Der junge Neckar beginnt seinen Weg recht unscheinbar. Auf der Baar, am südlichen Stadtrand von Schwenningen, entstand 1934 im Moos aus einem Torfstich der neue Moosweiher. Sein Auslauf wurde als Neckar-Ursprung festgelegt. Um den Grundwasserstand im Schwenninger Moos hochzuhalten wird der Abfluss aus dem Moosweiher heute jedoch eingeschränkt, sodass in Trockenzeiten nur wenig Wasser in den Neckar abgegeben wird. Von seinem Ursprung bei 705 m ü. NHN aus fließt der Neckar später durch das Zentrum Württembergs bei Stuttgart und mündet nach seinem Durchbruch durch den Odenwald bei Mannheim nach 362 km in den Rhein. An der Mündung (88 m ü. NHN) beträgt der Abfluss im Mittel 145 m3/s. Damit ist der Neckar der fünftgrößte Nebenfluss des Rheins.
Durch das Schwenninger Moos (NSG) verläuft die Europäische Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten von Rhein und Donau. Der südliche Teil des Mooses entwässert über den Talbach zur Brigach, die bei Donaueschingen ab dem Zusammenfluss mit der Breg die Donau bildet. Das Schwenninger Moos ist als Verlandungsmoor in einem ursprünglich abflusslosen Becken mit einem See entstanden. Erst nachdem die Senke mit Sedimenten und Torf gefüllt war und das Wasser aus dem Moor über die einstigen Seeufer auslief, konnten dadurch Neckar und Talbach ihre Einzugsgebiete in das Schwenninger Moos ausdehnen. Seit 1748 bis in die Jahre kurz nach dem 2. Weltkrieg wurde das ursprüngliche Hochmoor im Zentrum des Mooses durch Torfstiche fast vollständig zerstört. Infolge von Pflegemaßnahmen ab Anfang der 1980er Jahre und einer umfangreichen Renaturierung und Wiedervernässung ab 2002 konnte sich das Schwenninger Moos teilweise wieder regenerieren. Viel Wissenswertes rund um das Schwenninger Moos bieten die Informationstafeln auf dem 3,5 km langen Rundweg, z. B. auch am Neckar-Ursprung.
Neben dem Ursprung des Neckars im Schwenninger Moos gibt es etwa 1 km nördlich davon die historische Neckarquelle. Dazu wurde 1581 von Herzog Ludwig von Württemberg eine Quelle im heutigen Stadtpark Möglingshöhe bestimmt und mit einem Stein mit der Aufschrift „Das ist des Neccars Ursprung“ markiert. Den Stein kann man im Heimat- und Uhrenmuseum Villingen-Schwenningen besichtigen. Die alte Quelle versiegte jedoch, nachdem mit dem Bau der Eisenbahn von Rottweil nach Villingen der Grundwasserstand abgesenkt wurde. Anlässlich der Stadterhebung von Schwenningen im Jahre 1907 wurde die Quelle neu gefasst und zum Fließen gebracht. Zuletzt wurde die Neckarquelle im Zuge der Landesgartenschau 2010 neugestaltet und der bisher verdolte Neckar wieder in ein offenes Bachbett verlegt.
Weitere Informationen finden sich bei Kretzschmar (2007, 1998d) sowie Röhl & Böcker (2006).
Externe Lexika
Wikipedia
Weiterführende Links zum Thema
Literatur
- (1998d). Schwenninger Moos. . Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Freiburg, S. 530–532, Sigmaringen (Thorbecke).
- (2007). Naturschutzgebiet „Schwenninger Moos“. . Der Neckar. Das Land und sein Fluss, S. 109–112, Ubstadt-Weiher (Verlag Regionalkultur). [Naturschutz - Spectrum Themen 96]
- (2006). Die Moore der Baar. – Siegmund, A. (Hrsg.). Faszination Baar – Porträts aus Natur und Landschaft, 2. Aufl., S. 135–146, Donaueschingen.





