weinbergstraße eine Hangmure ereignet, zwei Böschungsanbrüche folgten am 01.06.2013. Den Untergrund bildet der Oberkirch-Granit (oberflächlich lockerer Bröckelfels und Granitgrus).