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Bodeneigenschaften

Blick über eine flachkuppige Landschaft mit Wiesen und Feldern im Vorder- und Mittelgrund. Zum Hintergrund hin sind eine Ortschaft sowie flache, langgestreckte und bewaldete Bergrücken zu erkennen.

Flachkuppige Albhochfläche auf dem Härtsfeld bei Neresheim-Ohmenheim – Blick vom Greutbuck bei Dorfmerklingen nach Südosten

Der flachwellige Ausraumbereich in den weicheren Gesteinen der Mergelstetten-Formation mit ackerbaulich genutzten Pararendzinen und Rendzinen (o7) ist von höher gelegenen, größtenteils bewaldeten Kuppen aus Oberjura-Massenkalk umgeben (Rendzina, Terra fusca, Braunerde-Terra fusca; o2, o6).

Böden der Hangbereiche

Blick über abgeerntete Maisfelder auf langgestreckte, nach links hin ansteigende bewaldete Berge. Im Mittelgrund begrenzt ein Waldstreifen die Felder.
Albtrauf bei Heubach – Blick von der Remsaue unterhalb von Essingen nach Südwesten zum Rosenstein und rechts hinten zum Scheuelberg

An den stark geneigten und steilen Tal- und Stufenhängen sind v. a. die Kartiereinheiten o3 und o10 mit Rendzinen, Terra fusca-Rendzinen und Braunerde-Rendzinen aus Hangschutt verbreitet. Über dem Karbonatgesteinsschutt mit tonig-lehmigem Zwischenmittel liegt v. a. an weniger steilen Talhängen oft noch eine steinärmere, schwach lösslehmhaltige Decklage, was die Standortseigenschaften deutlich verbessert. Die Mächtigkeit der Schuttdecken und v. a. deren Gehalt an mineralischem Feinmaterial sowie an organischer Substanz entscheidet über das Wasserspeichervermögen und damit über die Leistungsfähigkeit der meist forstlich genutzten Standorte. Bei den Rendzinen aus Kalksteinschutt ist die nFK meist als gering einzustufen. Aus der abgestorbenen organischen Substanz bildet sich bei ständiger Kalknachlieferung ein schwarzer Ah‑Horizont mit einem lockeren Bodengefüge aus stabilen Krümeln mit reichem Bodenleben und hohem Nährstoffumsatz. Die Mull-Rendzinen aus Kalksteinschutt können aufgrund ihres günstigen Gefüges mehr pflanzenverfügbares Wasser speichern als vergleichbare flachgründige Böden aus anderem Festgestein. Das hohe Stickstoffangebot wird in den Laub- und Mischwäldern durch eine artenreiche Bodenflora angezeigt. Unter Nadelwald treten auch mullartiger Moder und Moder als Waldhumusform auf. Trockene Standorte finden sich besonders in den obersten Hangabschnitten, wo der Hangschutt ausdünnt und Karbonatgestein in Oberflächennähe ansteht. Im Bereich von Felsen und jungen Schutthalden treten begleitend Extremstandorte mit Felshumusböden, Skeletthumusböden, Syrosemen und Lockersyrosemen auf. Als eigene Kartiereinheit wurden solche flachgründigen Trockenstandorte in KE o11 ausgewiesen.

Böden aus Feuersteinschlufflehm und Feuersteinlehm

Blick auf ein Musterprofil des LGRB unter Wald. Das braune, unten steinige bis felsige Bodenprofil ist in sechs Horizonte eingeteilt und 90 Zentimeter tief. Rechts oben nennt eine Tafel Nummer und Name des Profils.
Mäßig tief entwickelte podsolige Braunerde-Terra fusca aus Feuersteinschutt führender Deckschicht über Dolomitstein-Verwitterung (o91)

Verbreitet treten auf der Hochfläche der Ostalb, v. a. im Norden, zwischen Böhmenkirch und den Hochflächen östlich von Aalen, Deckschichten auf, die in der Geologischen Karte als Feuersteinschlufflehm bezeichnet werden. Es handelt sich um lösslehmreiche pleistozäne Fließerden (Decklage oder Deck- über Mittellage), die geringe bis mittlere Gehalte an Feuersteinen aufweisen. Die Feuersteine sind zerbrochene Hornsteinknollen aus dem Oberjura, die als umgelagerter tertiärzeitlicher Verwitterungsrückstand in Feinmaterial eingelagert sind. Das als Feuersteinlehm bezeichnete umgelagerte jungtertiäre Paläobodenmaterial bedeckt große Teile der Albhochfläche von Albuch und Härtsfeld mit z. T. großer Mächtigkeit. Örtlich treten die Feuersteine angereichert als Feuersteinschutt in Erscheinung.

Die in der weit verbreiteten Kartiereinheit o21 meist 5–>10 dm mächtigen Feuerstein führenden lösslehmreichen Deckschichten werden von Fließerden aus Rückstandston der Karbonatgesteinsverwitterung bzw. Feuersteinlehm unterlagert. Meist sind die Böden tief entkalkt und besitzen unter Wald stark versauerte Oberböden. Nur stellenweise treten unterhalb 7–10 dm u. Fl. karbonathaltige Kalkstein führende Fließerden auf. In Abhängigkeit von der Mächtigkeit der lösslehmreichen Fließerden und dem Grad der Lessivierung wechseln Parabraunerden, Braunerde-Parabraunerden, Braunerden und Terra fusca-Parabraunerden . Als tiefgründige, gut durchwurzelbare Böden mit ausgeglichenem Wasser- und Lufthaushalt gehören sie zu den besseren Böden der Ostalb-Hochfläche (nFK mittel bis hoch). Im Randbereich der Hochflächen und an Oberhängen gilt dies allerdings nur eingeschränkt. Die lösslehmhaltige Decklage führt dort z. T. sehr viel Feuersteinschutt und ist nur 1–6 dm mächtig. In 5–10 dm Tiefe kann im Übergang zum Festgesteinszersatz bereits steiniges karbonathaltiges Bodenmaterial auftreten (o85, o91, Braunerde-Terra fusca und Terra fusca-Braunerde).

Blick über eine hügelige Landschaft. Im zum Hintergrund hin ansteigenden, flacheren Mittelgrund befindet sich eine Ortschaft. Am Horizont sind Waldstreifen erkennbar.
Blick über das Steinheimer Becken vom Burgstall bei Sontheim im Stubental nach Norden (Steinheim am Albuch)

Eine Besonderheit bei Steinheim am Albuch sind die an den Kraterrändern und am Zentralhügel des Steinheimer Beckens verbreiteten Seeablagerungen. Vorherrschende Böden in den kalkigen Sedimenten sind Rendzinen und Pararendzinen (o43, o44). Gründigkeit und Steingehalt der kalkreichen Böden schwanken stark. Ihre nutzbare Feldkapazität liegt im sehr geringen bis mittleren Bereich. Im Gipfelbereich des Zentralkegels treten schwere Tonböden aus Mitteljura-Material auf (Pelosol und Braunerde-Pelosol, o42) und in den Tiefenbereichen finden sich geringmächtige und von Schwemmschutt unterlagerte kalkhaltige Kolluvien (o39, o40). Im Ostteil des Beckens („Ried“) führte hochstehendes Grundwasser zur Bildung von humosen Gleyen und Anmoorgleyen (o41).

Literatur

  • Hauff, R. (1935). Die Rauhe Wiese bei Böhmenkirch-Bartholomä – Ein Beitrag zur Kenntnis der Ostalbflora. – Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, 91, S. 78–141.
  • Reiff, W. (2004). Erläuterungen zu Blatt 7326 Heidenheim. – Erl. Geol. Kt. 1 : 25 000 Baden-Württ., 223 S., 3 Beil., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg).
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