Der Taubergießen in der mittleren Oberrheinebene zwischen Weisweil-Rheinhausen und Rust-Kappel ist mit 1696 ha eines der größten Naturschutzgebiete (NSG) Baden-Württembergs. Auf eine Länge von ca. 12,5 km und eine Breite von bis zu 2,5 km ist ein kleiner Teil der ursprünglich wilden Rheinaue der Zeit vor der Tulla'schen Rheinkorrektur erhalten geblieben. Es handelt sich um Auenwälder und eine offene Wiesenlandschaft mit nur wenigen brachliegenden Äckern. Ein dichtes Netz von Rinnen, Kanälen und Altarmen durchzieht das Gebiet. Die Standortverhältnisse werden in hohem Maße vom Grundwasser bestimmt, das in den Rinnen häufig dicht unter der Erdoberfläche ansteht. Zur Zeit der Schneeschmelze in den Alpen kommt es in größeren Abständen zu Überflutungen der Auenwälder. Abhängig von der Fließgeschwindigkeit werden vom Rhein dann humose Auenlehme, schluffig-sandige Auenmergel, oder aber Schotter abgelagert. Die Landschaft ist nach den „Gießen“ benannt, das sind stark schüttende Grundwasseraustritte, die häufig tiefe Quelltöpfe mit sehr klarem Wasser bilden. In diesem nährstoffarmen Wasser leben kaum Fische, deswegen sind sie aus der Sicht der Fischer „taub“.
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Flacher Gießen mit Wasserpflanzen und kiesigem Bachbett im NSG Taubergießen
Taubergießen
Der Taubergießen in der südlichen Oberrheinebene zwischen Weisweil-Rheinhausen und Rust-Kappel ist eines der größten Naturschutzgebiete Baden-Württembergs. Auf eine Länge von ca. 12,5 km und eine Breite von bis zu 2,5 km ist ein kleiner Teil der ursprünglich wilden Rheinaue der Zeit vor der Tulla'schen Rheinkorrektur erhalten geblieben. Es handelt sich hierbei um eine offene Wiesenlandschaft und Auewaldflächen, die von einem sehr dichten Netz von Rinnen, Kanälen, Bächen und Altarmen durchzogen werden. Das überall dicht unter der Erdoberfläche anstehende Grundwasser bestimmt die ganze Landschaft. Jährliche Überschwemmungen, vor allem nach der sommerlichen Schneeschmelze in den Alpen, sorgen stets für neue Umverteilungen von Land und Wasser. Die Gießen, nach denen diese Landschaft benannt ist, sind stark schüttende Grundwasseraustritte, die häufig tiefe Quelltöpfe mit sehr klarem Wasser bilden. Der Taubergießen ist auch zoologisch (Wohn-, Brut- und Durchzugsgebiet zahlreicher Wasser- und Zugvögel) und botanisch (artenreiche Auenwaldvegetation, Orchideenwiesen) ein äußerst interessantes und bedeutendes Gebiet. Es kann auf mehreren Rundwanderwegen begangen werden. Ein besonderes Erlebnis sind allerdings Rundfahrten, die auf flachen Stechkähnen durch ortsansässige Fischer angeboten werden.
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Infotafel zum NSG Taubergießen mit Lage der ausgewiesenen Wanderwege beim Anleger der Rheinfähre Rhinau (F) – Kappel
Infotafel zum NSG Taubergießen mit Lage der ausgewiesenen Wanderwege beim Anleger der Rheinfähre Rhinau (F) – Kappel
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Blick nach Süden auf den Altrheinarm bei der Herrenkopfbrücke im NSG Taubergießen
Blick nach Süden auf den Altrheinarm bei der Herrenkopfbrücke im NSG Taubergießen
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Pyramiden-Hundswurz (Kammstendel, Anacamptis pyramidalis) im NSG Taubergießen
Pyramiden-Hundswurz (Kammstendel, Anacamptis pyramidalis) im NSG Taubergießen
Das Naturschutzgebiet ist als Lebensraum zahlreicher Wasser- und Zugvögel, vieler Insekten und Amphibien sowie durch seine artenreichen Auenwälder und Orchideenwiesen ein ökologisch äußerst interessanter und bedeutender Landschaftsteil. Im Wald ist in grundwassernahen Bereichen eine von Weiden und Erlen geprägte Weichholzaue anzutreffen, während auf trockeneren Flächen Eichen, Ahorn und andere Harthölzer vorherrschen. Südlich des Leopoldskanals steht seit 1998 mit dem 1407 ha umfassenden NSG Rheinniederung Wyhl-Weisweil ein ähnlich aufgebauter, jedoch in geringerem Anteil von Feuchtflächen durchzogener Landschaftsteil unter Schutz.
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An einem Altrheinarm im Hutterngrund nordwestlich von Rheinhausen-Oberhausen frisch sedimentierte Sandbank nach einem Hochwasser im Februar 2021
An einem Altrheinarm im Hutterngrund nordwestlich von Rheinhausen-Oberhausen frisch sedimentierte Sandbank nach einem Hochwasser im Februar 2021
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Schachbrett (Melanargia galathea) auf einer Knolligen Kratzdistel (Cirsium tuberosum) im NSG Taubergießen
Schachbrett (Melanargia galathea) auf einer Knolligen Kratzdistel (Cirsium tuberosum) im NSG Taubergießen
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Fischerkahn an einem der zahlreichen Wasserläufe im NSG Taubergießen
Der Taubergießen in der Offenburger Rheinebene zwischen Weisweil und Kappel-Grafenhausen ist eines der größten Naturschutzgebiete Baden-Württembergs. Auf eine Länge von ca. 12,5 km und eine Breite von bis zu 2,5 km ist ein kleiner Teil der ursprünglich wilden Rheinaue der Zeit vor der Tulla'schen Rheinkorrektur erhalten geblieben. Es handelt sich hierbei um eine offene Wiesenlandschaft und Auewaldflächen, die von einem sehr dichten Netz von Rinnen, Kanälen, Bächen und Altarmen durchzogen werden. Das überall dicht unter der Erdoberfläche anstehende Grundwasser bestimmt die ganze Landschaft. Jährliche Überschwemmungen, vor allem nach der sommerlichen Schneeschmelze in den Alpen, sorgen stets für neue Umverteilungen von Land und Wasser. Die Gießen, nach denen diese Landschaft benannt ist, sind stark schüttende Grundwasseraustritte, die häufig tiefe Quelltöpfe mit sehr klarem Wasser bilden. Der Taubergießen ist auch zoologisch (Wohn-, Brut- und Durchzugsgebiet zahlreicher Wasser- und Zugvögel) und botanisch (artenreiche Auenwaldvegetation, Orchideenwiesen) ein äußerst interessantes und bedeutendes Gebiet. Es kann auf mehreren Rundwanderwegen begangen werden. Ein besonderes Erlebnis sind allerdings Rundfahrten, die auf flachen Stechkähnen durch ortsansässige Fischer angeboten werden.
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Zweiblättrige Waldhyazinthe (Plathanthera bifolia) im NSG Taubergießen
Zweiblättrige Waldhyazinthe (Plathanthera bifolia) im NSG Taubergießen
Der Taubergießen kann auf mehreren Rundwanderwegen erkundet werden. Bei Hochwasser sind die Absperrungen zu beachten. Ein besonderes Erlebnis sind Rundfahrten, die auf flachen Stechkähnen durch ortsansässige Fischer angeboten werden.
Weiterführende Informationen finden sich bei Huth (2019e), Ostermann (1998) und Galluser & Schenker (1992).
Externe Lexika
Wikipedia
Weiterführende Links zum Thema
Literatur
- (1992). Die Auen am Oberrhein – Les zones alluviales du Rhin supérieur. 192 S., Basel (Birkhäuser Verlag).
- (2019e). Rust: Urwald am Oberrhein – der Taubergießen. – Rosendahl, W., Huth, T., Geyer, M., Megerle, A. & Junker, B. (Hrsg.). Entlang des Rheins von Basel bis Mannheim, S. 98–99, München (Wanderungen in die Erdgeschichte, 38).
- (1998). Taubergießen. . Die Naturschutzgebiete im Regierungsbezirk Freiburg, S. 474–479, Sigmaringen (Thorbecke).








