Böden aus Auftragsmaterial außerhalb der Rebflächen nehmen 0,2 % der Bodenfläche des Mittleren und Westlichen Keuperberglands ein. Als knapp 90 m hohe Erhebung ragt die Kriegsschuttdeponie „Grüner Heiner“ auffällig über die Gipskeuperhügel sowie die nördlich und westlich anschließende Gäufläche des Neckarbeckens bei Stuttgart-Weilimdorf empor. Sie gehört mit wenigen anderen Flächen zur Kartiereinheit L76. Die tiefen kalkreichen Auftragsböden bestehen aus natürlichem, sandig-lehmigem bis lehmig-tonigem Material mit nach unten stark ansteigendem Skelettgehalt. Bauschutt findet sich z. T. bereits als Beimengung im oberen Profilteil und bildet den Kern der Deponien. Zwischen Nürtingen und Wernau finden sich im Neckartal im Bereich ehemaliger Kiesgruben kalkreiche Auftragsböden (L304). Neben Keuper-, Jura- und Lösslehmmaterial enthalten die Böden v. a. im unteren Profilteil sandig-kiesige Neckarablagerungen. Im südlichen Teil des Keupergebiets gibt es südwestlich von Sulz-Vöhringen und südlich von Rottweil wenige kleinflächige Vorkommen mit Auftragsböden, die größtenteils aus Abraummaterial der Gipsbrüche in der Umgebung aufgebaut sind (L65).
Auf den Abraumhalden im ehemaligen Steinbruch im unteren Krummbachtal südöstlich von Leonberg haben sich vorwiegend Regosole aus anthropogen umgelagertem Sandsteinschutt entwickelt (L80). Sie werden an den Felswänden von Rankern sowie örtlich von Regosolen aus steinig-tonigem Schutt und z. T. kalkhaltigen Auftragsböden begleitet.
Darüber hinaus treten in Parkanlagen, auf Golfplätzen und ähnlichen Infrastrukturflächen außerhalb der Siedlungen neben ungestörten Böden in engräumigem Wechsel auch Aufschüttungen und durch künstliche Geländeumgestaltung mit Maschinen umgelagerte Böden auf. Eine genaue Erfassung dieser Bereiche wäre sehr zeitaufwendig und konnte deshalb im Rahmen der vorliegenden Kartierung nicht erfolgen. Innerhalb dieser Flächen wurden die in der Umgebung vorkommenden Bodeneinheiten in der Bodenkarte weitergeführt und mit einer Schraffur als Übersignatur versehen. Sie werden in den Sachdaten als Untereinheit „a“ der jeweiligen Bodeneinheit mit dem Hinweis „hoher Flächenanteil an Böden, die durch anthropogene Einflüsse gestört sind“ aufgeführt. Besonders im Verdichtungsraum um Stuttgart finden sich weitere Deponien und Aufschüttungen, die nicht näher erkundet werden konnten und deshalb allgemein als Auftragsflächen (Kartiereinheit 1) abgegrenzt wurden.
In der Bodenkarte der Stadt Stuttgart (Holland, 1995) wird auch der Aufbau und die Verbreitung der anthropogenen Böden der Landeshauptstadt beschrieben. Weitere Hinweise auf die Bodenverhältnisse innerhalb der Siedlungsflächen enthalten die Bodenkarten 1 : 25 000 zu den Blättern 7619 Hechingen (Rilling & Busch, 2003) und 7421 Metzingen (Kösel, 2004a). Anthropogene Ablagerungen im bebauten Bereich werden in der Geologischen Karte (GK50) ausgewiesen.
Literatur
- (1995). Die Böden Stuttgarts. – Erläuterungen zur Bodenkarte 1 : 20 000. – Schriftenreihe des Amtes für Umweltschutz, 3, 240 S., Stuttgart.
- (2004a). Erläuterungen zu Blatt 7421 Metzingen. – Bodenkt. Baden-Württ. 1 : 25 000, 164 S., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau).
- (2003). Erläuterungen zu Blatt 7619 Hechingen. – Bodenkt. Baden-Württ. 1 : 25 000, 237 S., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau).