Im Schurwald und im Welzheimer Wald wurden einige Unterjuraplateaus mit in das Keuperbergland aufgenommen. Insgesamt wurden 8 Kartiereinheiten ausgewiesen, die etwa 4,3 % der Bodengroßlandschaft ausmachen. Braunerden auf Sandstein sind neben Parabraunerden und Pseudogleyen aus Lösslehm die am weitesten verbreiteten Böden.
Bei den Böden auf Festgesteinen sind flach und mittel tief entwickelte, unter Wald örtlich podsolige Braunerden am weitesten verbreitet (L518). Die Bodenbildung hat in einer lösslehmhaltigen Decklage auf oberflächennah stark zersetztem Angulatensandstein bzw. den Sandsteinhorizonten der Psilonotenton-Formation stattgefunden. Sie treten an den Rändern breiter Unterjuraplatten auf und überdecken schmale Bergrücken vollständig. Deutlich weniger häufig sind Pelosol-Braunerden mit einem zweischichtigen Fließerdeaufbau. Hier kommt zur lösslehmhaltigen Decklage noch eine tonreiche, skelettarme Basislage (L537). Auf breiteren Plateaus und schwach geneigten Hängen ergibt sich zum Teil ein dreischichtiges Fließerdeprofil. Zwischen lösslehmhaltiger Decklage und einer z. T. skelettreichen lehmigen bis tonreichen Basislage schiebt sich immer wieder eine lösslehmhaltige Fließerde (Mittellage) ein. Daraus bildete sich eine Bodengesellschaft mit mittel und mäßig tief entwickelten Braunerden die, bei zunehmendem Lösslehmeinfluss, bis hin zu tief entwickelten Parabraunerde-Braunerden und Parabraunerden reicht (L520).
Ein hoher Anteil der Unterjuraplateaus ist von Lösslehm und lösslehmreichen Fließerden mit Mächtigkeiten von 7–15 dm überdeckt. Mäßig tief und tief entwickelte pseudovergleyte Parabraunerden und Pseudogley-Parabraunerden sind die Leitböden der Einheit L549. Abzugsträge Verebnungen werden von einer Gesellschaft aus Parabraunerde-Pseudogleyen und Pseudogley-Parabraunerden eingenommen (L560). Parabraunerde-Pseudogleye und Pseudogleye herrschen in der Einheit L41 vor, die ebenfalls auf Verebnungen und in flachen Talanfangsmulden im Keupergebiet verbreitet ist. Einzelne Plateaus im Welzheimer Wald tragen Pseudogleye (L229) aus mächtigem (> 10 dm) Lösslehm.
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Unterjuraplatte nördlich von Welzheim (Rems-Murr-Kreis)
Auch die nicht von Lösslehm überdeckten Bereiche im Unterjura nördlich von Welzheim dienen vorwiegend dem Ackerbau. Am Rand der Plateaus sowie in durch Muldentäler zergliederten Bereichen überwiegen flach und mittel tief entwickelte Braunerden (L518). Auf Verebnungen und ostexponierten Lagen sind mittel und mäßig tief entwickelte Braunerden aus z. T. dreigliedrigen Fließerdepaketen die Leitböden (L520). Bei Welzheim sind rund um den Wasserturm Parabraunerden aus Lösslehm verbreitet (L549).
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Blick vom Unterjuraplateau bei Aichwald-Aichelberg (Lkr. Esslingen) über das Remstal zur Buocher Höhe
Nur am südwestlichen und südlichen Anstieg des Schurwalds kommen auf kleinen Bruchschollen auch höhere Schichten des Unterjuras vor. Auf den siedlungsnahen, stark durch Obstanbau und Gärten geprägten Hängen wurde die Decklage durch Bodenerosion abgetragen, so dass Pelosole bis Pararendzinen aus tonreicher Fließerde (Basislage) die Leitböden darstellen (L317). Bei den unterlagernden Festgesteinen reicht die Abfolge hier von der Psilonotenton-Formation bis hinauf zur Obtususton-Formation. Auf einer Einzelfläche in der Arietenkalk-Formation entwickelten sich Terrae fuscae und Terra fusca-Parabraunerden (L499). Über dem Kalkstein und dem steinigen Residualton aus der Lösungsverwitterung des Karbonatgesteins liegt bei der Terra-fusca-Parabraunerde noch der Rest einer lösslehmhaltigen Fließerde (Mittellage).