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Rotliegend-Schluffsteine

Verbreitungsgebiet: Weitenauer Vorberge

Erdgeschichtliche Einstufung: Weitenau-Formation (rSW), Rotliegend

(Hinweis: Die Rohstoffkartierung liegt noch nicht landesweit vor. Der Bearbeitungsstand der Kartierung lässt sich in der Karte über das Symbol „Themenebenen“ links oben einblenden.)

Kartenausschnitt
Kartenausschnitt

Lagerstättenkörper

Im Vordergrund des Bildes sieht man eine Abbauwand einer Tongrube. Das rötliche Material wird gerade mit einem Bagger am linken Bildrand abgebaut. Im Hintergrund befinden sich bewaldete Hügel.
Tongrube Steinen-Schlächtenhaus

Die Ablagerungen des Mittleren Rotliegenden streichen in der Region weitflächig nördlich des Wiesetals in den Weitenauer Vorbergen zwischen Schlächtenhaus, Farnbuck, Weitenau, Enkenstein und Langenau aus. Für die Gewinnung von Ziegeleirohstoffen kommt nur der mittlere Abschnitt der Weitenau-Formation in Frage. Die rotbraunen Schluffsteine und Schlufftonsteine der sog. Schluffstein-Feinsandstein-Schichten (rSWt) in der Mitte der Weitenau-Formation werden überlagert von rotbraunen Arkosen mit konglomeratischen Einschaltungen (Arkose-Schichten, rSWa). Unterhalb der Schluffstein-Feinsandstein-Schichten folgen rotbraune Brekzien und Konglomeratbrekzien sowie Arkosen (Arkose-Fanglomerat-Schichten, rSWg).

Detailaufnahme eines weinroten Gesteins, welches mehrere große, rundliche, hellgraue Flecken aufweist.
Aufgewitterte rote Ton-Schluffsteine mit grauen Reduktionsflecken

Gewinnung und Verwendung

Das Bild zeigt den Abbau von dunkelrotem Gestein in einem Steinbruch. Der Abbau findet durch einen gelben Bagger in der Bildmitte statt.
Abbau im Steinbruch Steinen-Schlächtenhaus

Gewinnung: Zurzeit erfolgt eine Nutzung nur in einem sehr kleinen, nahezu erschöpften Vorkommen (ca. 5 m Abbauhöhe) bei Weitenau (Tongrube Steinen-Schlächtenhaus, Hornacker, RG 8312-3). Der aufgewitterte Ton- und Schluffstein wird durch Abgraben mit dem Bagger gewonnen. Eine Aufbereitung erfolgt nicht.

Verwendung: Der gewonnene Rohstoff wird zur Herstellung von Mauersteinen und Klinker verwendet. Da der Rohstoff aus der Tongrube Steinen-Schlächtenhaus (RG 8312-3) karbonatfrei ist, wird er mit anderen, karbonathaltigen Ziegeleirohstoffen (wie z. B. Lösslehm) gemischt, um die gewünschte mineralische Zusammensetzung zu erhalten.

  • Tongrube Steinen-Schlächtenhaus
  • Aufgewitterte rote Ton-Schluffsteine mit grauen Reduktionsflecken
  • Abbauwand einer ehemaligen Abbaustelle bei Schopfheim
  • Abbau im Steinbruch Steinen-Schlächtenhaus

Literatur

  • Geyer, M., Nitsch, E. & Simon, T. (2011). Geologie von Baden-Württemberg. 5. Aufl., 627 S., Stuttgart (Schweizerbart).
  • Laske, R. & Sawatzki, G. (2000a). Beiheft zu Blatt 8312 Schopfheim. – 2. Ausg., Beih. Vorl. Geol. Kt. Baden-Württ. 1 : 25 000, 38 S., Freiburg i. Br. (Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg). [unveröff.]